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MarieausE

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.06.2025

Sommer-Road-Trip voller Erkenntnisse

Tage wie Salzwasser
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Atlanta ist schwanger, der Freund weg und sie auf der Suche nach Antworten.
Dann gibt es da auch Enza, die Mutter schwer krank und fordernd "Kind, besuche die italienische Verwandschaft".

Atlanta und ...

Atlanta ist schwanger, der Freund weg und sie auf der Suche nach Antworten.
Dann gibt es da auch Enza, die Mutter schwer krank und fordernd "Kind, besuche die italienische Verwandschaft".

Atlanta und Enza treffen zufällig aufeinander und begeben sich auf einen Road-Trip der anderen Art. Erst Freiburg, dann Marseille und dann über Barcelona nach Silzilien.
Sie sind sich weder ähnlich noch einig und doch entwickelt sich da etwas. Unterwegs treffen sie auf viele Menschen, die ihnen wohlgesonnen sind. Und auch welche, die das gar nicht sind.

Das Cover hat mich dazu verleiten lassen, eine leichte Sommerlektüre zu haben, mit viel Meer, Schwimmbad oder Badesee und einen Roadtrip mit einem Hauch Abenteuer.
Dem ist aber nicht so. Beide Charaktere haben einen riesigen Rucksack auf ihren Schultern und damit meine ich nicht ihr Reisegepäck, das ist nämlich klein und übersichtlich.
Mir war das manchmal ein wenig zu viel des Guten. Es wurden so, so viele schwere Themen mit hineingepackt, puh.
Und dann war da aber auch die Annäherung der beiden Frauen, das Aufeinander-Achtgeben, die Entwicklung während des Roadtrips, die mir wiederum sehr gut gefallen hat.
Die Auflösung einerseits sehr stimmig, andererseits aber auch hoppladihopp.

Nichtsdestotrotz: ein Buch das ich gerne gelesen habe. Mit kleinen Schwächen, aber insgesamt eine schöne Sommerlektüre mit Anspruch.

Veröffentlicht am 29.05.2025

Von Bücherliebe, Freundschaft, Liebe und der Sehnsucht nach einem Salamibrot

Die geheime Sehnsucht der Bücher
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Ich kenne die Vorgängerbände um Monsieur Perdu nicht und bin einfach so auf das Bücherschiff Lulu in Paris zugestiegen.
Wahrscheinlich macht es das Lesen noch ein wenig heimeliger, wenn man die Figuren ...

Ich kenne die Vorgängerbände um Monsieur Perdu nicht und bin einfach so auf das Bücherschiff Lulu in Paris zugestiegen.
Wahrscheinlich macht es das Lesen noch ein wenig heimeliger, wenn man die Figuren und ihre Vorgeschichte schon kennt - ich hatte aber niemals das Gefühl, dass mir Vorwissen fehlt. Man kann das Buch definitiv unabhängig von den anderen Bänden lesen.

Es geht um Monsieur Perdu, der eine Buchapotheke auf einem Schiff betreibt, das in Paris angelegt hat.
Buchapotheke? Ja, genau. Denn Perdu und seine Freund*innen sind überzeugt davon, dass Bücher heilen können. Es gibt sogar einen mobilen Dienst, der die dringend benötigten "Medikamente" an die Kundschaft ausliefert.

Das Buch ist ein ganz besonderes Buch, definitiv nichts für ein schnelles dahinlesen. Man braucht immer wieder Pausen, muss es sacken lassen.
Es treffen die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander, die alle ihren Rucksack des Lebens auf dem Rücken geschultert haben und sind sie noch so jung.
Es gibt Kinder und Heranwachsende und Erwachsene und sie alle dürfen wir ein Stückchen begleiten.
Das Buch bekam viel hineingepackt - viele Schicksale, viel Verlust, aber auch viel Freundschaft, Freude und Liebe. Und die unbändige Liebe zu Büchern samt der Kraft, die man aus Lesen schöpfen kann.
Dazu gibt es durchaus politische Statements im Kontext Bücher - sehr fein gemacht.
Getoppt wird es durch unzählige Weisheiten. Quasi Kalendersprüche, wenn ich es zugespitzt formuliere. Die sind so zahlreich, dass man eigentlich ein kleines Notizbuch beim Lesen braucht, damit man alle notieren kann (wenn man dafür anfällig ist).

Zuerst habe ich das Buch sehr genossen, aber irgendwann wurde mir das alles zu viel. Die sehr jungen Charaktere, die sich so gar nicht altersgemäß verhalten haben. Die krassen Schicksale, die sich dann alle irgendwie in Wohlgefallen aufgelöst haben und die unzähligen Sprüche.
Es ist ein wenig so wie mit Plätzchenbacken im Advent gewesen. Ich habe mich mit voller Begeisterung hineingestürzt und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Aber irgendwann konnte ich all das Süße immer nicht mehr sehen und habe mich nur noch nach einem Salamibrot gesehnt, Kennt ihr das? So ging es mir hier auch.

Veröffentlicht am 14.05.2025

Optisch wunderschön und echt spannend

Ganz aus Splittern
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Chrissy ist 16 und lebt mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater Marcel in einem "Problemkiez". Sie will ein besseres Leben und hofft, dass sie mit einem guten Abitur eine Chance darauf hat. Und wie durch ...

Chrissy ist 16 und lebt mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater Marcel in einem "Problemkiez". Sie will ein besseres Leben und hofft, dass sie mit einem guten Abitur eine Chance darauf hat. Und wie durch ein Wunder öffnet sich eine Tür. Das "gute" Nachbargymnasium mit bestem Ruf nimmt an einer Studie teil und bietet ihr einen Schulwechsel an.

Ich war sehr gespannt auf das Buch, weil die Autorin gerade einmal 18 Jahre alt ist.
Das Teenie-Leben unter ganz schwierigen Umständen hat sie richtig gut beschrieben, ich habe sofort einen Draht zu Chrissy und ihren Freund*innen gefunden und auch das Lernen an der Gesamtschule im sozial schwierigen Umfeld fand ich sehr authentisch geschildert. Der Freundeskreis Chrissys ist richtig sympathisch und zwar speziell, aber umso liebenswerter. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen.

Im letzten Viertel hatte das Buch dann jedoch für mich deutliche Schwächen. Die Entwicklung war mit "too much". Das Buch wird ab 14 Jahre empfohlen und hier hat sich dann die Handlung so entwickelt, dass ich sie für 14-Jährige nicht empfehlen würde. Aus meine Sicht hätte es die extreme Zuspitzung auch gar nicht gebraucht, das Buch wäre mit etwas weniger Dramatik und Brutalität nicht minder spannend. Auch die Entwicklung einer der Hauptcharaktere fand ich dann unglaubwürdig.

Nichtsdestotrotz war es insgesamt eine spannende Lektüre, die ich aber eher ab 16 Jahre empfehlen würde.

Veröffentlicht am 12.04.2025

Band Vier ist eigentlich Band Eins

Verlassen
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chon Band Vier der Reihe „Mörderisches Island“. Allerdings ist dieser Band quasi der Opener, das habe ich erst auf den letzten Seiten kapiert, er spielt vor den anderen Bänden und das Ermittlungsteam, ...

chon Band Vier der Reihe „Mörderisches Island“. Allerdings ist dieser Band quasi der Opener, das habe ich erst auf den letzten Seiten kapiert, er spielt vor den anderen Bänden und das Ermittlungsteam, das mir Stück für Stück in Band Eins bis Drei ans Herz gewachsen ist, existiert so noch gar nicht.
Man kann das Buch völlig unabhängig lesen, hier sind noch keinerlei Charaktere der Vorgängerbände eingeführt.

Hier dominiert der Fall an sich.
Es geht um einen reichen Familienclan, die Großfamilie trifft sich in einem hipster Hotel anlässlich des Geburtstages des Familienpatriarchen. Was ein wenig skurril ist, weil dieser schon verstorben ist.
Die Familie ist speziell und von Beginn an ist eine düstere Stimmung, die beim Lesen auch ganz stark bei mir ankam.
Der Alkohol fließt in Strömen und so wirklich bei Sinnen ist bald niemand mehr. Dann verschwindet ein Gast.

Der Spannungsbogen ist ununterbrochen da, ebenso dieses unbehaglich Gefühl. Auch die Landschafts- und Hotelbeschreibung hat es mir leicht gemacht, alles bildlich vor mir zu sehen.

Etwas anstrengend fand ich die vielen Personen, die mitmischen. Es gab zwar ein Personenregister, aber das nimmt etwas vom Lesefluss, wenn man immer blättern muss oder grübeln.

Ansonsten aber gute Unterhaltung und das Ermittlerteam der Vorgängerbände habe ich seltsamerweise gar nicht vermisst.

Veröffentlicht am 01.04.2025

Liebesgeschichte, Krimi und Naturkulisse

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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Middletide wird ganz oft mit "Der Gesang der Flusskrebse" verglichen.
Wohl, weil das Setting so ähnlich ist. Es geht um atemberaubend schöne Naturbeschreibungen, um Außenseiter, die abgeschieden leben, ...

Middletide wird ganz oft mit "Der Gesang der Flusskrebse" verglichen.
Wohl, weil das Setting so ähnlich ist. Es geht um atemberaubend schöne Naturbeschreibungen, um Außenseiter, die abgeschieden leben, um einen Kriminalfall und eine Liebesgeschichte. Aber trotzdem habe ich hier keine großen Parallelen gesehen, für mich war es kein müder Abklatsch.

Ich fand das Buch sowohl spannend als auch berührend. Elijah, um den es hier geht, hat seiner Heimat länger den Rücken zugekehrt und sein Glück in der Großstadt gesucht. Er war wild entschlossen, ein berühmter Buchautor zu werden. Daraus wurde jedoch nichts, so dass er zurück in das Haus seiner inzwischen verstorbenen Eltern kehrte.
Zurückgelassen hat er damals auch seine große Jugendliebe, aber seine Hoffnung, wieder an alte Zeiten anknüpfen zu können, wird so nicht erfüllt.
Es geht um Verlust, einfaches Leben in Einklang mit der Natur, um Schuld, Verzweiflung, Liebe und das Zusammenspiel fand ich sehr gelungen. Einerseits hat mich der Kriminalfall total gefesselt, andererseits mochte ich die Naturschilderungen so sehr.
Es geht um große Emotionen und um Fehler - viele Fehler. Obwohl so viele Themen vorkommen, hat das Buch seinen roten Faden.

Fast wären es die vollen fünf Sterne geworden, zwei Punkte haben mich dann aber doch gestört.
Das Buch hüpft mittels Rückblenden in verschiedenen Zeitebenen. Diese sind zwar im jeweiligen Kapitel immer als Überschrift angegeben, nichtsdestotrotz haben mich die ständigen Sprünge beim Lesen sehr gefordert, ehrlich gesagt auch überfordert.
Normalerweise komme ich damit gut klar, hier war es mir zu viel.
Zweiter Kritikpunkt: im Buch gibt es ein fiktives indigenes Volk und das hat mir beständiges Bauchgrummeln beim Lesen bereitet. Warum erfindet man ein indigenes Volk? Zumal es für die Handlung auch keinen Mehrwert hat? Das hat sich für mich ungut angefühlt.

Ansonsten habe ich das Buch jedoch sehr genossen!