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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2025

Highlight!

Die erste halbe Stunde im Paradies
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„Die erste halbe Stunde im Paradies“ konnte mich von Anfang bis Ende überzeugen. Das Buch erzählt in zwei Zeitebenen und auf sehr bewegende Art die Geschichte von Protagonistin Anne und greift dabei ein ...

„Die erste halbe Stunde im Paradies“ konnte mich von Anfang bis Ende überzeugen. Das Buch erzählt in zwei Zeitebenen und auf sehr bewegende Art die Geschichte von Protagonistin Anne und greift dabei ein sehr wichtiges Thema auf.

Als Elfjährige erleben wir Anne im Kontext ihrer kleinen Familie. Gemeinsam mit ihrem etwas älteren Bruder muss sie schon viel zu früh viel zu viel Verantwortung für ihre alleinerziehende und chronisch schwer kranke Mutter übernehmen. Aus Angst auseinandergerissen zu werden, verlangt die Mutter ihren Kindern mit ihrer Pflege viel ab. Die Sicht eines Kindes auf diese Situation und der enge Zusammenhalt des Gespanns wird sehr eindrucksvoll und überzeugend vermittelt. So verfolgt man das Leben der kleinen Familie voller Mitgefühl und auch Unverständnis. Hierbei treten wichtige Fragen wie der gesellschaftliche Umgang mit chronisch Kranken oder die Unterstützung betroffener Familien in den Vordergrund.

Die Problematik dieser Belastung und deren Auswirkungen erleben wir anhand der erwachsenen Anne, die sich plötzlich und unvorbereitet mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte nimmt einen gleich gefangen und man kann kaum aufhören zu lesen. Besonders gut gefallen hat mir die intensive Auseinandersetzung mit den Themen Krankheit, Schmerz und Schmerzmittel. Hierbei werden mit Hilfe der verschiedenen Personen unterschiedliche Perspektiven auf diese wichtigen Themen eingenommen. Dies ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit dem Sujet und versorgt einen mit viel Material zum nachdenken.

Dieses Buch lege ich gerne jedem ans Herz, der schwere aber durchaus gesellschaftlich aktuelle Themen mag. Das Buch erzählt eindrücklich aber dennoch mit Feingefühl und zart dosierter Situationskomik. Für mich auf jeden Fall ein Highlight.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Tolles Worldbuilding

Spark of the Everflame
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Dieses Debut hat mich wirklich begeistert - ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

Das Buch beginnt sehr gediegen und nimmt sich Zeit, uns Protagonistin Diem Bellator, ihre Familie sowie Emarion ...

Dieses Debut hat mich wirklich begeistert - ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

Das Buch beginnt sehr gediegen und nimmt sich Zeit, uns Protagonistin Diem Bellator, ihre Familie sowie Emarion vorzustellen. Eine Region bestehend aus 7 sehr unterschiedlichen Königreichen, welche von den unsterblichen Descended regiert werden. Diem wächst als Mortal im Königreich von Licht und Schatten auf und arbeitet dort als Heilerin. Nach und nach bekommen wir Einblick - sowohl in das Leben der Mächtigen und ihre Herrschaft der Unterdrückung und gefährlichen Magie als auch in die des sterblichen Volkes. Das ganze Worldbuilding ist wunderbar gelungen und phantasievoll umgesetzt.

Diem ist eine sehr sympathische Protagonistin, die auf sehr menschliche Art auch Fehlentscheidungen trifft, Erfahrungen sammelt und trotz allem doch ihr Herz am rechten Fleck hat. Sehr deutlich erlebt man ihre inneren Kämpfe und ihre Zerrissenheit. Sehr eindrucksvoll und mit Tempo werden diese auf die Spitze getrieben.

Zahlreiche Geheimnisse - die nicht alle in Band eins aufgeklärt werden - Spannung, Kämpfe und nicht zuletzt die schwierig-intensive und stetig wachsende Anziehungskraft zwischen Diem und Prinz Luther machen dieses Buch zu einer kurzweiligen und absolut gelungenen Lektüre. Ich kann es empfehlen.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Humorvoll und doch tiefgründig

Gebt mir etwas Zeit
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Für mich ist Hape Kerkeling einfach eine einmalige und ganz besondere Persönlichkeit. Bekannt geworden für seinen Klamauk und seine Fähigkeit in verschiedene Rollen zu schlüpfen, hat Hape doch auch eine ...

Für mich ist Hape Kerkeling einfach eine einmalige und ganz besondere Persönlichkeit. Bekannt geworden für seinen Klamauk und seine Fähigkeit in verschiedene Rollen zu schlüpfen, hat Hape doch auch eine sehr tiefgründige Seite und eine spannende und durchaus tragische Lebensgeschichte.

Wie schon „Ich bin dann mal weg“ und „Der Junge muss an die frische Luft“ konnte mich auch dieses Buch sehr berühren und überzeugen. Selbstverständlich zieht sich auch hier der feine Hape-Humor wie ein roter Faden durch die Erzählung. Doch zusätzlich ist es auch ein unglaublich trauriges und ehrliches Buch, in dem Hape unter anderem sehr offen über seine Zeit als junger Erwachsener und seine erste große Liebe spricht.

Unfassbar spannend ist auch sein Bericht über die Geschichte seiner Ahnen, die er ausgehend von einem DNA-Test erforscht hat. So reisen wir mit ihm bis zurück ins 17. Jahrhundert. Es ist einfach unglaublich, welches Wissen er da zutage gefördert hat. Das hätte er sich nicht besser ausdenken können.

Das Hörbuch liest Hape Kerkeling höchstselbst und alles andere wäre auch wirklich schade gewesen. Seine Fähigkeit, Stimmen und Dialekte zu imitieren ist einfach wahnsinnig gut und sehr unterhaltsam. Dieses Hörbuch war sowohl inhaltlich als auch in der Umsetzung ein Genuss, transportiert auf eine sehr unaufgeregte Art wichtige Botschaften und ist somit absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Sehr persönliche Reise in den Libanon

Barfuß in Tetas Garten
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Der Libanon, ein von vielen Krisen und Kämpfen geplagtes Land und zweite Heimat für Tagesthemensprecherin Aline Abboud. Sie nimmt uns mit in ihre Kindheit - in eine Stadt am Meer, in ein Land, in dem Familie, ...

Der Libanon, ein von vielen Krisen und Kämpfen geplagtes Land und zweite Heimat für Tagesthemensprecherin Aline Abboud. Sie nimmt uns mit in ihre Kindheit - in eine Stadt am Meer, in ein Land, in dem Familie, Herzlichkeit und Gastfreundschaft groß geschrieben werden. Ein lesenswertes Buch, da es uns eine andere Seite vom Libanon zeigt ohne Terror und Krieg zu ignorieren und weil es ein Statement setzt - für Toleranz und Frieden.

Aline Abboud beschreibt sich selbst augenzwinkernd als „Halblibanesin mit ostdeutschem Migrationshintergrund“ und auch dies ist Thema in dem Buch: Die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität - als Libanesin in Deutschland, als Deutsche im Libanon und als Ostdeutsche in Deutschland. Eine sehr facettenreiche Kombination, welche die Autorin sehr unterhaltsam reflektiert.

Mir hat diese Autobiografie sehr gut gefallen und ich kann nur empfehlen, sich von dem Cover nicht verunsichern zu lassen (ich dachte zuerst, es handelt sich um einen Gartenratgeber). Man wird mit einem sehr persönlichen Buch belohnt, das auch einige schöne Fotos der Autorin beinhaltet.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Außergewöhnlicher Schreibstil

We hunt the Flame
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Dies war mein erstes Buch von Hafsah Faizal und ich mag ihren Stil sehr gerne. Ich empfinde ihn als außergewöhnlich und poetisch-märchenhaft.

Durch diese besondere Sprachwahl und das Einflechten von Wörtern ...

Dies war mein erstes Buch von Hafsah Faizal und ich mag ihren Stil sehr gerne. Ich empfinde ihn als außergewöhnlich und poetisch-märchenhaft.

Durch diese besondere Sprachwahl und das Einflechten von Wörtern aus dem Arabischen baut sie eine an 1001 Nacht angelehnte Welt auf. Das gesamte Worldbuilding, die sehr phantasievolle und bildhafte Auseinandersetzung mit der Finsternis und die eingeflochtenen magischen Elemente konnten mich wirklich begeistern - auch wenn ich hier und da eine Passage noch einmal gelesen habe, um genau zu verstehen, was da gerade passiert.. Auch die Begriffe aus dem Arabischen fand ich sehr passend und in einer Form gewählt, dass man auch ohne das Glossar zurechtkommt.

Zafira und Nasir haben mir auch sehr gut gefallen - es sind zwei außergewöhnliche Protagonisten, die beide auf ihre Weise schicksalhaft mit der Finsternis verbunden sind. In wechselnden Perspektiven begleiten wir die beiden auf der Suche nach einem Artefakt. Eine Story, die sehr langsam beginnt und uns erst einmal die Welt und die Protas kennenlernen lässt und dann immer mehr an Fahrt aufnimmt - sowohl was die Spannung und die Handlung betrifft als auch erzählerisch. Denn hier werden die Wechsel immer schneller.

Ich fand die Geschichte sehr märchenhaft erzählt. Sie ist wirklich spannend mit zahlreichen Enthüllungen und Wendungen, die ich wirklich unvorhersehbar fand und ich freue mich zu erfahren, wie es in Band 2 weiter geht.

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