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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2025

Das Bücherlabyrinth

Tinte, Staub und Schatten: Das Buch der Verlorenen
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Die sechzehnjährige Minna möchte in die Fußstapfen ihrer verschwundenen Mutter treten und Büchersucherin werden. Doch dafür muss sie erst den Antiquar Raban Krull davon überzeugen, dass er sie als dritten ...

Die sechzehnjährige Minna möchte in die Fußstapfen ihrer verschwundenen Mutter treten und Büchersucherin werden. Doch dafür muss sie erst den Antiquar Raban Krull davon überzeugen, dass er sie als dritten Lehrling aufnimmt. Dank der Hilfe Gullivers gelingt ihr das bald und dann erfährt sie auch noch, dass ihre Mutter ihr Leben nicht im Buchlabyrinth verlor, sondern dass sie bis heute in den Spiegelgängen gefangen ist. Minna setzt alles daran, um ihre Mutter zu befreien, dafür muss sie ein legendäres Buch aufspüren und gerät selbst in ein lebensgefährliches Spiel.

Das Buch der Verlorenen von Alina Metz ist der erste Teil der Tinte, Staub und Schatten Dilogie.

Der Einstieg fiel durch einen tollen Schreibstil sehr leicht und bis zum Ende hält die Geschichte durch viele Wendungen die Spannung hoch. Die erschaffene Welt mit ihren Gefahren und ganz eigenen Lebewesen war schön dargestellt. Besonders gefallen hat mir die Einbindung des androgynen Jaschas, die nicht gezwungen wirkte, sondern eine Selbstverständlichkeit ausstrahlte, wie ich es mir öfter wünschen würde!

Einzige kleinere Kritikpunkte sind für mich das Alter der Protagonistin - Minna ist sechzehn und doch wirkt sie durch ihre Handlungen, Gestiken und Gedanken auf mich eher wie eine Elf-, Zwölfjährige - und die teilweise nur oberflächlich behandelten Themen - die Ausbildung zur Büchersucherin erschien auf den ersten Seiten ein wesentlicher Bestandteil des Buches zu werden und war dann doch nur eine Nebensächlichkeit.

Das sind aber nur kleine Kritikpunkte und das Ende lässt mich gespannt auf den nächsten Teil blicken, auch in der Hoffnung die Welt noch etwas tiefgründiger kennenzulernen.

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Die Schattensucher

Royal Institute of Magic, Band 2 - Auf den Spuren des Schattensuchers
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Für Ben Greenwood und seinen Freund Charlie beginnt die Ausbildung am Royal Institute of Magic. Eigentlich haben die beiden 50 Tage Zeit bis ihre erste Prüfung ansteht, doch bereits am ersten Tag wird ...

Für Ben Greenwood und seinen Freund Charlie beginnt die Ausbildung am Royal Institute of Magic. Eigentlich haben die beiden 50 Tage Zeit bis ihre erste Prüfung ansteht, doch bereits am ersten Tag wird Ben von einem Dunkelelfen angegriffen und entgeht nur knapp dem Schwert. Galt der Angriff Ben oder hat er es auf die magische Rüstung Elizabeths, die auch Ben weiterhin sucht, abgesehen?

Auf den Spuren des Schattensuchers von Victor Kloss ist der zweite Teil der Royal Institute of Magic Reihe. Nachdem zwischen dem Lesen des ersten und zweiten Bands einige Wochen liegen, habe ich mich mit dem Anfang sehr schwer getan und musste erstmal wieder in die Geschichte reinfinden.

Dort angekommen empfand ich die Ausbildung, die Ben und Charlie am Institute aufnehmen aber sehr interessant erzählt und durch einen bildhaften Schreibstil kann man sich die beschriebene Welt sehr gut vorstellen. Besonders gefallen hat mir auch die Entwicklung Charlies, wohingegen ich die weiteren Mitschüler:innen eher schwach gezeichnet empfand.

Die Geschichte weist einige Höhepunkte und Spannungselemente auf, was das Lesen leicht macht und für spaßige Lesestunden sorgt. Einzige Kritik ist, dass ich ein paar Szenen nicht schlüssig fand und mir Auflösungen fehlten, dennoch freue ich mich schon jetzt auf den dritten Band.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Wissenswertes über Fermente

52 wilde Fermente
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52 wilde Fermente von Alexis Goertz und Jonas Grube verschafft einen guten Überblick über das Thema Fermentieren. Die erste Hälfte des Buchs stellt einen ausführlichen Bericht über die Kultur des Fermentieren ...

52 wilde Fermente von Alexis Goertz und Jonas Grube verschafft einen guten Überblick über das Thema Fermentieren. Die erste Hälfte des Buchs stellt einen ausführlichen Bericht über die Kultur des Fermentieren dar und zeigt die wesentlichen Grundtechniken des Fermentierens auf.

Die zweite Hälfte des Buchs beschäftigt sich dann mit den 52 besonderen Rezepten, vom Apfel bis zum Waldmeister, sind viele gewöhnliche, aber auch ungewöhnliche Produkte dabei. Die 52 Rezepte richten sich nach den 52 Kalenderwochen, sodass jede Woche ein jahreszeittypisches Produkt vorgestellt und verarbeitet wird.

Auch durch die Beachtung der Jahreszeiten wirkt die Auswahl der Produkte sehr vielfältig, sodass verschiedene Geschmäcker getroffen werden und dadurch für jeden, der Interesse an fermentieren Lebensmitteln hat, was dabei sein kann. Die wenigen Fermente, die ich bisher getestet habe, ließen sich gut durch die Anweisungen herstellen und boten einen interessanten Geschmack.

Etwas umständlich fand ich die abstrakten Zeichnungen der Produkte, zwar befindet sich am Ende des Buches ein botanischer Überblick, den hätte ich mir jedoch bei den Rezepten gewünscht, denn bei unbekannten Produkten, waren auch die Zeichnungen nicht hilfreich.

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Veröffentlicht am 08.02.2025

Sommer 2006

Das Leben fing im Sommer an
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Sommer 2006, der 15-jährige Chris will nicht nur Fußballprofi werden, sondern endlich zu den coolen Kids gehören. Chris ist auf der Suche nach sich selbst, aber auch nach dem ersten Kuss und der ersten ...

Sommer 2006, der 15-jährige Chris will nicht nur Fußballprofi werden, sondern endlich zu den coolen Kids gehören. Chris ist auf der Suche nach sich selbst, aber auch nach dem ersten Kuss und der ersten großen Liebe und ausgerechnet Debbie, das schönste Mädchen der Schule, schenkt ihm plötzlich Interesse. Es beginnt eine emotionale Reise, bei der seine Freunde Salvo und Johnny immer an seiner Seite sind und auf einem nächtlichen Roadtrip mit Johnny, wird Chris vieles bewusst.

Das Leben fing im Sommer an ist ein Coming-of-Age-Roman des Fußballweltmeisters Chris Kramer. Zu Beginn des Romans werden alle Handlungen und Personen als frei erfunden angekündigt, der Protagonist ‚Chris Kramer‘, sein (fußballerische) Werdegang und auch das Gefühl einer authentischen Geschichte vermitteln dennoch das Gefühl, dass es sich hier um einen Roman mit autographischen Zügen des Autors handelt. Dieses Gefühl wird am Ende zudem durch die Danksagung bestätigt, weswegen ich die Ankündigung zu Beginn des Buchs etwas unglücklich finde, denn dadurch fand ich es lange merkwürdig, dass der Protagonist Chris Kramer heißt.

Chris Kramers Schreibstil wirkte authentisch und hat mich komplett in die Gefühlswelt des 15-jährigen Chris geworfen, die seine Ängste und Wünsche gut transportiert haben. Man spürte förmlich, wie Chris mit sich und seinem Sein in der Welt noch zu kämpfen hatte und wie er sich finden musste. Freundschaft und die erste Liebe sind ein großes Thema, Fußball nur eine kleine Nebensache und das obwohl sie doch einen großen Teil in Chris’ Leben einnahm, denn er hatte den Wunsch Fußballprofi zu werden. Da sich da Buch (größtenteils) jedoch nur auf drei Tage beschränkt und der Fokus eben nicht auf dem Fußball lag, hätte eine größere Erwähnung auch keinen wirklichen Platz gefunden, weswegen ich die Gewichtung durchaus nachvollziehen kann.

Besonders gefallen hat mir die Danksagung, die dem Roman - durch die erwähnten Parallelen - eine höhere Gewichtung gaben und dadurch alles nochmal persönlicher wurde.

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Veröffentlicht am 30.01.2025

Fünf Freunde - Ein Sommer

FREI – Bester Sommer (FREI 1)
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Berlin, Hamburg, Neapel, Wien… Joshua musste mit seinen 14 Jahren schon viele Umzüge über sich ergehen lassen und jetzt zieht es seine Mutter auch noch nach Rottloch. In einem kleinen Dorf sucht seine ...

Berlin, Hamburg, Neapel, Wien… Joshua musste mit seinen 14 Jahren schon viele Umzüge über sich ergehen lassen und jetzt zieht es seine Mutter auch noch nach Rottloch. In einem kleinen Dorf sucht seine Mutter, eine erfolgreiche Künstlerin, neue Inspirationen. Joshua ist klar, dass er auch in Rottloch keine Freunde finden muss, denn wie zuvor wird das ein kurzes Vergnügen und ein Abschied ist immer leichter, wenn man niemanden in sein Herz geschlossen hat. Das dürfte in dem Dorf Rottloch doch das kleinste Problem sein.

Doch diesmal kommt alles anders. Joshua kann sich den Kindern in Rottloch nicht entziehen und schon bald hat er mehr Gefühle ins Spiel gebracht, als jemals zuvor. Und dann beginnt die Schule auch noch mit einer Projektwoche, in der die Jugendlichen in kleinen Gruppen mehrere tage im Wald verbringen sollen. Ohne Erwachsene. Ein Abenteuer für Joshua, Koray, Nasrin, Nico und Nina.

FREI - Bester Sommer ist eine Coming-of-Age-Story für Jugendliche ab 12 Jahren von Sarah Welke. Die Geschichte ist aus Joshuas Perspektive geschrieben und zeigt seine Gedankenwelt, die sprunghaft und ungefiltert ist, was der Geschichte eine Authentizität verleiht und einen sofort mit Joshua mitfühlen lässt. Die Dialoge sind jugendlich gehalten, ohne dabei zu dick aufzutragen, auch hier wirkt alles sehr authentisch.

Joshua, Koray, Nasrin, Nico und Nina sind fünf ganz unterschiedliche Jugendliche, die nicht nur in anderen Städten/Ländern, sondern auch unter verschiedenen Familienformen groß werden und ihre ganz eigenen Päckchen zu tragen haben. Da ist es klar, dass Spannungen zwischen ihnen entstehen und Geheimnisse nicht mehr ganz so einfach geheim bleiben.

Die Zusammenstellung und das Zusammenspiel dieser fünf Charaktere hat mir sehr gut gefallen und vor allem die Erkenntnis, dass Verhaltensweisen verständlich werden können, wenn man die Hintergründe und Geschichten derjenigen kennt. Da man diese natürlich nicht von Beginn an kennt, benötigten manche Jugendliche ein paar Seiten mehr, um meine Sympathien für sich gewinnen zu können.

Was mich etwas gestört hat, war die häufige (!) Verwendung von „der/die“ anstatt „er/sie“. Das wird an einer Stelle sogar angesprochen und doch konsequent weiterbenutzt und war für mich, in diesem Maße, leider zu viel. Außerdem konnte ich das Freiheitsgefühl, das der Titel vermittelt, nicht wirklich wahrnehmen. Es gibt zwar viele einzelne Aspekte, die die Freiheiten der Jugendlichen aufzeigen, aber diese geben ein anderes Gefühl mit und sind nicht konform mit den Assoziationen die ich im Bezug auf ‚Freiheit‘ und ‚Bester Sommer‘ hatte. Auch das Spannungselement war für mich etwas überzeichnet, aber das sind insgesamt nur kleine Kritiken, denn was FREI - Bester Sommer eindeutig schaffen konnte, ist die jugendliche Gefühlswelt aufs Papier zu bringen. Aufzuzeigen, dass Jugendliche auch schon ihre Probleme haben und das Eltern/Erwachsene ein Teil dieser sein können, aber dennoch auch eine Leichtigkeit existiert, die einen besten Sommer hervorbringen kann.

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