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Veröffentlicht am 27.01.2025

Aktueller Politthriller, dem es an Schwung fehlt

Von Schafen und Wölfen
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"Von Schafen und Wölfen" bringt alles mit für einen spannenden und komplexen Politthriller, der aktueller nicht sein könnte.
Leider kann er dem Anspruch nicht gerecht werden.

An der Handlung liegt es ...

"Von Schafen und Wölfen" bringt alles mit für einen spannenden und komplexen Politthriller, der aktueller nicht sein könnte.
Leider kann er dem Anspruch nicht gerecht werden.

An der Handlung liegt es nicht, die ist gut konstruiert und teilweise erschreckend realistisch dargestellt.
Erzählt aus verschiedenen Perspektiven und zu verschiedenen Zeitpunkten, erfordert der Spannungsroman besonders am Anfang viel Aufmerksamkeit, um nicht den Überblick über die verschiedenen Handlungsstränge und die handelnden Personen zu verlieren. Nach und nach werden die Zusammenhänge jedoch klarer und die Verwirrung legt sich. Man taucht in die Welt von Journalisten ein, die bei ihren Recherchen zu einer brisanten Krankenakte des Ex-US-Präsidenten es mit Geheimdiensten und rücksichtslosen Hintermännern zu tun bekommen, die über Leichen gehen, um ihre Ziele zu erreichen.

Man merkt dem Autor an, dass er viel Hintergrundwissen im Bereich Journalismus hat. Die Einblicke in die Redaktionsräume einer fiktiven deutschen Zeitung in München tragen auch zum Reiz des Buches bei.

Dank der verschiedenen Erzählperspektiven und der kurzen Kapitelabschnitte, schafft der Autor es zu Beginn noch Spannung aufzubauen. Doch nach und nach lässt diese nach.
Zum einen liegt es am zu beschreibenden Schreibstil. Die ein oder andere ausführliche Beschreibung weniger hätte dem Spannungsbogen sicherlich gutgetan. Auch wirkten manche Nebenschauplätze zu erzwungen und nahmen zu viel Platz in der Haupthandlung ein. Zudem löste sich zum Ende hin alles etwas zu schnell auf.
Zum anderen fehlten mir es an Schockmomenten. Vielleicht ist die Realität in den USA schon zu abgedreht.

Alles in allem, ist "Von Schafen und Wölfen" ein Politthriller, der seinen Ansprüchen nicht ganz gerecht wird. Kurzweilig und gut konstruiert, mehr aber auch nicht.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Blutige Rituale - Auftakt einer neuen Reihe mit Potenzial

Racheritual
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Im ersten Band der neuen Thriller-Reihe von Ethan Cross begegnet man nordische blutige Rituale und mit Baxter Kincaid, einen unkonventionellen Ermittler für die harten Fälle.

In seinem ersten Fall begleitetet ...

Im ersten Band der neuen Thriller-Reihe von Ethan Cross begegnet man nordische blutige Rituale und mit Baxter Kincaid, einen unkonventionellen Ermittler für die harten Fälle.

In seinem ersten Fall begleitetet man ihn dabei, wie er sich auf die Suche nach dem Ravenkiller begibt. Denn dieser mordet wieder, obwohl Baxter ihn doch vor neun Jahren hinter Gitter gebracht hat. Was steckt dahinter?

Erzählt aus verschiedenen Perspektiven, wird man schnell in die Handlung und die kruden nordischen Rituale gezogen. Für manche vielleicht etwas zu krude.
Dank des anschaulichen Schreibstils und knappen Kapiteln, schafft der Autors es dabei von Anfang an eine gewisse Spannung und Neugier für die Handlung aufzubauen.
Da jedoch schnell ersichtlich ist, wie die Handlung sich entwickeln wird, verliert der Thriller zur Mitte hin an fesselnden Handlungsmomenten. Die ein oder andere packende Wendung hätte dem Thriller hier sicherlich gutgetan. Erst zum Ende hin, nimmt dann die Geschichte wieder an Fahrt und Action auf und liefert die ein oder andere Überraschung. Wer jedoch auf spannende Ermittlerarbeit hofft, wird enttäuscht, steht doch eher der Actionpart im Vordergrund.

Man merkt, dass "Racheritual" der Auftakt einer neuen Reihe ist, wird, besonders was die wichtigsten handelnden Charaktere betrifft, vieles nur angedeutet. Dies führt leider dazu, dass vor allem Baxter als Protagonist flach bleibt. Er ist auf jeden Fall ein interessanter Ermittler, als Person ist er jedoch noch nicht so richtig greifbar und unterentwickelt. Es ist zu hoffen, dass der Nachfolgeband ein umfassenderes Charakerbild aller zeichnet. Potenzial ist bei den unterschiedlichen und schlagkräftigen Charakteren auf durchaus gegeben.

Alles in allem ist der Thriller ein wilder Ritt und nichts für schwache Nerven, dem aber besonders im Mittelteil etwas weniger Längen gutgetan hätte.
Trotz Schwächen im Spannungsaufbau und der Personenzeichnung, ist "Racheritual" dennoch ein vielversprechender Auftakt einer neuen Reihe von Ethan Cross, die Neugier auf die weiteren Fälle für Baxter Kincaid macht!

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Veröffentlicht am 19.10.2024

Persönliches Plädoyer für mehr Gleichberechtigung

Empathie und Widerstand
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Empathie und Widerstand - über beide Begriffe allein kann man schon informative Bücher schreiben. Die Verbindung beider in einem klingt folglich vielversprechend.

"Empathie und Widerstand" von Kristina ...

Empathie und Widerstand - über beide Begriffe allein kann man schon informative Bücher schreiben. Die Verbindung beider in einem klingt folglich vielversprechend.

"Empathie und Widerstand" von Kristina Lunz versucht genau das mit feministischem Fokus.
Das flüssig und anschaulich geschriebene Sachbuch will einem dabei helfen, den eigenen moralischen Kompass und die eigene Haltung zu finden, um Menschlichkeit für eine gerechtere Welt zu zeigen. In einer von Krisen, Kriegen und gesellschaftlichen und sozialen Konflikten geprägten Zeit, wie der momentanen, von besonderer Bedeutung.

Eine ausführliche Diskussion der beiden Begriffe sollte man jedoch nicht erwarten.
Kurz und bündig, legt die Autorin verständlich und glaubhaft ihren Standpunkt dar, ohne wirklich tief ins Detail zu gehen. Lunz Ansichten und Standpunkten werden zwar deutlich und wieso es wichtig ist, einen moralischen Kompass zu haben, aber wie man dort hinkommt, ist nicht wirklich ein Thema. Ich erwarte keinen Ratgeber, aber eine Art Leitfaden wäre schön gewesen. Die wenigsten sind geborene Aktivisten.

Inhaltlich ist es dennoch ein interessanter Mix aus sachlichen Informationen über Empathie, Beispielen und persönlichen Gedanken und Erfahrungen aus ihrem Leben als Verfechterin einer nachhaltigen Entwicklung und einer feministischen Außenpolitik.
Gut strukturiert und thematisch aufbereitet, hätte ich mir nur eine tiefergehende Betrachtung von Empathie in Verbindung mit Empathie gewünscht.

Sicherlich wird nicht jede*r Lesende mit Lunz Argumenten übereinstimmen. Manchen Themen merkt man deutlich ihre Leidenschaft an, aber durch ihre Selbstreflexion und abwägende Haltung wird es zu keinem Zeitpunkt zu aktivistisch und einseitig.
Zum Nachdenken regt "Empathie und Widerstand" auf jeden Fall ein.

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Veröffentlicht am 19.10.2024

Langatmige Mördersuche im schwedischen Are

Blutbuße
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Die Immobilienentwicklerin Charlotte Wretlind wird brutal ermordet aufgefunden. Jemand muss starken Hass ihr gegenüber empfunden haben. Ist ihr Plan, ein Luxushotel zu errichten und dafür ein altes und ...

Die Immobilienentwicklerin Charlotte Wretlind wird brutal ermordet aufgefunden. Jemand muss starken Hass ihr gegenüber empfunden haben. Ist ihr Plan, ein Luxushotel zu errichten und dafür ein altes und verwaistes Berghotel abreißen zulassen, das Motiv des Täters oder steckt etwas anderes dahinter?

Was anfangs spannend klingt und durchaus atmosphärisch düster erzählt wird, verliert jedoch schnell an Schwung. Denn neben den polizeilichen Ermittlungen spielt das Liebesleben bzw. das heimliche Sehnen nach einem, eine große inhaltliche Rolle. Etwas weniger Privates hätte dem Erzählfluss sicherlich an der ein oder anderen Stelle gutgetan.

Da der Krimi aus verschiedenen Charakterperspektiven und in kurzen Kapiteln erzählt wird, kommt dennoch so was wie Spannung auf.
Auch die Personenzeichnung kann überzeugen, erhält man als Lesende doch ein umfassendes Bild der Gedanken und Gefühle der wichtigsten Akteure. Für Neugier sorgen auch die Einschübe eines Dienstmädchens von damals im alten Berghotel.

Der dritte Teil der Krimireihe rund um die Ermittlerin Hanna und ihren Kollegen Daniel ist, wie auch schon von den Vorgängerbänden gewohnt, flüssig und stimmungsvoll geschrieben.

Für Fans der Reihe lesenswert, aber nicht so stark wie die ersten beiden Bände.
Von einer strafferen Handlungsbeschreibung und weniger Nebensächlichkeiten hätte "Blutbuße" insgesamt profitiert.

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Veröffentlicht am 19.10.2024

Broken Promises

Broken Crystal
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Eine Gruppe von Klimaaktivisten, die etwas Hochexplosives zu planen scheinen, die koksende Milliardärstochter Crystal auf Abwegen und mittendrin ein Militärberater, der selbst ins Kreuzfeuer gerät.
"Broken ...

Eine Gruppe von Klimaaktivisten, die etwas Hochexplosives zu planen scheinen, die koksende Milliardärstochter Crystal auf Abwegen und mittendrin ein Militärberater, der selbst ins Kreuzfeuer gerät.
"Broken Crystal" klingt nach einem fesselnden Thriller mit Aktualitätsbezug, seinem Anspruch leider nicht ganz gerecht wird.

Die reichen Eltern von Crystal wollen, dass ihre Tochter sich von der Gruppe "Eternal Earth" lossagt und wieder zu ihnen zurückkehrt. Diesen Auftrag übernimmt der erzählende Militärberater. Um Crystal aus den Fängen der Klimaaktivisten zu befreien, versucht er das Vertrauen der Gruppenmitglieder zu erlangen. Doch die Zeit und die Pläne einzelner Gruppenmitglieder laufen gegen ihn und schon bald wird er selbst zum Gejagten.

Erzählt aus der Sicht eines Reporters und des Militärberaters, beginnt der Thriller spannend und rasant. Dadurch, dass der Militärberater seine Version der Geschichte erzählt, wie er auf die Most-Wanted-Liste des FBI gekommen ist, wird anfangs geschickt Neugier erzeugt. Denn man fragt sich, wer erzählt die wahre Geschichte.

Doch leider konnte die Spannung und das Interesse an der Handlung nicht konstant hochgehalten werden.
Zum einen verlor die Entwicklung der Geschichte besonders zum Ende hin deutlich an Glaubwürdigkeit und auch an inhaltlicher Tiefe.
Zum anderen verbleiben die einzelnen Charaktere in ihrer Beschreibung oberflächlich und einiger Stereotype. Es fällt einem so schwer, eine Verbindung zu den Handlungspersonen aufzubauen und ihre Motive für ihre Handlungen zu ergründen. Die Charaktere wirken wie Schablonen und bleiben blass, obwohl ihre Lebenshintergründe viel Potenzial für eine vielschichtige Handlung geboten hätten.

So ist alles in allem "Broken Crystal" ein kurzweilig erzählter Spannungsroman, der vielversprechend und stark beginnt, aber im weiteren Verlauf Schwächen in der inhaltlichen Ausarbeitung der Handlung aufweist und dadurch keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

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