Ich bin mehr zufällig über das Buch gestolpert und war mir unsicher, ob ich es lesen soll, da ich das erste Buch von Vera Zischke leider gar nicht mochte.
Jetzt bin ich sehr dankbar, dass ich ...
Ich bin mehr zufällig über das Buch gestolpert und war mir unsicher, ob ich es lesen soll, da ich das erste Buch von Vera Zischke leider gar nicht mochte.
Jetzt bin ich sehr dankbar, dass ich der Geschichte eine Chance gegeben habe, denn sie hat mich total in ihren Bann gezogen und sehr bewegt. Auch noch in den Tagen nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, kamen immer wieder Szenen aus "Pina fällt aus" hoch und das ist für mich ein sehr gutes Zeichen, wenn ein Buch es schafft, so viel Nachhall zu haben, dass dieser auch im Alltag spürbar ist.
Die Handlung ist eigentlich gar nicht so komplex, wird aber sehr vielschichtig durch die Charaktere und deren jeweiligen Geschichten. Pina pflegt ihren 20-jährigen autistischen Sohn Leo und versucht alles, ihm etwas Teilhabe zu ermöglichen und seinen Alltag so zu strukturieren, dass er damit umgehen kann. Doch eines Tages bricht sie zusammen, landet im Krankenhaus und Leo ist alleine zu Hause. Wer ist jetzt zuständig?
Die drei Hausbewohner*innen Inge, Woijtek und Zola, die wohl unterschiedlicher nicht sein könnten, nehmen sich in ganz individueller Art und Weise Leo an.
Daraus entsteht zum Glück keine stereotype und klischeehafte oder romantisierte Story, sondern ein wunderbar bewegender Roman über Menschlichkeit, Zusammenhalt, Care-Arbeit, gesellschaftliche Verantwortung und das scheinbare "Anderssein".
Eine riesige Lese-Empfehlung!
Ich habe zum Lesen von "Der brennende Garten" sehr viel länger gebraucht als sonst üblich, da ich es teils schwer aushaltbar fand und Pausen gebraucht habe, um das Gelesene zu verarbeiten und ...
Ich habe zum Lesen von "Der brennende Garten" sehr viel länger gebraucht als sonst üblich, da ich es teils schwer aushaltbar fand und Pausen gebraucht habe, um das Gelesene zu verarbeiten und emotional mitzukommen.
Der Roman spielt während des Bürgerkriegs in Sri Lanka und wir begleiten Sashi, eine junge Tamilin, die den Traum hat, Ärztin zu werden. Während sie die Schule abschließt und das Studium beginnt, bricht in Sri Lanka der Bürgerkrieg aus. Auch zwei ihrer Brüder schließen sich den tamilischen Separatisten an und kämpfen bei den Tamil Tigers.
Auch wenn es ein sehr schweres und brutales Thema ist, habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Eine der größten Stärken ist meiner Meinung nach, dass die Komplexität des Themas (soweit ich das beurteilen kann) gehalten wird, dass die Charaktere im Buch auch die Widersprüche in sich tragen, dass keine einfachen Antworten auf sehr komplexe Sachverhalten gestülpt werden und wir so mitten drin sind in dem emotionalen Chaos, das neben den Belastungen eines Alltags im Krieg, belastend wirkt.
Ich habe viel über den Bürgerkrieg in Sri Lanka gelernt, denn ich hatte mich davor gar nicht damit beschäftigt. Das Buch gibt definitiv einen vielschichtigen Einblick in die Brutalität und Lebenssituation während der Jahre des Bürgerkriegs.
Und es ist ein Buch, das nachhallt, das Fragen aufwirft, das das eigene Denken in Frage stellt. Daher eine große Leseempfehlung!
Ich kenne bisher alle Bücher von Jasmin Schreiber und habe mich umso mehr darauf gefreut, wieder etwas Neues von ihr zu lesen. Bei diesem Buch hatte ich aufgrund des Themas häusliche Gewalt und Femizid ...
Ich kenne bisher alle Bücher von Jasmin Schreiber und habe mich umso mehr darauf gefreut, wieder etwas Neues von ihr zu lesen. Bei diesem Buch hatte ich aufgrund des Themas häusliche Gewalt und Femizid auch eine gehörige Portion Respekt vor dem Lesen.
Die schwangere Emma wird nach Jahren von Unterdrückung und Gewalt von ihrem Ehemann getötet. Es bleiben die neunjährige Tochter Maja, die beste Freundin Liv und ihre Eltern Brigitte und Per in einem unbegreiflichen Zustand zwischen Wut, Trauer, Hilflosigkeit und Schuld zurück. Das Buch nimmt in die Zeit nach diesem unbegreiflichen Verlust mit. Dabei lernen wir beim Lesen aus den unterschiedlichen Perspektiven der Hinterbliebenen die Geschichte und das Weiterleben kennen. Das Unfassbare setzt sich nach und nach aus der Perspektive der Hinterbliebenen zusammen. Dass der Täter, Frank, in diesem Buch keinen Raum bekommt, fand ich eine unglaublich gute und wichtige Entscheidung.
Beim Schreibstil kam direkt etwas Vertrautes „Jasmin Schreiber“-haftes für mich auf. Nicht zuletzt auch dadurch, dass es in allen Büchern ein naturwissenschaftliches Thema gab, das sich durch das gesamte Buch gezogen hat. Hier war es die Astrophysik, denn die beste Freundin Liv ist Astrophysikerin und findet unter anderem über dieses Thema einen Zugang zu Maja. Ganz besonders und beeindruckend fand ich die Vielfalt der Erzählzugänge, so finden sich z.b. Kinderzeichnungen von Maja, Gerichtsdokumente, Briefwechsel, Obduktionsbericht, Zeitungsartikel über den Roman hinweg. Für mich hat das noch einmal deutlicher gemacht, wie real das Thema patriarchaler und häuslicher Gewalt und Femizide ist - auch wenn es eine fiktive Erzählung ist, sie könnte genau so passieren und passiert täglich so ähnlich. Und auch dieser Wechsel zwischen emotionalem und sachlichen Zugang, der all die brutalen Widersprüche irgendwie greifbar macht, war für mich sehr beeindrucken.
Das Buch hat mich emotional sehr mitgenommen. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal beim Lesen so viel geweint habe. Die Wut, die Hilflosigkeit, die Trauer, das Nichtwahrhaben-Wollen, die Selbstvorwürfe und Schulfragen – all das habe ich so sehr gefühlt und war nicht nur einmal beim Lesen an einem Punkt, an dem ich dachte, dass ich es nicht mehr aushalte. Insbesondere die Trauer, die Schuldgefühle, die Ängste und Panik aus Kinderperspektive sind für mich unglaublich treffend und gut gelungen. Auch die endlosen Fragen, was gewesen wäre, wenn sie in einer Situation anders reagiert hätten, werden aufgegriffen.
Mein erster Eindruck, dass das Buch sehr gut recherchiert ist, hat sich bestätigt, als Jasmin Schreiber auf einer Lesung von den Schreib-und Rechercheprozessen berichtet hat – vom Austausch mit einem Anwalt, Gerichtsmediziner, Astrophysikern, dem Recherchieren in Interviews aus Forschungsprojekten mit Kindern und Jugendlichen, die ähnliches wie Maja erlebt haben.
Ich habe durchaus einige Kritikpunkte, unter anderem ging mir das Ende zu schnell, zu gradlinig und abrupt. Da konnte das hohe Level an Emotionalität und Komplexität aus den vorigen 2/3 des Buches für mich nicht gehalten werden. Ich fand es gut, dass auf Hilfsangebote hingewiesen wird, mir war da im Gesamten der Fokus etwas sehr stark auf psychotherapeutischer Hilfe als einzig angemessene Form. Und am Ende werden Hilfsangebote bei häuslicher Gewalt benannt: Unglaublich wichtig und passend, aber da wieder in der binären Aufteilung „Hilfsangebote für Frauen – Männer“. Mir ist das bei Jasmin Schreibers Büchern leider immer mal wieder unangenehm aufgefallen, dass ein sehr binäres Verständnis von Geschlecht vertreten wird.
Im Gesamten hat mich dieses Buch auf jeden Fall sehr beeindruckt. Es scheint erst einmal ein Thema, bei dem Worte fehlen und umso wichtiger ist es, sich nicht davor zu verstecken, sondern auf die Suche zu gehen und das hat Jasmin Schreiber getan.
Ich denke immer mal wieder an einzelne Passagen zurück und bin mir sicher, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein wird, dass ich dieses Buch gelesen habe. Vielen Dank für dieses unfassbar wichtige Buch!
Ich kenne schon einige der BeBra-Verlag Ausflugsführer und auch dieser hat mich nicht enttäuscht. Mit Hund war ich schon auf einigen Routen im Grünen in und um Berlin unterwegs, aber bin immer wieder dankbar ...
Ich kenne schon einige der BeBra-Verlag Ausflugsführer und auch dieser hat mich nicht enttäuscht. Mit Hund war ich schon auf einigen Routen im Grünen in und um Berlin unterwegs, aber bin immer wieder dankbar für neue Inspiration.
Neben Ausflugsideen in allen Himmelsrichtungen in Berlin, gibt es noch interessante kleine Kapitel zwischen den Routen über Themen wie Giftköder, Hundefotografie, Regeln rund um Leinenpflicht und Freilauf.
Ich finde die Struktur des Buches sehr gut und klar. Jeder Ausflug startet mit einem Überblick über Länge der Strecke, Dauer, einer Einschätzung der Häufigkeit der Hundebegegnungen, Fahrradverkehr und Straßenüberquerungen. Alles total wichtige Infos beim Unterwegssein mit Hund - insbesondere bei Hunden, die vielleicht die ein oder andere Baustelle haben und eine solche Planung wichtig ist. Begleitet werden die Routen von schönen Bildern, die Lust machen, den Rucksack zu packen und loszuziehen. Die Routen im Norden habe ich auch getestet und mochte alle Strecken sehr gerne. Den Rest werde ich sicherlich auch noch testen, es gibt also noch einiges, auf das ich mich freue.
Auf dieses Buch habe ich mich ganz besonders gefreut. Ich würde mich im Umgang mit Hunden als Anfängerin mit Grundkenntnissen und Erfahrungen beschreiben und habe das Buch nur so aufgesaugt. ...
Auf dieses Buch habe ich mich ganz besonders gefreut. Ich würde mich im Umgang mit Hunden als Anfängerin mit Grundkenntnissen und Erfahrungen beschreiben und habe das Buch nur so aufgesaugt.
Erst einmal ist es ein Buch, bei dem es einfach Spaß macht, es in die Hand zu nehmen. Die Gestaltung ist wunderschön, mit vielen Fotos, einer sehr nachvollziehbaren und klaren Gliederung und einer sehr schönen Formatierung.
Ich habe es sogar weniger umfangreich erwartet und war auch an diesem Punkt positiv überrascht. Das Buch startet mit einigem Hintergrundwissen zu Emotionen, Frustration, Stress, Regulation und Unterschieden zwischen Erziehung und Dressur. Es folgt direkt ein tiefes Eintauchen in die Praxis und den Alltag und durchgehend immer ganz viel tierpsychologisches Hintergrundwissen, wie z.B. in welchen Formen sich Frust bei Hunden ausdrücken kann. Aufbauend auf diesem sehr soliden Wissen, gibt es auch konkrete Übungen, bei denen auch immer viel Kontext gegeben wird. Auch das Thema „Impulskontrolle“ findet mit Übungen einen großen Raum, was ich sehr spannend fand. Dadurch, dass es ein ausführliches Register gibt, lädt das Buch noch einmal mehr dazu ein, es immer mal wieder in die Hand zu nehmen. Bei mir wird es definitiv nicht das letzte Mal gewesen sein. Eine große Empfehlung von meiner Seite!