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Veröffentlicht am 31.05.2025

Wenn Senioren das Quizfieber packt - gute Unterhaltung

Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen
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Kurzweilig, unterhaltsam, manchmal vielleicht etwas zu viel des Guten aber voll mit Herz für die aufgeweckten Senioren des Haus Sonnenuntergangs, die die sympathische "Pflägekraft" Sybille Bullatschek ...

Kurzweilig, unterhaltsam, manchmal vielleicht etwas zu viel des Guten aber voll mit Herz für die aufgeweckten Senioren des Haus Sonnenuntergangs, die die sympathische "Pflägekraft" Sybille Bullatschek mit ihren Einfällen und charakterlichen Eigenarten ganz schön auf Trab halten, präsentiert sich "Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen".

Und diesmal hat sich Sybille was ganz Besonderes ausgedacht, nämlich die Teilnahme an der Quizshow "Ü80 Show", dass dabei nicht immer alles am Schnürchen läuft, davon ist auszugehen. Schon der Weg dahin ist voller Hindernisse, die noch mit dem ein oder anderen Rollator bzw. mit der ein oder anderen Gehhilfe überwunden werden müssen. Denn es sind nicht alle von Anfang an davon begeistert, dass Sybille daran teilnehmen will. Zum einen ist da ihr Chef Herr Otterle, der immer nur die Kosten im Blick hat und von der Teilnahme bis jetzt noch nichts weiß. Zum anderen sind manche ihrer Kolleginnen neidisch und wollen selbst teilnehmen. Auch privat kommt Sybille nicht zur Ruhe, Nachbar- und Liebeschaos lassen grüßen.

Humorvoll und lebendig geschrieben, macht es Spaß, Sybille und ihre Senioren bei ihrem Weg zur "Ü80 Show" zu begleiten. Die Autorin schafft es hierbei gut, die Balance zwischen lustigen Szenen und Ernsthaftigkeit zu halten, ohne in zu großen Klamauk abzudriften. Man muss jedoch diese Art von Humor mögen, sonst wird man keinen Spaß an der für gute Laune sorgenden Lektüre finden. Ebenso sollte man nicht zu viele Ansprüche an die Handlung haben, die Unterhaltung steht deutlich im Vordergrund und die ist definitiv gegeben.
Wenn man sich darauf einlässt, begegnet man liebevoll gezeichneten Senioren mit all ihren Eigenheiten und störrischen Chefs. Nicht zu vergessen, Sybille persönlich.

"Sie haben ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen" ist sicherlich leichte Kost, aber eine voller Wärme für ihre Charaktere und eine, die für den ein oder anderen Lacher sorgt. Eben genau das, was der Titel und die Inhaltsangabe einem verspricht.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Das große Sterben beginnt - Spannung pur!

Aschesommer
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Die Endzeit ist nahe, das ist zumindest der Eindruck, der entstehen könnte, wenn man "Aschesommer" von Benjamin Cors liest.
Denn was alle Mordopfer im packend geschriebenen und stimmungsvoll düsteren Thriller ...

Die Endzeit ist nahe, das ist zumindest der Eindruck, der entstehen könnte, wenn man "Aschesommer" von Benjamin Cors liest.
Denn was alle Mordopfer im packend geschriebenen und stimmungsvoll düsteren Thriller gemeinsam haben, ist, dass ihr Tod einer Variante vergangener Massenaussterben der Erdgeschichte ähneln. Das Problem, der Hauptverdächtige, ein verurteilter Mörder und Professor der Geologie, der ein Buch über Massenaussterben verfasst hat und das als Inspiration für die Morde dient, sitzt in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt. Er kann also die Morde nicht begangen haben, aber wer mordet in seinem Auftrag? Jakob Krogh, Mila Weis und ihrer Kollegen und Kolleginnen der Sonderermittlungsgruppe 4 rennt die Zeit davon, denn der Täter ist noch nicht fertig mit seinem Rachefeldzug.

Wer schon den ersten Band "Krähentage" gelesen hat, weiß, dass hier kein Thriller für Zartbesaite auf einen wartet, denn die Morde sind in der Regel grausam. Cors schafft es aber geschickt, düstere Thrillerelemente mit spannender Ermittlerarbeit zu verbinden. So kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf!
Dazu trägt zum einen auch der atmosphärisch düstere Schreibstil bei, der zusammen mit der Hitze und der Asche so etwas wie Endzeitstimmung erzeugt.

Aufgrund der Erzählung aus verschiedenen Perspektiven, darunter neben den Mitgliedern der Sonderermittlungsgruppe 4 auch die der Opfer und die des Täters, wird der Spannungsbogen bis zum Ende konstant hochgehalten, um dann in einem spannungsgeladenen Finale zu enden.

Anders als zum Vorgängerband spielen die privaten Geheimnisse von Jakob und Mila eher eine Nebenrolle und lassen noch Fragen auf. Dadurch treten die Personen im Vergleich zum Vorgängerband in den Hintergrund und verbleiben in ihrer Charakterisierung oberflächlich. Zudem erzeugt das offen gehaltene Ende, den Eindruck, dass die Geschichte von den beiden noch nicht ausgezählt ist.

Wer schon den ersten Band der Reihe gelesen hat, wird mit großer Sicherheit auch seine Freude mit dem zweiten Band haben.
Eine, trotz ihrer geologischen Bezüge, gut konstruierte und fesselnd erzählte Handlung treffen auf eine schlagfertige Ermittlungsgruppe, deren Mitglieder einem immer mehr ans Herzen wachsen.
Ein spannender und kurzweilig geschriebener Thriller, der die ein oder andere überraschende Wendung bereithält, verbirgt sich hinter "Aschesommer". Gerne mehr davon!

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Kurzweilige und inspirierende Reise für mehr Selbstwertgefühl

Nur du weißt, wer du bist
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In ihrem 265 Seiten starken Selbsthilfe-Ratgeber in Romanform "Nur du weißt, wer du bist" erzählt Michaela Wiebusch die Geschichte von Lena, deren Selbstwert nach einer schmerzhaften Trennung tief im Keller ...

In ihrem 265 Seiten starken Selbsthilfe-Ratgeber in Romanform "Nur du weißt, wer du bist" erzählt Michaela Wiebusch die Geschichte von Lena, deren Selbstwert nach einer schmerzhaften Trennung tief im Keller ist. Auf Anraten ihrer besten Freundin sucht Lena Hilfe bei der "Agentur für Selbstwert". Das Programm der Agentur hat es in sich und fordert Lena heraus, eröffnet ihr aber gleichzeitig neue Perspektiven. Sie taucht tief in ihre Gefühlswelt ein, konfrontiert sich mit ihrer Vergangenheit und lernt Tag für Tag, sich selbst besser anzunehmen und wertzuschätzen. So erobert sie ihre Selbstliebe zurück, erkennt ihren wahren Wert und fasst den Mut, das Glück in ihr Leben zu lassen, davor muss sie sich aber unbequemen Fragen stellen und teils über ihren eigenen Schatten springen.

Anfangs war ich noch skeptisch, wie der Autorin es gelingt fiktionale Geschichte mit Tipps für ein besseres Selbstbewusstsein miteinander zu verbinden, aber das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Die Geschichte wirkt zwar an der ein oder anderen Stelle etwas konstruiert, aber insgesamt glaubhaft. Dazu trägt vor allem bei, dass die Geschichte von Lena als anschauliches Beispiel für die vermittelten Strategien zur Stärkung des Selbstbewusstseins dient.

Anteil daran hat auch der anschauliche und flüssige Schreibstil der Autorin, sowie die Aufteilung der 7 Wege zur Stärkung des eigenen Selbstbewusstseins nach Tagen. So wird die Motivation gesteigert, die Schritte selber bei sich mal anzuwenden.

Bezogen auf den Inhalt regt "Nur du weißt, wer du bist" so zum Nachdenken über die eigene Selbstwahrnehmung an und inspiriert dazu, die vorgestellten Tipps und Übungen selbst auszuprobieren, um ein besseres Selbstwertgefühl zu entwickeln. Der positive Grundton des Buches hilft dabei, sich selbst in einem freundlicheren Licht zu betrachten und das eigene Potenzial neu zu entdecken.
Zudem werden die Texte durch künstlerisch ansprechende und inhaltlich passende Illustrationen aufgelockert, was den Reiz des Roman-Ratgebers noch erhöht.
Auch wurde mit Lena eine sympathische und realistische Hauptperson geschaffen, in der sich einige wiederfinden könnten, wodurch es einen leichter fällt, sich in die Handlung hineinzuversetzen.

Wer auf der Suche nach einem kurzweiligen geschriebenen Ratgeber über Wege zu mehr Selbstbewusstsein ist und gegenüber der Vermittlung dieser mittels einer fiktionalen Geschichte nicht abgeneigt ist, kann Gefallen an "Nur du weißt, wer du bist" finden.
Eine Reise zu einem besseren Selbstwertgefühl, -liebe und -akzeptanz mit Mehrwert!

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Spannende Suche nach der Wahrheit

Der zweite Verdächtige
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Sagt mein Mandant die Wahrheit und er ist unschuldig, wie er behauptet, und ist nicht für den Tod von jungen Männern in Nachtclubs in Berlin verantwortlich?
Diese Frage stellt sich der Strafverteidiger ...

Sagt mein Mandant die Wahrheit und er ist unschuldig, wie er behauptet, und ist nicht für den Tod von jungen Männern in Nachtclubs in Berlin verantwortlich?
Diese Frage stellt sich der Strafverteidiger Rocco Eberhardt im 4. Band der Justiz-Krimi-Reihe um Eberhardt und Jarmer. Anfangs noch von der Unschuld seines Mandanten Jan Staiger überzeugt, kommen ihm mit der Zeit immer mehr Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit. Staiger behauptet, er kann sich an die fraglichen Tatnächte nicht erinnern, doch die Beweise sprechen gegen ihn. Rocco bemerkt jedoch bei seinen Nachforschungen, dass sich bei den Ermittlungen vonseiten der Polizei Ungereimtheiten auftun.

Erzählt anhand verschiedener Charakterperspektiven und dank kurzer Kapitel wird die Spannung konstant hochgehalten. Es macht Spaß, Rocco dabei zu folgen, wie er versucht, Licht ins Dunkle zu bringen und der Wahrheit auf der Spur zu kommen und dabei auf Machtmissbrauch und Vorurteile im polizeilichen und strafrechtlichen Umfeld trifft.

Wer schon die vorherigen Bände der Reihe gelesen hat, ist mit dem Aufbau und den wichtigsten Personen vertraut. Ohne sich in unwichtigen Nebenhandlungen und Beschreibungen zu verlieren, wird die Handlung vorangetrieben. Die Charaktere sind überzeugend und realistisch gezeichnet.
Bevor es zur Gerichtsverhandlung kommt, verliert zwar die Geschichte etwas an Schwung, nimmt dann aber mit Beginn des Strafprozesses wieder an Fahrt auf, um dann in einem packenden Finale zu enden, das regelrecht nach einem weiteren Band schreit.

Kurz, die Reihe von Tsokos und Schwieker ist einfach ein glaubwürdig konstruierter und fachlich interessanter, fesselnd erzählter Mix aus Justiz- und Rechtsmedizinkrimi in einem. "Der 2. Verdächtige" enttäuscht in dieser Hinsicht kein bisschen.
Lesenswert für alle, die schon immer hinter die Kulissen des Justizwesens, polizeilichen Ermittlungen und der Rechtsmedizin blicken wollten, die sich mit aktuellen Themen beschäftigen!
Nicht nur für Fans von Tsokos interessant!

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Veröffentlicht am 03.04.2025

Ein Leben voller Lasten - schwebend erzählt

Schwebende Lasten
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"Schwebende Lasten" ist ein Roman, durch den dank des stimmungsvollen Schreibstils der Autorin nur so schwebt, auch wenn sich das Schweben mehr auf den Beruf der Hanna Krause als Kranführerin in der DDR ...

"Schwebende Lasten" ist ein Roman, durch den dank des stimmungsvollen Schreibstils der Autorin nur so schwebt, auch wenn sich das Schweben mehr auf den Beruf der Hanna Krause als Kranführerin in der DDR bezieht.
Bevor sie jedoch Kranführerin wurde, war sie Blumenbinderin und passend dazu sind am Anfang jedes Kapitels kurze Beschreibungen von verschiedenen Blumensorten zu finden, die den Ton für den folgenden Abschnitt setzen.

Ebenso wie man durch die Seiten schwebt, schwebt man durch Jahrzehnte ereignisreicher deutscher Geschichte sowie das Leben voller Höhen und Tiefen von Hanna Krause. Besonders die Kriegsjahre bleiben hier in Erinnerung.
Auf den knapp 280 Seiten entsteht so nach und nach ein vielschichtiges Bild von Hanna Krause, als eine Frau, die unbeirrt ihren Weg geht und sich unter Männern behaupten weiß.

Zum Ende hin verliert der Roman zwar leider etwas an Tiefe und verweilt mehr an der Oberfläche als in das Innenleben und ihre Zeit in der DDR einzutauchen, seine Ausdrucksstärke behält er aber bei.

"Schwebende Lasten" ist somit alles in allem ein unaufgeregt erzählter Roman, der ein starkes Porträt über eine Frau, die ihren Weg finden musste, mit Lasten unterschiedlicher Art in ihrem Leben klarzukommen vor dem Panorama gesellschaftlicher und zeitgeschichtlicher Veränderungen, entwirft.
Die Autorin schafft es hierbei, nah an ihrer Protagonistin zu sein und so den Lesenden das Gefühl zu vermitteln, direkt vor Ort zu sein.

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