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Veröffentlicht am 07.04.2025

Zwei starke Frauen in Hamburg

Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli
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Rein äusserlich reiht sich dieser historische Roman in die Riege der vielen Titel ein, die derzeit auf den Markt geworfen werden, und ich finde es sehr schade, dass das Cover so generisch wirkt und vor ...

Rein äusserlich reiht sich dieser historische Roman in die Riege der vielen Titel ein, die derzeit auf den Markt geworfen werden, und ich finde es sehr schade, dass das Cover so generisch wirkt und vor allem: dass es nur eine Frau abbildet. Schliesslich geht es im Buch gleich um zwei starke Frauen, die ihren Weg in der damals noch von Männern dominierten Weg gehen. Da ist zum einen Louise, die von einem zum anderen Tag mittellose Witwe wird. Obwohl sie aus gutem Hause kommt und gebildet ist, ist sie anfangs noch sehr naiv und weltfremd. Das wird aber ausgeglichen durch Ella, die aus der Prostitution nach Hamburg geflohen ist. Ella weiß sich in jeder Lage zu helfen, ist sehr praktisch veranlagt und hat zudem ein riesengroßes Herz. Zusammen ergänzen sich die beiden Frauen hervorragend, und so ist es kein Wunder, dass sie das Beste aus ihrer Misere machen wollen - und werden!? Besonders gut gefallen hat mir, dass eine gehörige Portion Krimi im Roman enthalten ist, denn mit der Geschichte rund um Louises Ehemann und dem Mord an einem Juwelier, der zu einer Jugendbande führt, liefert die Geschichte auch jede Menge Spannung. Als Gegengewicht zu den beiden Frauen gibt es zudem Paul, den ehemaligen Polizisten, dem das Ermitteln aber immer noch im Blut steckt und dessen Wege sich mit denen von Louise und Ella (vor allem Ella) kreuzen. Ich freue mich, dass eine Fortsetzung bereits angekündigt wurde, denn diese Geschiche verdient auf jeden Fall eine Fortsetzung.
Fazit: ein rundum gelungener, spannender und mitreißender Roman, der mich wirklich begeistert hat.

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Der reinste Horror

Rindviehdämmerung
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Was trotz der Bezeichnung als Alpen-Thriller in der Kurzbeschreibung eher nach verschrobenem Lokalkrimi klingt, entpuppt sich beim Lesen als mega-spannender waschechter Horror-Roman, der von Anfang bis ...

Was trotz der Bezeichnung als Alpen-Thriller in der Kurzbeschreibung eher nach verschrobenem Lokalkrimi klingt, entpuppt sich beim Lesen als mega-spannender waschechter Horror-Roman, der von Anfang bis Ende eine unheimliche Stimmung aufbaut, die es in sich hat. Der Hinweis auf Kathis Vergangenheit in einer Sekte ist meiner Meinung nach irreführend, wird hier doch ein Fokus suggeriert, der im Buch nur einen kleinen Hintergrundverweis ausmacht, mit der Handlung an sich aber wenig zu tun hat. Dafür schleicht sich der Grusel ganz langsam und allmählich von ganz anderer Seite an, und mehr als eine Gänsehaut ist garantiert. Die Charaktere sind allesamt schön schrullig und eigen, was in diesem Falle zwar auch einer immer wieder aufblitzenden Komik nicht entbehrt, aber auf fatale Weise grausige Ereignisse in Gang setzt, die es wahrlich in sich haben. Für mich ganz unerwartet ein absolutes Highlight, das ich leider viel zu spät entdeckt habe - dafür kann ich jetzt aber gleich schon mit der Fortsetzung weiterlesen.
Fazit: Origineller Horror-Thriller, der die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart aufhebt.

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Veröffentlicht am 10.03.2025

Daheim in einer fremden Welt

Lyneham
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Anfangs war ich etwas überfordert, was die vielen unbekannten Begriffe angeht, und es hat eine ganze Weile gedauert, mich auf Perm zurechtzufinden. Und auch dann noch blieben mir manche Details verborgen, ...

Anfangs war ich etwas überfordert, was die vielen unbekannten Begriffe angeht, und es hat eine ganze Weile gedauert, mich auf Perm zurechtzufinden. Und auch dann noch blieben mir manche Details verborgen, weil ich sie mir kaum vorstellen konnte - aber genau das macht auch den Reiz dieses Romans aus. Der Autor entwirft eine fantastische, unglaubliche, absolut andersartige Welt, die den Protagonisten viel abverlangt. Die Erzählweise auf zwei Zeitebenen - das "Jetzt" der Familie, erzählt aus der Sicht vom mittleren Sohn Henry, und das "Damals", erzählt von Henrys Mutter, die getrennt von ihrer Familie auf Perm gereist war, um das Leben auf diesem neuen Planeten für den Rest der Menschheit und vor allem ihre Familie vorzubereiten. Dabei läuft allerdings einiges aus dem Ruder, und über das ganze Buch zieht sich die Ungewissheit, wer richtig und wer falsch liegt - Henrys Mutter, die sich ganz auf die andersartigen Gegebenheiten des Perms einlässt oder Noah Rayser, der Leiter der Mission, der einen möglichst angepassten Planeten für Menschen schaffen möchte. Im Verlauf der Handlung werden Details offenbart, die immer wieder die Grenzen dessen verschieben, was man zu wissen scheint, und bis zum Ende war mir nicht klar, wie es ausgehen würde. Mit diesem Ende jedenfalls hatte ich nicht gerechnet, und obwohl ich ein wenig Zweifel hege, dass dies alles möglich sein soll, kann ich doch nicht umhin beeindruckt zu sein vom Einfallsreichtum und er Unglaublichkeit des Endergebnisses.
Fazit: dieses Buch schafft ganz großes Kino, das ich mir zu gerne auch wirklich einmal dort anschauen würde.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Kriminelle Tier- und Pflanzenwelt

True Crime in Nature
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Gleich vorweg: ich lese (außer Kochbüchern vielleicht) keine Sachbücher, weil ich diese normalerweise total öde finde. Und ich mag keine True Crime Geschichten. Trotzdem habe ich zu diesem Buch gefunden, ...

Gleich vorweg: ich lese (außer Kochbüchern vielleicht) keine Sachbücher, weil ich diese normalerweise total öde finde. Und ich mag keine True Crime Geschichten. Trotzdem habe ich zu diesem Buch gefunden, was wohl hauptsächlich am Cover liegen mag, das eine ziemlich grausame Episode aus dem Tierreich darstellt. Und das passt wiederum sehr gut, da ich ein Horror-Fan bin. Zudem hat mir der Comic-hafte Stil gefallen, der dem Ganzen ein bisschen die Härte nimmt. Und so habe ich tatsächlich ein Sachbuch und dann noch über True Crime gelesen - und war absolut begeistert! Nun ja, vielleicht ist begeistert das falsche Wort, sagen wir lieber: beeindruckt, schockiert, fasziniert ob der grausamen, aber gleichzeitig unglaublich einfallsreichen und cleveren Einfälle der Tier- und Pflanzenwelt, ihr Überleben zu sichern. Seien es Insekten, Kleintiere oder Pflanzen: ein jedes hat seine Nische gefunden oder passt sich so gut es geht an die Umgebung an. Ob durch Tarnung, Täuschung, Fallenstellen oder schiere Gewalt: die Natur hat es in sich. Da sieht man den Maulwurf mit ganz anderen Augen oder lernt den "echten" Sarlacc kennen - diese beiden Tiere haben sich mir ganz besonders eingeprägt. Die vielen verschiedenen Insekten, die hauptsächlich das Buch bevölkern, habe ich namentlich zwar zum großen Teil schon wieder vergessen, ihre ausgefeilten Tricks dagegen werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Das Buch ist in vielen kleinen Kapiteln oder Episoden und nicht nur gut verständlich sondern gleichzeitig noch äusserst unterhaltsam geschrieben und am besten häppchenweise zu konsumieren - am Stück wird es irgendwann anstrengend, die vielen Arten auseinanderzuhalten. Trotzdem konnte ich mich der Sogwirkung des Buches nicht entziehen und habe immer wieder zugegriffen. Kleine Kritikpunkte sind lediglich der Optik geschuldet: neben den genialen Comicbildern, die das Buch auflockern, hätte ich mir noch mehr Fotos gewünscht, um einen besseren Eindruck von den vorgestellten Viechern zu bekommen. Zudem hätte die Schrift gerne ein bisschen größer und augenfreundlicher ausfallen dürfen, aber das ist natürlich eine rein subjektive Beobachtung.
Fazit: so grausam und faszinierend kann Natur sein.

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Veröffentlicht am 24.02.2025

Absolut überzeugend

Lichterloh - Stadt unter Ruß
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Eine Geschichte über Schornsteinfeger? Das klang neu und interessant und hat mich letztlich dazu veranlasst, das Buch zu lesen. Die Geschichte hat mich dann auch sofort in ihren Bann gezogen, und ich bin ...

Eine Geschichte über Schornsteinfeger? Das klang neu und interessant und hat mich letztlich dazu veranlasst, das Buch zu lesen. Die Geschichte hat mich dann auch sofort in ihren Bann gezogen, und ich bin restlos begeistert und kann es gar nicht erwarten, die Fortsetzung zu lesen. Der Schreibstil ist etwas ganz besonderes, vor allem was die Namensgebung und den Weltenaufbau angeht. Dabei gefällt mir ganz besonders gut, dass die Namen Schöpfungen aus echten Wörtern sind und keine exotischen erfundenen Fantasy-Namen. So ist jeder Name ein echtes Wortbild, da man gleich einen bestimmten Eindruck von der Person oder Familie bekommt. Der Wiedererkennungswert ist zudem sehr hoch.
Die Geschichte selbst ist im Kern zwar nicht neu, aber im Gewand der Schornsteinfeger ganz neu und fesselnd. Cleo war mir sofort sympathisch in ihrer unerschrockenen und draufgängerischen Art, und vor allem in ihrer Schlagfertigkeit. Sowohl der Konflikt mit ihrer Schwester, der auf dem Schicksal der Familie fußt, als auch ihre Hilfsbereitschaft im Viertel und ihre Freundschaft zu Valentin machen Cleo sehr menschlich und sympathisch, auch wenn sie manchmal etwas ruppig auftritt. Besonders gefallen hat mir, wie sie ihren Mit-Azubis gegenübertritt, sich nichts gefallen lässt und sich ganz langsam Respekt verschafft. Aber ob das reicht, um eine echte Schornsteinfegerin zu werden?
Fazit: zu Recht ausgezeichnete fantastische Geschichte.

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