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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2025

Unterhaltsam und spannend

Dolce Vita Mortale
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Antonia erbt von ihrer verstorbenen Freundin eine Busreise in die Toskana. Das wahre Ausmaß dieser Reise wird ihr erst im Bus klar. Sie findet sich zwischen Senioren wieder, die über ihre Krankheiten reden, ...

Antonia erbt von ihrer verstorbenen Freundin eine Busreise in die Toskana. Das wahre Ausmaß dieser Reise wird ihr erst im Bus klar. Sie findet sich zwischen Senioren wieder, die über ihre Krankheiten reden, Profis in Sachen Busreise sind und ihre Sitzplätze mit Vehemenz verteidigen. Das Hotel kommt dann charmant und leicht baufällig herüber. Bereits am ersten Tag wird Reiseleiterin Tanja tot im Hotelpool gefunden und mehrere Wertgegenstände wurden gestohlen. Antonia beginnt mit den Senioren zu ermitteln und geht damit dem örtlichen Carabiniere Frederico gehörig auf die Nerven

Mit "Dolce Vita Mortale" von Marie Kärsting begleitet man die eher scheue Antonia auf ihrer Busreise in die Toskana. Auf herrlich humorvolle Art wird hier eine Busreise beschrieben, wie ich sie mir im wahren Leben vorstelle. Rüstige Senioren, die jeden Kniff einer Busreise kennen und mit Vehemenz für Ordnung sorgen. Hierdurch entstehen einige skurrile Szenen. Antonias Allergien und ihr Verzicht auf Fleisch machen die Lage für sie dabei auch nicht gerade besser. Dabei ist sie absolut sympathisch und ihre Entwicklung vom schüchternen Wesen zur Frau, die weiß, was sie will, ist hier hervorragend dargestellt. Bei diesem Krimi bekommt man ganz viel Urlaubsflair geboten, denn man nimmt an Ausflügen teil, findet sich in einer Pizzeria wieder und lernt Land und Leute kennen. Der Mordfall ist nicht überladen spannend, sondern punktet durch ruhige Ermittlungen.

Marie Kärsting hat hier eine Geschichte geschaffen, die einfach alles hat: Spannung, Urlaubsfeeling und auch ein wenig Liebe ist hier im Spiel!

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Perfekter Abschluß

Teufels Tanz
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In Wien wird ein 80jähriger unweit des letzten Straßenstriches ermordet. Obwohl der Täter schnell gefunden wurde geht das Morden weiter. Nun hat Fina Plank es mit mehreren Morden an betagten Männern zu ...

In Wien wird ein 80jähriger unweit des letzten Straßenstriches ermordet. Obwohl der Täter schnell gefunden wurde geht das Morden weiter. Nun hat Fina Plank es mit mehreren Morden an betagten Männern zu tun. Fina ist fest davon überzeugt, daß die Männer irgendeine Gemeinsamkeit hatten. Nur welche?

"Teufels Tanz" ist der Abschluß der Trilogie rund um Fina Plank. Ursula Poznanski spart auch hier nicht mit Spannung. Sie läßt Fina in verschiedenen Richtungen ermitteln, so daß man als Leser viele Fährten verfolgt, welche sich immer wieder als falsch herausstellen. Hier hat man wirklich bis zum überraschenden Ende keine Ahnung, wer nun hinter den Morden steckt. Die Autorin streut immer wieder Hinweise ein, die die Spannung natürlich erhöhen und dabei zum stetigen Lesen veranlassen. Denn: Man kann sich diesem Buch einfach nicht entziehen. Fina als Hauptcharaktere ist einfach sympathisch. Ihr Privatleben ist turbulent und mit Problemen behaftet, was aber den Kriminalfall nicht stört. Im Gegenteil - sie wirkt dadurch realistisch und glaubwürdig. Ursula Poznanski schreibt auch hier wieder sehr lebendig und bildhaft, so daß man fast einen Film vor Augen ablaufen hat. Geschickt flicht sie immer wieder Kapitel aus der Perspektive des Mörders ein, durch die man von seinen als nächstes geplanten Taten erfährt. Dadurch steigt die Neugierde auf das weitere Geschehen. Dies ist nun der Abschluß der Trilogie, den ich ebenfalls sehr empfehlen kann. Allerdings sollte man die Bücher wirklich in Reihenfolge lesen!

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Superspannend

Kummersee
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Vor 30 Jahren lebte Lena mit ihren Eltern und ihrem Bruder Tom in Horlow. Verbotenerweise gingen Lena und Tom im abgesperrten Kummersee schwimmen. Um diesen See ranken sich viele gruselige Legenden. Und ...

Vor 30 Jahren lebte Lena mit ihren Eltern und ihrem Bruder Tom in Horlow. Verbotenerweise gingen Lena und Tom im abgesperrten Kummersee schwimmen. Um diesen See ranken sich viele gruselige Legenden. Und auch Tom wird Opfer des Sees, Lena meint, sie wurden von einem Monster angegriffen. Nun kehrt Lena als Polizistin zurück nach Horlow. Ihre Aufgabe ist es, ein Vermesserteam zu beschützen, das den Kummersee als Endlager prüfen soll. Dies sorgt für Unruhen in Horlow. Als ein Vermesser grausam ums Leben kommt, ist für Lena klar, daß im See etwas unvorstellbares lebt und will dem Geheimnis auf die Spur kommen.

"Kummersee" ist das Debüt von Iver Niklas Schwarz. Und das ist voll gelungen. Die Handlung beginnt spannend und hält dies bis zum Schluß. Immer wieder gibt es Einschübe, die das Geschehen in der Vergangenheit erzählen. Sowohl Vergangenheit, als auch Gegenwart sind spannend und lassen den Leser nicht mehr los. Das Geschehen rund um den Kummersee ist voller Geheimnisse und sehr mysteriös. Zum Teil habe ich mich hier an "Akte X" erinnert gefühlt, was ich sehr mochte. Aber man bekommt hier nicht nur geheimnisvolles geboten, sondern noch dazu einen Krimi mit Ökothrillerelementen. Eine sehr gelungene Mischung! Der Autor hat einen sehr bildhaften Schreibstil, man kann sich alles sehr detailliert vorstellen. Auch liest sich der Text wunderbar leicht, so daß man nur so durch die Seiten fliegt. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und wirken authentisch. Man spürt die Ablehnung der Dorfbewohner förmlich aus den Seiten kriechen und fühlt mit dem Vermesserteam und Lena. Die Handlung endet in einem actionreichen Showdown, was mir etwas zu heftig war. Hier wurde Lena zur unglaubwürdigen Überheldin, was ich sehr schade für das ansonsten absolut gelungene Buch fand!

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Fiese Verbrechen in traumhafter Landschaft

Tödliches Gebet
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Als vor einigen Jahren Commissaire Louis Campanard vollkommen verzweifelt am Tiefpunkt seines Lebens angekommen war, hat ihm ein Mönch vom Kloster Senanque neuen Lebensmut gegeben. Seitdem nennt er Bruder ...

Als vor einigen Jahren Commissaire Louis Campanard vollkommen verzweifelt am Tiefpunkt seines Lebens angekommen war, hat ihm ein Mönch vom Kloster Senanque neuen Lebensmut gegeben. Seitdem nennt er Bruder Bernard seinen Freund. Als es nun im Kloster zu einigen unheimlichen Vorfällen kommt und sogar ein Mönch spurlos verschwindet, ist es für Campanard selbstverständlich, daß er Bruder Bernard und den anderen Mönchen zur Seite steht. Doch bevor es zu einem Treffen mit seinem Freund kommt, stirbt der bei einem Autounfall. Campanard glaubt nicht an einen Unfall. Deshalb greift er zu einer selbst für ihn außergewöhnlichen Ermittlungsmethode: Er schleust sich als neuer Mönch in die Klostergemeinschaft ein. Sein Team soll von außen ermitteln. Sie ahnen allerdings nicht, daß sie es mit einer gefährlichen Verbrecherbande zu tun haben und jeder von ihnen sein Leben aufs Spiel setzt.

René Anour läßt in seinem Krimi "Tödliches Gebet" seinen etwas ungewöhnlichen Commissaire Louis Campanard den zweiten Fall aufklären. Nicht nur der Commissaire ist etwas unkonventionell, auch sein Team hat seine Eigenarten. Die Krimiserie lebt aber davon, daß die Geheimnisse der drei Hauotfiguren immer nur angedeutet werden. Außer bei Linda ist es noch nicht wirklich klar, was ihnen in der Vergangenheit passiert ist. Das erhöht die Spannung noch zusätzlich zum eigentlichen Verbrechen. Aber auch dies ist wieder enorm spannend. Durch sehr raffinierte Wendungen in der Handlung wird man oft auf die falsche Spur gelenkt. Die Lösung des Falles endet in einem furiosen Finale.

Dieser Krimi ist wirklich spannend bis zum Schluß!

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Ein Stück Vergangenheitsbewältigung

Die Schwestern von Krakau
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Als Simon Mercier im Jahr 2016 in Paris stirbt, hinterlässt er seiner Tochter Edith ein ungelöstes Rätsel. Er hat herausgefunden, daß er im Jahr 1942 von der Familie Mercier angenommen wurde. Sein Vater ...

Als Simon Mercier im Jahr 2016 in Paris stirbt, hinterlässt er seiner Tochter Edith ein ungelöstes Rätsel. Er hat herausgefunden, daß er im Jahr 1942 von der Familie Mercier angenommen wurde. Sein Vater war Jude und verschwand während der furchtbaren Tage im Juli 1942. Doch was geschah mit seiner Mutter Helene? Das konnte Simon nicht mehr aufklären. Edith beschließt, die Spuren weiter zu verfolgen. Deshalb sucht sie ihre Großcousine Tatjana. Sie findet sie in der Nähe von Stuttgart. Beide Frauen stoßen bei ihrer Recherche auf eine Mauer des Schweigens, doch dann stellen sie fest, daß die Wurzeln ihrer Familie in Krakau liegen. Sie stellen sich die Frage, was Tatjanas Großmutter Lilo und deren Schwester Helene im von den Deutschen besetzten Polen erlebt haben. Alle Spuren führen zu einer Apotheke in Krakau, die in der Besatzungszeit ein Treffpunkt für Widerstandskämpfer war. Erst als Tatjana nach Krakau fährt, kann sie viele offene Fragen beantworten. Was sie herausfindet, ist für die Familie verstörend, aber auch tröstlich.

Der Roman "Die Schwestern von Krakau" ist eine bewegende Familiengeschichte, die das Leben von mehreren Generationen beeinflusst. Die Geschehnisse um 1940 werden in der Familie schön geredet oder gar total verschwiegen. Das führt dazu, daß sich die Menschen entfremden. Die Autorin Bettina Storks beschreibt die Gefühle mit viel Herzenswärme. Die Zweifel an der Rechtschaffenheit der Großeltern und Urgroßeltern sind sehr gut nachvollziehbar. Es gelingt Bettina Storks, das grausame Schicksal der Juden in einer sehr zu Herzen gehenden Weise zu beschreiben. Sie macht dem Leser die Menschen sichtbar. Obwohl dieses Buch sehr umfangreich ist, habe ich es in kurzer Zeit gelesen, denn die Geschichte ist spannend geschrieben. Die Spurensuche erweist sich als schwieriger als von den Hauptpersonen gedacht und bringt auch einige Überraschungen ans Licht. Dieses Buch beschreibt einen Teil der deutschen Geschichte auf eine ganz besondere Art und Weise. Es zeigt, daß die Vergangenheit die nachfolgenden Generationen prägen kann.

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