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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2025

Ganz besonders

How to know a person
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David Brooks‘ Buch „How to know a person“ hat mich tief beeindruckt und vieles gelehrt.
Es ist ein Sachbuch, das sich unterhaltsam liest, aber eher portionsweise genossen werden will.
Brooks verwebt ...

David Brooks‘ Buch „How to know a person“ hat mich tief beeindruckt und vieles gelehrt.
Es ist ein Sachbuch, das sich unterhaltsam liest, aber eher portionsweise genossen werden will.
Brooks verwebt persönliche Erfahrungen in den Text, was lebendig wirkt und durch Alltagsbeispiele klärt.
Themen wie Gespräche, Zuhören, Freundschaft und Respekt werden greifbar – oft habe ich dabei eigene Schwächen erkannt.
Die Mischung aus wissenschaftlicher Fundierung und menschlicher Offenheit macht es besonders.
Ein Buch, das nachwirkt und zum Wiederlesen einlädt – eine absolute Empfehlung!

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Wandern in Schweden

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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"Der Weg" von Rebecca Russ ist ein Thriller, den ich wegen der Kulisse gerne lesen wollte. Ich mag Bücher über Wanderungen, Hiking und auch Roadtrips sehr gerne, deshalb musste dieser unbedingt sein.
Zwei ...

"Der Weg" von Rebecca Russ ist ein Thriller, den ich wegen der Kulisse gerne lesen wollte. Ich mag Bücher über Wanderungen, Hiking und auch Roadtrips sehr gerne, deshalb musste dieser unbedingt sein.
Zwei beste Freundinnen machen sich auf den Weg nach Schweden, auf den bekannten Kungsleden-Wanderweg, sie wollen einen guten Abschnitt davon erwandern. Es ist ein Geschenk zur Hochzeit von Nicki an Julia.
Doch man merkt sehr schnell, dass mit der Freundschaft nicht alles stimmt. Die beiden Mädels haben lange nicht miteinander gesprochen und als Julis nach einem Sturm im Zelt erwacht, ist sie alleine. Allerdings ist hier einiges nicht so, wie es scheint.
Mir gefallen die Beschreibungen der Landschaft, des Weges und der zunehmenden Bedrohung sehr, das ist gut gemacht.
Auf einer Ebene werden Ausschnitte aus einem Tagebuch gezeigt, die eine Beziehung beschreiben, die letztendlich einige Wendungen nahm, man kann hier nicht mehr schreiben, ohne etwas vorwegzunehmen.
Leider war mir bei der Geschichte fast von Beginn an klar, worauf alles hinauslaufen wird, das fand ich sehr schade.
Trotzdem würde ich diesen Thriller empfehlen, denn er ist gut und spannend geschrieben, die Wanderung ist sehr gut dargestellt und diesen Teil habe ich auch wirklich sehr genossen.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Alles Träume

Nachtlügen
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„Nachtlügen“ von Lisanne Surborg handelt von einer Frau, die als Nachtalb lebt. Nachtalben sind keine bösen Wesen, doch sie benötigen menschliche Träume zum Überleben. Daher stehlen sie nachts einen Traum ...

„Nachtlügen“ von Lisanne Surborg handelt von einer Frau, die als Nachtalb lebt. Nachtalben sind keine bösen Wesen, doch sie benötigen menschliche Träume zum Überleben. Daher stehlen sie nachts einen Traum und hinterlassen stattdessen einen Albtraum.
Isra leidet unter Schuldgefühlen, weil in einem ihrer Albträume ein Mensch starb – ein Vorfall, der sie besonders belastet.
Sie lebt in einer WG und arbeitet abends in einem Varieté. Ihre Mutter ist längst verstorben, zum Vater hat sie keinen Kontakt. Ihre einflussreiche Großmutter, eine wichtige Figur in der Alben-Gesellschaft, meidet sie ebenfalls.
Die Handlung ist fesselnd, besonders die Darstellung der Alben und ihrer Fähigkeiten. Auch die Albträume sind oft originell beschrieben.
Allerdings fand ich Isra als Hauptfigur wenig sympathisch. Ihr Verhalten zerstörte viel, und sie hielt Freunde auf Distanz. Als ein weiterer Traumtod passiert, beginnt sie zu recherchieren.
Die Geschichte ist gut strukturiert, mit etwas Längen, aber auch unerwarteten Wendungen.
Der Schreibstil passt perfekt zum Buch, und die kleine Romanze bleibt dezent im Hintergrund.
Das Buch hat mir Freude bereitet – und keine Albträume verursacht.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Ein bewegendes Leben

Vor hundert Sommern
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„Vor hundert Sommern“ von Katharina Fuchs erzählt eine Familiensaga über vier Generationen, zugleich spiegelt es Deutschlands politische Wendepunkte wider.
Drei Protagonistinnen tragen die Handlung: ...

„Vor hundert Sommern“ von Katharina Fuchs erzählt eine Familiensaga über vier Generationen, zugleich spiegelt es Deutschlands politische Wendepunkte wider.
Drei Protagonistinnen tragen die Handlung: zwei in der Gegenwart und eine aus vergangener Zeit.
Elisabeth, die Großmutter, zieht ins Seniorenheim, während ihre Tochter Anja und Enkelin Lena ihre Berliner Wohnung für den Verkauf räumen.
Dabei entdecken sie Erinnerungsstücke, Fotos, Briefe – und eine Pistole.
Sie ermutigen Elisabeth, ihre Vergangenheit zu teilen, die eng mit Clara verknüpft ist, der Tante und ehemaligen Wohnungsbesitzerin.
Es folgt eine packende, teils tragische Geschichte aus der Weimarer Republik bis zur NS-Machtergreifung.
Auch Anjas und Lenas Gegenwartserlebnisse behandeln relevante Themen wie Mobbing, Antisemitismus, Tierschutz und Klimakrise – fast zu viele auf einmal.
Besonders beeindruckend war Claras Lebensweg: eine Frau, die sich immer wieder vom Patriarchat befreite und mutige Entscheidungen traf. Ihr Berlin-Alltag jener Jahre, nicht nur politisch, war faszinierend.
Der Roman liest sich langsam, da die Haupthandlung oft unterbrochen wird, was nicht allen Figuren zugutekommt – einige wirken blass.
Das Ende, das generationenübergreifendes Schweigen bricht, überzeugte, denn solche Tabus bestehen oft, bis es zu spät ist.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Gutes Buch, etwas lang

Die Fletchers von Long Island
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"Die Fletchers von Long Island" von Taffy Brodesser-Akner erzählt eine jüdisch-amerikanische Familiensaga, die mit der Entführung des wohlhabenden Geschäftsmanns Carl Fletcher in den 1980ern beginnt. Obwohl ...

"Die Fletchers von Long Island" von Taffy Brodesser-Akner erzählt eine jüdisch-amerikanische Familiensaga, die mit der Entführung des wohlhabenden Geschäftsmanns Carl Fletcher in den 1980ern beginnt. Obwohl die Situation glimpflich endet, prägt sie die Familie nachhaltig. Der Erzählstil ist leichtfüßig und humorvoll, aber trotz guter Lesbarkeit wirkt die Handlung stellenweise langatmig. Besonders die drei Kinder stehen im Fokus: Ihr Reichtum schützt sie nicht vor Identitätskrisen oder der Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Am faszinierendsten sind die unbewusst weitergegebenen Traumata, die über Generationen wirken. Insgesamt ist das Buch unterhaltsam und lehrreich, aber mit 200 Seiten weniger wäre es definitiv straffer gewesen.
Trotzdem habe ich aus dem Buch so einiges für mich mitgenommen und kann die Lektüre auch empfehlen.

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