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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2025

Langatmige Handlung, hält nicht, was es verspricht

Die Frau des Serienkillers
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Beth und Tom Hardcastle wohnen mit ihrer kleinen Tochter Poppy in Lower Tew außerhalb von London. Für Poppy sind die beiden aufs Land gezogen und Beth hat sich den Traum eines eigenen Keramik-Cafés ermöglicht, ...

Beth und Tom Hardcastle wohnen mit ihrer kleinen Tochter Poppy in Lower Tew außerhalb von London. Für Poppy sind die beiden aufs Land gezogen und Beth hat sich den Traum eines eigenen Keramik-Cafés ermöglicht, während Tom weiter für seinen Job in einer Bank nach London pendelt. An einem gewöhnlichen Wochentag klopft die Polizei an die Tür der Hardcastles: Tom steht unter Mordverdacht. Tom ist noch nicht zu Hause und wird später in Untersuchungshaft genommen und die perfekte Familienidylle fällt in sich zusammen. Die Presse stürzt sich auf Beth und Poppy und auch die Schlinge um Toms Hals zieht sich immer weiter zu.

Ich war sehr gespannt auf das Buch, der Klappentext hat mich sehr angesprochen. Leider konnte die Geschichte an sich nicht mithalten.
Der Anfang ist noch recht spannend gestaltet, die Autorin erzählt aus verschiedenen Perspektiven, den Großteil nimmt dabei Beth ein. Als Leser ist man genauso fassungs- und ahnungslos wie Beth, denn lange wird das Bild einer perfekten Familie aufrecht erhalten. Nach den ersten Kapiteln zieht sich die Handlung dann leider, vieles dreht sich um Beths Gedankenkarussell, das zu detailliert und lang erzählt wird. Spannend sind die Kapitel aus Toms Sicht, denn schnell wird klar, dass er nicht so unschuldig ist, wie er sich nach außen gibt.
Der Erzählstil ist gut zu lesen, die Kapitel sind relativ kurz gehalten und durch die verschiedenen Perspektiven kommt Abwechslung beim Lesen ins Spiel. Auch die Nebenfiguren werden dank Beth detailliert gezeichnet: vor allem die Nachbarn und Kunden des Keramik-Cafés fügen sich gut in die Handlung ein. Ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte sich auflöst, der Plot-Twist am Ende ist gelungen, aber macht nicht die zähen Kapitel im Mittelteil wett.

Für mich ist das Buch eher ein Spannungsroman als ein Thriller, echte Thriller-Fans werden hier weniger auf ihre Kosten kommen. Die Ausgangslage bietet viel Potenzial, das für mich aber durch die langatmige Handlung nicht ausgeschöpft wurde.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Verwirrende Handlung mit vielen Personen und Perspektiven - trotz toller Idee nicht ganz rund

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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Fünf Jahre ist es her, seit Maria auf einem Festival spurlos verschwand. Gemeinsam mit vier Freunden wollte sie dort eine unbeschwerte Zeit verbringen - und kehrte nie wieder nach Hause zurück. Heute sind ...

Fünf Jahre ist es her, seit Maria auf einem Festival spurlos verschwand. Gemeinsam mit vier Freunden wollte sie dort eine unbeschwerte Zeit verbringen - und kehrte nie wieder nach Hause zurück. Heute sind die vier Freunde zerstritten, nur Jonathan und Lotta sind verheiratet und führen ein erfolgreiches Restaurant der gehobenen Klasse abgelegen mitten in der Natur. Dorthin lädt Lotta zum fünften Jahrestag die Freunde zu einem Krimi-Dinner ein. Die anderen folgen der Einladung eher widerwillig und es dauert nicht lange, bis nach und nach durchscheint, was damals wirklich passiert ist...

Ich hatte zuvor noch nichts von Emily Rudolf gelesen und war umso gespannter auf diesen Krimi. Das Cover finde ich sehr gut gestaltet und auch der Klappentext konnte mich sofort abholen. Die Idee eines Krimi-Dinners als Ausgangslage fand ich sehr spannend und voller Potenzial. Leider konnte mich die Geschichte dann nicht komplett überzeugen.
Im Umschlag des Buches sind die Personen mit Beschreibungen aufgeführt, was mir beim Lesen viel weitergeholfen hat. Zudem bekommt jeder, wie bei Krimi-Dinnern üblich, einen Namen und eine Rolle zugewiesen. Es gibt dann nicht mehr nur fünf Namen, sondern gleich noch vier Rollen, die man erstmal zuordnen muss. Das ist auch leider ein großer Kritikpunkt für mich, die Personen und Rollen sind schwer zuzuordnen und man kommt schnell durcheinander, wer denn nun wer ist.
Zudem wird kapitelweise abwechselnd aus einer anderen Perspektive erzählt. Dieser Schreibstil gefällt mir normalerweise immer sehr gut, hier jedoch hat es zu noch mehr Verwirrung geführt. Hinzu kommen noch die zwei Zeitebenen, die beleuchtet werden und irgendwann auch miteinander verschwimmen. Nachdem ich die Personen halbwegs zuordnen konnte, war ich von den Zeitebenen und Perspektivwechseln verwirrt.

Gut gefallen haben mir die vielen verschiedenen Fährten, die gelegt wurden und immer wenn ich dachte, ich habe die Handlung durchschaut und bin der Lösung nahe, lag ich wieder komplett falsch. Bis zur letzten Seite hält die Autorin die Spannung hoch und versteht es, den Leser in die Irre zu führen.

"Das Dinner" ist für mich leider hinter meinen Erwartungen zurück geblieben und mit weniger Personen, Rollen und Perspektivwechseln hätte das Buch mehr Sterne bekommen, denn die Ausgangslage und Idee sind nach wie vor toll gewählt.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Zu vorhersehbare und langatmige Handlung

The Catch – Sie sagt, er sei perfekt. Doch ich weiß, dass er lügt ...
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Als Ed den neuen Partner seiner Tochter Abbie kennenlernt, weiß er sofort: mit Ryan stimmt etwas nicht. Er scheint etwas zu verbergen, eine dunkle Seite zu haben. Außer ihm hat jedoch niemand diese Ahnung. ...

Als Ed den neuen Partner seiner Tochter Abbie kennenlernt, weiß er sofort: mit Ryan stimmt etwas nicht. Er scheint etwas zu verbergen, eine dunkle Seite zu haben. Außer ihm hat jedoch niemand diese Ahnung. Alle sind begeistert von Ryan und als Abbie und er dann auch noch eröffnen, so bald wie möglich heiraten zu wollen, freuen sich alle - nur Ed nicht. Er liebt Abbie über alles und so beginnt er, Nachforschungen über Ryan anzustellen. Er ahnt nicht, dass er sowohl sich als auch Abbie damit in große Gefahr bringt...

Ich hatte von T.M. Logan zuvor noch nichts gelesen und war umso gespannter auf diesen Thriller. Der Klappentext klingt vielversprechend, aber ich hätte mir mehr von der Geschichte erhofft.
Der Großteil der Geschichte wird aus Eds Sicht beschrieben. Das hat mir gut gefallen, weil man so vor allem bei seinen eigenmächtigen Ermittlungen live dabei ist. Auch wenn es vorrangig um Ed und Ryan geht, hat mir die Sicht von Ryan gefehlt, erst gegen Ende löst er Eds Perspektive ab.
Ebenso ein Großteil dreht sich um das Beschatten, Verfolgen und Ermitteln Eds, was an manchen Stellen einfach zu langatmig war. Gegen Ende gab es dann noch einen Plottwist, der zwar an der Stelle überraschend kam, den man aber schon zuvor hat kommen sehen. Generell hat mir leider die Spannung gefehlt, man fiebert die ganze Zeit auf die Hochzeit hin, aber die verstreicht relativ sang- und klanglos. Die Geschichte plätschert mehr vor sich hin als dass Spannung aufgebaut wird, das Rätsel um Ryan wird zu früh aufgelöst.

Für mich ein eher schwacher Thriller, der zu langatmig daherkommt und keine richtige Spannung aufbauen kann. Vielleicht werde ich mir noch ein weiteres Buch des Autors vornehmen zum Vergleich.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Langatmige und zu detaillierte Geschichte eines Paares, das sich immer wieder aus den Augen verliert

Man sieht sich
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Friederika, die sich selbst Frie nennt, ist zu Beginn des Buches auf dem Weg zu einem Klassentreffen. Sie denkt dabei an Robert, den sie damals in der Oberstufe im Jahr 1988 kennengelernt hat und der neu ...

Friederika, die sich selbst Frie nennt, ist zu Beginn des Buches auf dem Weg zu einem Klassentreffen. Sie denkt dabei an Robert, den sie damals in der Oberstufe im Jahr 1988 kennengelernt hat und der neu an die Schule kam. Robert verliebte sich damals in Frie, aber sie blieben beste Freunde und wurden kein Paar. Frie bricht nach dem Abitur zu einem Auslandsaufenthalt auf und die beiden verlieren sich aus den Augen. In den folgenden Jahrzehnten treffen sich die beiden immer wieder - finden aber nie den Weg in eine Beziehung als Liebespaar. Sie treffen sich mit über fünfzig Jahren nochmal wieder. Hat die Liebe nun eine Chance?

Von Julia Karnick kannte ich noch die Kolumnen aus der Zeitschrift "Brigitte", hatte aber noch kein Buch von ihr gelesen. Der Klappentext liest sich sehr spannend und ich habe eine aufregende und wendungsreiche Liebesgeschichte erwartet. Leider wurde ich enttäuscht und die Geschichte konnte mich nicht überzeugen.
Zu Beginn begleitet man Frie auf dem Weg zum Klassentreffen und man erfährt viel von ihren Gefühlen für Robert, die nach über dreißig Jahren immer noch da sind. Danach geht es in die Vergangenheit, wo Robert und Frie sich kennenlernen. Das war für mich alles noch spannend und ich war gespannt auf den weiteren Verlauf der Geschichte. Es hat sich danach für mich leider immer weiter abgeflacht. Die Zeitsprünge waren mir oft zu lang und groß, auf der anderen Seite wurden unnötige Details in die Länge gezogen, was den Lesefluss gestört hat.
Robert und Frie haben mich irgendwann regelrecht genervt mit ihrem ständigen Hin und Her. Gerade bei Frie bemerkt man eine Ich-Bezogenheit, sie schaut oft, was am besten für sie ist und was Robert ihr nutzen kann.
Der Schreibstil ist locker und leicht, die Perspektivenwechsel im Buch gefallen mir auch gut. Inhaltlich kann mich das Buch nicht abholen, es zieht sich unglaublich in die Länge, auf knapp 480 Seiten werden viele Details unnötig ausgeschmückt. Das Buch hätte für mich um ein paar Seiten gekürzt werden können, damit der Lesefluss konstant bleibt.

Ich hätte mir mehr von der Geschichte erhofft, leider hat es sich zu sehr in die Länge gezogen und meine Erwartungen an eine leichte Liebesgeschichte mit Wendungen wurde nicht erfüllt.

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Kommt leider nicht an die anderen Bücher von Glattauer heran

Die Wunderübung
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Joana und Valentin sind seit über 18 Jahren verheiratet und am Tiefpunkt angelangt. Sie gehen zu einem Paartherapeuten um ihre Ehe zu retten. Doch auch er verzweifelt an den den beiden, die immer wieder ...

Joana und Valentin sind seit über 18 Jahren verheiratet und am Tiefpunkt angelangt. Sie gehen zu einem Paartherapeuten um ihre Ehe zu retten. Doch auch er verzweifelt an den den beiden, die immer wieder aneinander geraten. Joana lässt Valentin nicht zu Wort kommen, Valentin hingegen ist gefühlskalt und sieht keinen Grund für Veränderung. Aber sie scheinen nicht die Einzigen mit Problemen zu sein - auch der Therapeut steckt in Schwierigkeiten und mitten in der Sitzung kommt es zum Höhepunkt. Bis schließlich alle anfangen zu reden.

Ich hatte bereits einige Bücher von Daniel Glattauer gelesen und war fast jedes Mal begeistert. Aufgrund der Kürze und der als Theaterstück angelegten Textform habe ich auch begeistert zu "Die Wunderübung" gegriffen. Leider kann das Buch aber nicht mit den anderen Büchern Daniel Glattauers mithalten.
Die Idee eines Theaterstücks, das von einem zerstrittenen Paar in einer Sitzung beim Paartherapeuten handelt, fand ich eine tolle Ausgangslage. Mir hat jedoch der Humor gefehlt. Sprachlich ist das Buch typisch Glattauer und pointiert und beobachtet sehr genau die Menschen in seinen Geschichten. Es liest sich leicht und lässt sich auch an einem Nachmittag beenden.
Die Handlung war leider oft vorhersehbar und auch das Ende konnte mich nicht mehr versöhnlicher stimmen.

Für mich leider die schwächste Geschichte des Autors. Schade!

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