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Veröffentlicht am 05.03.2025

Dieser Krimi war nicht so nach meinem Geschmack!

Verdammte Weiber
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Im Piper Verlag erscheint mit Verdammte Weiber der 16. Band der aus der Feder von Nicola Förg.

Irmi Mangold wird in Folge einer Wettschuld von Fridtjof zu einem Skikurs angemeldet. Dort freundet sie ...

Im Piper Verlag erscheint mit Verdammte Weiber der 16. Band der aus der Feder von Nicola Förg.

Irmi Mangold wird in Folge einer Wettschuld von Fridtjof zu einem Skikurs angemeldet. Dort freundet sie sich mit Skilehrerin Cordula an, einer ehemaligen Journalistin, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Kurze Zeit später wird Cordula eingebrochen im Eis des Grüntensees aufgefunden, man kann sie nur noch tot bergen. Für Irmi stellen sich einige Frage, sie glaubt auch nicht an einen Unfall und verbeißt sich in diesen Fall. Sie stösst auf Cordulas letzte Recherche über das tragische Schicksal der vergessenen Künstlerin Ilse Schneider-Lengyel, die Mit-Begründerin der Gruppe 47 war. Hat Cordula dort etwas Wichtiges herausgefunden, was ein Motiv rechtfertigen sollte oder spielen die Erbstreitigkeiten mit ihrer Halbschwester eine Rolle? Es gab aber auch Auseinandersetzungen mit dem Verlegersohn, die Cordulas Kündigung zur Folge hatte. Irmi ermittelt in alle Richtungen dieser umtriebigen Frau.

In Nicola Förgs Krimis sorgt der Mix aus Krimihandlung und aktuellen gesellschafts- und umweltpolitischen Themen stets für Vielseitigkeit und damit auch Lesevergnügen. Dieses Mal geht es um die Diskriminierung von Frauen in der Kunst, die Tote Cordula recherchierte über die vergessenen Künstlerin Ilse Schneider-Lengyel, deren Ende viele Rätsel aufgibt.

Irmi Mangold ist frisch pensioniert und muss sich erst in ihrem neuen Leben einfinden, an einen Skikurs hatte sie bei ihrer Freizeitgestaltung aber nicht gedacht. Als sie ihre Spielschulden einlöst, lernt sie die Leiterin Cordula, genannt Coci, kennen und ist fasziniert von dieser intelligenten und energischen Frau, die stets ihre Meinung sagt und in Kauf nimmt, damit anzuecken. Zwischen beiden Frauen entwickelt sich eine Freundschaft und als Irmi erfährt, dass Coci tot aufgefunden wurde, ist sie traurig und schockiert. An einen Unfall mag Irmi nicht glauben, denn Coci hatte einige Feinde.

Während der Nachforschungen stösst Irmi auf eine Katzenhilfsstation, die vor räumlichen Problemen steht. Die Szenen mit streunenden und verletzten Katzen wird sicher das Herz vieler Katzenfreunde treffen.

Entgegen bisheriger Erfahrungen mit Nicola Förgs Büchern hatte ich so meine Probleme in das Buch hineinzufinden. Zwischen die aktuellen Vorgänge mischen sich eingebaute Textstellen über unterdrückte Frauen in der Literatur und Kunst, die sich zwar interessant lesen, mich aber nicht so fesseln konnten wie erhofft.

Die Krimihandlung kommt langsam in Gang, weil Themen wie Katzenhilfe und die Geschichte von IIlse Schneider-Lengyel einen Großteil der Handlung beanspruchen. Um das Leben und rätselhafte Ende dieser Frau ranken sich einige offene Fragen, die mich leider nicht so packen konnten, mir fehlte einfach der persönliche Zugang. Da war Coci schon greifbarer und bei Irmi habe ich es nicht anders erwartet, als dass sie in der Katzenaktion hilfreich mitmischt. Die Figur des Malcolm hat mir gut gefallen, ich hoffe, er wird bei Folgendebänden wieder aktiv mitmischen.

Was auf mich sehr konstruiert wirkt, ist das doch sehr zufällige Auffinden des ominösen Mannes mit dem braunen Mantel. Er sorgt mit seinem Wissen für wichtige Informationen bezüglich der Toten.

Dieses Buch konnte mich nicht so packen wie ich es bisher Nicola Förgs Krimis gewohnt bin. Etwas über die Diskriminierung von Frauen zu erfahren ist ein wichtiges Thema, in einem Krimi finde ich es sehr ungewöhnlich. Ein vielfältiger Mix aus einer Leiche im Eis, viel Katzenthema und unterdrückten Frauen in der Literatur und Kunst! Zu viel Extras für meinen Krimi-Geschmack!

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Wenn uns die Vergangenheit einholt!

Vor hundert Sommern
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Katharina Fuchs neuer Roman "Vor 100 Sommern" erscheint im Droemer Verlag.

Wir tauchen in die Vergangenheit der 20er, 30er Jahre ein und begleiten Clara, während sie als Flaschenreinigerin und später ...

Katharina Fuchs neuer Roman "Vor 100 Sommern" erscheint im Droemer Verlag.

Wir tauchen in die Vergangenheit der 20er, 30er Jahre ein und begleiten Clara, während sie als Flaschenreinigerin und später als Hundesalonbesitzerin arbeitet, den Kommunisten Aleksei kennenlernt und in der Brauerei Übergriffe und männliche Unterdrückung von Frauen erlebt und verzweifelt versucht, gegen diese gesellschaftliche Schieflage anzugehen. Das Entscheidende in diesem Handlungsstrang ist die Abbildung des aufkommenden Nationalsozialismus mit den antisemitischen Strömungen. Dieser bekommt eine politische Parallele in der gegenwärtigen Handlungsebene, die 2024 spielt, wo sich Anna und Tochter Lena um die Auflösung der Wohnung von Elisabeth kümmern und dadurch alte Familiengeheimnisse von Elisabeths Großtante Clara aufstöbern.
Lena bekommt während ihres Studiums antisemitische Vorfälle an ihrer Hochschule mit und ahnt nicht, dass Judenhass auch in ihrer familiären Vorgeschichte eine entscheidende Rolle gespielt hat. In alten Fotoalben, Briefen und Gesprächen kommt Lena dem lange gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur.

Nachdem ich bisher alle Romane von Katharina Fuchs kenne, habe ich mich sehr auf diesen Roman gefreut. Auch in diesem Roman liest sich der Erzählstil gewohnt flüssig, lebendig und authentisch, dadurch bleibt der Lesefluss durchgängig erhalten. Die Charakterbeschreibungen sind facettenreich und Katharina Fuchs macht das Handeln und die Gedanken der Figuren durch die wechselnden Perspektiven aus Claras, Annas und Lenas Sicht gut vorstellbar.

In diesem Roman verarbeitet Katharina Fuchs eine generationenübergreifende Geschichte, die sich mit Schuld und Schweigen über die Vergangenheit und dem Erstarken von antisemitischen Strömungen beschäftigt, deren Parallelen man zwischen der Gegenwart und der Weimarer Republik vor hundert Jahren beobachten kann.

Ich war gefesselt von Claras Leben, ihren Problemen und den gesellschaftlichen Umbrüchen ihrer Zeit, der Gegenwartsstrang konnte mich dagegen nicht so intensiv abholen. Das Leben von Anja und Lena wurde mir persönlich zu ausführlich mit aktuellen Themen, die Frauen betreffen und eher unterhaltsamen Szenen mit Hunden auserzählt.

Ein eindringlich mahnender Generationen-Roman, der die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Parallelen zwischen der Gegenwart und der Weimarer Republik aufzeigt. Wenn sich in 100 Jahren die Geschichte wiederholt, sollte man sich dessen bewusst sein!

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Ein frühlingshafter Tierentdeckerspaß für Kleinkinder!

Was machen die Tiere im Frühling?
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Im Carlsen Kinderbuch Verlag erscheint das Bilderbuch Was machen die Tiere im Frühling? von Anna Karina Birkenstock für Kinder ab 18 Monaten.

Wenn der Winter vorbei ist, erwacht die Natur im Frühling ...

Im Carlsen Kinderbuch Verlag erscheint das Bilderbuch Was machen die Tiere im Frühling? von Anna Karina Birkenstock für Kinder ab 18 Monaten.

Wenn der Winter vorbei ist, erwacht die Natur im Frühling zu neuem Leben, die ersten zarten grünen Blätter sprießen und Frühblüher zeigen ihre bunten Blüten. Für die Tiere beginnt wieder das aktive Leben, der Igel beendet seinen Winterschlaf, Wildschweine wechseln ihr dickes Fell und die Kröten wandern zu den Teichen, um ihre Laichzeit zu starten. Die Vögel bauen ihre Nester und endlich kann man ihren Gesang wieder hören.

Folgende Tiere werden näher vorgestellt: Hermelin, Igel, Storch, Fledermaus, Kaninchen, Meisen und Marienkäfer. In den kurzen Texten wird auf die Lebensweise der Tiere eingegangen und ganz nebenbei spielerisch Wissen vermittelt. Welche Tiere machen im Frühling eine Nachtwanderung, welche Vögel kehren ins Sommerquartier zurück und welche Insekten schwirren wie der Marienkäfer im Frühling umher?

Dieses stabile Pappbilderbuch wurde frühlingshaft bunt illustriert, es enthält allerliebste Tierbilder, die die Tiere in ihrem Lebensraum zeigen. Die Seiten wurden mit sichtbaren Registern versehen, die zu den abgebildeten Tieren im Buch führen. Damit fällt es Kindern leicht, die Seite mit ihrem Lieblingstier zu finden.

Die Altersklasse von 18 Monaten ist das Einstiegsalter für dieses Buch, manche Fakten sind noch zu abstrakt, um von Kleinkindern verstanden zu werden. Aber die bunten Bilder und liebevoll abgebildeten Tiere sehen sich schon die Kleinsten gerne an und lernen schnell, wie sie heißen. So wird Interesse für die Tierwelt und die Natur im Allgemeinen vermittelt.

Dieses niedliche Bilderbuch zeigt das Verhalten bestimmter Tiere im Frühling und führt Kinder spielerisch an die Tierwelt und die Natur heran! Eignet sich perfekt als Ostergeschenk!

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Erschütternde Wahrheiten zerstören das Bild der Familie!

Frühjahrskollektion
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Der Roman Frühjahrskollektion von Christine Koschmieder erscheint im Kanon Verlag.

1964: Deutschlands Wirtschaftswunder bringt endlich den ersehnten Wohlstand und auch die Mode entwickelt sich weiter. ...

Der Roman Frühjahrskollektion von Christine Koschmieder erscheint im Kanon Verlag.

1964: Deutschlands Wirtschaftswunder bringt endlich den ersehnten Wohlstand und auch die Mode entwickelt sich weiter. Lilo hat als Chefin eines Modegeschäfts beruflichen Erfolg und erzählt davon in einem Interview, gleichzeitig sorgt das für Werbung ihrer neuen Bademodenkollektion. Doch sie verschweigt bewusst einige unangenehme Fakten über Geschäfte mit den Nazis im besetzten Polen, wofür sich die deutsche Justiz sehr interessiert. Auch Ehemann Harry hat in diesen Geschäften eine entscheidende Rolle gespielt.
Ihre Tochter Reni lebt mit Freund Fred zusammen, sie ist Mannequin und führt Mode der deutschen Konfektionshäuser vor, ihr Plan ist jedoch ein Platz auf den großen Laufstegen Amerikas.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Lilo, Harry und Reni erzählt, so taucht man in ihre Gedankenwelt ein und kommt ihnen näher. Das Leben der kleinen Familie wirkt nach außen perfekt, sie bewohnen einen komfortablen Bungalow. Lilos Boutique läuft gut, sie möchte ihre neue Bademodenkollektion bei großen Firmen fertigen lassen, um damit mehr Umsatz zu machen. Ihr Mann Harry ist Busfahrer und unternimmt Fahrten von Kriegswitwen zu den Gräbern ihrer verstorbenen Männer. Folgt man jedoch der Handlung, werden nach und nach immer mehr schmutzige Geschäfte aus der Vergangenheit enthüllt, die bei der Entnazifizierung aufgeklärt werden.

In diesem Roman widmet sich Christine Koschmieder den 60er Jahren, einer Zeit, die vordergründig die den erwachenden Modegeist der Frauen, ein neues Zeitgefühl, den Konsum und den Wohlstand feiert. In bunten Bildern beschreibt Koschmieder die unterschiedlichen Stoffe, Farben und Trends und man erfährt viel über die Herstellung und den Vertrieb der Mode. Doch die Handlung ist nicht so oberflächlich wie es auf den ersten Blick scheint, denn sie lässt auch die Schattenseiten der politischen Vorgeschichte in der Nachkriegszeit in ihre Handlung einfließen. Viele Entnazifizierungen sind noch nicht abgeschlossen.

Beinah unterhaltsam taucht man bei der Lektüre in die 60er Jahre ein, erlebt das kleine Glück der Lilo Kowatz und wird dann genau wie Reni von einer familiären Lüge überrascht. Ein altes Familienfoto wird als Lebenslüge enttarnt und es kommen Details über enteignete Juden und zu Geschäften ihrer Eltern an Tageslicht, die Lilo zu einem Schritt ins eigene Leben ermutigen.

Der Blick in die Gefühlswelt der Figuren ist der Autorin gut gelungen, sie spiegelt den Zeitgeist und die Lebensvorstellungen dieser Zeit gekonnt wieder. Womit ich nicht so gut klar kam,

Die Erzählweise ist sehr bildhaft, die Autorin beschreibt sehr detailreich die Modewelt und schildert eingehend die Lebensumstände der Figuren. Diese Ausführungen sind insgesamt sehr ausführlich geraten, worunter leider die Spannung etwas verloren geht. Für mich war Reni die Figur, mit der ich mitgefiebert habe und es war erschreckend zu sehen, wie ihre Welt nicht mehr das war, was sie lange Zeit schien.

Ein interessanter Roman, der ungeschönt in die 60er Jahre blicken lässt und die Verbrechen deutscher Geschichte in Erinnerung ruft.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Wohin mit den großen Gefühlen?

Das Krawallkehlchen
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Bei Fischer/Sauerländer erscheint Das Krawallkehlchen von Madlen Ottenschläger mit Illustrationen von Ramona Wultschner für Kinder ab vier Jahren.
Saftiger Regenwurm! Krawallkehlchen Mika ist total aufgeregt, ...

Bei Fischer/Sauerländer erscheint Das Krawallkehlchen von Madlen Ottenschläger mit Illustrationen von Ramona Wultschner für Kinder ab vier Jahren.
Saftiger Regenwurm! Krawallkehlchen Mika ist total aufgeregt, denn heute ist der Ausflug mit der Kita-Gruppe. Doch leider geht am Morgen so einiges schief und Papa kommt auch noch zu spät zur Kita. Alle Pieps-Flatter-Freunde sind schon ohne Mika gestartet, das ärgert Mika gewaltig und macht ordentlich Krawall. Weil Mika aber hilfsbereit ist und gute Ideen hat, wird der Tag am Ende doch noch richtig schön.

Mika ist ein kleines Rotkehlchen, sehr klein also eigentlich und trotzdem sind seine Gefühle riesengroß. Das kennen wir alle nur zu gut. Manchmal möchte man vor Wut explodieren, weint traurige Tränen oder ist so glücklich, dass man vor Freude nur noch juchzen möchte. Im Überschwall ihrer Gefühle wird Mika manchmal so übermütig, dass es ordentlich Krawall macht. Diese Emotionen überkommen Kleinkinder in der Trotz- und Autonomiephase, sie haben ihre Emotionen nicht voll im Griff, die Gefühle sind einfach nicht zu bändigen, so wie es uns allen auch manchmal geht wenn wir wütend, ärgerlich oder zornig sind.

Für Kleinkinder ist diese Phase ein Lernprozess, der auch den Erwachsenen viel Geduld abfordert. Wenn Kinder in der Trotzphase sind, können ihre Emotionen manchmal ganz schön anstrengend sein. Doch dieser Überschwang an Gefühlen ist völlig normal und diese Phase geht auch vorüber!

Im Buch wird in liebenswerten Bildern und ausdruckstarken Texten sehr deutlich dargestellt, wie Mika so durch die Gegend "krawallt". Dabei kann Mika auch ganz ruhig und liebenswert sein, das wird in der Geschichte sehr niedlich gezeigt. Kinder mögen Mika, weil sie sich und ihr emotionales Verhalten in dieser Figur wiederfinden und die Gefühle erkennen.

Mika verändert je nach Emotion seine Farbe, das zeigt das im Buch integrierte Gefühlsrad. Leider ist die Farbveränderung in der Geschichte nicht durchgängig vorhanden.


Eine emotions- und hilfreiche Geschichte mit niedlichen Bildern, die Kindern das Verstehen und den Umgang mit Gefühlen erklärt, die in der Trotzphase völlig normal sind.