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Veröffentlicht am 25.06.2025

Zwei Schwestern, ein großes Geheimnis und viele unausgesprochene Gefühle

Die Inselschwimmerin
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Nach zwanzig Jahren in London kehrt Evie überstürzt in ihre Heimat, die Orkneyinseln, zurück. Denn ein Brief ihrer alten und treuen Freundin Freya hat ihr mitgeteilt, dass ihr Vater schwer erkrankt sei ...

Nach zwanzig Jahren in London kehrt Evie überstürzt in ihre Heimat, die Orkneyinseln, zurück. Denn ein Brief ihrer alten und treuen Freundin Freya hat ihr mitgeteilt, dass ihr Vater schwer erkrankt sei und das nun ihre letzte Chance sei, ihn noch einmal zu sehen. Evie kann sich nun vor einem Besuch nicht mehr drücken und kehrt nervös und ängstlich in ihre alte Heimat zurück. Doch leider kommt sie zu spät und ein Arzt kann ihr nur noch den Tod ihres geliebten Vaters mitteilen. Nun bereut Evie es, niemals wieder zurückgekehrt zu sein, doch das große Geheimnis, das immer im Raum steht und für das Weggehen von Evie gesorgt hat, ist immer präsent und sorgt für Hemmung und Zurückhaltung. Auch an der Beziehung zu ihrer älteren Schwester Liv hat sich nichts geändert und diese ist immer noch voller Hass auf ihre kleine Schwester. Einzig Freya freut sich über Evies Rückkehr und empfängt sie mit offenen Armen. Denn sie hatte immer Kontakt zu Evie, von dem Geheimnis, das diese aber immer mit sich herumträgt, weiß sie aber auch nichts. Doch kann Evie weiterhin stillschweigen?

Lorraine Kelly beschreibt in diesem Roman das Leben von Evie auf mehreren Zeitebenen. Diese werden zu Beginn der einzelnen Kapitel angezeigt, ebenso die unterschiedlichen Schauplätze, sodass es nicht zu Verwirrungen kommen kann. Da aber auch viele andere Charaktere aus ihrer Sicht berichten und diese Perspektivwechsel nie vorher angeküdigt werden, sondern von Absatz zu Absatz wechseln, wirkt es anfangs etwas verwirrend. Dennoch entsteht eine Art Sog, die dafür sorgt, dass die Leser immer weiterlesen wollen. Erfahren sie doch zeitgleich etwas über die Zeit von Evie Eltern bevor diese Kinder bekamen, dann als endlich die erste Tochter und schließlich die zweite Tochter geboren werden und auch, wie diese heranwachsen und zu jungen Erwachsenen werden, aber auch Evies Zeit in London, ihre Beziehung zu Jeremy bis hin zu Evies Rückkehr auf die Orkneyinseln und somit die Gegenwart.

Anfangs war ich ganz gefesselt von der Art, wie die Autorin ihre Leser mitnimmt auf eine Reise durch Evies Leben. Auch das Geheimnis lüftet sie erst im letzten Drittel, sodass die Spannung und Ungewissheit lange aufrechterhalten wird. Allerdings gefällt mir die Auflösung desselben nicht so gut, wird es doch nicht aus Evies Sicht, sondern neutral aus der Sicht der Autorin geschildert, weshalb ich die Emotionen von Evie nicht gut nachvollziehen konnte. Auch sonst finde ich, dass der Roman ab dem letzten Drittel an Fahrt verloren und die Autorin sich in Nebensächlichkeiten und den Leben der Nebencharaktere verloren hat. Insgesamt ein Roman, der aufgrund seiner vielen Themen, wie Gaslighting, unverarbeiteten Traumata, Hass, Eifersucht, Trauer und physischer Gewalt, sehr bewegend und tiefgründig ist, dessen Ende mich aber leider nicht vollkommen überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Eine besondere Begegnung vor Monets "Seerosen"

Sommerfarben in der Stadt der Liebe
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Marie Michel lebt für die Kunst und schreibt seit einigen Jahren an ihrer Doktorarbeit über Claude Monet und sein Schaffen. Allerdings steckt sie fest und ist frustriert. Um trotzdem über die Runden zu ...

Marie Michel lebt für die Kunst und schreibt seit einigen Jahren an ihrer Doktorarbeit über Claude Monet und sein Schaffen. Allerdings steckt sie fest und ist frustriert. Um trotzdem über die Runden zu kommen, führt die Gruppen durch die Orangerie und gibt ihnen hier ihr Wissen über Monet weiter. Denn auch nach Jahren ist ihre Liebe zu den "Seerosen" und anderen Gemälden sehr groß. Bei einer dieser Führungen trifft sie den Deutschen Jan Zimmer, der mit seiner Klasse auf Studienfahrt ist und Marie mit einer seiner Thesen komplett aus dem Konzept bringt. Weiß er doch nichts über ihren großen Liebeskummer und die anstrengende Zeit mit ihrem Ex-Freund Antoine. Bei einem weiteren Zusammentreffen spüren aber Beide, dass sie sich eigentlich mögen und beschließen spontan, Giverny und somit Monets Wohnort zu besuchen. Doch fühlen sich Marie und Jan schon wieder bereit für die Liebe, die so allgegenwärtig über ihren Treffen schwebt?

Lily Martin ist das Pseudonym der bekannten Autorin Anne Stern. In dieser Reihe "Paris und die Liebe" entführt sie ihre Leser in das sommerliche und bezaubernd schöne Paris mit seinem liebenswürdigen Viertel Quartier Latin. Mit Marie hat sie eine etwas chaotische und herzerwärmend liebe Protagonistin gewählt, die nach einer schwierigen Beziehung gerade nicht mehr weiß, was sie von der Liebe halten soll. Dennoch erfährt sie mit und durch Jan, dass eine neue Liebe möglich ist, aber auch etwas Mut bedarf.

Voller Freude bin ich in diesen Roman eingetaucht und habe das Lesen sehr genossen. Denn die Art, wie Lily Martin erzählt, ist flüssig und leicht, sodass es perfekt zur Handlung passt. Auch der französische Lebensflair spielt eine große Rolle und macht Lust, ebenfalls selbst auf der Terrasse mit einem Croissant und einer Chocolat chaud zu sitzen und die Sonne zu genießen.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Freundschaft oder Liebe?

The summer we kissed
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Ethan und Natalia sind seit langer Zeit beste Freunde und kennen sich in- und auswendig. Doch am diesjährigen Prom hat sich daran etwas geändert. Denn die Beiden haben sich geküsst. Obwohl es wunderschön ...

Ethan und Natalia sind seit langer Zeit beste Freunde und kennen sich in- und auswendig. Doch am diesjährigen Prom hat sich daran etwas geändert. Denn die Beiden haben sich geküsst. Obwohl es wunderschön war und sie nicht genug davon bekommen konnten, haben sie nach wenigen Minuten abgebrochen und Natalia ist gegangen. Da sie sich die ganzen Ferien nicht mehr gesehen haben, ist das Wiedersehen am Morgen vor dem Senior Sunrise, einem Tag, der das folgende Abschlussjahr einläutet, etwas steif. Haben sie sich doch beinahe geghostet. Da keiner über seine Gefühle sprechen möchte und sie auch denken, dass die Empfindungen einseitig sind, gehen sie sich auch weiterhin aus dem Weg. Das ändert sich aber schlagartig, als Natalia die Flasche mit den geheimen Lion Letters öffnet und einige der Briefe davonfliegen. Denn die Briefe enthalten allesamt die Wünsche der Schüler, was sie im neuen Schuljahr erwarten, was sich in ihrem Leben ändern sollte oder einfach, was sie tief in ihrem Inneren bewegt. Natalia hat Angst, dass jemand ihren Brief liest, weshalb sie ihn aus der Flasche nehmen wollte. Ethan bemerkt ihre Tat und steht ihr natürlich zur Seite, was sie wieder zu Verbündeten macht. Doch leichter wird das Gefühlschaos so bei Beiden nicht...

Eva Des Lauriers hat einen tollen Zeitrahmen für diesen Roman gewählt, denn alles spielt sich innerhalb von 24 Stunden ab und wird nur durch kleinere Rückblicke zu anderen Ereignissen ergänzt. Da die Erzählperspektive immer zwischen Natalia und Ethan wechselt, erhählt der Leser tiefere Einblicke in die Gedanken und Taten der Beiden und kann so auch ihr Handeln besser nachvollziehen. Da die Autorin einen modernen , flüssigen Erzählstil hat, fliegen die Seiten nur so dahin.

Ich fand den Roman perfekt für meine vergangenen zwei Tage, die ich lesend bei sonnigem Wetter verbracht habe. Ist die Handlung doch sommerlich leicht, geprägt von einigen Missverständnissen, aber dennoch mit der stetigen Hoffnung auf ein Happy End und daher wunderbar romantisch.

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Zwei unterschiedliche Charaktere auf der Weg zur Geschichte ihres Lebens

Great Big Beautiful Life
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Alice Scott ist Journalistin für ein renommiertes Magazin, für das sie vorallem Promi-Porträts verfasst. Ihre Mutter kann damit kaum etwas anfangen und versucht immer noch, Alice andere Berufszweige vorzuschlagen, ...

Alice Scott ist Journalistin für ein renommiertes Magazin, für das sie vorallem Promi-Porträts verfasst. Ihre Mutter kann damit kaum etwas anfangen und versucht immer noch, Alice andere Berufszweige vorzuschlagen, aber Alice liebt ihren Job. Aus diesem Grund hat sie auch die als verschollen geltenden Margaret Ives aufgespürt und möchte nun deren Biografie verfassen. Allerdings wusste sie nicht, dass auch ein anderer Autor um dieses Buchprojekt kämpft und Margaret die Beiden nun zu einem Probemonat einlädt, um sich danach zu entscheiden. Hayden Anderson hat nicht nur den Pulitzer-Preis für sein letztes Werk erhalten, sondern möchte das Buch auch unbedingt schreiben, weshalb er weit mehr Konkurrenzdenken an den Tag legt, als Alice erwartet hätte. Dennoch kommen sich die beiden Autoren näher und es knistert zwischen ihnen. Doch wie kann eine junge Liebe wachsen, wenn Beide um ein Buchprojekt kämpfen?

Emily Henry widmet dieses neue Buch gleich zwei Erzählsträngen, denn einerseits erzählt sie von Alice und Hayden und deren wachsender Liebe, andererseits tauchen sie tief in die Lebensgeschichte von Margaret Ives ein und sind durch ihre Verschwiegenheitsvereinbarungen an eine gewisse Geheimhaltung gebunden. Der Erzählstil der Autorin ist sehr flüssig und liest sich daher schnell.

Dieses Buch ist nun mein fünftes der Autorin und ich hatte hohe Erwartungen. Allerdings wurden diese nicht vollständig erfüllt, was ich etwas schade finde. Denn ich finde, es ist der Autorin nicht gelungen, die Handlung von der ersten Seite an so fesselnd zu gestalten, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen, sodass ich weit länger gebraucht habe, um den Roman zu beenden, als erwartet. So haben sich auch manche Längen eingeschlichen, die meiner Meinung nach nicht nötig gewesen wären. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und wurde mit einem runden und durchaus gelungenen Ende überrascht.

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Ein ungleiches Ermittlerduo begibt sich zum ersten Mal auf Spurensuche

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Tommes Mann, der von allen aber nur Tommi genannt werden möchte, lebt seit einem Jahr in einem Wohnmobil und fährt damit von Übernachtungsmöglichkeit zu Übernachtungsmöglichkeit. Zum Duschen geht er immer ...

Tommes Mann, der von allen aber nur Tommi genannt werden möchte, lebt seit einem Jahr in einem Wohnmobil und fährt damit von Übernachtungsmöglichkeit zu Übernachtungsmöglichkeit. Zum Duschen geht er immer wieder ins Altenheim zu seinem Vater. Ansonsten versucht er sich gerade an seinem ersten Thriller, der aber schon nach fünfzehn Seiten ins Stocken geraten ist. Zum Saubermachen hat er die Ukrainerin Svetlana von seinem Vater geerbt. Diese ist es auch, die ihm immer wieder wertvolle Hausmittel, Ernähnrungstipps, Literaturempfehlungen und vorallem Sprichwörter mit auf den Weg gibt. Als sie eines Tages gemeinsam ein Kind im Wald entdecken, das ausgerüstet mit einem kleinen Rucksack, etwas Proviant und einem Zettel mit der Aufschrift "Hilf mir", herumläuft. Für Svetlana ist die Sache klar, denn sie will dem Kind helfen und nicht wegsehen. Doch keiner der beiden ungleichen Freunde hätte damit gerechnet, dass sie schneller mitten in Ermittlungen rund um dieses kleine Mädchen, seine Mutter und noch andere Spuren stecken, dass für Tommi sein Buch vollkommen in den Hintergrund rückt.

Volker Klüpfel beginnt mit diesem Buch seine neue Reihe rund um den absolut erfolglosen, von schlechter Menschenkenntnis gezeichneten und unglücklich verliebten Tommi und dessen bestimmter, vorwitziger und unterhaltsamer Putzfrau Svetlana. Obwohl sich die Handlung nur sehr langsam aufbaut und dadurch auch der Fall nur sehr langsam an Fahrt aufnimmt, ist der Roman immer interessant und steckt voller Überraschungen.

Schon aufgrund des Covers war ich sehr interessiert an dem Buch, was durch den Titel nur noch verstärkt wurde. Beim Lesen habe ich dann meinen positiven Eindruck bestätigt bekommen und mich schnell in der Handlung wohlgefühlt. Ich mag die sehr speziellen Hobbyermittler, die mir auch schnell ans Herz gewachsen sind.

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