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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2022

Ein Thema, dass Gehör verdient

Nur noch ein einziges Mal
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Cover:

Das Cover sieht mit der Blume, deren Blüten beginnen auseinander zu fallen sehr ansprechend aus.


Inhalt:

Als Lily Ryle kennenlernt, scheinen all ihre Träume wahr zu werden: eine neue Stadt, ...

Cover:

Das Cover sieht mit der Blume, deren Blüten beginnen auseinander zu fallen sehr ansprechend aus.


Inhalt:

Als Lily Ryle kennenlernt, scheinen all ihre Träume wahr zu werden: eine neue Stadt, der erste Job und dann noch Ryle – überaus attraktiv, überaus wohlhabend und überaus erfolgreich. Vergessen scheint Lilys schwierige Kindheit. Vergessen auch Atlas, ihre erste Liebe, der gegenüber von Lily squattete – bis ihr Vater die beiden erwischte und Atlas von heute auf morgen verschwand. Und dann steht Atlas auf einmal vor ihr. Als Ryle von ihrer gemeinsamen Vorgeschichte erfährt, weckt dies seine Eifersucht …

Meine Meinung:

Am Anfang fiel es mir etwas schwer ins Buch reinzukommen und auch die Entwicklung der Beziehung von Lily und Ryle ging für meinen Geschmack etwas zu schnell.

Jedoch wurde es später fesselnder und man hat mit Lily geradezu mitgefiebert, da es Coleen Hoover wirklich sehr gut gelungen ist den Charakter der Protagonistin, sowie ihre Gefühle auszuarbeiten. Sodass man sich mit dieser identifizieren konnte. Die Autorin hat einen sehr schönen flüssigen Schreibstil, sodass es angenehm zu lesen war. Die Einblicke in die Vergangenheit waren in einem guten Verhältnis zum Geschehen in der Gegenwart.

Die Thematik des Buches ist eine sehr wichtige, die definitiv Gehör verdient. Heutzutage wird das Thema häusliche Gewalt geradezu Tod geschwiegen und von außen her ist es ziemlich schwer nachzuvollziehen wie es für Betroffene ist und warum es diesen so schwer fällt sich von dieser zu lösen. Der Roman hat einem dies auf authentische Art näher gebracht.

Fazit:

Ein trotz holprigen Anfang lesenswertes Buch, dessen Thematik Gehör verdient.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Nicht ganz rund, aber herrlich schräg

Staying Alive
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„Staying Alive“ ist ein ungewöhnliches, stellenweise herrlich absurdes Leseerlebnis mit viel schwarzem Humor und einem guten Gespür für skurrile Details. Besonders gefallen hat mir der bissige Ton der ...

„Staying Alive“ ist ein ungewöhnliches, stellenweise herrlich absurdes Leseerlebnis mit viel schwarzem Humor und einem guten Gespür für skurrile Details. Besonders gefallen hat mir der bissige Ton der Erzählstimme sowie die spielerische Einbindung medizinischer Begriffe und Abläufe – das verleiht dem Buch eine originelle Note und sorgt für einige wirklich unterhaltsame Szenen.

Allerdings hatte ich während der Lektüre auch gemischte Gefühle: Die Handlung springt mitunter recht abrupt zwischen Zeit- und Erlebnisebenen hin und her, was das Lesen an manchen Stellen etwas holprig machte. Der rote Faden ging dabei teilweise verloren, und ich musste mich mehrfach neu orientieren.

Auch die ausgedehnten inneren Monologe der Protagonistin haben mich zwischendurch ein wenig aus dem Lesefluss gebracht. Zwar verstehe ich, dass diese Gedankenspiralen stilistisch das emotionale Chaos und die Zerrissenheit der Hauptfigur spiegeln sollen – für meinen Geschmack wären etwas straffere Passagen hier wirkungsvoller gewesen. Aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Was „Staying Alive“ aber zweifellos gut gelingt, ist die Kombination aus Überzeichnung und tieferer Thematik. Wer Lust auf ein humorvoll-exzentrisches Buch hat, das sich nicht allzu ernst nimmt, wird hier fündig. Realitätsnähe sollte man dabei nicht erwarten – doch genau diese kontrollierte Absurdität macht den Charme des Romans aus.

Fazit: Ein ungewöhnlicher Roman mit Witz, Eigenwilligkeit und einem besonderen Tonfall – nicht perfekt, aber definitiv originell. Für Leser und Leserinnen, die schräge Geschichten mögen und sich auf etwas anderes einlassen wollen, einen Blick wert.

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Veröffentlicht am 15.03.2024

- Ich glaube nicht.

Keine Ahnung, ob das Liebe ist
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Julia Engelmann ist eine durchaus erfahrene Poetin. Ihre Texte sind großartig ausgearbeitet sowie stilistisch verfeinert. Typisch für sie ist, dass sie immer einen Refrain nutzt. Persönlich fand ich, dass ...

Julia Engelmann ist eine durchaus erfahrene Poetin. Ihre Texte sind großartig ausgearbeitet sowie stilistisch verfeinert. Typisch für sie ist, dass sie immer einen Refrain nutzt. Persönlich fand ich, dass dieser zumeist einen guten Rhythmus erzeugen konnte, was für eine dynamischere Leseerfahrung gesorgt hat.

Allerdings wurde teilweise damit übertrieben, und das einbauen eines Refrains in einen zweiseitigen Text wirkte eher zwanghaft hinzugefügt, als wie eine künstlerische Ergänzung/Stilistik. Zudem empfand ich die Anordnungen der Kapitel teilweise als unzusammenhängend, wofür ich mir eine bessere Struktur gewünscht hätte.

Darüberhinaus würde ich als persönliche Meinung noch hinzufügen, dass viele der Illustrationen eher misslungen waren und damit einhergehend unansprechend wirkten. Da hätte man besser die Anzahl dieser reduzieren und stattdessen auf eine gute Qualität achten sollen.

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Veröffentlicht am 10.03.2024

Wo kommt der Titel her?

Du wirst an dem Tag erwachsen, an dem du deinen Eltern verzeihst
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Der Roman setzt sich aus einer Ansammlung von Briefen zusammen, welche eine Familie sich unter einander schreibt. Grundsätzlich geht es um den 40-jährigen Mann Boris, der seine Familie sieben Jahre ignoriert ...

Der Roman setzt sich aus einer Ansammlung von Briefen zusammen, welche eine Familie sich unter einander schreibt. Grundsätzlich geht es um den 40-jährigen Mann Boris, der seine Familie sieben Jahre ignoriert hat und sich nun - auf Grund therapeutischen Rats - wieder an diese wendet, um aus zusprechen, was ihn in seiner Kindheit sowie Jugend belastet hat. Dies löst dann eineFlut von Briefen aus, in denen es um Erziehungsfehler, Familiengeheimnisse und gesundheitliche Probleme geht. Übergeordnet stellt sich der Roman die Frage, ob wir prädispotiniert sind die Fehler unserer Eltern zu wieder holen und erörtert, ob Vergebung sowie ein Neuanfang so spät noch möglich sind.

Insgesamt haben mir die Idee sowie die Hauptaussagen im Roman sehr gefallen. Besonders die Mehrperspektivität ist dem Autor gelungen: Jeder Brief vermittelt andere Emotionen und zeigt einen anderen Schreibstill. Insgesamt gibt es 12 Personen, die sich in Briefform austauschen. Um den Überblick zu behalten, wer mit wem inwiefern verwandt ist, gibt es am Ende des Buches einen sehr hilfreichen Stammbaum der Familie.

Allerdings hat der Autor sich an einigen Stellen in unnötigem Drama verloren, was dann die Hauptbotschaft des Romans in den Hintergrund gerückt hat. Dies war besonders schwerwiegend, da das Buch sowieso nur 200 Seiten hat, womit ein wesentlicher Anteil des Romans mit unnützem Inhalt beschlagnahmt worden ist. Zudem zitiert der Autor an einigen Stellen Sätze andere Autoren. Dies ist nicht unbedingt schlecht, allerdings wirkte es so, als würde Salem selbst nicht in der Lage sein selber solch expressive und bedeutsame Worte zu finden.

Alles in allem hatte der Roman sehr viel Potenzial, welches sich auf Grund von künstlich geschaffenem Drama nicht voll entfalten konnte. Der Titel „Du wirst an dem Tag erwachsen, an dem du deinen Eltern verzeihst“ spielt also keine so große Rolle wie eigentlich vom Verlag propagiert wird, was ich als schade empfinde.

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Veröffentlicht am 22.10.2023

NOT GONNA SUGARCOAT IT

milk and honey - milch und honig
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Das Buch hatte - aus meiner Sicht - eine ziemlich merkwürdige thematische Einteilung. Zudem war die Reihenfolge, in der die Gedichte vorkamen, öfters grauenhaft: So folgte auf einen Text zur emotionalen ...

Das Buch hatte - aus meiner Sicht - eine ziemlich merkwürdige thematische Einteilung. Zudem war die Reihenfolge, in der die Gedichte vorkamen, öfters grauenhaft: So folgte auf einen Text zur emotionalen Beziehung mit dem eigenen Vater einer zur sexuellen Selbstbefriedigung, was offensichtlich in starkem Kontrast zum vorher erwähnten steht und unangemessen ist. Im Werk kamen, für meinen Geschmack, auch viel zu viele sexuelle Verse vor, die sich dann teils sogar wiederholt haben.

Neben dem thematisiert das Buch aber auch Bereiche wie Selbstbestimmung, Rassismus und sexuelle Vergewaltigung. Diese werden in Form von poetischen Texten und teils auch kurzen Essays tiefgründig - und aus einer feministischen Perspektive - betrachtet. Persönlich gefiel mir das sehr, da die Aussagen (manchmal auch Affirmationen) Gehör verdienen, was ihnen durch dieses Buch auch gegeben wird.

Abschließend war das Buch nicht so ganz mein Fall, es ist aber auch nicht schlecht. Die Leseprobe von dem Buch gibt einem schon einen guten Eindruck zum Inhalt und Aufbau des Buches, daher würde ich - falls dir der Ausschnitt aus der Lektüre gefallen hat - durchaus zu einem Kauf raten.

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