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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.09.2025

Ernst und wehmütig

Organisch
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Das erste Buch von Giulia Enders, „Darm mit Charme“, habe ich regelrecht verschlungen – locker, witzig, informativ und mit viel Liebe zum Detail. Deshalb war klar: „Organisch“ musste ich unbedingt lesen.

Diesmal ...

Das erste Buch von Giulia Enders, „Darm mit Charme“, habe ich regelrecht verschlungen – locker, witzig, informativ und mit viel Liebe zum Detail. Deshalb war klar: „Organisch“ musste ich unbedingt lesen.

Diesmal widmet sich Enders anderen Organen – Lunge, Immunsystem, Haut, Muskeln und Gehirn. Jedes Kapitel beginnt mit einer sehr persönlichen Erinnerung, meist aus ihrer Familie, über ihre Oma, Verlust oder das Leben an sich. Danach folgt eine kurze, eher einführende Darstellung der wissenschaftlichen Aspekte. Tiefergehende Erklärungen bleiben dabei aber oft aus. Vieles hat man schon einmal gehört, und die Kürze der Kapitel lässt kaum Raum, wirklich in ein Thema einzutauchen.

Auch der Ton ist ganz anders als im Vorgänger: weniger verspielt und humorvoll, dafür sachlicher, manchmal sogar wehmütig. Für mich wollte das nicht so recht zusammenpassen – die intimen persönlichen Einblicke und der eher oberflächliche Sachbuchteil harmonieren nicht.

Insgesamt hat mich das Buch eher traurig und etwas ratlos zurückgelassen. Vielleicht ist es ein ehrlicher Einblick in das, was aus einer jungen, enthusiastischen Medizinerin wird, wenn sie älter und ernster wird. Aber als Leserin, die sich auf den Esprit und die Leichtigkeit von „Darm mit Charme“ gefreut hatte, hat mir hier genau das gefehlt.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

YA ohne Romance

Ein Cookie für den Dämon
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Ein Buch, das ich mit großer Neugier begonnen habe und das mich in der ersten Hälfte auch wirklich mitgenommen hat. Die Idee, dass eine eher untypische Protagonistin plötzlich mit einem Dämon konfrontiert ...

Ein Buch, das ich mit großer Neugier begonnen habe und das mich in der ersten Hälfte auch wirklich mitgenommen hat. Die Idee, dass eine eher untypische Protagonistin plötzlich mit einem Dämon konfrontiert wird, hatte etwas Frisches. Es war spannend, ein bisschen düster, und die Dynamik zwischen Robin und Zylas war zu Beginn interessant.

Leider flacht die Geschichte für mich nach der Hälfte deutlich ab. Es gibt kaum Entwicklung. Weder in der Beziehung zwischen den Figuren noch in der Hauptfigur selbst. Die Gespräche drehen sich im Kreis, Launen und Gedanken wiederholen sich, und dabei bleiben die Charaktere insgesamt sehr eindimensional. Jede Figur scheint auf eine einzige Eigenschaft reduziert zu sein. Das reicht für mich auf Dauer nicht, um Interesse zu halten.

Gleichzeitig wird die Handlung plötzlich immer actionreicher: ein Kampf hier, eine Wendung da, noch ein Gegner – aber all das passiert eher mit Robin als durch sie. Ihre Rolle wird passiver, und ich hatte das Gefühl, dass sie mehr mitgeschleift wird, als wirklich Teil der Handlung zu sein.

Für eine jüngere Zielgruppe (eher untere YA) mag das Buch trotzdem gut funktionieren, besonders für Leser:innen, die mehr an der Welt und der Idee als an Tiefe und Charakterentwicklung interessiert sind. Romance gibt es hier übrigens keine. Wer darauf hofft, wird enttäuscht.

Insgesamt für mich ein solides Buch mit starkem Anfang, das sein Potenzial aber leider nicht durchhält.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Wenig für den Alltag

Stress verstehen
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Ich bin mit der Erwartung an das Buch gegangen, ein besseres Verständnis für Stress zu bekommen und vor allem auch ein paar konkrete Impulse, wie man individuell damit umgehen kann. Genau dieser Teil, ...

Ich bin mit der Erwartung an das Buch gegangen, ein besseres Verständnis für Stress zu bekommen und vor allem auch ein paar konkrete Impulse, wie man individuell damit umgehen kann. Genau dieser Teil, der auf dem Cover sogar angekündigt wird („mit individuellen Strategien Stress bewältigen“), kam für mich aber viel zu kurz. Erst am Ende geht’s mal schnell um Bewegung, Schlaf, Beziehungen, Beschäftigung … das war weder besonders tief noch irgendwie aktivierend. Und damit auch nicht wirklich hilfreich.

Inhaltlich pendelt das Buch irgendwo zwischen Biologie, Philosophie und Gesellschaftsanalyse. Klingt erstmal spannend, aber für mich war’s zu unfokussiert. Die biologischen Erklärungen waren zum Teil sehr detailliert, gleichzeitig aber so fragmentiert, dass ich wenig mitnehmen konnte. Ich hätte mir eher ein Mindestmaß an verständlicher Biologie gewünscht und darauf aufbauend etwas Konkretes.

Was mir am meisten zu schaffen gemacht hat, war die Struktur: Viele Unterkapitel wirkten durcheinander, Themen aus früheren Kapiteln tauchten später einfach wieder auf, ohne dass ich erkennen konnte, warum. Es war einfach kein roter Faden da.

Ich bin am Ende ehrlich gesagt ratlos zurückgeblieben. Ich weiß nicht, was ich aus dem Buch konkret in meinen Alltag mitnehmen soll, außer: Stress ist komplex, Bewegung ist gut, Süchte sind schlecht. Aber das wusste ich vorher auch schon.

Wichtiges Thema, sympathisch geschrieben – aber der versprochene Mehrwert hat sich für mich leider nicht eingestellt.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Sadness forever

Happiness Forever
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Tja, hier wurde das Buch mitsamt Klappentext und Aufmachung einfach komplett falsch verkauft. Leichtigkeit, Freude, Charme und Humor? Davon findet sich im Buch eigentlich nichts. Stattdessen ist es durchgehend ...

Tja, hier wurde das Buch mitsamt Klappentext und Aufmachung einfach komplett falsch verkauft. Leichtigkeit, Freude, Charme und Humor? Davon findet sich im Buch eigentlich nichts. Stattdessen ist es durchgehend bedrückend – fast schon lähmend – und zieht einen eher runter als mit. Das Originalcover trifft den Ton deutlich besser als das deutsche. Und dadurch ist es echt schwierig, das Buch fair zu bewerten – weil man eben etwas ganz anderes erwartet.

Vom Stil her hat mich das Ganze stark an All die kleinen Vogelherzen erinnert. Wieder eine Protagonistin, die sich komplett verloren fühlt, nicht so recht ins Leben findet und größtenteils in ihrem eigenen Kopf lebt. Handlung gibt es kaum, Entwicklung auch nicht, und ausgerechnet die Figuren bleiben erschreckend flach – obwohl alles so sehr auf Innenleben ausgerichtet ist. Trotzdem bleiben einige Fragmente lange im Kopf und wenn man sich auf die Geschichte einlässt, kann sie doch auf eine skurrile Weise interessant sein.

Wer sich für (relativ monotone) Therapiesitzungen als literarisches Setting begeistern kann und keine echte Entwicklung erwartet, für den könnte das hier trotzdem etwas sein. Denn im Grunde geht’s um genau das – und um nicht viel mehr.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Okay

11,5 Rules für dein erfolgreichstes Leben
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Ein nettes, kurzweiliges Hörbuch von Maxi Gstettenbauer, den ich vorher gar nicht kannte. Dass er es selbst eingesprochen hat, ist für mich ein großer Pluspunkt – das macht es nochmal persönlicher.

Gstettenbauer ...

Ein nettes, kurzweiliges Hörbuch von Maxi Gstettenbauer, den ich vorher gar nicht kannte. Dass er es selbst eingesprochen hat, ist für mich ein großer Pluspunkt – das macht es nochmal persönlicher.

Gstettenbauer wollte ein anderes Selbsthilfebuch schreiben, eines ohne starre Vorgaben, das den Fokus weg von toxischer Positivität und hin zu einem insgesamt umsetzbaren Umgang mit sich selbst lenkt. Das gelingt ihm meiner Meinung nach auch, insgesamt zumindest. Für mich war es aber vor allem eins: etwas Humorvolles für zwischendurch.

Ein paar gute Tipps sind drin, wirklich Neues habe ich aber nicht gehört. Manche Ratschläge waren für mich auch nicht so passend, aber immerhin war es stellenweise witzig. Wie gesagt, mir war Gstettenbauer vorher kein Begriff, und Humor ist schließlich subjektiv. So wie der Buchgeschmack auch. Für mich bleibt es ein kurzweiliges Hörbuch, das hier und da zum Schmunzeln bringt.

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