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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2025

Ein turbulentes Schulabenteuer

Mein Lotta-Leben (21). Sei kein Trottel, Axolotl
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Auch im 21. Band bleibt sich die Reihe treu: überdreht, lebensnah und mit einer großen Portion Freundschaft im Gepäck.

Lotta und Cheyenne stolpern diesmal nicht nur durch den Schulalltag, sondern auch ...

Auch im 21. Band bleibt sich die Reihe treu: überdreht, lebensnah und mit einer großen Portion Freundschaft im Gepäck.

Lotta und Cheyenne stolpern diesmal nicht nur durch den Schulalltag, sondern auch in die Tiefen investigativer Recherchen – oder was sie dafür halten. Die Sache mit der Schülerzeitung beginnt harmlos, entwickelt sich aber schnell zur Mission mit wilden Verdächtigungen und verdeckten Operationen, und endet in einer peinlichen Klassenkonferenz.

Die Handlung ist leichtfüßig. Gerade das Wechselspiel zwischen überdrehtem Humor und ehrlichen Gedanken macht den Reiz aus. Lotta denkt viel, manchmal wirr, oft klug – aber immer aus der Perspektive eines Mädchens, das versucht, Schule, Eltern, Freunde und sich selbst irgendwie unter einen Hut zu bringen. Cheyenne sorgt wie immer für Chaos mit Herz und Witz, Rémi für Verwirrung, und Frau Kackert… nun ja, sie überrascht einen dann doch ein bisschen.

Typisch für die Reihe ist der bunte Mix aus Schriftarten, Pfeilen, Skizzen und Sprechblasen. Das ist viel – vielleicht sogar zu viel, wenn man es nicht gewohnt ist – aber genau das bringt die Lotta-Reihe so nah an die Zielgruppe. Der Comicstil nimmt die Angst vorm Lesen, lädt zum Durchblättern ein und hält selbst Leseanfänger bei Laune.

„Sei kein Trottel, Axolotl“ ist kein stilles Buch. Es ist laut, wild, direkt. Und gleichzeitig schafft es kleine Momente, in denen man merkt: Hier geht’s um mehr als um Quatsch. Um Freundschaft, Unsicherheit, um das Gefühl, manchmal nicht weiterzuwissen und dann doch weiterzumachen.

Wer Lotta kennt, wird sich sofort heimisch fühlen. Wer sie neu kennenlernt, bekommt einen Einstieg, der genau das liefert, was viele Kinder mögen: Tempo, Humor und das Gefühl, verstanden zu werden.

Ein riesengroßes Dankeschön von meiner Lesegruppe, die sich wirklich sehr über das Rezensionsexemplar gefreut hat. Lotta und Axolotl sind nun Teil der Leseecke – wenn sie nicht gerade wieder ausgeliehen sind.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Zwischen Wolken, Wünschen und Wirklichkeit

Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche
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“Artemis” ist kein typisches Kinderbuch, und das im besten Sinne. Die Geschichte entfaltet sich aus einer realistischen Ausgangssituation und wechselt dann überraschend in eine fantastische Welt über den ...

“Artemis” ist kein typisches Kinderbuch, und das im besten Sinne. Die Geschichte entfaltet sich aus einer realistischen Ausgangssituation und wechselt dann überraschend in eine fantastische Welt über den Wolken. Dort begegnet man einer Crew aus Kindern mit besonderen Fähigkeiten, einem schwebenden Schiff und einer Bedrohung, die größer ist, als es zunächst scheint.

Was das Buch auszeichnet, ist seine originelle Idee: eine Hauptfigur, deren vermeintliche Schwäche – ihre Leidenschaft fürs Zeichnen – in einer neuen Welt zur besonderen Stärke wird. Das ist nicht nur eine gelungene Wendung, sondern auch eine kluge Botschaft für junge Leser:innen, die sich mit eigenen Unsicherheiten identifizieren können.

Die fantastische Welt, in der sich Artemis plötzlich wiederfindet, ist kreativ und atmosphärisch beschrieben. Besonders das Schiff und die Idee des Meers der Wünsche wirken durchdacht, ohne mit fantastischen Elementen überfrachtet zu sein. Manche Elemente hätte man sich natürlich etwas ausführlicher gewünscht. Zum Beispiel einige Nebenfiguren und Konflikte bleiben eher angedeutet als vollständig entwickelt. Gerade an diesen Stellen merkt man, dass es sich um einen Einzelband handelt. Der Fokus liegt stark auf Artemis, wodurch ihre Entwicklung überzeugend gelingt, andere Aspekte aber etwas in den Hintergrund rücken.

Stilistisch ist das Buch gut lesbar, mit einer Sprache, die für die Zielgruppe gut geeignet ist. Einige Formulierungen wirken zwar leicht gestelzt oder ungewohnt, bremsen den Lesefluss jedoch nicht.

Positiv hervorzuheben ist auch das Ende: Es bietet einen runden Abschluss, bleibt dabei aber glaubwürdig und verzichtet auf eine zu einfache Lösung. Kleine Rückschläge und Zweifel gehören dazu – das vermittelt das Buch auf ruhige, einfühlsame Weise.

„Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche“ bietet eine spannende Geschichte über Mut, Selbstvertrauen und die Kraft der Fantasie, ohne dabei in gängige Klischees zu verfallen. Für Kinder ab etwa zehn Jahren ist es eine schöne Möglichkeit, in eine originelle, abgeschlossene Fantasywelt einzutauchen. Ideal für alle, die keine langen Reihen lesen wollen, aber trotzdem das große Abenteuer suchen.

Vielen lieben Dank an den cbj Verlag. Es war eine wundervolle Reise über das Meer der Wünsche.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Wenn’s Egaal nicht mehr egal ist

Egal, sagt Aal
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Manchmal wäre es doch herrlich, sich einfach um nichts zu scheren. Aal, der unkonventionelle Held in diesem Bilderbuch lebt genau nach diesem Motto. Zumindest so lange, bis das Leben ihm eine kleine, aber ...

Manchmal wäre es doch herrlich, sich einfach um nichts zu scheren. Aal, der unkonventionelle Held in diesem Bilderbuch lebt genau nach diesem Motto. Zumindest so lange, bis das Leben ihm eine kleine, aber entscheidende Lektion erteilt.

Schon auf den ersten Seiten wird klar: Aal ist anders. Mit stoischer Gelassenheit lässt er die Sticheleien der Stichlinge an sich abprallen, begegnet Zweiflern mit Gleichgültigkeit und trotzt den Regeln der Forellen mit einem überlegenen Lächeln. Sein Selbstbewusstsein wirkt dabei erfrischend und inspirierend. Ein wunderbares Vorbild für kleine (und große) Leser:innen, die sich vielleicht allzu oft Sorgen darüber machen, was andere von ihnen halten. Doch das Buch bleibt nicht nur bei der Botschaft, dass man sich selbst treu bleiben sollte. Die Geschichte zeigt auf humorvolle Weise, dass ‘egal‘ nicht immer die beste Antwort ist, vor allem dann nicht, wenn es um die Gefühle anderer geht.

Besonders gelungen ist die Wendung, als Fred Flusskrebs auftaucht. Er ist der erste, der Aal nicht belehren oder kritisieren will. Und doch bringt er ihn ins Grübeln. Denn was, wenn es eben nicht ‘egal‘ ist, wie sich andere fühlen? Dieser Moment verleiht der Geschichte eine angenehme Tiefe, ohne belehrend zu wirken. Kinder erleben mit Aal, wie sich Selbstbestimmung und Empathie nicht gegenseitig ausschließen, sondern wunderbar ergänzen können.

Die Sprache ist lebendig und voller Witz. Kurze, prägnante Sätze machen die Geschichte leicht verständlich und dennoch pointiert. Die Dialoge sprühen vor Charme und die Tiere im Teich haben alle ihren ganz eigenen Charakter. Gerade das macht sie so einprägsam. Sie sind nicht nur Statisten, sondern kleine Persönlichkeiten, die Aal auf seiner Reise begleiten und ihn herausfordern.

Ein weiteres Highlight sind die Illustrationen. Sie fangen nicht nur die Unterwasserwelt wunderschön ein, sondern spiegeln auch perfekt Aals unbekümmertes Wesen wider. Die Farben sind kräftig, die Figuren ausdrucksstark und es gibt viele kleine Details zu entdecken, die das Vorlesen und gemeinsame Betrachten zu einem Vergnügen machen.

‘Egal, sagt Aal‘ ist ein Bilderbuch, das mehr bietet als eine einfache Botschaft. Es zeigt Kindern und Eltern, wie wichtig es ist, sich selbst zu lieben, aber auch, dass echtes Miteinander Empathie erfordert. Ein Buch, das zum Lachen, Nachdenken und immer wieder Lesen einlädt – und vielleicht sogar dazu inspiriert, das ‘Egal‘ in manchen Momenten über Bord zu werfen.

Ein von Herzen kommendes Dankeschön an CalmeMara und Vorablesen für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 01.04.2025

Ein Bilderbuch über Leben, Abschied und das Weitergehen

Igel, Opa und ich
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Mit „Igel, Opa und ich“ erzählt Martin Klein eine einfühlsame Geschichte über die Vergänglichkeit des Lebens, über Fürsorge und den Wandel der Jahreszeiten. Das Buch begleitet einen Jungen und seinen Großvater, ...

Mit „Igel, Opa und ich“ erzählt Martin Klein eine einfühlsame Geschichte über die Vergänglichkeit des Lebens, über Fürsorge und den Wandel der Jahreszeiten. Das Buch begleitet einen Jungen und seinen Großvater, die sich um einen kleinen, geschwächten Igel kümmern. Sie bauen ihm ein Häuschen, füttern ihn und lesen ihm vor. Sie erleben einen Sommer voller gemeinsamer Momente, die in lebendigen Bildern eingefangen werden. Doch mit dem Herbst kommt auch die Veränderung: Der Igel muss sich auf den Winterschlaf vorbereiten und für die beiden Menschen beginnt ein neuer Abschnitt.

Die Geschichte wird in einer ruhigen, fast nostalgischen Erzählweise präsentiert. Besonders die Schilderung des Gartens ist gelungen. Es ist ein Ort voller Leben, Farben und Geborgenheit. Hier ist nicht nur die Natur ein wichtiger Bestandteil der Erzählung, sondern auch die Beziehung zwischen Enkel und Großvater. Die warme, vertraute Atmosphäre zieht sich durch das gesamte Buch und macht die Bindung zwischen den Figuren spürbar.

Ein zentrales Thema des Buches ist der Abschied. Während der Igel zunächst nur in den Winterschlaf geht, wird schnell klar, dass die Geschichte noch eine tiefere Ebene hat. Als der Frühling kommt, erwacht Herr Igel nicht mehr – und der Junge und sein Opa begraben ihn. Damit endet jedoch die Geschichte nicht. In den letzten Seiten zeigt sich ein erzählerischer Bruch: Der Enkel schaukelt allein und nascht heimlich Süßigkeiten im Heckenversteck. Hier bleibt die Erzählung bewusst offen. Ist der Opa noch da oder ist auch er gegangen? Das Buch gibt darauf keine klare Antwort, sondern überlässt es den Lesenden, ihre eigene Interpretation zu finden.

Die Illustrationen von Tobias Krejtschi tragen viel zur Stimmung des Buches bei. Die kräftigen Grün- und Erdtöne verleihen dem Garten eine natürliche, warme Ausstrahlung. Besonders schön ist, wie die Bilder den Lauf der Jahreszeiten widerspiegeln, vom lebendigen Sommer bis zum stillen Herbst.

„Igel, Opa und ich“ ist ein poetisches und vielschichtiges Bilderbuch, das Kinder sanft an das Thema Vergänglichkeit heranführt. Es zeigt, dass der Abschied von einem geliebten Wesen traurig sein kann, aber auch, dass das Leben weitergeht mit neuen Geschichten, neuen Erinnerungen und der Gewissheit, dass das Vergangene immer ein Teil von uns bleibt.

Vielen lieben Dank an den Tulipan Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Mit kleinen Wundern durch den Tag und die Nacht

Meine Funkelnacht / Mein Wundertag – Ein Wendebuch zum Mitmachen
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Bilderbücher, die Kindern Geborgenheit schenken und sie auf liebevolle Weise durch den Tag und in die Nacht begleiten, finde ich besonders wertvoll. Genau das gelingt diesem Wendebuch. Meine Funkelnacht ...

Bilderbücher, die Kindern Geborgenheit schenken und sie auf liebevolle Weise durch den Tag und in die Nacht begleiten, finde ich besonders wertvoll. Genau das gelingt diesem Wendebuch. Meine Funkelnacht / Mein Wundertag von Marie Voigt lädt Kinder ein, Tag und Nacht auf neue Weise zu entdecken. Das Besondere daran ist, dass man von beiden Seiten ins Buch einsteigen kann. Entweder beginnt man mit dem Tag oder mit der Nacht.

Der Tag-Teil, Mein Wundertag, steckt voller positiver Impulse. Es geht darum, den Tag mit Freude zu begrüßen, neugierig auf Erlebnisse zu sein und kleine Wunder im Alltag zu entdecken. Durch die direkte Ansprache werden Kinder ermutigt, sich selbstbewusst auf ihren Tag einzulassen. Die Illustrationen sind warm und freundlich, strahlen Leichtigkeit aus und laden zum Betrachten ein. Besonders gelungen sind die spielerischen Elemente, kleine Mitmach-Aufgaben, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen.

Am Abend dreht sich in Meine Funkelnacht dann alles ums Einschlafen und das Verarbeiten des Tages. Hier wird sanft zur Ruhe geführt, die Traumwelt öffnet sich und das Kind kann sich fallen lassen. Die Illustrationen wechseln zu dunkleren, aber ebenso weichen und verträumten Tönen. Eine schöne Idee sind auch hier wieder die interaktiven Elemente, die Kinder zum Reflektieren anregen. Zum Beispiel durch Fragen zum vergangenen Tag. Das hilft vielen, Erlebnisse loszulassen und entspannt in den Schlaf zu finden.

Das Buch ist für Kinder ab vier Jahren empfohlen, wobei ich denke, dass es auch für etwas Jüngere funktioniert. Gerade die beruhigenden Elemente am Abend sind schon für Dreijährige schön. Ältere Kinder profitieren besonders von den stärkenden Botschaften. Ein Wendebuch ist außerdem eine tolle Möglichkeit, feste Rituale zu etablieren, sei es als Start in den Tag oder als Abendroutine.

Meine Funkelnacht / Mein Wundertag ist weniger eine klassische Einschlafgeschichte, es ist mehr ein liebevoller Begleiter für den Alltag und die Nacht. Perfekt für alle, die ihre Kinder mit kleinen Ritualen und einer Extraportion Geborgenheit begleiten möchten.

Ein liebevolles Dankeschön an Penguin Junior für das Rezensionsexemplar!

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