Profilbild von claudi-1963

claudi-1963

Lesejury Star
offline

claudi-1963 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit claudi-1963 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2025

Eine gute Freundschaft hat kein Alter

Freundschaft kennt kein Alter
0

"Freunde sind Menschen, die dir nicht den Weg zeigen, sondern ihn einfach mit dir gehen. (Pinterest)
Rashid Hamid ist inzwischen Deutschlands beliebtester Pfleger. Mit seiner Pflegestation "Pflege Smile" ...

"Freunde sind Menschen, die dir nicht den Weg zeigen, sondern ihn einfach mit dir gehen. (Pinterest)
Rashid Hamid ist inzwischen Deutschlands beliebtester Pfleger. Mit seiner Pflegestation "Pflege Smile" ist er besonders durch seine Videos im Internet bekannt geworden. Mit 16 Jahren macht Rashid Hamid ein Praktikum in der Altenpflege. Obwohl an seinem ersten Tag gleich eine Frau verstirbt, bleibt er dabei und beginnt eine Ausbildung zum Altenpfleger. Trotzdem die Pflege heutzutage kein gutes Image mehr hat, ist Rashid davon überzeugt, dass sein Beruf Spaß machen kann. Dass unter seinen Freunden inzwischen über 90-Jährige dabei sind, stört ihn gar nicht. Im Gegenteil, er findet: "Freundschaft kennt kein Alter." Dass seine Freunde inzwischen zu Stars in seiner Community wurden, dafür sorgten Rashid und seine Mitarbeiter. Mit viel Engagement, Fürsorge und Einfühlungsvermögen werden aus seinen Patienten Freunde fürs Leben. In seinem Buch gibt er uns Einblick in seine sechs bekanntesten Freunde. Da ist Oma Lotti, die immer ein Lächeln im Gesicht hat. Oma Lotti ist kürzlich erst von uns gegangen, was viele seiner User zu Tränen gerührt hat. Thorsten, der kein einfaches Leben hatte und mit einer anderen Lebensgeschichte aufwartet. Heiko gehört zu den jüngeren Patienten. Mit seiner MS-Erkrankung hat er ein schweres Schicksal zu tragen, und trotzdem nimmt er es meist mit viel Humor. Barbara trägt ihr Herz auf der Zunge und hält mit der Wahrheit nicht hinterm Berg. Dass sie dadurch so manches Mal aneckt, macht ihr nichts aus. Ulli ist eine der inspirierenden Frauen, die ich bisher erlebt habe. Ihre Ratschläge als Psychologin und später als Streetworkerin haben schon vielen Menschen sehr geholfen. Trotz ihrer schweren Krankheiten bleibt sie dem Leben positiv aufgeschlossen. Für Oma Edith ist Yama so etwas wie Rashid für Oma Lotti. Die beiden verstehen sich blind und Yama ist für sie die wichtigste Bezugsperson. Oma Edith hat sich vorgenommen, unbedingt die Hundert zu knacken. Mal abwarten, ob sie weitestgehend gesund bleibt, besonders nach ihrem Schlaganfall. Inzwischen sind in Rashids Community alle zu Stars geworden und viele User verfolgen regelmäßig seine Videos, die er postet. Von allen sechs Freunden gibt es einen kurzen Einblick in ihr Leben, dessen Vergangenheit und ein anschließendes kurzes Interview.

Fazit:
Wer mehr über die sechs bekanntesten Freunde aus Rahids Community erfahren möchte, der ist hier gut aufgehoben. Ich habe alle Eindrücke sehr genossen und bin begeistert, mit wie viel Herzblut er und seine Mitarbeiter ihre Arbeit leisten. Dass dabei sogar manches Mal die eigene Freizeit geopfert wird, um mit ihnen essen zu gehen, ins Kino oder auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, begeistert mich. Man merkt einfach, wieso Rashid seinen Beruf mit einer solchen Leidenschaft ausübt. Dadurch entwickeln sich mit der Zeit wahre Freundschaften, für die Alter keine Rolle spielt. Hier sollten sich manche Menschen ein Beispiel nehmen, denn ich glaube, alle Generationen lernen voneinander. Außerdem ist Fürsorge, Freundschaft und sich Zeit nehmen gerade für ältere Menschen wichtig. Von mir gibt es 5 Sterne für dieses Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2025

Verbrechen unter der Sonne Spaniens

True Crime Spanien
0

"Es ist nicht die Strafe, die das Verbrechen verhindert, sondern die Sicherheit, dass es entdeckt wird." (Cesare Beccaria)
Der siebzehnte Band der True-Crime-Reihe von Bestsellerautor Adrian Langenscheid ...

"Es ist nicht die Strafe, die das Verbrechen verhindert, sondern die Sicherheit, dass es entdeckt wird." (Cesare Beccaria)
Der siebzehnte Band der True-Crime-Reihe von Bestsellerautor Adrian Langenscheid befasst sich dieses Mal mit den Verbrechen unter der Sonne Spaniens. Von Betrug, Entführung und Attentat bis hin zu Mord erhalten diese 14 Geschichten alles von realen Verbrechen aus diesem schönen Urlaubsland. "Operation Wasserlilie" handelt vom Verschwinden der 12-jährigen Adoptivtochter Asunta, die man später tot auffindet. Schnell stellt sich heraus, dass dahinter ein schreckliches Verbrechen steckt. In "Die Tragödie live im Fernsehen" geht es um die drei Freundinnen Miriam, Desirée und Toñi. Die Teenager wollten eigentlich zu einer Schülerparty in eine Disko im Nachbarort, kommen dort aber nie an. Bis heute gilt dieser Fall als ungelöst. "Der kleine Gott" handelt von einem Verbrechen an alten Menschen. Ein Pfleger, der meint, Gott spielen zu müssen. Wie es so weit kommen konnte, erfahren wir in dieser Geschichte. Bei "Gefangen im Abseits" wird ganz Spanien von der Entführung eines sehr bekannten Fußballstars erschüttert. Drei Täter kidnappen ihn, als er auf dem Weg zum Flughafen war, um seine Familie abzuholen. "Kein Entkommen auf Ebene 4", wo in der Calle Bertran im Stadtteil El Putxet mehrere schwere Verbrechen in einer maroden Tiefgarage stattfinden. Darunter eine Mutter von vier Kindern. "100 Meter" zu seinem Cousin werden für den 8-jährigen Gabriel zum Verhängnis. Diese und acht weitere Geschichten befinden sich in diesem Buch. Wobei mir einige wirklich an die Nieren gingen, vor allem wenn die Opfer Kinder gewesen sind oder die Verbrechen recht brutal waren.

Fazit:
Mit viel Liebe zum Detail hat der Autor auch diesmal wieder jeden einzelnen Fall gut recherchiert, sodass wir oft sogar Einblicke in die Vergangenheit der Opfer und der Täter bekommen. Diese True-Crime-Reihe ist ein Muss für alle Fans von wahren Verbrechen. Ganz besonders, weil der Autor uns mitnimmt zu wahren Verbrechen in verschiedene Länder der Welt. Von mir gibt es dafür erneut 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2025

Prophezeiungen und Rattengift

Die Prophezeiung des weißen Raben
0

"Unter der selbsterfüllenden Prophezeiung versteht man eine Annahme, die das eigene und das Verhalten anderer so beeinflusst, dass diese Annahme wahr wird." (Psycho. Beratung im Netz)
Die englische Gemeinde ...

"Unter der selbsterfüllenden Prophezeiung versteht man eine Annahme, die das eigene und das Verhalten anderer so beeinflusst, dass diese Annahme wahr wird." (Psycho. Beratung im Netz)
Die englische Gemeinde Sidbury wird durch den Doppelmord des Ehepaars Beryl und Gordon Grime erschüttert. Wie sich herausstellt, wurden beide mit Rattengift getötet. Sara und der Krimiclub können es natürlich nicht lassen und nehmen sich mal wieder diesen Fall an. Und das, obwohl Sara eigentlich gerade genug mit Ziehtochter Annie zu tun hat, die ihre Mutter vermisst. Doch der Tod von Beryl und Gordon lässt niemanden kalt. Irgendwann erfährt Sara, dass beiden bei der Wahrsagerin ihr Tod vorausgesagt wurde. Was hat es mit dieser Wahrsagerin und ihrem auffälligen weißen Raben Albus auf sich? Ist alles nur eine Show von ihr oder kann diese Frau wirklich die Zukunft und den Tod prophezeien? Mysteriös wird es, als Sara ebenfalls keine gute Zukunft vorausgesagt wird.

Meine Meinung:
Das Cover ist wieder einmal passend zum Inhalt und durch die Flagge in der Ecke weiß man sofort, in welchem Land dieser Krimi spielt. Für mich ist es der vierte Band und ich liebe diese Reihe. Umso trauriger bin ich, dass dies vorerst der letzte Band sein soll. Mir gefällt besonders das gut ausgearbeitete Setting, bei dem man sofort das Gefühl hat, mitten in England zu sein. Was natürlich an ihrem schönen Cottage, den Teezusammenkünften oder Saras Vorliebe für Fudges liegt. Nebenbei erinnert mich die neugierige Miss Spinter ein wenig an Miss Marple und ihr Partner Bobby Bobby an zurückhaltenden Mister Stringer. Dadurch hat diese Reihe sowieso sofort mein Interesse geweckt. In diesem letzten Band bekommen wir es mit Giftmorden, Wahrsagerei, einem unheimlichen Albinoraben und einer Reise in die Vergangenheit zu tun. Ob dieser Rabe Prophezeiungen wirklich voraussagt, ist fraglich, gleichzeitig finde ich es schon etwas unheimlich. So ganz kann ich es nicht glauben, dass er dies wirklich kann. Gleichzeitig finde ich es toll, wie liebevoll Sara sich neben ihrem Bruder um Annie kümmert, deren Mutter im Gefängnis sitzt. Auch die Streiche ihres Vaters gegen Sara nehmen in diesem Band nicht ab und so muss Sara wieder einmal um ihr Cottage kämpfen. Außerdem bekommt Silly Old Joe wieder seinen Auftritt. Makaber ist es ja schon, dass man ihn wieder mal am Friedhof antrifft. Ich frage mich, ob er wirklich die Geister sieht, mit denen er redet. In diesem Buch gibt es außerdem reichlich Tote und es bleibt bis zum Ende hin offen, wer der eigentliche Täter ist. Dabei wechseln sich Spannung und Humor gut miteinander ab, sodass nie Langeweile aufkommt. Gut durchdacht sind aber auch die vielen Charaktere, die neben dem Krimiclub hier richtig gut very britisch dargestellt werden. Ich werde diese Reihe jedenfalls vermissen und kann nur jedem empfehlen, deshalb von mir 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.03.2025

Am Galgen wirst du hängen

Galgenwald
0

"Rache entspringt immer einer schwachen Seele, die nicht imstande ist, Verletzungen zu ertragen." (François de La Rochefoucauld)
An der Richtstätte im Galgenwald in Tannhausen hängt die Leiche der Prostituierten ...

"Rache entspringt immer einer schwachen Seele, die nicht imstande ist, Verletzungen zu ertragen." (François de La Rochefoucauld)
An der Richtstätte im Galgenwald in Tannhausen hängt die Leiche der Prostituierten Gabiela Avram. Nachdem man zuerst von einem Suizid ausging, stellt sich schnell heraus, dass Gabi ermordet wurde. Gabi hatte kein einfaches Leben, nachdem sie mit siebzehn aus Rumänien nach Deutschland kam. Mit drei Kindern blieb ihr keine andere Wahl, als weiter in der Prostitution zu arbeiten. Für ihre Tochter Elisa, die Journalismus studiert hat, war dies schwer zu ertragen. Zwei Jahre ist es her, seit sie keinen Kontakt zur Mutter hatte. Jetzt macht sie sich Vorwürfe und will nicht glauben, dass ihre Mutter Suizid begangen hat. Leon Esposito und Richard Schantl vom LKA werden mit diesem Fall betraut. Doch Elisa vertraut den Polizisten nicht und ermittelt auf eigene Faust. Mehrere Verdächtige geraten ins Visier, da sie Verbindungen zum Galgenwald oder dem Bordell "Starship" haben. Ein Motiv hätte auch Gerry, Bordellbesitzer und ehemaliger Lebensgefährte von Gabi, mit dem sie zuvor Streit hatte.

Meine Meinung:
Eindrucksvoll ist das Cover, welches den realen Richtplatz in Tannhausen zeigt. Außerdem geht es mal wieder sehr geheimnisvoll in dem neuen Krimi von Nicole Stranzl zu. Ich durfte ja schon Bücher der Autorin lesen und bin immer wieder fasziniert von ihren vielfältigen Themen und interessanten Wendungen, die ihre Bücher nehmen. Sie sind zwar nicht immer einfach zu lesen, da sie oft bei ihren Charakteren hin- und herwechselt. Nur gut, dass bei den Kapiteln meist die Namen der bestimmten Charaktere angegeben sind. In kursiver Schrift kann ich dagegen die Gedanken des Täters verfolgen, was ich sehr interessant finde. So muss man also ganz bei der Sache sein, um diese Geschichte nachzuvollziehen. Gabi hat im Grunde ein gefährliches Leben geführt. Sie traf sich mit ihren Freiern nicht mehr im Bordell, sondern zu Hause. Dort wird sie dann auch von ihrem Täter überrascht und ermordet, wie sich wenig später herausstellt. Doch zuvor hatte sie Kontakt zu einem jungen Mädchen und zu der Hellseherin Josy. Was hat es mit diesem Mädchen auf sich und warum besuchte sie eine Hellseherin? Mit den beiden Ermittlern kommen weitere Charaktere dazu, die ihre ganz eigenen Probleme mitbringen. Leon macht sich Sorgen um seine jüngere, drogenabhängige Schwester, die vermisst wird. Richard dagegen hat noch immer an seiner Vergangenheit und dem Tod seines Bruders zu nagen. Selbst mit dem Galgenwald hat sich die Autorin hier ein sehr mystisches Setting ausgesucht. Diese Richtstätte im Galgenwald gibt es übrigens tatsächlich heute noch in Tannhausen. Hier wurden im 17. Jahrhundert Menschen für ihre schweren Straftaten hingerichtet. Eliza lässt der Tod der Mutter nicht mehr los und sie entdeckt einige Verdächtige, die ein Motiv hätten oder auffällig sind. Da wäre Gerry Gabis Ex-Mann und Bordellbesitzer, mit dem sie zuvor Streit hatte. Des Weiteren Influencer und Buchautor Flo, der sich extrem für die Richtstätte interessiert. Außerdem macht sich Elisa große Sorgen um ihre Schwester Marina, bei der sie häusliche Gewalt durch ihren Ehemann Simon vermutet. Als ein weiteres Opfer dazukommt, läuft den Ermittlern langsam die Zeit davon. Sie müssen schnell handeln, bevor es noch weitere Opfer gibt. Ein Krimi, der mich von Beginn an gefesselt, fasziniert und zusehends geheimnisvoller wurde. Dass die Geschichte am Ende noch so krasse Wendungen nimmt und es zu einem Showdown kommt, hätte ich mir ja denken können. Denn dies darf man fast immer bei dieser Autorin erwarten. Es hat mal wieder Spaß gemacht, diesen Krimi zu lesen. Ich kann ihn nur weiterempfehlen und gebe 5 Sterne dafür.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2025

Macht ist immer lieblos

Im Namen der Barmherzigkeit
0

"Kinder erleben nichts so scharf und bitter wie Ungerechtigkeit." (Charles Dickens)
Die 3-jährige Steffi wird in den 70er-Jahren zu der steirischen Bauernfamilie Kellerknecht vermittelt. Doch statt Liebe ...

"Kinder erleben nichts so scharf und bitter wie Ungerechtigkeit." (Charles Dickens)
Die 3-jährige Steffi wird in den 70er-Jahren zu der steirischen Bauernfamilie Kellerknecht vermittelt. Doch statt Liebe und Familie erleben die Pflegekinder dort nur geringe Liebe, spärliches Essen und harte Arbeit. Während ihre leiblichen Kinder verwöhnt sind, müssen die Pflegekinder die schwere Arbeit auf dem Bauernhof verrichten und dies sogar barfuß. Selbst die Fürsorge, die regelmäßig vorbeischaut, wird angelogen und bestochen. Sie verschließen sogar regelrecht Augen vor der Ungerechtigkeit, dessen die Kinder ausgeliefert sind. Steffi wird älter und damit interessant für den Bauern. Ein Mann, der seine Pflegekinder regelmäßig misshandelt und die Mädchen sogar missbraucht. Als die 15-jährige Steffi schwanger wird, kommt sie zu Nonnen, wo sie von Schwester Reinhildis innig umsorgt wird. Steffi möchte für ihr eigenes Kind eine liebevolle Mutter sein und kämpft für sie. Doch das Trauma der Vergangenheit holt sie immer wieder ein und versucht sie zu brechen.

Meine Meinung:
Das Cover und der Klappentext haben mich so berührt, dass ich unbedingt mehr erfahren will. Vor allem, weil Steffis Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht. Mich schockiert zudem, dass alles ja noch gar nicht so lange her ist. Die kleine Steffi erblickt im Juli 1972 das Licht der Welt. Ihre herzlose, kalte Mutter hat regelmäßig Affären mit anderen Männern. Da Steffi von einem Türken ist, stößt sie das Kind erst recht von sich. So kommt das kleine Mädchen erst in ein Heim und anschließend zur Pflegefamilie Kellerknecht. Keiner konnte ja ahnen, dass die Kinder dort ungerecht behandelt werden. Schließlich sind die Bauersleute gottesfürchtige Christen und selbst Eltern. Doch während ihre eigenen Kinder verwöhnt sind, müssen die Pflegekinder oft bis tief in die Nacht schuften. Dabei haben sie nur den kargen Dachboden zum Schlafen und eine Dusche mit kaltem Wasser im Keller. Die Kellerknechts nehmen nicht einmal Rücksicht, als man bei Steffi Asthma feststellt. Sie gerät sogar ein paar Mal fast in Lebensgefahr. Welche Macht der grobe und brutale Bauer allerdings wirklich hat, bekommt Steffi erst so richtig zu spüren, als sie älter ist. Gewalt, Missbrauch und Angst traumatisieren für immer ihr Leben. Immer wieder findet sie jemanden, bei dem sie ein wenig Liebe verspürt, wird dann allerdings enttäuscht. Es scheint sogar so, als ob es niemanden auf der Welt gibt, der sie wirklich liebt. Erst als die kleine Sarah nach der Entbindung in ihr Leben tritt, kämpft sie wie eine Löwin, damit sie ihr Kind behalten darf. Doch es ist ein Leben mit Rückschlägen und Ängsten, gezeichnet von viel zu wenig Liebe. Mich schockiert, weil Steffis Schicksal ja noch gar nicht so lange her ist. Dass eine Behörde wie die österreichische Fürsorge einfach die Augen verschließt, macht mich fassungslos. Warum wollten sie nicht sehen, wie Kinder verwahrlosen, abmagern und lieblos behandelt werden? Stattdessen machen sie später einer jungen Frau das Leben schwer. Obwohl die ihrem Kind all die Liebe schenkt, die sie selbst nie erhalten hat. Die Autorin nimmt uns mit in eine Kindheit, die man kaum ertragen kann. Dabei verschweigt sie sogar noch viele schlimme Ereignisse, um es den Lesern nicht zu schwer zu machen. Das Ende wird sogar beschönigt, wie ich im Nachwort erfahre. Fraglos ist diese Frau zu einer wahren Kämpferin herangewachsen, obwohl das Leben Steffi so zugesetzt hat. Eine Kämpferin, die nicht aufgibt. Trotz immer wiederkehrender Rückschläge nimmt sie ihr Leben an und findet sogar die Liebe. Steffis Schicksal steht für all die Kinder, die mit Lieblosigkeit, Gewalt und Missbrauch aufwachsen. Sehr detailliert beschreibt Hera Lind Steffis Kindheit, sodass ich mehr als einmal zum Taschentuch greife. Trotzdem haben wir lange nicht alles erfahren, wie ich im Nachwort lese. Ich kann es nur empfehlen und gebe 5 Sterne, aber man braucht starke Nerven dafür.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere