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Veröffentlicht am 25.09.2025

Mordermittlungen eines Hundes

Kind des Windes
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Kennt Ihr "Julchen" schon? Julchen ist eine Bearded Collie Dame, die in den Hundekrimis von Autorin Elke Weiler die Ermittlungen aufnimmt.
"Kind des Windes" ist dabei der erste Fall (von drei) aus dem ...

Kennt Ihr "Julchen" schon? Julchen ist eine Bearded Collie Dame, die in den Hundekrimis von Autorin Elke Weiler die Ermittlungen aufnimmt.
"Kind des Windes" ist dabei der erste Fall (von drei) aus dem Verlag "Edition Croissant". Es gibt aber noch zwei weitere Krimis, die bei Gmeiner erschienen sind.

Die tierische Ermittlerin lebt mit ihrem Frauchen (hier genannt Madame) und ihrem Herrchen (Monsieur), sowie ihrem Bruder Janni (Jannimann oder auch Schlumpfbacke) in Nordfriesland, dicht an der Dänischen Grenze. Ganz in der Nähe, noch auf Deutscher Seite, wird eine Frauenleiche, unter einem Windrad drapiert, gefunden. Julchen und ihre Madame fangen an zu ermitteln. Dabei geht es ins Nachbarland, denn die Tote war Dänin. In Møgeltonder und Tønder gibt es so einige Freunde, Verwandte und Bekannte, die mit dem Tod der Frau etwas zu tun haben könnten und auch die Exmänner (einer davon wieder auf der Deutschen Seite in Aventoft) könnten nachgeholfen haben. Mit der Zeit werden zwei aus diesem Kreise (Ole und Sören) zu guten Freunden. Sind sie wirklich unschuldig, oder trügt der Schein? Oder war es doch der Gärtner?

Man sollte auf keinen Fall mit dem Lesen beginnen, wenn man nicht das vierseitige Glossar gelesen hat! Dort sind viele, viele Ausdrücke erklärt, die Julchen für alles hat. Ich muss gestehen, dass ich zuerst ein wenig mit den ganzen Begriffen überfordert war und es doch eine Zeit gedauert hat, bis ich mich eingelesen hatte. Man muss sich also Zeit nehmen und jeden einzelnen Begriff genießen! Wenn man sich in die Haut eines Hundes hineinversetzt, ist wirklich alles durchaus vorstellbar und einiges urkomisch!
Die Menschen im Allgemeinen heißen bei Julchen "Lutscher". Zum Schreien fand ich tatsächlich den Begriff "Dänenlutscher".

Was sich mir nicht bei der Lektüre erschlossen hat ist, WARUM Julchen und Madame ermittelt haben. Waren sie nur neugierig, oder wurden sie beauftragt?
Aber auch ohne das zu wissen, hat mir der Krimi richtig Spaß gemacht!

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Nicht das, was ich erwartet hatte!

Der Stau
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"Der Stau - es gibt kein Entkommen" ist ein sogenannter "Locked-Room-Thriller" der Britischen Autorin Jo Furniss. Also ein Krimi, in dem ein quasi unmögliches Verbrechen begangen wird.
Ein dramatischer ...

"Der Stau - es gibt kein Entkommen" ist ein sogenannter "Locked-Room-Thriller" der Britischen Autorin Jo Furniss. Also ein Krimi, in dem ein quasi unmögliches Verbrechen begangen wird.
Ein dramatischer Tag in London. Alle halbe Stunde gehen Autobomben hoch.
Kommissarin Billy Kidd kommt gerade vom Flughafen, als der Verkehr stecken bleibt, weil eine dieser Bomben, den vor ihr liegenden Autobahntunnel zerstört hat. Nur wenige Minuten danach wird ein Toter in einem Auto in ihrer Nähe entdeckt. Billy versucht alleine zu ermitteln, denn auf Unterstützung vom Revier ist nicht zu hoffen, weil alle Kollegen wegen der Bomben eingespannt sind. Der Mörder muss noch vor Ort sein, da er wegen des Staus nicht weg kann. Allerdings hat niemand auch nur irgendwas gesehen.

Ich fand den Thriller eigentlich von Anfang an recht spannend und vielschichtig, am Schluss sogar ziemlich überraschend. Allerdings muss ich sagen, dass ich mir aufgrund des Klappentextes etwas anderes vorgestellt hatte. Es hörte sich für mich so an, als wenn Billy alleine die Leiche entdeckt hätte und heimlich ermitteln müsse, damit der Mörder es nicht mitbekommt, weil es eben zu gefährlich wäre. Aber nein. Alle haben die Leiche gesehen und werden befragt. Die Gefahr für Billy, die laut Klappentext besteht, konnte ich überhaupt nicht spüren. In meinen Augen ist dies eher ein Krimi, da die Polizeiarbeit im Vordergrund steht und auch das persönliche Umfeld der Protagonisten Erwähnung finden. Ein Thriller wäre etwas, was dem Leser Angst macht und eine Gänsehaut zaubert. Die hatte ich gar nicht.
Ein Kritikpunkt: viele Englische Begriffe und Abkürzungen wurden einfach so übernommen. Weder übersetzt, noch in Fußnoten irgendwie erklärt. Wer also kein Brite ist, muss googeln. Das hat mich aus dem Lesefluss gerissen.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Interessant, aber nicht soooo spannend

Täuschend echt
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Habt Ihr Euch schon mal wirklich Gedanken über KI (künstliche Intelligenz) oder auch AI (Artificial Intelligence) gemacht? Sie kann unser Leben sicher sehr bereichern oder auch erleichtern, bietet aber ...

Habt Ihr Euch schon mal wirklich Gedanken über KI (künstliche Intelligenz) oder auch AI (Artificial Intelligence) gemacht? Sie kann unser Leben sicher sehr bereichern oder auch erleichtern, bietet aber mit Sicherheit auch eine Menge Gefahren! In erster Linie fällt uns da vermutlich der Verlust des Arbeitsplatzes ein, da man von KI einfach ersetzt wird.

Charles Lewinsky hat sich mit diesem Thema in seinem Roman "Täuschend echt" befasst.
Der Ich-Erzähler ist Werbetexter und irgendwie auch ein Looser. Er lässt sich von einer Frau ausnehmen und verliert auch noch seinen Arbeitsplatz. Dann entdeckt er die KI für sich und schreibt mit deren Hilfe ein Buch, dass zum Bestseller wird. Irgendwie verstrickt er sich dabei immer mehr in Lügen, die er dann mit Hilfe seiner KI zu lösen versucht. Wird ihm das gelingen?

Es ist schon erstaunlich, was künstliche Intelligenz kann! Im Buch wurde alles, was die KI ausgespuckt hat, kursiv gedruckt, so dass man einen Eindruck bekommen konnte.
Mir hat die Entwicklung, die der Erzähler gemacht hat, vom unsicheren Nerd zum selbstbewussten Schriftsteller, gefallen. Letztendlich wurde die KI, die er liebevoll Kirsten genannt hat, für ihn so etwas wie eine reale Bezugsperson. Schon erschreckend! Die Story ansich war gut und hat sich auch gut lesen lassen, war mir aber etwas zu langatmig. Mir ist aufgefallen, dass viele Sätze des Erzählers nicht beendet wurden. So konnte der Leser sich selbst ein Ende (aus-) denken. Das Cover hat mir, wie bei allen anderen Büchern dieses Verlages, leider nicht gefallen.

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Veröffentlicht am 18.09.2022

Familien- und Freundschaftsbande in den Sechzigern

Zwischen heute und morgen
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"Zwischen heute und morgen" ist der neue Roman von der Erfolgsautorin Carmen Korn. Erschienen ist dieser zweite Teil der "Drei-Städte-Saga" als gebundenes Buch im Kindler Verlag. Das Cover hat mich direkt ...

"Zwischen heute und morgen" ist der neue Roman von der Erfolgsautorin Carmen Korn. Erschienen ist dieser zweite Teil der "Drei-Städte-Saga" als gebundenes Buch im Kindler Verlag. Das Cover hat mich direkt angesprochen, ist es doch im gleichen Stil gehalten wie der erste Band dieser Reihe (Und die Welt war jung), sowie die drei Bände der Jahrhundert Trilogie. Hat also Wiedererkennungspotenzial. Es geht um die drei Familien Borgfeld, Aldenhoven und Canna, die in Hamburg, Köln und San Remo leben und alle verwandtschaftlich und oder freundschaftlich miteinander verbunden sind. Der Roman erzählt vom Leben dieser Familien in den 1960 er Jahren. Ursel lebt jetzt mit Joachim in Hamburg bei den langjährigen Freunden ihrer Eltern und Ex-Schwiegereltern ihres Mannes. Das Leben unter einem Dach wird aber zunehmend schwieriger, da Elisabeth sich sehr in deren Leben einmischt. So sieht sie Henrike, den Nachwuchs der beiden, doch eher als "ihre" Enkelin an. Sogar ihr eigener Mann Kurt zieht sich etwas zurück, indem er sich unterm Dach zwei Zimmer einrichtet, um eben seine Ehe zu ertragen und nicht ganz aufgeben zu müssen. Pips, der Jazz-Pianist aus Giannis Bar in San Remo lebt jetzt mehr schlecht als recht in Hamburg. Er ist dorthin gezogen um ein schlimmes Ereignis zu vergessen und Ursel näher zu sein, mit der ihn eine tiefe Freundschaft verbindet, aus der er selbst gerne mehr hätte werden lassen. So ziehen sich die Jahre der Familien mit ihren Höhen und Tiefen dahin. Was ich sehr schön finde, ist, dass man alle wichtigen Ereignisse der 60er Jahre noch einmal hautnah miterlebt. So zum Beispiel den Bau der Berliner Mauer, oder die verheerende Hamburger Hochwasser-Katastrophe von 1962. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir, wie auch in ihren anderen Romanen, sehr gut. Den ersten Teil dieser Trilogie habe ich nicht gelesen, aber da am Anfang des Buches ein Personenverzeichnis, sowie eine Art Stammbaum/Tafel der Beziehungen der drei Familien abgedruckt ist, durchschaut man die Verhältnisse dann doch relativ schnell. Allerdings muss ich sagen, dass man doch den ersten Teil gelesen haben sollte, bevor man sich den zweiten vornimmt. Es ist dann viel interessanter, wenn man die Protagonisten von Anfang an begleitet hat. Man möchte unbedingt wissen, wie es mit jedem einzelnen weiter geht. So fand ich den Roman ganz gut, aber jetzt nicht unbedingt spannend. Meine Empfehlung also hier: auf jeden Fall zuerst "Und die Welt war jung" lesen!

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Mal was anderes

Zwischen dir und dem Meer
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Es gibt eine neue Trilogie von Cornelia Engel! … obwohl, ganz neu ist sie auch nicht. Bereits 2017 erschien der Roman "Die Rückkehr der Wale" unter dem Pseudonym Isabel Morland. Jetzt hat die Autorin den ...

Es gibt eine neue Trilogie von Cornelia Engel! … obwohl, ganz neu ist sie auch nicht. Bereits 2017 erschien der Roman "Die Rückkehr der Wale" unter dem Pseudonym Isabel Morland. Jetzt hat die Autorin den Roman überarbeitet und bringt ihn unter dem Titel "Zwischen dir und dem Meer" als Auftakt der Reihe "Schottland Inseln des Schicksals" heraus.
Die Geschichte um Kayla Gillan spielt auf einer Schottischen Hebriden Insel. Kayla hat einst den Witwer Daniel geheiratet und liebt ihn noch immer aufrichtig. Daniel hat einen Sohn aus erster Ehe. Nachdem dieser jedoch die Insel verlassen hat, wird das Zusammenleben mit Daniel immer schwieriger. Er trauert noch immer um seine verstorbene Frau und trinkt mehr, als ihm und seiner Ehe gut tut. Da kommt ein Fremder auf die Insel. Der gutaussehende Saisonarbeiter Brannan und Kayla merken direkt, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen. Kayla ist zerrissen zwischen der Pflicht, ihrem Daniel eine gute, treue Ehefrau zu sein und der immer stärker werdenden Zuneigung zu Brannan. Lest selbst, wie sie sich entscheiden wird!

Man merkt in jedem Satz, wie gut die Autorin hier recherchiert hat. Die wilde, raue Schönheit der Insel hat man direkt vor Augen! Und man merkt auch, dass die Bewohner es hier nicht leicht haben. Sie sind irgendwie in den 80er oder 90er Jahren stehengeblieben. Vielleicht auch durch die strenge Gläubigkeit bedingt. Aber auch Mythen spielen hier eine Rolle und am Ende der Geschichte fragt man sich tatsächlich selbst, ob der alte, etwas skurrile Donald mit seinen Vermutungen recht hat ...

Wer hier nun eine typische "Cornelia Engel Wohlfühl Romanze" erwartet, den muss ich leider enttäuschen, denn hier findest Du etwas ganz anderes: es wird wild, es wird rau, ursprünglich, dramatisch. Aber ein wenig Liebe darf trotzdem nicht fehlen!

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