Profilbild von EvaG

EvaG

Lesejury Star
offline

EvaG ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit EvaG über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.08.2025

Ein Apfelhof im Alten Land

Apfelzeit am Deich
0

Merle liebt ihre Oma Grete über alles und besucht sie so oft wie möglich auf ihrem Apfelhof in der Kleinstadt Jork im Alten Land. Doch diesmal spürt sie schnell, dass ihre Oma langsam Hilfe braucht. Deshalb ...

Merle liebt ihre Oma Grete über alles und besucht sie so oft wie möglich auf ihrem Apfelhof in der Kleinstadt Jork im Alten Land. Doch diesmal spürt sie schnell, dass ihre Oma langsam Hilfe braucht. Deshalb spricht Merle nicht nur mit ihrer Mutter Wiebke und ihrem Bruder Paul, sondern nimmt sogar Kontakt zu ihrem Vater Hauke auf, obwohl sie ihn in den letzten Jahren gemieden hat. Denn die Familie ist nicht mehr vereint, sondern durch viele Streitereien und unglückliche Umstände in der Vergangenheit in viele Kleinteile zersprengt. Für Grete wird es allerdings immer wichtiger, Frieden mit allen zu schließen und die alten Fehden endlich zu beenden. Doch nur mit einigen Tricks gelingt es ihr, in kleinen Schritten an einer Familienzusammenführung zu arbeiten.

Frieda Lamberti hat für diesen Roman die wunderschöne Kulisse des Alten Landes gewählt. Der Apfelhof ist malerisch gelegen und bietet die perfekte Gelegenheit, um langanhaltende Streitereien endlich zu klären. So ist der Roman geprägt von Grete, die endlich mit den Missverständnissen der vergangenen Jahre aufräumen will und das in Form von vielen Gesprächen und einigen Tricksereien tut. Da sich der Erzählstil der Autorin sehr flüssig liest, kommt es nie zu Längen und die Handlung schreitet zügig voran.

Ich mochte den Roman wirklich gerne und hatte einige unterhaltsame Lesestunden. Da die Handlung keine allzu großen Dramen bietet, sondern eher wie eine realistische, aber dennoch schwierige Familiengeschichte anmutet, passt sie perfekt für eine kurzweilige Lesezeit in entspannter Stimmung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2025

Ein Sommer voller Glück

Der Garten der kleinen Wunder
0

Toja lebt in einem ganz besonderen Haus, auf dessen Dach ein Chamäleon sitzt und der Garten einer kleinen Wildnis gleicht. Geschaffen wurde dieses Paradies von Wille, die durch ihre pure Lebensfreude und ...

Toja lebt in einem ganz besonderen Haus, auf dessen Dach ein Chamäleon sitzt und der Garten einer kleinen Wildnis gleicht. Geschaffen wurde dieses Paradies von Wille, die durch ihre pure Lebensfreude und ihre Offenheit Toja und deren Mitbewohner Bär eine Heimat gegeben hat, wo sie einfach so sein können, wie sie sind. Nachdem Wille verstorben war, haben die beiden Freunde das Haus behalten dürfen. Und nun hat Toja das Glück, ihre Erfahrungen und ihr Wissen an die ebenfalls introvertierte Vica weitergeben zu können. Gemeinsam verbringen sie Zeit im Garten, führen Gespräche oder sind manchmal auch einfach nur Still.

Patricia Koelle-Wolken hat in diesem Roman ganz besondere Protagonisten ausgewählt, die durch ihre besonderen und einzigartigen Charaktereigenschaften einen verwunschenen Garten auf eine andere und vielleicht für manche Menschen ungewöhnliche Weise mit Leben füllen. Denn obwohl das Leben als hochsensibler und introvertierter Mensch immer mehr anerkannt wird, fordert die Gesellschaft doch von allen Menschen ähnliche Talente und Wirkungsweisen. Doch diese Normen können Toja und Vica nicht erfüllen und fallen so durchs Raster. Mit viel Einfühlungsvermögen erzählt die Autorin so diesen ganz besonderen Sommer und gleicht sich mit ihrer Erzählgeschwindigkeit auch dem Tempo hochsensibler Menschen an. Dennoch darf auch die Liebe zu Blumen und Insekten nicht fehlen und ist auf jeder Seite spürbar und sorgt für Glück und eine ungekannte Leichtigkeit und gleichzeitig Demut vor der Vielfalt der Natur.

Da ich schon mehrere Romane der Autorin kenne, wusste ich um die tiefgründigen Themen, die häufig in ihren Handlungen im Mittelpunkt stehen. Allerdings ist dieses Buch doch anders als die vorherigen und hat mir nachdenkliche, aber auch packende Lesestunden geschenkt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.07.2025

Liva hat einen Traum...

Love on the last Note
0

... und der ist es, irgendwann einmal einen Plattenvertrag bei einem großen Label zu bekommen und Geld mit ihren eigenen Songs zu verdienen. Die ersten Schritte in diese Richtung hat sie bereits unternommen. ...

... und der ist es, irgendwann einmal einen Plattenvertrag bei einem großen Label zu bekommen und Geld mit ihren eigenen Songs zu verdienen. Die ersten Schritte in diese Richtung hat sie bereits unternommen. Denn sie studiert Musikmanagement, schreibt ihre eigenen Lieder, die sie vorallem auf Social Media bekannter machen und hat nun auch noch den beliebten Werkstudentenjob bei dem großen Label King Records ergattert. Allerdings ist der Sohn von Chef Matthew ein wahrer Stinkstiefel. Schon am ersten Tag wirft er ihr vor, sie wolle sich nur an ihn und seinen Dad heranmachen, um an einen Plattenvertrag zu kommen und ist auch sonst alles andere als nett zu ihr. Doch mit ihr zusammenarbeiten muss er trotzdem, wenn er nicht die Unterstützung seines Vaters verlieren will. Anfangs ist das nicht so spaßig, doch mit der Zeit verändern sich die Vibes zwischen den Beiden.

Nicole Alfa hat einen kurzweiligen, unterhaltsamen Erzählstil, der fesselt und die Zeit wie im Flug vergehen lässt. Denn Liva und Cayden sind sehr sympathische junge Erwachsene, die beide noch studieren und nun als Werkstudenten erste Berufserfahrungen sammeln. Obwohl sie schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit machen mussten, gelingt es ihnen, sich wieder füreinander zu öffnen und langsam wieder zu lernen, wie es ist, einem anderen Menschen zu vertrauen.

Obwohl die Story doch sehr vorhersehbar war und auch keine großartigen Überraschungen bereit gehalten hat, habe ich das Buch unheimlich gerne gelesen. Die Seiten sind nur so dahingeflogen und ich war bereits nach einem Tag schon am Ende angelangt. Meiner Meinung nach hätte die Handlung noch etwas mehr Tiefe vertragen können, sie war aber auch so schon unterhaltsam und sehr schön.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.07.2025

Kristan Dennermann ermittelt wieder

Tod im Friesenhaus
0

Kristan Dennermann ist Immobilienmakler auf Sylt und stößt durch Zufall nun schon auf seine zweite Leiche. Dabei hat er die Ermittlungen zum ersten Mordfall noch nicht richtig verarbeitet. Doch Kommissar ...

Kristan Dennermann ist Immobilienmakler auf Sylt und stößt durch Zufall nun schon auf seine zweite Leiche. Dabei hat er die Ermittlungen zum ersten Mordfall noch nicht richtig verarbeitet. Doch Kommissar Kröger schätzt ihn scheinbar sehr, denn wie selbstverständlich bezieht er ihn in die Ermittlungen mit ein. Denn Dorothea Hußmann war eine inselbekannte Antiquitätenhändlerin, die von allen gemocht wurde und eine große Liebe zu den Schätzen in ihrem Laden verspürt und diese auch an ihre Kunden weitergegeben hat. Doch nun liegt sie im Hinterzimmer ihres Ladens und konnte nicht wie geplant auf große Reise gehen, dabei lag die Abreise kurz bevor. Schließlich wolle sie noch etwas vom Leben haben und sich ihre Rente nun redlich verdient, hat sie allen erzählt. Diese Pläne wurden abrupt zunichte gemacht und Kristan ist fassungslos darüber. Natürlich hilft er bei den Ermittlungen und stellt sich seinen größten Ängsten.

Eric Weißmann knüpft mit diesem neuen Mordfall an den ersten Band der Reihe an, setzt aber nicht voraus, dass dieser bei allen Lesern bekannt ist, sodass vielleicht manches Detail fehlt, aber das ist dann auch nicht relevant. Kristan Dennermann ist ein ganz besonderer Charakter, der sich seinem Hund, einem Corgi namens Prince, sehr verbunden fühlt und diesen immer dabei hat. Seine Arbeit als Immobilienmakler erledigt er sehr gewissenhaft und besitzt eine sehr gute Beobachtungsgabe, die bei den Ermittlungen rund um den Mord von Dorothea Hußmann sehr von Nutzen ist. Obwohl sich der Krimi vordergründig um den Mord dreht, ist auch viel Platz für die persönlichen Belange von Kristan, sodass die Leser ihn sehr gut kennenlernen.

Da sich der Schreibstil von Eric Weißmann sehr flüssig und gut liest, sind die Seiten nur so dahingeflogen und ich war schneller als erwartet am Ende des Buches angelangt. Nachdem ich nun schon zwei Bände der Reihe gelesen habe, ist Kristan mir ans Herz gewachsen und ich mag ihn und seine besonderen Charaktereigenschaften sehr gerne. Die Kombination aus Wohlfühlatmosphäre, der traumhaften Kulisse Sylts und die Ermittlungen im Mordfall ist sehr gelungen und macht Lust auf mehr!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2025

Zwei Schwestern, ein großes Geheimnis und viele unausgesprochene Gefühle

Die Inselschwimmerin
0

Nach zwanzig Jahren in London kehrt Evie überstürzt in ihre Heimat, die Orkneyinseln, zurück. Denn ein Brief ihrer alten und treuen Freundin Freya hat ihr mitgeteilt, dass ihr Vater schwer erkrankt sei ...

Nach zwanzig Jahren in London kehrt Evie überstürzt in ihre Heimat, die Orkneyinseln, zurück. Denn ein Brief ihrer alten und treuen Freundin Freya hat ihr mitgeteilt, dass ihr Vater schwer erkrankt sei und das nun ihre letzte Chance sei, ihn noch einmal zu sehen. Evie kann sich nun vor einem Besuch nicht mehr drücken und kehrt nervös und ängstlich in ihre alte Heimat zurück. Doch leider kommt sie zu spät und ein Arzt kann ihr nur noch den Tod ihres geliebten Vaters mitteilen. Nun bereut Evie es, niemals wieder zurückgekehrt zu sein, doch das große Geheimnis, das immer im Raum steht und für das Weggehen von Evie gesorgt hat, ist immer präsent und sorgt für Hemmung und Zurückhaltung. Auch an der Beziehung zu ihrer älteren Schwester Liv hat sich nichts geändert und diese ist immer noch voller Hass auf ihre kleine Schwester. Einzig Freya freut sich über Evies Rückkehr und empfängt sie mit offenen Armen. Denn sie hatte immer Kontakt zu Evie, von dem Geheimnis, das diese aber immer mit sich herumträgt, weiß sie aber auch nichts. Doch kann Evie weiterhin stillschweigen?

Lorraine Kelly beschreibt in diesem Roman das Leben von Evie auf mehreren Zeitebenen. Diese werden zu Beginn der einzelnen Kapitel angezeigt, ebenso die unterschiedlichen Schauplätze, sodass es nicht zu Verwirrungen kommen kann. Da aber auch viele andere Charaktere aus ihrer Sicht berichten und diese Perspektivwechsel nie vorher angeküdigt werden, sondern von Absatz zu Absatz wechseln, wirkt es anfangs etwas verwirrend. Dennoch entsteht eine Art Sog, die dafür sorgt, dass die Leser immer weiterlesen wollen. Erfahren sie doch zeitgleich etwas über die Zeit von Evie Eltern bevor diese Kinder bekamen, dann als endlich die erste Tochter und schließlich die zweite Tochter geboren werden und auch, wie diese heranwachsen und zu jungen Erwachsenen werden, aber auch Evies Zeit in London, ihre Beziehung zu Jeremy bis hin zu Evies Rückkehr auf die Orkneyinseln und somit die Gegenwart.

Anfangs war ich ganz gefesselt von der Art, wie die Autorin ihre Leser mitnimmt auf eine Reise durch Evies Leben. Auch das Geheimnis lüftet sie erst im letzten Drittel, sodass die Spannung und Ungewissheit lange aufrechterhalten wird. Allerdings gefällt mir die Auflösung desselben nicht so gut, wird es doch nicht aus Evies Sicht, sondern neutral aus der Sicht der Autorin geschildert, weshalb ich die Emotionen von Evie nicht gut nachvollziehen konnte. Auch sonst finde ich, dass der Roman ab dem letzten Drittel an Fahrt verloren und die Autorin sich in Nebensächlichkeiten und den Leben der Nebencharaktere verloren hat. Insgesamt ein Roman, der aufgrund seiner vielen Themen, wie Gaslighting, unverarbeiteten Traumata, Hass, Eifersucht, Trauer und physischer Gewalt, sehr bewegend und tiefgründig ist, dessen Ende mich aber leider nicht vollkommen überzeugen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere