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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2025

Traurig gute Geschichte

Café Finito
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Das Café Finito ist nichts für Menschen, die mit dem Tod, der Trauer anderer Menschen und Krankheiten nicht gut zurecht kommen. Diese drei Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. ...

Das Café Finito ist nichts für Menschen, die mit dem Tod, der Trauer anderer Menschen und Krankheiten nicht gut zurecht kommen. Diese drei Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.

Die Autorin erzählt von verschiedenen Personen. Sie haben ihre Mutter, Freundin, Geliebte oder das ungeborene Kind verloren. In einzelnen Kapiteln taucht man in das Schicksal der einzelnen Personen ein. Man erfährt, welches Schicksal sie erfahren haben und wie sie damit zurecht kommen. Wie sie trauern und versuchen weiterzuleben. Im Café Finito kommen sie zusammen und tauschen sich aus. Nur so viel wie jeder kann und will.

Die Idee der Autorin fand ich gut. Sie hat die einzelnen Charaktere und ihre Situationen gut und vor allem sensibel beschrieben. Leider wurde es manchmal etwas zu langatmig, leicht zäh. Man braucht für dieses Buch etwas Muse, Ruhe und Zeit. Ich habe das Buch immer wieder weggelegt und die erzählte Geschichte sackenlassen. Es ist keine leichte, aber eine gute Geschichte.

Veröffentlicht am 24.03.2025

Skizzen des Südens

Skizzen des Südens
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Vor 140 Jahren wurden diese Erzählungen erstmalig veröffentlicht. Ich hatte eine etwas "verstaubte" Ausdrucksweise erwartet und wurde überrascht. Die Erzählungen lassen sich gut lesen und wirken modern ...

Vor 140 Jahren wurden diese Erzählungen erstmalig veröffentlicht. Ich hatte eine etwas "verstaubte" Ausdrucksweise erwartet und wurde überrascht. Die Erzählungen lassen sich gut lesen und wirken modern (bis auf manche Wörter, die heute nicht mehr verwendet werden).

In den Erzählungen stehen immer Frauen im Mittelpunkt. Die Autorin erzählt von ihren Ängsten, ihren Erfahrungen mit den verschiedenen Kulturen, ihre Suche nach ihrer Identität, aber auch ihren Mut und ihre Entschlossenheit. Die Autorin beschreibt sehr detailliert und genau, was sie sieht und wie sie die Beziehungen untereinander empfindet. Sie zeichnet ein klares Bild sowohl von den Menschen als auch von der Umgebung. In der Erzählung "Schwester St. Luke" spürt man die Ängste der jungen Ordensschwester vor der Freiheit. Sie, die ihr bisheriges Leben bis zu den Klostermauern gelebt hat, kämpft mit den vielen Eindrücken der "freien" Welt. Zu viele Herausforderungen lassen sie immer wieder straucheln, jedoch in der Not wird sie mutig und rettet, was sie bis dahin nur belächelt hat.

Mir haben die vielen detaillierten Beschreibungen gut gefallen. Das Tempo wird dadurch etwas langsamer, aber man taucht besser in die Zeit und deren Umstände ein. Wie ein roter Faden zieht sich eine Person durch alle drei Erzählungen.

Kerstin Ehmer hat ein interessantes Nachwort geschrieben. Aus meiner Sicht hilft es sehr, die Erzählungen besser einzuordnen. Die Geschichte von Florida wird von ihr noch einmal in der Kurzfassung erzählt. Dadurch konnte ich bestimmte Aussagen oder Zustandsbeschreibungen besser nachvollziehen.

Veröffentlicht am 17.02.2025

Spannend, aber zu viel

Unendlicher Friede
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Ein Therapeut, der sich in seine Patientin und in die Frau eines Anderen verliebt. Ein Psychiater, der Angst hat zu sterben, wenn sein Kind zur Welt kommt und ein Experiment, welches ethisch sehr fragwürdig ...

Ein Therapeut, der sich in seine Patientin und in die Frau eines Anderen verliebt. Ein Psychiater, der Angst hat zu sterben, wenn sein Kind zur Welt kommt und ein Experiment, welches ethisch sehr fragwürdig ist.

Die Ansätze fand ich gut, aber zu oberflächlich. Jedoch sorgten sie trotzdem für eine gewisse Spannung und Verwirrung. Bis zum Schluss konnte man sich nicht sicher sein, wer von den Charakteren nun lügt, wer wirklich erkrankt ist und wer wen manipuliert. Immer wieder rückte ein anderer Charakter in den Mittelpunkt, schien glaubhaft seinen Standpunkt zu erklären und doch ging am Ende vieles anders aus als gedacht.

Die Grundidee der Geschichte, die Manipulation des Gedächtnisses, ist gut und spannend, aber auch erschreckend. Der dargestellte Missbrauch der Behandlung zeigt auf, wie riskant diese Behandlungen sein könnten. Die Liebesgeschichte zwischen dem Therapeuten und seiner Patientin fand ich leider nicht sehr glaubhaft. Sie lenkte zudem von der eigentlichen Geschichte ab. Der Autor packte zu viele Themen in diese Geschichte. Aus meiner Sicht wäre hier "etwas weniger ist mehr" gut gewesen.

Veröffentlicht am 09.02.2025

Interessantes Sachbuch

Die heilende Kraft des Vagus
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Ich muss zugeben, dass ich bis zu diesem Buch nicht wusste, was der/ein Vagusnerv ist und welche Bedeutung er für unseren Körper hat.

Im ersten Teil führt der Autor den Lesenden in die Welt des Nervensystems ...

Ich muss zugeben, dass ich bis zu diesem Buch nicht wusste, was der/ein Vagusnerv ist und welche Bedeutung er für unseren Körper hat.

Im ersten Teil führt der Autor den Lesenden in die Welt des Nervensystems und die Kraft des Schlafes ein und belegt seine Angaben mit Quellen und Studien. Alle Angaben kann man am Ende des Buches nachlesen. Die Bilder sind (aus meiner Sicht) von nicht so guter Qualität, aber sie erfüllen ihren Zweck. Ein Laie wird sich nur schwer daraus Erkenntnisse ziehen können. Generell ist das Buch für einen Nichtwissenschaftler nicht so einfach zu lesen. Es werden sehr viele Fachbegriffe und Fremdwörter verwendet und nur zum Teil näher erklärt, so dass man doch (ab und an) an die Grenzen des Verständnisses stoßen kann.

Der zweite Teil, aus meiner Sicht, der „praktische“ Teil ist leichter zu lesen und verständlicher. Hier gibt der Autor Übungen und Hilfestellungen für den Lesenden, um den eigenen Vagusnerv zu beruhigen und zu stärken. Ich war überrascht, welche kleinen Stellschrauben man nur drehen muss, um dem Körper etwas Gutes zu tun. Viele Übungen wie z.B. Dankbarkeitsübung, inneres Lächeln, Atmenübungen kannte ich schon aus einem anderen Kontext und waren so für mich leicht nachzuvollziehen.

Insgesamt fand ich das Buch interessant und gerade die Übungen und die Erinnerung an die Notwendigkeit seinem Körper mehr Aufmerksamkeit zu geben, waren hilfreich.

Veröffentlicht am 13.12.2024

Schönes ruhiges Buch

Der Tag, an dem die Hummer wiederkamen
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Die neue Geschichte von Cilla und Rolf Börjlind ist diesmal kein Krimi, sondern eine Geschichte, die von sechs Freund:innen und Georg von Nichts handelt. Es geht um das Dorf Schattenseite und dem Leben, ...

Die neue Geschichte von Cilla und Rolf Börjlind ist diesmal kein Krimi, sondern eine Geschichte, die von sechs Freund:innen und Georg von Nichts handelt. Es geht um das Dorf Schattenseite und dem Leben, welches sehr ruhig und unaufgeregt abläuft und um die Freundschaft zwischen den sechs sehr unterschiedlichen und eigenwilligen Menschen. Doch eines Tages kommt Aufregung und Spannung in das Dorfleben. Märta bringt Georg von Nichts von ihrer Strandtour mit. Doch wer ist Georg von Nichts und was hat er in seinem Karton versteckt?

Die Geschichte drehte sich nur sehr langsam und nur um diese sieben Personen. Jeder Charaktere hatte seine Eigenheiten, die mich gut unterhalten und/oder nachdenklich gemacht haben. Die Autoren haben ihre Charaktere liebevoll beschrieben und erzählten nach und nach deren Lebensgeschichte. In jeder einzelnen Geschichte wurde Georg von Nichts integriert und so erfährt man ganz langsam von Georgs Schicksal. Der Karton spielte in dieser Geschichte eine recht große Rolle und sorgte immer wieder für Diskussionen unter den Freund:innen.

Es ist eine schöne und ruhige Geschichte. Ich mochte die Charaktere und ihre teilweise sehr speziellen Berufe und Gewohnheiten. Alle hatten ihre Sonnen- und Schattenseiten, aber alle waren auch ihren Mitmenschen zugewandt. Für mich war es eine entspannte und schöne Lektüre.