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Veröffentlicht am 02.04.2026

Anders als erwartet

Die Bibliothek meines Großvaters
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Kaede und ihr Großvater teilen ihre Liebe zur Literatur. So oft es geht besucht sie ihn, und obwohl er zwar an Demenz leidet, kommt sein scharfer Verstand immer noch regelmäßig zum Vorschein. Darum zieht ...

Kaede und ihr Großvater teilen ihre Liebe zur Literatur. So oft es geht besucht sie ihn, und obwohl er zwar an Demenz leidet, kommt sein scharfer Verstand immer noch regelmäßig zum Vorschein. Darum zieht Kaede ihn auch direkt zu Rate, als sie in ihrem Alltag vor verschiedene Rätsel gestellt wird. Gemeinsam spinnen sie Geschichten um die Vorfälle und kommen den Lösungen auf die Spur. Doch schon bald werden sie persönlich in einen Fall reingezogen ...

Ich war super neugierig auf das Buch, da ich in letzter Zeit häufiger japanische (oder auch koreanische) Wohlfühlromane lese, die Hoffnung spenden oder zum Nachdenken anregen. Abgesehen davon, dass das Buch von außen richtig schön ist, wirkt es auch beim Aufklappen direkt entschleunigend und einladend. Der Schreibstil ist erwartet ruhig und die Atmosphäre, die geschaffen wird, sehr stimmig und bildlich. Das hat mir sehr gut gefallen. Auch waren die Fälle, um die es ging, interessant.

Leider war das Buch aber nicht ganz so wie erwartet. Der Titel hat grundsätzlich sehr wenig mit dem Inhalt zu tun, das fand ich aber nicht so schlimm. Aber auch der Klappentext weckt andere Vorstellungen der Geschichte. Ich dachte, es geht um einen bestimmten Fall, und die beiden tauchen immer tiefer in die Rätsel und die Geschehnisse ein, und sammeln nach und nach neue Erkenntnisse, bei denen das Wissen um Literatur hilft. Wie so eine kleine Schnitzeljagd.

Stattdessen gibt es mehrere kleine Fälle, die Kaede zugetragen werden und mit denen sie zu ihrem Großvater geht. Wir erleben aber nichts davon live mit, es wird immer nur zusammenfassend nacherzählt. Und auch die Lösung wird vom Großvater in einem langen Monolog berichtet. Viel Möglichkeit zum Miträtseln bleibt da nicht.

So blieb es für mich trotz der gemütlichen Atmosphäre und der grundsätzlich schönen Geschichte leider etwas hinter meinen Erwartungen und ein wenig zu trocken/oberflächlich.

3 Sterne

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Hatte mir mehr erhofft

To Kill A Shadow (Die verfluchten Lande, Band 1)
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Das Königreich Asidia liegt in völliger Dunkelheit, seit die Sonnengöttin verschwunden ist. Zudem wird die Gefahr des umliegenden tödlichen Nebels immer größer. Kiara, die in ihrem Dorf als verflucht gilt, ...

Das Königreich Asidia liegt in völliger Dunkelheit, seit die Sonnengöttin verschwunden ist. Zudem wird die Gefahr des umliegenden tödlichen Nebels immer größer. Kiara, die in ihrem Dorf als verflucht gilt, landet eines Tages durch einen Zufall als Rekrutin auf einer Mission unter Kommandant Jude Maddox. Die Einheit soll im Nebel nach der Lösung zur Rettung des Königreichs suchen. Während der gemeinsamen Zeit werden Gefühle zwischen Kiara und Jude wach, die sie verzweifelt zu unterdrücken versuchen. Doch Geheimnisse und Puzzleteile decken schon bald ein viel größeres Schicksal für sie auf ...

To Kill a Shadow bringt so viel tolle, spannende Aspekte mit! Abgesehen vom Optischen, der Landkarte und der Charakterkarte ist es inhaltlich super interessant. Ein verfluchtes Königreich, Götter, eine gefährliche Mission, ein heißer Kommandant, eine toughe Protagonistin. Lieben wir.

Kiara hat mir den Einstieg auch ziemlich leicht gemacht, ich fand sie sehr sympathisch. Sie ist aufmüpfig, selbstbewusst, kann sich wehren, man erkennt aber auch die unsichere, weiche Seite unter der harten Schale. Dazu liest sich das Buch auch echt flüssig, man fliegt gut durch die Seiten, das Tempo ist zügig, Dialoge und Erklärungen wechseln sich angenehm ab, es hat Spaß gemacht, in das Buch einzusteigen.

Leider hat es mich dann nach und nach immer mehr verloren und nicht mehr meine Erwartungen getroffen. Von den Konsequenzen der absoluten Dunkelheit hat man wenig mitbekommen, das Setting wurde generell nur spärlich mit eingewebt. Auch die Akademie, an der sie kurz waren, wurde kaum erklärt, vieles blieb oberflächlich oder undurchsichtig. Kiara fing irgendwann an, mich zu nerven.

Und mein größtes Problem war wohl Jude. Jude, der 19 Jahre alt ist und als absolut krassester, tödlichster, berühmt-berüchtigster Assasine in der Gunst des Königs beschrieben wird. Der immer wieder von sich selbst sagt, wie kaltherzig und unbbarmherzig er doch ist und wie viele Leben er schon auf brutalste Weise genommen hat. Das allein fand ich schon sehr unglaubwürdig. Vielleicht bin ich mittlerweile einfach zu alt dafür, aber ich konnte nicht ernst nehmen, dass er mit seinen 19 Jahren diese Rolle ausfüllen sollte. Aber dazu kam auch noch, dass er sich überhaupt nicht so verhalten hat im Buch. Er ist als Charakter total widersprüchlich angelegt. Wie er sein soll/beschrieben wird und wie er sich benimmt, passte gar nicht zusammen.

Auch hab ich leider die Gefühle, die Chemie zwischen den beiden nicht gefühlt. Es kam super plötzlich und wirkte dann irgendwie übertrieben. Ebefalls hatte mich die enge Bindung zwischen Kiara und ihren Freunden irgendwann verloren, als sie sich nach einer gemeinsamen Woche und ein paar Erlebnissen plötzlich in einer emotionalen Ansprache "Familie" nannten. Dabei mochte ich diese Freundschaft, die ein bisschen Found Family Vibes gegeben hat, am Anfang richtig gerne!

Die Handlung nimmt im letzten Drittel nochmal Fahrt auf und dann wurde es auch spannender. Obwohl mich das meiste nicht überrascht hat, gab es schon die ein oder andere unerwartete Entwicklung. Und dann kam auch das große Ganze besser ins Bild, was viele, echt spannende Fragen für Band 2 eröffnet hat.

Aber insgesamt hat mich einfach vieles gestört und im Laufe des Buches wurde das Gefühl immer größer, dass ich mit den Augen rollen wollte (und es manchmal getan habe). Es ist per se kein schlechtes (Jugend!)Buch, aber ich bin echt enttäuscht, weil ich gehofft hatte, dass es mich richtig begeistern wird. Es war aber wohl nicht mein Buch. Ich vermute, dass ich Band 2 nicht mehr lesen werde.

Knappe 3 Sterne

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Leider hinter meinen Erwartungen

Die Wortweberin - Schall und Schein
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Im Dienst der Kronprinzessin hat Chiara eine klare Aufgabe im Leben und wenig zu sagen. Mit ihrer Wortmagie soll sie zur Unterhaltung Bilder und Illusionen schaffen, um Geschichten zu erzählen. Doch als ...

Im Dienst der Kronprinzessin hat Chiara eine klare Aufgabe im Leben und wenig zu sagen. Mit ihrer Wortmagie soll sie zur Unterhaltung Bilder und Illusionen schaffen, um Geschichten zu erzählen. Doch als der Krieg mit den Barbaren sich zuspitzt und ihr Anführer die Hand der Kronprinzessin fordert, ändert sich für Chiara schlagartig alles. Denn sie soll sich als Tochter des Königs ausgeben und beim Feind spionieren. Obwohl es ihr vor diesem Schicksal graut, macht sie sich auf den Weg – und beginnt langsam zu verstehen, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Und dass sie vielleicht eine größere Rolle in all dem einnehmen könnte ...

Die Wortweberin klang nach einem spannenden Jugendbuch mit ganz viel Magie, daher hab ich mich schon sehr drauf gefreut. Die Prämisse ist nichts völlig neues, aber versprach Gutes. Und in seinen Grundzügen hat mir das Buch auch definitiv gefallen. Der Krieg zwischen zwei Reichen, das Aufdecken von Geheimnissen, Sein und Schein, ein undurchsichtiger König, ein Blick hinter feindliche Linien, eine strategische Hochzeit. Das hat mich durchaus abgeholt.

Leider hat es mir das Buch aber lange etwas schwer gemacht. Der Schreibstil war ein wenig holprig und die Geschichte plätscherte erst ohne größeren Spannungsbogen vor sich hin. Es blieb auch über den Großteil des Buches sehr vorhersehbar. Chiara war als Protagonistin zwar authentisch, weil man nachvollziehen konnte, wieso sie so ist. Aber ich fand sie die meiste Zeit zu naiv und anstrengend, um sie wirklich gern zu begleiten. Ich wollte sie einfach nur schütteln – oder die Augen verdrehen.

Ich hab also erst gedacht, dass ich die Reihe nach Band 1 nicht weiterverfolgen werde. Doch im letzten Drittel wurde das Buch immer besser. Chiaras Entwicklung begann, sie hat mehr hinterfragt und wurde etwas weniger passiv. Es war mehr los auf ihrer Reise, es gab spannende Wendungen und einige offene Fragen sowie einen Cliffhanger, die neugierig machen, wohin sich die Geschichte entwickelt. Und wenn das so vielversprechend weitergeht, wie es sich zum Ende von Band 1 entwickelt hat, glaube ich, dass Band 2 echt gut werden könnte.

Von mir gibt es hier 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 23.08.2024

Schön, aber nicht wie erwartet

Wir treffen uns im nächsten Kapitel
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Als Erin ihr Lieblingsbuch aus Versehen mit in den Bücherschrank stellt, und es daraus verschwindet, ist sie mehr als verzweifelt, ist es doch eine Erinnerung an ihre verstorbene beste Freundin. Aber dann ...

Als Erin ihr Lieblingsbuch aus Versehen mit in den Bücherschrank stellt, und es daraus verschwindet, ist sie mehr als verzweifelt, ist es doch eine Erinnerung an ihre verstorbene beste Freundin. Aber dann taucht es wieder auf – mit Notizen eines Fremden am Rand. Seine Gedanken faszinieren sie, und ehe sie sich versieht, beginnt ein reger Austausch mit ihm in den verschiedensten Klassikern der Literaturwelt. Doch sie ahnt nicht, dass ihr Gesprächspartner kein Fremder ist. Sie und James kennen sich, und die beiden verbindet eine schmerzhafte Vergangenheit ...

Das Grundgerüst dieser Geschichte hat mich sofort angesprochen, das finde ich richtig schön. Ein Austausch über einen Bücherschrank? Ein Gespräch mit einem geheimnisvollen Fremden auf den Rändern von ausgewählten Klassikern? Ein sich näher kommen durch Gespräche über Literatur und Buchcharaktere? Mega! Ich fand die Umsetzung richtig schön. Teilweise kann man an den Gedanken über verschiedene Szenen teilhaben, weil sie genauer erläutert sind, manchmal sind es nur Randnotizen, und teilweise führen die beiden im Laufe des Buches auch private Gespräche. Diese Entwicklung fand ich sehr gelungen.
Auch die Klassiker, die dafür ausgewählt wurden, fand ich spannend. Man hat gemerkt, dass sich da Gedanken gemacht wurden, welche Bücher in die Geschichte passen könnten. Zu welchen Büchern Erin und James etwas zu sagen haben. Und ich mochte, dass wir die Geschichte aus beiden Perspektiven erleben konnten. So hat man erfahren, was beide über diese Art "Briefwechsel" denken, aber auch, was beide in ihrem Leben so durchmachen und wie sie sich durchschlagen. Das war ein sehr schöner Aufbau und das Buch ließ sich von Anfang bis Ende flüssig lesen.

Abgesehen davon, dass ich nur leider die Chemie zwischen den beiden nicht so ganz gefühlt habe, hat mich eine Sache aber gestört. Ich habe gedacht, das wird eine süße (Sommer-)Lektüre mit etwas Tiefgang. Ich habe nicht erwartet, dass das Buch so stark durchzogen von ernsten, schweren Themen ist. Da wäre wirklich eine Triggerwarnung gut gewesen. An jede Ecke, sowohl in Erins als auch in James' Leben, gibt es nur schlimme Sachen. Tod, Krebs, Depressionen, Mobbing, Herzinfarkt, bipolare Störung und und und. Das Buch ist wirklich voll davon. Es wurde so viel, dass es mich irgendwann leider auch nicht mehr mitgenommen, sondern einfach genervt hat. Leider war mir dabei vor allem Erin auch nicht allzu sympathisch im Umgang mit allem. Das hat es mir schwer gemacht, das Buch so richtig zu genießen.

Ich glaube also, ich bin mit etwas falschen Erwartungen daran gegangen. Denn wenn man das weiß, dann kann man das Buch sicher noch viel besser wertschätzen. Ich fand es trotz der schweren Themen auch immer noch schön und bin allein wegen der süßen Geschichte des (Wieder-)Kennenlernens froh, es gelesen zu haben. 3 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 20.06.2024

Gemischte Gefühle

Asrai - Das Portal der Drachen
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Für Elaja, eigentlich Heilerin in Ausbildung, wird ein Traum wahr, als sie sich den Drachenreitern anschließen darf. Doch für diese Ausbildung braucht sie einen Drachen – praktisch unmöglich für die mittellose ...

Für Elaja, eigentlich Heilerin in Ausbildung, wird ein Traum wahr, als sie sich den Drachenreitern anschließen darf. Doch für diese Ausbildung braucht sie einen Drachen – praktisch unmöglich für die mittellose junge Frau. Die Rettung naht in Form von Ian, ein nach einem Flugunfall traumatisierter Drachenreiter mit zwei Drachen. Doch als er ihr einen seiner Drachen überlässt, tauchen weitere Probleme auf, und schon bald merkt Elaja, dass Ian etwas verheimlicht ...

Ich hab mich echt schwer getan mit dem Buch. Es erinnert natürlich gerade sehr stark an Fourth Wing, nicht nur das Grundgerüst, sogar die Charakterkarten im Buch. Tatsächlich ist es aber doch gänzlich anders. Für mich lange Zeit nicht im Positiven. Der Einstieg war etwas schwerfällig, ich hab erstmal gar keinen Zugang zum Schreibstil bekommen, und z.B. wurden ab Seite 2 ewig lang erstmal ausführlich die äußeren Merkmale von Drachen geschildert, ohne dass ich irgendwie schon in der Handlung angekommen war. Gleichzeitig wurde später aber total viel nicht vernünftig erklärt. Ich weiß noch immer nicht, wie das Schulsystem und die Reiche da eigentlich funktionieren, wie deren Ausbildung genau aufgebaut ist, welche Strukturen es in der Welt gibt etc. Viel vom Alltag wird total vage gehalten, Charaktere bekommen oft keine Namen, heißen nur "Lehrer" oder "der Ausbilder" und manchmal springt es und in drei Sätzen vergehen plötzlich Monate, sodass ich Schwierigkeiten hatte, ein Zeitgefühl zu entwickeln.

Auch die Dialoge wirkten oft steif und die Charaktere in ihrer (teils sprunghaften) Art etwas seltsam. Es fühlte sich für mich nicht natürlich an. Elaja war mir dabei auch eher unsympathisch, und manchmal fand ich ihre Stimmungsumschwünge nicht nachvollziehbar. Ich kanns nur schwer benennen, aber insgesamt hakte da was für mich. Auch die Freundschaften, die sie im Laufe der Zeit aufgebaut hat, hab ich nicht richtig fühlen können.

Aber das Buch bringt auch viel Potenzial mit. Ich war mir eigentlich sehr sicher, dass ich Band 2 nicht mehr lesen werde. Aber als dann Elaja mehr über sich erfahren hat, Ian mehr mit seinen Geheimnissen herausgerückt ist und Elaja mehr selbst in die Hand nehmen wollte, kam Spannung auf. Ich wurde neugierig, was es mit den Pforten, den verschiedenen Welten auf sich hat. Welche Rolle Elaja bei all dem hat. Mehr kann ich ohne zu spoilern gerade nicht nennen, aber gerade die letzten ca. 80 Seiten fand ich dann echt interessant, und da gab es einige Entwicklungen, die dafür gesorgt haben, dass ich 1. nochmal einen halben Stern mehr draufschlage als ursprünglich geplant und 2. vermutlich doch noch Band 2 lesen werde.

Ich vergebe hier knappe 3 Sterne.

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