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Women

Chloé Caldwell
Veröffentlicht am 06.05.2025

Erste deutsche Auflage eines queeren Klassikers

arislifestyle

Chloé Caldwell hat mit diesem Buch eine Geschichte geschaffen, die viele queere Frauen genau schon so erlebt oder zumindest in jedem Fall davon gehört haben. Im Vorwort wird erwähnt, dass dieses Buch mittlerweile zu den queeren Klassikern gehört und quasi als Insider in der lesbischen Community gilt. Viele Frauen schenken der Frau, in die sie sich unsterblich verliebt haben ein Exemplar von “Women” und so kommt es, dass jeder die Story von Finn und der Hauptprotagonistin kennt! Ich denke, dies bezieht sich auf die USA, wo die Geschichte ihre Handlung hat, aber ich finde die Idee total süß und wünsche mir heimlich, dass dies auch in Europa seinen Lauf nehmen wird.

Zum Buch:


Das Cover ist wunderschön gestaltet, die Farben harmonieren sehr gut und die weiblichen, zarten Hände auf dem Bild bilden ein Zeichen der Harmonie und Einigkeit.

Das Buch an sich ist sehr kurz und schnell gelesen. Die Sprache ist einfach und angenehm, die Kapitel zudem ebenfalls nicht lang. Es gibt ein vergleichsweise längeres Vorwort und ein Nachwort, welche eine tolle Ergänzung zum Buch ergeben!

Sprachlich hat das Werk einen schönen Stil. Die Sätze sind einfach gehalten, aber von gutem sprachlichem Niveau. Es wurden einige queere Künstler:innen, die ich noch nicht kannte, genannt und es gab einige Insider der Community, was ich super spannend finde!

Zum Inhalt:


Es geht, kurz geschrieben, um eine junge Autorin, die mit Mitte 20 nach New York zieht, um erwachsen zu werden und sich dabei unsterblich in die 19 Jahre ältere Finn verliebt, die zudem vergeben ist. Die Autorin hat gesagt, dass sie bewirken wollte, dass sich die Leser:innen in Finn verlieben und ich kann für meinen Teil behaupten, dass ich sofort hin und weg von ihr war.

Die Geschichte beginnt total romantisch und leicht, aber wird mit der Zeit immer schwieriger. Es war zu Beginn schon klar, wie die Geschichte enden wird, aber ich habe mir trotzdem eingeredet, dass es vielleicht doch anders sein könnte, da ich es mir so sehr gewünscht habe.

Die Protagonistin hat bis sie Finn kennen gelernt hat ausschließlich Männer gedatet und konnte viele ihrer Emotionen nicht einordnen. Das Thema toxische Beziehung ist ganz klar Thema dieses Romans, denn was die Protagonistin und Finn führen, ist leider genau das, egal wie romantisch es auf vielen Seiten war. Finn merkt, dass die Protagonistin sich in sie verliebt, aber nimmt dies nicht ernst, da sie im Buch später sagt, dass die Protagonistin sowieso danach einen Mann heiraten würde. Sie spricht ihr sozusagen auch ihre Bisexualität damit ab. Zudem lässt sich Finn von ihr nicht wirklich berühren. Die Rollen sind sehr klar verteilt und ich hatte das Gefühl, dass sich die Protagonistin damit nicht wohl gefühlt hat und deswegen auch nach einiger Zeit so heftig emotional reagierte.

In der Community werden gleichgeschlechtliche Beziehungen von einigen stark romantisiert, weswegen ich froh bin, dass dieses Werk eine etwas andere Perspektive zeigt. Eine Liebe zwischen zwei Frauen ist bekanntlich so intensiv, dass sie zerstörend sein kann und ich habe diese Verzweiflung bei der Protagonistin förmlich spüren können.

Fazit:


Ich als queere Frau würde diesen Roman jedem empfehlen, der sich für das Thema interessiert und vor allem würde ich ihn jeder queeren Frau empfehlen. Ich bezweifle, dass sich nicht queere Personen so in die Thematik hineinversetzen können, denn das Buch lebt von den Emotionen und den Gedanken. Wer einen heftigen Plot erwartet, wird hiermit eventuell nicht zu 100% glücklich, aber für jeden, der sich in die erste queere Liebe einer jungen Frau hineinfühlen möchte, wird hiermit gut bedient sein. Ich wusste, worauf ich mich einlasse und wurde nicht enttäuscht! Das Buch hat sogar das Potenzial eins meiner Jahreshighlights werden!

Auch wenn der Roman ursprünglich vor 10 Jahren erschienen ist, ist die Thematik so aktuell wie noch nie, auch wenn Liebende heutzutage wohl kaum noch über e-Mails kommunizieren oder sich gegenseitig auf die Facebook Pinnwand schreiben. Dies hat mich tatsächlich zum Schmunzeln gebracht, aber mir auch einen Hauch Nostalgie entgegengebracht.

Chloé Caldwell hat erwähnt, dass sie diesen Roman ursprünglich für sich selbst geschrieben hat und gar nicht veröffentlichen wollte und so liest er sich auch, was ich positiv meine. Er ist wie eine Ansammlung von Tagebucheinträgen und sprüht nur so von Authentizität, was ihn so einzigartig macht!

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, falls das nicht klar ist, dass eine queere Liebe etwas total Schönes ist und es neben solcher Geschichten, wie in diesem Buch, auch total gesunde Verbindungen gibt!

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