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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2025

Cozy in Wolle mit wenig Crime

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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In einem kleinen, beschaulichen Ort an der Ostseeküste betreibt Mette einen Strickladen mit dem Namen „Strickschick“. Einige Gleichgesinnte versammeln sich einmal pro Woche zu einem Stricktreffen, um sich ...

In einem kleinen, beschaulichen Ort an der Ostseeküste betreibt Mette einen Strickladen mit dem Namen „Strickschick“. Einige Gleichgesinnte versammeln sich einmal pro Woche zu einem Stricktreffen, um sich zu unterstützen und um zu tratschen. Doch die sonst so beschauliche Ruhe wird etwas unterbrochen von einem brisanten Fund im Watt -eine Goldstatue. Kurz bevor diese Statue schließlich dem Ort präsentiert werden sollte, wird die Finderin, die Pastorin Anne niedergeschlagen und später wird auch noch eine Leiche gefunden.

Die Gestaltung des Buches fand ich sehr ansprechend- vor allem, dass das Thema Stricken wirklich gut eingearbeitet war. Nicht nur durch entsprechenden Wortwitz und Beschreibungen der Werkstücke, an dem der Strickclub gerade arbeitet, auch die Anleitungen im Anhang machen das Buch zu etwas besonderem. Man lernt während dem Lesen und muss aufpassen nicht direkt ins Stickfieber zu verfallen.

Ich mochte den Schreibstil von Susanne Oswald und ihre liebevoll gestalteten Figuren. Ein kleiner Wehmutstropfen war, dass das Crime für mich doch etwas zu kurz, vor allem recht spät kam. Wahrscheinlich ist dies auch der genauen Einführung der Figuren geschuldet.

Wer ein Buch mit Strickhintergrund sucht und nebenbei gerne einen Fall löst, ist hier definitiv gut bedient. Ich freue mich auf (hoffentlich)weitere Bände.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

leicht, kurzweilig, Satire

Sie haben Ihr Toupet ins Glücksrad geschmissen
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Die Altenpflegerin Sybille Bullatschek meldet das Haus Sonnenuntergang zu einer Quizshow für über 80jährige an. Es winkt immerhin eine satte Belohnung von 50000 €.

Gleich vorneweg, das Buch ist leichtfüßig ...

Die Altenpflegerin Sybille Bullatschek meldet das Haus Sonnenuntergang zu einer Quizshow für über 80jährige an. Es winkt immerhin eine satte Belohnung von 50000 €.

Gleich vorneweg, das Buch ist leichtfüßig und mit viel Humor geschrieben. Die Sprache ist nicht hoch literarisch, sondern in Umgangssprache bzw. Dialekt mit entsprechenden umgangssprachlichen Besonderheiten.

Über die erste Hälfte bis fast zwei Drittel des Buches begleitet man die Pflegefachkraft durch den Alltag im Pflegeheim und im Privaten. Es kommt zu vielen witzigen Situationen, zum Beispiel da Pflegerin Sybille die Wohnung bzw. den Kanarienvogel der Nachbarn hütet und dort auf einen Untermieter trifft. Etliche der Situationen sind definitiv übertrieben und dadurch schon unglaubwürdig und an manchen Stellen auch wieder sehr vorhersehbar. Manche Eigenheiten der Seniorinnen und der Kollegen, fand ich gelungen geschildert, wie Beate die immer nörgelnde Kollegin, die mit den Anweisungen des Chefs immer d’accord geht. Teilweise werden diverse Klischees bedient unter anderem über junge Frauen.

Gemessen am Titel hätte ich mir doch auch gerne etwas mehr vom Thema Quizshow gewünscht.

Für mich war es insgesamt eine leichte, kurzweilige Geschichte mit doch etwas schrägem Humor, die allerdings nicht unbedingt realitätsnah ist.

Veröffentlicht am 27.05.2025

Cozy Read über Freundschaft

Das Buch der neuen Anfänge
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Von der Autorin Sally Pages hatte ich auf Grund ihres Debutromans schon gehört, hatte jedoch noch nichts gelesen. Angesprochen an diesem Buch hat mich das liebevoll gestaltete Cover und der Klappentext, ...

Von der Autorin Sally Pages hatte ich auf Grund ihres Debutromans schon gehört, hatte jedoch noch nichts gelesen. Angesprochen an diesem Buch hat mich das liebevoll gestaltete Cover und der Klappentext, die beide viele Geschichten und Handlungsstränge versprechen.

Jo Sorsby lässt ihr bisheriges Leben hinter sich und übernimmt den Schreibwaren-Haushaltswaren-Laden ihres Onkels. Dies alles geschieht freiwillig und auch wieder nicht. Jo flüchtet aus ihrem bisherigen Leben, die Trennung von ihrem bisherigen Freund liefert den Anlass. Gesundheitliche Probleme ihres Onkels geben ihr die Gelegenheit dazu.

Im Laufe der Zeit lernen wir liebevoll gestaltete Charaktere der Gemeinschaft kennen. Jo schließt Freundschaften und erkennt, dass sie nicht so gewöhnlich ist, wie ihr Spitzname ihr andichtet. Auch wird man daran erinnert, dass jeder Mensch sein Päckchen trägt und sich so manches hinter der Fassade verbirgt.
Die Autorin schreibt sehr atmosphärisch und beschreibt detailreich. Man kann sich den Ort und die Charaktere dadurch sehr gut vorstellen, man fühlt sich, als wäre man unter ihnen. Interessant sind auch die fiktiven Gespräche die Jo mit ihren Kunden führt.
Jedoch zieht sich die Geschichte durch auch etwas und fühlt sich vor allem zu Beginn etwas langatmig an.

Allgemein würde ich es als cozy feel good read bezeichnen, der zeigt dass Hoffnung besteht, man neu beginnen kann und Freundschaften Rückhalt bieten. Vor allem in der heutigen unruhen Zeit tut es einem wohl gut dieses Buch mit seiner Kernbotschaft zu lesen.

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Veröffentlicht am 27.05.2025

ein sich langsam entwickelnder Thriller

Die blaue Stunde
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Paula Hawkins hat ein neues Buch geschrieben Die BLAUE STUNDE. Ihren berühmten Vorgängerroman The Girl on the train habe ich geliebt und so freute ich mich umso mehr auf dieses Buch.

In einer Skulptur ...

Paula Hawkins hat ein neues Buch geschrieben Die BLAUE STUNDE. Ihren berühmten Vorgängerroman The Girl on the train habe ich geliebt und so freute ich mich umso mehr auf dieses Buch.

In einer Skulptur der schon verstorbenen Autorin Vanessa Chapman wird ein menschlicher Knochen entdeckt. Die Aufregung dadurch ist groß. Die Suche nach den Antworten auf viele Fragen beginnt. James Becker, ein Kurator eines Museums nimmt sich dieser an und landet auf einer abgeschiedenen Gezeiteninsel

Das deutsche Cover passt meiner Meinung nach gut zum Titel und verspricht eine düstere Stimmung. Im Vergleich zur englischen Gestaltung, die ich schon gesehen habe, passt es auch besser zum ersten Roman der Autorin.

Hawkins beginnt die Geschichte langsam. Sie nutzt mehrere Nebenstränge in der Handlung und mehrere Zeitebenen, jedoch fand ich es trotzdem einfach diesen zu folgen. Die Figuren werden gut gezeichnet und beschrieben, sympathischer werden sie dadurch allerdings nicht immer. Ich mochte vor allem die Ausschnitte aus dem Tagebuch der Künstlerin, die andere Einblicke erlaubten. Auch die Schilderung der Atmosphäre auf einer einsamen Insel durch die Autorin fand ich sehr gelungen. Es erlaubt einen gewissen Gruselfaktor.

Grundsätzlich ist es im Vergleich zu anderen Thrillern sicher ein sich eher langsam entwickelnder. Man muss sich vor allem im ersten Teil darauf einlassen. Die Themen Einsamkeit und Abgeschiedenheit und auch Misogynie werden behandelt. Man taucht auch sehr in die Kunstwelt mit ihren vielen Begriffen ein.

Auch wenn sich der Geschichte langsam entwickelt, kam das Ende für mich dann doch etwas rasch. Ich hätte gerne noch etwas Zeit für weitere Erklärungen gehabt und es bleiben bei mir noch ein paar Fragen offen.

Mir gefiel das Setting auf einer einsamen, nur durch einen Menschen bewohnten, Insel und der Schreibstil der Autorin. Es ist jedoch kein extrem gruseliger, nervenzehrender Thriller für mich.
Grundsätzlich werde ich im Vergleich immer eher Girl on the Train wählen, ich würde das Buch allerdings dennoch empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Wenn Aberglaube und Gefühle um die Oberhand kämpfen

Something Old, Someone New
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John macht Shea einen Heiratsantrag mit einem Ring, der ein Familienerbstück ist. So weit, so gut so schön könnte man meinen: Shea ist jedoch etwas abergläubisch und erinnert sich an die Worte ihrer Oma, ...

John macht Shea einen Heiratsantrag mit einem Ring, der ein Familienerbstück ist. So weit, so gut so schön könnte man meinen: Shea ist jedoch etwas abergläubisch und erinnert sich an die Worte ihrer Oma, dass ein gebrauchter Ehering Unglück bringt. Die Freude über die Verlobung ist da und John erklärt auch, warum er ihr trotz allem einen Antrag mit einem Erbstück gemacht hat. Dennoch möchte Shea sich nicht darauf verlassen, dass ihre Großmutter sich irrt und macht sich auf die Suche nach den Vorbesitzern des Ringes.

Es war schön mit der Hauptdarstellerin durch verschiedene Städte und Länder zu reisen, um die Geschichte des Erbstück Verlobungsringes zu erforschen. Die Charaktere waren aufregend und wurden lebendig beschrieben. Man verliert sich in den guten Beschreibungen der Städte und die Aufgabe die Vorbesitzer zu finden ist spannend. Wir lernen einige Liebesgeschichten kennen und erfahren, dass jeder sein Päckchen zu tragen hat.

Etwas zu kurz kommt mir die Beziehung zu John, denn eigentlich wartet der einfach mit Engelsgeduld zu Hause. Passend zu einem Liebesroman mit der Möglichkeit zu Drama, geht Shea jedoch mit ihrer Schwester und einem Journalisten, der von dem Thema Aberglauben fasziniert ist, auf die Reise. Dennoch ist die Geschichte ist für mich weniger ein Liebesroman, als ein Selbstfindungsroman.

Die Geschichte als solches, nämlich alles stehen und liegen zu lassen und ein ganzes Land zu durchstreifen, um die Vergangenheit eines Erbstückes zu erfahren, ist wohl eher nicht sehr realistisch. Für mich ist auch nicht ganz klar, warum Shea sich jetzt unbedingt auf die Suche nach der Vorgeschichte des Ringes machen muss und warum John zum Beispiel keine größere Rolle dabei spielt. Dennoch sind viele Konzepte und Tatsachen im Buch um die Themen Liebe und Entscheidungen und Familie realistisch.

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