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Veröffentlicht am 21.07.2025

Ein unmoralisches Angebot

Wut und Liebe
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Das Cover des Romans ist im typischen Stil von Diogenes gestaltet. Mir persönlich wäre bei der Auswahl des Titelbildes etwas mehr Bezug zur Geschichte lieber gewesen.

In deren Mittelpunkt steht Noah, ...

Das Cover des Romans ist im typischen Stil von Diogenes gestaltet. Mir persönlich wäre bei der Auswahl des Titelbildes etwas mehr Bezug zur Geschichte lieber gewesen.

In deren Mittelpunkt steht Noah, ein eher erfolgloser Künstler Anfang 30, der gerade von seiner Freundin Camilla verlassen wurde, da sie unzufrieden damit war, sie beide mit dem Gehalt ihres ungeliebten Jobs versorgen zu müssen und sich einen wohlhabenden Partner gesucht hat. In dieser Situation lernt er die ältere Witwe Betty kennen, die ihm ein unmoralisches Angebot macht. Er könnte alle Geldsorgen los sein, wenn er sie bei ihrem Racheplan am angeblich skrupellosen Geschäftspartner ihres verstorbenen Mannes unterstützt und diesen für sie umbringt.

Die Geschichte war unterhaltsam mit einigen unerwarteten Wendungen und Twists. Natürlich wurden aber auch immer wieder Klischees bedient und diese ausgereizt, zum Beispiel, was mittellose Künstler oder junge Frauen und reiche Männer angeht. Was das Ende angeht, hatte ich schon eine gewisse Vorahnung. Der Schreibstil war gekonnt, mit vielen sprachlichen Bildern und so, dass man sich die beteiligten Personen gut vorstellen kann. Die sachlich-distanziert wirkende Erzählweise des Hörbuchsprechers passt sehr gut dazu.

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Was erlaubt die Liebe?

Unsere Suche nach Zärtlichkeit
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Bei diesem Buch haben mich die sanfte Farbgestaltung des Covers und der Titel direkt angesprochen.

Sebastian Dumont ist Ende 40, geschieden und betreibt in Brüssel eine Uhrmacherwerkstatt. Nachts arbeitet ...

Bei diesem Buch haben mich die sanfte Farbgestaltung des Covers und der Titel direkt angesprochen.

Sebastian Dumont ist Ende 40, geschieden und betreibt in Brüssel eine Uhrmacherwerkstatt. Nachts arbeitet er manchmal ehrenamtlich für die Telefonseelsorge. Der Anruf einer Frau, die er in Antibes vermutet, lässt ihn nicht los und so nimmt er sich eine Auszeit und reist selbst an die Côte d'Azur, wo er dann eine andere Frau kennenlernt und ihr näher kommt. Allerdings ist dann nicht alles so unkompliziert, wie es zunächst scheint.

Der Autor erzählt diese Geschichte sehr feinfühlig und die Thematik und die Fragestellung, die im Roman bearbeitet wird, sind grundsätzlich sehr interessant, für mich persönlich aber etwas weit von meiner Lebensrealität entfernt, sodass ich nicht vollständig abgeholt wurde. Anderen Menschen geht es da aber sicher ganz anders, zumal der Erzählstil dazu beiträgt, dass man sich gut in die Hauptpersonen hineinversetzen kann. Der Sprecher des Hörbuchs passt gut zu dieser Geschichte, er erzählt diese ruhig und unaufgeregt und man kann ihm gut folgen. Manchmal hätten die jeweiligen Emotionen vielleicht noch etwas ausgeprägter wiedergegeben werden können.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Ein Leben im Zeitraffer

Der ewige Tanz
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Die Covergestaltung passt sehr gut zu der Zeit, in der die Protagonistin Anita Berber lebte. Die wilden 20er Jahre. Daher war mein Interesse an ihrer Lebensgeschichte, von der ich bis dahin nur recht wenig ...

Die Covergestaltung passt sehr gut zu der Zeit, in der die Protagonistin Anita Berber lebte. Die wilden 20er Jahre. Daher war mein Interesse an ihrer Lebensgeschichte, von der ich bis dahin nur recht wenig wusste, direkt geweckt.

Im Roman gibt es dann einen Wechsel zwischen verschiedenen Zeitebenen. Im Sommer 1928 liegt die einst gefeierte Anita Berber mit Ende 20 schwer an Tuberkulose erkrankt in einem christlichen Berliner Krankenhaus, wo die Schwestern sie für ihren exzessiven Lebenswandel verurteilen. Sie erinnert sich an ihr bisheriges Leben, ihre Erfolge als (oft leicht bekleidete) Tänzerin, ihre Partner:innen auf und abseits der Bühne, Wegbegleiter, wie Otto Dix, ihre distanzierte Mutter, ihre sie liebende Großmutter, den sie ablehnenden Vater und auch so manch andere Demütigung und Rückschläge.

So erfährt man einiges über das Leben in den 20er Jahren allgemein und insbesondere über das als Tänzerin im Nachtleben der damaligen Zeit und Anita Berbers Lebensumstände mit Drogen, Affären mit Männern wie auch Frauen und der dennoch vorhandenen Einsamkeit. Das alles wirkt sorgfältig recherchiert und authentisch. Leider blieb aber trotzdem eine recht große Distanz zur Hauptperson, so richtig in sie und ihre Handlungen hineinversetzen und Mitgefühl mit ihr entwickeln konnte ich nicht. Manche Passagen fielen für meinen Geschmack auch etwas zu lang aus, ohne, dass sie dadurch wesentliche neue Erkenntnisse brachten. Ich habe das Hörbuch, eingelesen vom Autor selbst, gehört. Diesem konnte man gut folgen, die Vortragsweise trug aber auch nicht dazu bei, die verbliebene Distanz zu Anita Berber weiter zu reduzieren.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Suche nach dem Platz im Leben

Nowhere Heart Land
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Rosa, Ende 20, ist sofort nach dem Abitur aus ihrer Heimatstadt in der deutschen Provinz verschwunden und arbeitet seit vielen Jahren in London. Nach einem Vorfall mit einem unangenehmen Kollegen und, ...

Rosa, Ende 20, ist sofort nach dem Abitur aus ihrer Heimatstadt in der deutschen Provinz verschwunden und arbeitet seit vielen Jahren in London. Nach einem Vorfall mit einem unangenehmen Kollegen und, weil sie das Haus ihrer dementen Großmutter verkaufen muss, um deren Pflege weiterhin bezahlen zu können, kehrt sie in ihre alte Heimat zurück. Sie hat jung ihre Mutter verloren, die sie wiederum sehr jung bekommen hat. Beide Frauen waren in einem humanistischen Nonneninternat auf einem Hügel über der Kleinstadt, das kurz vor Rosas Abitur geschlossen und kurz danach abgerissen wurde. Und so schwelgt Rosa bei ihrer Rückkehr nach so langer Zeit in nostalgischen Erinnerungen an ihre Zeit im Internat, versucht den Kontakt zu alten Schulfreundinnen wieder herzustellen und versucht mehr über ihre verstorbene Mutter in Erfahrung zu bringen.

Ich fand das Konzept des Romans grundsätzlich sehr gut. Eine junge Frau, kehrt an den Ort ihrer Schulzeit zurück, wo nichts mehr ist, wie es mal war und ihre alten Freundinnen ein ganz anderes Leben führen, als sie selbst. Eigentlich hat sie den Ort bewusst hinter sich gelassen und dennoch hat er sie anscheinend nie ganz losgelassen und vieles, insbesondere der frühe Tod ihrer Mutter, ist unbearbeitet geblieben. Der Sprachstil des Buches hat mir auch sehr gut gefallen. Die Autorin findet oft sehr treffende sprachliche Bilder, um das Gefühlschaos der Protagonistin in Worte zu fassen. Auch, wie sich Demenz für einen Betroffenen anfühlt, beschreibt sie sehr anschaulich. Etwas überfordert haben mich aber die oft sehr abrupten Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Realität und dem, was die Protagonistin sich über das Leben ihrer Mutter zusammenreimt. Und auch mit dem Ende bin ich nicht ganz glücklich, es bleibt einfach sehr viel offen und ungeklärt und man hat nicht so wirklich das Gefühl, dass Rosa angekommen ist. Die Covergestaltung passt meiner Meinung nach aber gut zur Handlung und zum Genre.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Das verlassene Kind

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Der Verfasser dieses Krimis war mir nicht unbekannt, auch wenn der Verlag und die Covergestaltung deutlich machen, dass diese neue Krimireihe unabhängig von den Kluftinger-Krimis ist.

Der erfolglose Schriftsteller ...

Der Verfasser dieses Krimis war mir nicht unbekannt, auch wenn der Verlag und die Covergestaltung deutlich machen, dass diese neue Krimireihe unabhängig von den Kluftinger-Krimis ist.

Der erfolglose Schriftsteller Tommi lebt nach der Trennung von seiner Freundin im alten Wohnmobil seines Vaters, der nun auf seine alten Tage in einer Seniorenresidenz sesshaft geworden ist. Auch dessen ehemalige Reinigungskraft, die Ukrainerin Svetlana hat Tommi übernommen. Zusammen finden sie ein kleines Mädchen mit Down Syndrom und versuchen dann, dessen Mutter ausfindig zu machen, was nicht ganz ungefährlich ist.

Dieser Krimi passt wohl am ehesten ins Genre Cosy Crime. Gut fand ich, dass aktuelle Bezüge, wie der Ukraine-Krieg und die Situation der Geflüchteten in Deutschland eine Rolle spielten. Dass Svetlana teilweise ein recht abenteuerliches Deutsch spricht, war teilweise ganz witzig, manchmal aber auch etwas zu viel für meinen Geschmack. Der Kriminalfall selbst wurde recht schlüssig gelöst und die Auflösung war auch nicht zu vorhersehbar. Andere Punkte, die Familiengeschichte von Tommi betreffend oder seine Ex-Freundin, blieben offen, was aber wohl daran liegt, dass dies der erste Teil einer Reihe sein soll. Tommi als Protagonist war für mich greifbarer und ich konnte mich besser mit ihm identifizieren, wozu die Erzählperspektive wesentlich beitrug.

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