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lesenmitannika

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2023

Fängt das Lebensgefühl Mitte zwanzig ein

Ohne mich
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Den Debütroman von Esther Schüttzpelz habe ich fast in einem Rutsch durchgelesen, ich denke das sagt schon mal einiges! Durch den schnellen und rasanten Schreibstil rast man durch das Buch und das Leben ...

Den Debütroman von Esther Schüttzpelz habe ich fast in einem Rutsch durchgelesen, ich denke das sagt schon mal einiges! Durch den schnellen und rasanten Schreibstil rast man durch das Buch und das Leben der Mitte zwanzig jährigen Erzählerin. Anfangs herrscht eine Distanz zwischen der Hauptfigur und ihrem Leben und ihren Gefühlen, weshalb es sich etwas oberflächlich angefühlt hat. Dann ging der Roman aber doch tiefergehend als ich erst dachte, als Spuren von Selbstreflexion bei der Protagonistin erkennbar wurden.
Unterhaltsam fand ich auch die Schilderungen vom Jurastudium und Referendariat, genau wie die Bezüge zur Stadt Münster.
Ich habe mich so eingedacht, dass ich mir eine Fortsetzung wünschen würde!
Insgesamt empfehle ich das Buch gerne weiter, besonders an Personen im gleichen Alter, da es einfach gut einfängt, wie sich das Leben Mitte zwanzig nach Abschluss des Studiums und bei der Selbstfindung anfühlt.

Veröffentlicht am 08.01.2023

Gute Auseinandersetzung mit Lösungsansätzen

Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten?
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Der griffige Titel hat mich direkt angesprochen, da das Thema Arbeit allgegenwärtig ist und uns alle betrifft. Ich setze mich schon länger mit dem Thema der Arbeit auseinander und denke ebenfalls, dass ...

Der griffige Titel hat mich direkt angesprochen, da das Thema Arbeit allgegenwärtig ist und uns alle betrifft. Ich setze mich schon länger mit dem Thema der Arbeit auseinander und denke ebenfalls, dass uns kürzere Arbeitszeiten gut tun würden. Daher habe ich einige Fakten schon gekannt, aber der lockere Schreibstil von Sara Weber lässt sich gut lesen und doppelt hält ja bekanntlich besser. Interessant waren besonders einige ihrer Beispiele wie Schichtsysteme bei der Polizei. Generell hat es mir gut gefallen, dass auch andere Tätigkeiten als Bürojobs betrachtet wurden und Möglichkeiten dargestellt, wie auch hier flexibles Arbeiten funktionieren kann. Insgesamt mochte ich es, dass die Autorin nicht nur den aktuellen Zustand aufzeigt und Tatsachen benennt, sondern auch wirklich Lösungsansätze findet.
So hat mir besonders das Kapitel zur Organisation in Gewerkschaften und dem Zusammenfinden in Kollektiven, wie der Notruf NRW Mut gemacht und Hoffnung gegeben.
Ich empfehle das Buch gerne weiter, vor allem an Neulinge in diesem Bereich!

Veröffentlicht am 18.12.2022

Große Empfehlung!

Liebewesen
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Dieses Buch hat wirklich Spaß und süchtig beim Lesen gemacht. Durch das hohe Erzähltempo rast man förmlich durch den Roman und verfolgt die Beziehung von Lio und Max. Ich musste mich manchmal ...

Dieses Buch hat wirklich Spaß und süchtig beim Lesen gemacht. Durch das hohe Erzähltempo rast man förmlich durch den Roman und verfolgt die Beziehung von Lio und Max. Ich musste mich manchmal etwas stoppen und Sätze erneut lesen, um mich zu bremsen und nichts zu verpassen. Denn der Schreibstil ist so toll, dass man jeden Satz aufsagen möchte. Der Autorin gelingt es, urkomisch aber gleichzeitig oft tragisch zu erzählen. Man fiebert mit und wünscht sich, dass Lio und Max es endlich schaffen, vernünftig und ehrlich miteinander zu kommunizieren und sich ihren Dämonen zu stellen. Es bleibt vieles ungesagt, dennoch fühlt es sich sehr intensiv an.
Ich denke, dass dieses Buch viele Leser*innen in ihren Zwanzigern und Dreißigern begeistern wird. Besonders Sally Rooney-Fans werden auch diesen Roman mögen. Ich werde es jedenfalls weiterempfehlen!


TW: Sexueller Missbrauch, Abtreibung

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Veröffentlicht am 06.10.2022

Hat mich in den Bann gezogen!

Unsre verschwundenen Herzen
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Schon die Serie "Little Fires Everywhere" nach dem Buch von Celeste Ng habe ich verschlungen, und genauso ging es mir bei diesem Buch.
Im Groben geht es um den Jungen Bird, der mit seinem Vater ...

Schon die Serie "Little Fires Everywhere" nach dem Buch von Celeste Ng habe ich verschlungen, und genauso ging es mir bei diesem Buch.
Im Groben geht es um den Jungen Bird, der mit seinem Vater in den USA in einer Dystopie in nicht allzu ferner Zukunft lebt. Doch er vermisst seine Mutter, die vor drei Jahren scheinbar aus dem Nichts die Familie verlassen hat.
Anfangs schien es etwas geheimnisvoll und schwer zu fassen, wie es zu dieser großen Veränderung im Leben der Familie kam. Genauso sind die beschriebenen Aufständen schwer einzuordnen, die sich immer auf "Unsre verschwundenen Herzen" beziehen.
Das Buch hat mich dennoch schnell in den Bann gezogen und durch die wunderschöne Schreibweise überzeugt. Seite für Seite lernt man mehr über die entworfene Welt, die unserer heutigen leider gar nicht so weit entfernt ist, wie man es sich wünschen würde. Das Schützen der amerikanischen Werte ist das oberste Ziel, und alles und jeder, der anders zu sein scheint, eine Bedrohung. Auch heute ist Rassismus gegenüber Menschen mit asiatischen Wurzeln ein Problem, und nicht nur in den USA.
Es ist daher packend zu sehen, wie der Spruch der verschwundenen Herzen, der aus einer Gedichtszeile von Birds Mutter stammt, Kräfte für den Widerstand mobilisiert und zur Parole des Protests wird.
Ein spannender Roman, der auf die gefährliche Richtung aufmerksam macht, in die unsere Gesellschaft sich bewegt und daher ein dumpfes Gefühl zurücklässt und nachdenklich macht.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Hochaktuelle Geschichte

Unter Grund
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Der Roman behandelt ein hochaktuelles und wichtiges Thema, das zum Nachdenken anregt.
Wir begleiten Franka zurück in ihre Jugend und dabei, wie sie in rechtsradikale Kreise gerät. Frankas Verhalten hat ...

Der Roman behandelt ein hochaktuelles und wichtiges Thema, das zum Nachdenken anregt.
Wir begleiten Franka zurück in ihre Jugend und dabei, wie sie in rechtsradikale Kreise gerät. Frankas Verhalten hat mich dabei oft irritiert, weil sie dazu neigt, in schwierigen Situationen einfach davonzulaufen, anstatt sich ihnen zu stellen. Zudem wirkte die Handlung stellenweise etwas konstruiert, und viele Darstellungen doch sehr plakativ. Auch kommt mir Frankas plötzliche Gleichgültigkeit gegenüber Leon nicht ganz schlüssig vor.
Ich hätte mir zudem mehr Szenen zu Frankas Vater gewünscht, die Vater-Tochter-Beziehung hatte für mich viel Potential. Generell bleiben die Schilderungen zur Familie eher oberflächlich. Nach der Leseprobe hatte ich erwartet, dass die Familiengeschichte eine größere Rolle spielt.
Insgesamt bietet das Buch wohl trotzdem leider eine realistische Darstellung, wie leicht sich rechtsradikales Gedankengut verbreitet und wie schnell man in solche Gruppen gerät und sollte uns allen als Erinnerung dienen, in solchen Situationen nicht wegzuhören.