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Veröffentlicht am 03.06.2025

Ich wünschte ich könnte dieses Buch nochmal zum ersten Mal lesen!

Will & Will
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Vielleicht bin ich nicht die neutralste Person um dieses Buch zu bewerten. John Green ist einer meiner liebsten Autoren und das war das letzte Jugendbuch, welches ich noch nicht von ihm gelesen hatte. ...

Vielleicht bin ich nicht die neutralste Person um dieses Buch zu bewerten. John Green ist einer meiner liebsten Autoren und das war das letzte Jugendbuch, welches ich noch nicht von ihm gelesen hatte. Eine Schande um ehrlich zu sein. "Will & Will" ist gerade definitiv zu einem meiner Lieblingsbücher geworden.

Zugegeben die ersten 50 Seiten waren irgendwie nicht meins. Es war für mich etwas schwierig in den Roman reinzukommen und war auch kurz davor ihn erstmal einfach auf Seite zu legen. Wüsste ich nicht, dass John Green sonst nur gute Bücher schreibt, hätte ich das vielleicht auch getan. Nach dem Anfang ist aber etwas passiert was mich gänzlich verzaubert hat.

Die Charaktere haben eine wirklich schöne Tiefe. Jeder einzelne ist super authentisch und nahbar ausgearbeitet. In dem Zusammenhang werden die verschiedensten, nicht so ganz leicht zu verdauenden,Themen behandelt. Keines davon ist leicht zu verdauen, jedoch wird dies mit einer Leichtigkeit gemacht, die einmalig ist. Damit es nicht falsch verstanden wird, es wird nicht den Themen ihre Schwere abgenommen, im Gegenteil, all diese Themen sind Teil unserer Realität und so werden sie auch wahrgenommen und dargestellt. Sie gehören (leider) zum Leben dazu. Gerade mentale Themen werden nicht versucht verschwinden zu lassen, sondern es wird gezeigt, dass es auch Wege gibt damit zu leben. Aber all das passiert irgendwie auf eine Weise die unmöglich ist zu beschreiben. Einfühlsam kommt da am nächsten dran.

Der Erzählstil ist jugendlich, jedoch wirkt es nicht aufgesetzt, sondern ziemlich authentisch. Die Geschichte nimmt unerwartete Wendungen und das Ende - ich LIEBE das Ende.

Wer Coming-of-Age liebt sollte es lesen. Unbedingt!

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Am Ende ist doch alles nur zufällig...

Fast genial
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Wie wichtig ist es für einen Menschen zu wissen, wer seine Eltern sind? Wie viel sind unsere Gene an unserem Schicksal schuld? Wie viel haben wir selbst in der Hand? Und wo sind wir einfach dem Leben und ...

Wie wichtig ist es für einen Menschen zu wissen, wer seine Eltern sind? Wie viel sind unsere Gene an unserem Schicksal schuld? Wie viel haben wir selbst in der Hand? Und wo sind wir einfach dem Leben und seinen Tücken ausgeliefert? Auf die Fragen versucht Francis eine Antwort zu bekommen.

Die Ausgangslage war ziemlich klischeehaft. Ein Junge aus dem Trailerpark, ein Nerd und das hübsche Mädchen begeben sich auf eine Reise auf der sie über sich hinauswachsen müssen. Keinen der Charaktere habe ich wirklich gemocht. Aber das war völlig egal. Vielleicht war es gerade das, warum ich das Buch so sehr mochte. So oft wollte ich in die Seiten greifen und jemandem den richtigen Weg zeigen. Aber genauso ist eben das Leben oft. Man selbst sieht den richtigen Weg nicht und ist von seinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen zu sehr eingenommen. Gerade deswegen habe ich jeden Einzelnen nach und nach mit ihren Ecken und Kanten lieben gelernt.

Die Geschichte entwickelt sich ziemlich gradlinig, wird nie krass spannend aber eben auch nie langweilig. Es werden allerlei sensible Themen besprochen, manche etwas unsensibel aber so passte es zu den Charakteren - sie wussten es einfach nicht besser. Und das ist auch das Besondere an diesem Buch. Es lebt von seinen Charakteren, weil sie so echt sind.

Die Coming-of-Age Thematik wird perfekt getroffen und ich bin mir sicher (ich meine ich habe es selbst gespürt), dass Heranwachsende daraus definitiv etwas mitnehmen können. Jedoch muss ich vorwarnen: Das Ende ist zwar perfekt, jedoch eine reine Folter.

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Ein faszinierendes Buch über ein faszinierendes Lebewesen

Die Geschichte der Bienen
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"Die Geschichte der Bienen" erzählt von dem Leben dreier Personen, die alle in ganz unterschiedlichen Zeiten leben. Und doch sind sie alle miteinander verbunden - durch die Bienen!

Bevor ich das Buch ...

"Die Geschichte der Bienen" erzählt von dem Leben dreier Personen, die alle in ganz unterschiedlichen Zeiten leben. Und doch sind sie alle miteinander verbunden - durch die Bienen!

Bevor ich das Buch angefangen hatte, hatte ich mir einige Rezensionen dazu durchgelesen. Und ich bin immer wieder auf welche gestoßen, die das Buch nur so mittelmäßig fanden (gerade auf Lovelybooks). Trotzdem hatte ich das Gefühl das Buch lesen zu müssen. Ich habs getan und bin froh drum.

In einem hatten die kritischeren Rezensionen recht: Die Protagonisten sind alles andere als liebenswert. Zumindest auf den ersten Blick!
Sie sind alle voller Fehler und verhalten sich teils wirklich unmöglich, jedoch einfach authentisch. Sie wirken wie echte Menschen. Sie sind voller Fehler und machen Dinge, die mich nur zum Kopfschütteln bewegen konnte. Wer auf der Suche nach wundervollen Protagonisten ist, die man am liebsten als Freunde haben wollen würde, ist bei dem Buch völlig falsch. Wer das echte Leben und eine Menge, teils schmerzhafte Authentizität sucht, dem würde ich die Geschichte ans Herz legen.

Ich bin nicht genug in der Materie drin um zu beurteilen, ob das, was in dem Buch steht auch wirklich so passiert ist oder möglicherweise passieren könnte, jedoch wirkt es, wie bei den Charakteren, so unglaublich echt. Der Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen. Der Spannungsbogen ist ruhig, die Handlung in Teilen etwas vorhersehbar, überrascht jedoch trotzdem immer durch nette Kniffe.

Man lernt in dem Buch so einiges über Bienen (mein Empfinden ihnen gegenüber hat sich auf jeden Fall gewandelt), die ganze Natur und den Menschen. Wer es, so wie ich, in einem Bücherschank finden sollte, sollte es mitnehmen. Es wird dich auf die ein oder andere Art bereichern! (Man kann es sich natürlich auch kaufen, das ist auch in Ordnung xD)

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Snow landet immer oben - oder doch eher daneben?

Die Tribute von Panem X. Das Lied von Vogel und Schlange
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In "Die Tribute von Panem X" begleiten wir Coriolanus Snow durch das letzte Jahr seiner Schullaufbahn. Er wird Mentor für den weiblichen Tribut aus Distrikt 12 - Lucy Gray. Was man vom nüchternen Snow ...

In "Die Tribute von Panem X" begleiten wir Coriolanus Snow durch das letzte Jahr seiner Schullaufbahn. Er wird Mentor für den weiblichen Tribut aus Distrikt 12 - Lucy Gray. Was man vom nüchternen Snow aus der Panem Reihe vielleicht nicht erwartet hätte, entwickelt er für sie Gefühle. Kann das gut gehen?

Das Buch hat definitiv eine interessante Geschichte zu erzählen, die einen als Leser immer wieder fordert. Ständig muss sich Snow moralischen Fragen stellen. Man ist als Leser ganz nah dran zu beobachten wie er immer mehr zu dem Snow wird, den man schon aus der Hauptreihe kennt. Manchmal will man ihn einfach nur schütteln und auf den richtigen Weg drängen - nur geht das leider nicht. Dadurch ist man emotional aber voll involviert und das macht die Geschichte so unglaublich lesenswert.

Allerdings ist anzumerken, dass das Buch auch seine Längen hat. Ein paar Seiten hier und da weniger hätten definitiv nicht geschadet und hätten es dadurch prägnanter und schärfer gemacht. Der Schreibstil ist weiterhin flüssig und angenehm zu lesen.

Für die Fans der Reihe eine wundervolle Ergänzung!

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Wem gehört eigentlich mein Körper?

Fünf Tage im Licht
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Ich habe "Fünf Tage im Licht" schon vor einer Woche beendet und trotzdem begleitet es noch immer meinen Alltag. Die Geschichte setzt sich auf eine ganz einzigartige Weise damit auseinander, was der weibliche ...

Ich habe "Fünf Tage im Licht" schon vor einer Woche beendet und trotzdem begleitet es noch immer meinen Alltag. Die Geschichte setzt sich auf eine ganz einzigartige Weise damit auseinander, was der weibliche Körper ist und wem er gehört. In dem 300 Seiten langen Roman begleiten wir die erfolglose Künstlerin Sophie, welche von ihrem Partner gedrängt wird, sich mit der Frage nach Kindern auseinander zu setzen. Aber kann man eine irgendwann erfolgreiche Künstlerin und gute Mutter sein? Dazu nimmt sie uns auf eine sehr rohe Art mit in ihre Gedanken.

Überrascht bin ich, dass ich an keiner Stelle von dem Roman gelangweilt war. Denn eigentlich ist die Handlung eher wenig ereignisreich. Im Fokus steht die gedankliche Auseinandersetzung mit Themen wie Kinderwunsch, Weiblichkeit, Freundschaft, Klassizismus, welche von Ereignissen eines fünftägigen Junggesellinnenabschieds in Griechenland angestoßen wird. Gerade das Thema Weiblichkeit und Kinderwunsch wird dabei durch die wirklich wundervollen und sehr bereichernden "Zwischenkapiteln" ergänzt. In diesen kurzen Kapiteln werden Selbstaktdarstellungen von teils fast vergessenen Künstlerinnen in den Blick genommen, beschrieben und aus Sophies Blick diskutiert. Gerade aus diesen Kapiteln habe ich für mich unglaublich viel schöpfen können. Gerade die dadurch entstehende Mischung aus Fiktionalität und Realität ist so intensiv, dass sie mich wirklich emotional sehr berührt hat und meine Sicht auf bestimmte Dinge nachhaltig verändert hat. An der Stelle muss ich jedoch anmerken, dass dem Buch eine Triggerwarnung gut getan hätte! Insbesondere die Themen Fehlgeburt und Kindstod traten sehr unvorhergesehen auf.
Aber auch der Teil, der in Griechenland spielt, war spannend zu verfolgen. Gerade Sophie hat mich immer wieder in moralische Dilemmata geworfen. Denn sie ist alles andere als perfekt. Im Gegenteil, sie mach viel falsch, aber ist dabei immer sehr nachvollziehbar. Sie ist vielleicht nicht die klassische Protagonistin, mit welche man sich identifizieren will, jedoch ist das genau richtig so. Denn so blieb, zumindest in meinem Empfinden, mehr Raum für meine eigenen Gedanken.
Das griechische Setting ist zudem wirklich wundervoll umgesetzt. Ich hatte stets sehr klar vor Augen wie es in der kleinen Villa in Strandnähe aussieht, konnte erahnen, was zu hören ist und wie der Ort riecht. All das, ohne dass man in dem Roman von Landschaftsbeschreibungen erschlagen wird. Jedoch hat die Autorin auf eine sehr natürliche Art und Weise eine angenehm bildhafte Sprache, wodurch ich nur so in die Geschichte abgetaucht bin.

Am Ende verblieb ich mit dem Gefühl, dass es wichtig ist einfach glücklich zu werden, auch wenn man manchmal dafür seine Grenzen ziehen muss. Auch wenn das bedeutet, Menschen zu verletzen. Auch wenn das bedeutet, aufzufallen. Aber das eigene Glück, das sollte es einem wert sein. "Fünf Tage im Licht" von Rhiannon Lucy Cosslett ist somit von mir eine dicke Empfehlung!

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