Die Autorin Julia Schoch geht in ihrem neusten Buch "Das Vorkommnis - Biographie einer Frau", der Frage nach, was mit einem Menschen und seinem bisherigen Alltag und Leben passiert, wenn plötzlich jemand ...
Die Autorin Julia Schoch geht in ihrem neusten Buch "Das Vorkommnis - Biographie einer Frau", der Frage nach, was mit einem Menschen und seinem bisherigen Alltag und Leben passiert, wenn plötzlich jemand in das Leben eintritt, behauptet man hätte den selben Vater und wäre sozusagen Geschwister und dann spurlos wieder verschwindet...
Ein tolles und spannendes Szenario stellt die Autorin hier dar, welches, meiner Meinung nach, leider jedoch nicht wirklich gut umgesetzt wurde, obwohl es so verheißungsvoll klang und einen tollen Inhalt versprach.
Die Handlung bleibt, das ganze Buch über, äußerst oberflächlich und es fehlt an nötiger Tiefe. Zudem reihen sich, den ganzen Buchverlauf über, kurze Sequenzen der Ich-Perspektive aneinander, ohne den Leser damit wirklich zu fesseln.
Das Einzige was am Ende des Buches noch bleibt, ist ein großes Fragezeichen.
»Das war noch nicht alles, dachte Hanna in der Notunterkunft, da kommt noch mehr, und sie sollte recht behalten. Das war erst der Anfang.«
Hannas achtzigjähriges Leben verlief nicht gradlinig, sondern ...
»Das war noch nicht alles, dachte Hanna in der Notunterkunft, da kommt noch mehr, und sie sollte recht behalten. Das war erst der Anfang.«
Hannas achtzigjähriges Leben verlief nicht gradlinig, sondern hatte einige harte Proben zu bestehen. Schläge, die das Leben, beeinflussbar oder nicht, bereithält.
Eigentlich ist Hanna Blumenbinderin und das mit leidenschaftlicher Begeisterung. Doch ihren Laden kann sie nicht lange weiterführen, denn der aufkommende Nationalsozialismus frisst nicht nur Seelen, sondern auch das Geld der Leute und Blumen werden zum seltenen Luxus. Zudem kommen ihre eigenen Kinder, für die sie eine gute Mutter sein möchte. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verschlimmert die Sachlage drastisch.
Das unerträgliche Leid, dem Hanna ausgesetzt ist, raubt immer mehr von ihrem Leben und doch versucht sie selbst in der schlimmsten Misere umsichtig nach vorne zu schauen, um das Beste für ihre Familie zu erlangen.
Neben all diesen, schlängeln sich Blumen durch den Roman, der neben deren Schönheit auch das Handwerk von Florist*innen eine würdevolles literarisches Denkmal setzt.
Wie viel verträgt eigentlich ein Mensch, bevor er zerbricht?
Auf nicht einmal 300 Seiten erzählt Gröschners Roman ein ganzes Leben über mehrere schwierige politische Zeiten hinweg, vom Krieg, der alles bisher Gewohnte zerstört hat und einer Frau, die nicht nur mit mehreren Abtreibungen und den Verlust mehrerer Kinder klarkommen musste.
Doch nun zum großen Aber … Wie gerne hätte ich, wie so viele andere, diesen fulminanten Roman geliebt. Jedoch konnte ich es nicht. Schon gleich das erste Kapitel war für mich sehr verwirrend, sodass ich gar nicht mehr durchblicken konnte, wer jetzt wer ist. Danach wurde es besser. Aber trotzdem konnten mich die Figuren und die Geschichte emotional nicht abholen und blieben für mich ohne Tiefe und nur an der Oberfläche. Insgesamt war es für mich einfach zu viel.
Auch wenn ich den Roman gerne gemocht hätte, konnte schlussendlich selbst die mehrmalige Erwähnung Thomas Manns das Ruder für mich nicht mehr herumreißen …
»Sobald er die Grenze überschritten hat, kann er nie wieder zurück, daran besteht kein Zweifel.«
Alan Duffrey wurde unschuldig verurteilt und danach im Gefängnis erstochen. Um dies zu sühnen, begibt sich ...
»Sobald er die Grenze überschritten hat, kann er nie wieder zurück, daran besteht kein Zweifel.«
Alan Duffrey wurde unschuldig verurteilt und danach im Gefängnis erstochen. Um dies zu sühnen, begibt sich ein Mann namens Trig auf seinen Racheakt. Er verübt sog. Stellvertretermorde an Unschuldigen und hinterlegt neben deren Leichen stets einen Zettel mit dem Namen eines Geschworenen.
In einem zweiten Handlungsstrang begegnen wir Holly Gibney, die sich einerseits – weil sie schlichtweg nicht anders kann – dieser Mordserie und andererseits dem Auftrag annimmt, die bekannte und durchaus umstrittene Feministin Kate McKay auf ihrer Vortragsreihe als Security zu begleiten. Schließlich ist ihr einer der bibeltreuen Abtreibungsgegner besonders auf der Spur ist…
Trotz der an sich spannenden Story konnte mich das Buch von Anfang an nicht wirklich überzeugen. Da kaum Spannung erzeugt wurde, war es sehr langatmig, zäh und zugleich chaotisch, weil zu viele Figuren erwähnt, aber nicht wirklich eingeführt wurden. Selbst am Ende war mir nicht alles klar und einige Fragen blieben offen. Doch ab circa Seite 500 – ich war schon des Öfteren kurz davor das Buch abzubrechen – bekam es einen Hauch Spannung und steuerte auf den großen Showdown hin, der jedoch relativ schnell verblasste. Somit endete die Lektüre für mich mit den letzten knapp hundert Seiten immerhin versöhnlich.
Hinsichtlich vieler politischer Elemente und persönlicher Überzeugungen Stephen Kings, die großen Spielraum bekommen, konnte das Buch schon eher überzeugen.
Neben vielen Kürzungen, die das Buch dringend nötigt gehabt hätte, wären spannende Elemente oder Cliffhanger – an denen es vollkommen gefehlt hat – ratsam gewesen, um wenigstens einen moderaten, überzeugenden Krimi damit vorlegen zu können.
Ein kleines Trostpflaster ist immerhin, dass Stephen King selbst im Nachwort eingesteht, dass er damit zwar zufrieden sei, aber es nie ganz so sein wird, wie er es erhofft hatte.
Hoffen wir, dass sein nächstes Buch (wieder) überzeugen wird!
»Es war eines dieser Versprechen, bei denen beide wissen, dass sie manchmal nur Worte sind.«
Verpasste Chancen, Momente der Vergangenheit, die einen immer wieder einholen und die Einsicht, dass das eigene ...
»Es war eines dieser Versprechen, bei denen beide wissen, dass sie manchmal nur Worte sind.«
Verpasste Chancen, Momente der Vergangenheit, die einen immer wieder einholen und die Einsicht, dass das eigene Leben aktuell nicht das ist, welches man gerne leben würde. Ganz zu schweigen von dem, welches man sich erträumt hat.
So geht es dem Protagonisten in diesem Buch. Sein Job? Macht ihn nicht glücklich. Und wie sieht es hinsichtlich Beziehungen aus? Naja, nicht viel besser, da läuft es auch eher nicht so.
Dabei war sein Leben nicht immer so, z.B. war da dieser eine Sommer, der spontane Trip ans Meer mit drei Freunden und ein ganz besonderer Kuss!
Im Mittelpunkt ein Mensch, der sich im eigenen Leben verirrt und keinen Ausweg findet.
Als ich von dem Verlag für das Buch angefragt wurde, habe ich nicht lange überlegen müssen, da die Beschreibung des Romans mir ziemlich aus der Seele sprach und ich war sehr gespannt darauf.
Als ich das Buch zu lesen begann, ahnte ich schon mit den ersten Seiten, dass es zwischen uns keine Liebe werden wird. Vielleicht hatte ich mir zu viel erwartet?
Mir persönlich hat eine gewisse Tiefe gefehlt, um in das Buch eintauchen zu können. Für mich blieb es leider sehr oberflächlich und alle Figuren eher leblos und das, obwohl die geschilderten Szenen an sich sehr mitreißend und bewegend sind.
Schlussendlich war es die Umsetzung, die das inhaltlich ansprechende Buch, mich persönlich leider nicht überzeugen konnte.
»Mich verstört oft der – recht alltägliche – Gedanke, dass etwas Erwartetes wegbricht«
Dieses Buch ist weniger ein Roman, als ein akribisch gefülltes Tagebuch der Gefühle.
Der namenlose Ich-Erzähler, ...
»Mich verstört oft der – recht alltägliche – Gedanke, dass etwas Erwartetes wegbricht«
Dieses Buch ist weniger ein Roman, als ein akribisch gefülltes Tagebuch der Gefühle.
Der namenlose Ich-Erzähler, der täglich seine Erlebnisse, Beobachtungen und insbesondere seine unzähligen Gedanken aufschreibt ist verliebt und das schon, bevor er seine Angebetete überhaupt kennt.
Es ist verhält sich nämlich folgendermaßen: Die Nichte Ljolja Gerdt seiner Berliner bekannten Katerina Wiktorowna N., welche ihn damals in Berlin knapp verpasst hat, reist nun nach Paris. Dort lebt der Protagonist zur Zeit der 1920er Jahre als exilierter Russe, ohne Geld und noch dazu todunglücklich, traurig und einsam.
Die beiden irren sich aneinander, sei es liebestrunken oder so beabsichtigt. Ljolja hat kein großes Interesse an ihm, doch er wiederum ist penetrant und lässt sie nicht in Ruhe.
Mit welcher Besessenheit er das möchte, ist fast schon wieder beachtenswert, würde sein gekränktes Ego nicht zu misogynen Ansichten tendieren.
Für mich war es, trotz der mit Sicherheit herausragenden Übersetzung von Rosemarie Tietze, leider ein trockener Roman mit vielen Längen und relativ wenig Handlung. Die Gefühlswahrnehmungen des nicht eben sympathischen Protagonisten waren mir persönlich zu arg ausgeschlachtet und erinnerte mich zunehmend an Goethes „Die Leiden des jungen Werther“.
Trotzdem muss man sagen, dass Juri Felsen ein begnadeter Beobachter war, so detailliert wie dieses Buch geschrieben ist, schafft es kaum ein anderer Autor, geschweige denn auf diese psychologische, tiefgründige Art.
Diese seitenlangen psychologischen Beobachtungen werden im Nachwort von Dana Vowinckel mit Proust verglichen. Dazu kann ich leider nichts sagen, da mir Proust noch bevorsteht, aber meine Einschätzung, dass mir der ausschweifende Stil voller Zweifel leider nicht gefallen hat, kann ich offenbaren.
Dennoch bin ich froh, dieses Buch entdeckt zu haben. Ansonsten wäre mir der Autor und dessen tragisches Schicksal verborgen geblieben.