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Veröffentlicht am 25.10.2025

Politikgeplauder

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Politik spielt in Pauls Leben eine große Rolle. Kurz vor der Präsidentenwahl dreht sich alles um Wählerstimmen, Macht und Intrigen. Anschläge bestimmen das Weltgeschehen. Gleichzeitig erleidet sein Vater ...

Politik spielt in Pauls Leben eine große Rolle. Kurz vor der Präsidentenwahl dreht sich alles um Wählerstimmen, Macht und Intrigen. Anschläge bestimmen das Weltgeschehen. Gleichzeitig erleidet sein Vater einen Schlaganfall. Dessen vegetativer Zustand überfordert Paul, während seine Schwester alles regelt. Paul selber versucht seine Frau zurückzugewinnen, die sich einer religiösen Gemeinschaft angeschlossen hat. Eine Waschmaschine voll von Gesellschafts- und Politik-Buntwäsche, gewürzt mit Rassismus, Antisemitismus und viel Egomanie aus dem Jahr 2027. Mich konnte dieses Buch leider nicht abholen. Das es in der Politik nicht unbedingt um das Beste für die Gesellschaft geht, war mir auch schon klar. Aber während sich die Herren über machtgeplänkel Spielchen unterhalten, kommt plötzlich wie aus dem Nichts vulgäres Gerede über das Liebesspiel mit seiner Frau oder sich selbst. Das Ganze wirkte auf mich wie eine Art Gehirnschluckauf. Es hat mich jedes Mal wieder rausgerissen aus meinem Lesefluss. Besonders da den weiblichen Protagonistinnen ebensolche Gedanken in den Kopf gelegt wurden, was mich doch irritierte. Am Ende des Buches kam eine Wendung, die ich nun wirklich nicht gebraucht hätte. Wenn es nicht die letzten 100 Seiten gewesen wären hätte ich das Buch an dieser Stelle am liebsten abgebrochen. Aber nicht, weil es so schlecht erzählt war, sondern leider zu gut. Nur lesen wollte ich es nicht. Kein Buch, um Zerstreuung zu finden. Vielleicht sollte ich mich, wie der Protagonist, auch lieber auf Agatha Christie und Sherlock Holmes beschränken.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Die goldene Stadt

Die schwarze Dame
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In diesem ersten Fall ermittelt der Versicherungsdetektiv Peter Hogart in Prag. Eigentlich wurde er engagiert, da die Detektivin, die zuerst nach Prag geschickt worden war, um einen großen Kunstraub aufzuklären, ...

In diesem ersten Fall ermittelt der Versicherungsdetektiv Peter Hogart in Prag. Eigentlich wurde er engagiert, da die Detektivin, die zuerst nach Prag geschickt worden war, um einen großen Kunstraub aufzuklären, spurlos verschwunden ist. Doch in der goldenen Stadt treiben zwei Serienmörder ihr Unwesen. Und schon bald vermischen sich die beiden Fälle und Hogart wird in diesen kniffligen Fall hineingesogen. Dies war der erste Thriller von Andreas Gruber, doch er reicht leider noch nicht an die Nachfolgerthriller, die man von dem Autor kennt, heran. Die Idee fand ich wirklich sehr gut und auch die Hintergrundstory war sehr ausgeklügelt und durchdacht. Leider war man gedanklich dem Protagonisten schon immer eine nasenlänge voraus. Überraschungsmomente gab es so leider nicht. Ich merkte auch wie ich mich beim Lesen immer wieder ablenken ließ, da mich die Geschichte einfach nicht packen konnte. Sehr schön fand ich das Setting. Prag ist einfach eine tolle Stadt und das kommt in diesem Thriller besonders zur Geltung. Man merkt, dass große erzählerische Potential in diesem Buch, leider bedarf der Umsetzung jedoch noch der gewissen Feinschlief.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Gossip

Die Garnett Girls
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Margo lebt in einer Welt voller Partys, Alkohol und schnellen Liebschaften. Ihre drei Mädchen musste sie allein aufziehen, nachdem deren Vater sie verlassen hatte. Ihre Töchter sind mittlerweile erwachsen ...

Margo lebt in einer Welt voller Partys, Alkohol und schnellen Liebschaften. Ihre drei Mädchen musste sie allein aufziehen, nachdem deren Vater sie verlassen hatte. Ihre Töchter sind mittlerweile erwachsen und führen ihr eigenes Leben. Und tragen damit auch ihre eigenen Sorgen und Probleme. Die Familie Garnett hält zusammen wie Pech und Schwefel, die Schwiegersöhne sind sorgfältig ausgesuchtes Beiwerk. Doch im Inneren der Familie stören dunkle Geheimnisse die Harmonie. Margo ist fürchterlich exzentrisch und selbstsüchtig. Das hat in mir beim Lesen ziemliche Abneigung produziert. Dennoch ist ihre Figur nicht einfach nur schlecht, sondern sehr fein ausgearbeitet und facettenreich. Sie liebt ihre Töchter, aber sie will auch über sie und ihre Leben bestimmen. Dieser Gegensatz wird immer wieder deutlich und spürbar. Margo schwankt zwischen Liebe und Selbstliebe. Auch die drei Schwestern sind sehr unterschiedlich und facettenreich. Leider ihrer Mutter gegenüber auch sehr duckmäuserisch. Das hat mich zum Teil sehr auf die Palme gebracht. Es kam bei mir das Gefühl auf einer Promifamilie in der Klatschpresse zu begegnen. Da mich das auch sonst nicht interessiert, fand ich es auch hier eher ermüdend, die Garnett Girls auf ihre Partys zu begleiten und ihnen beim Trinken zuzusehen. Für Leserinnen, die Spaß an Gossip haben eignet sich dieses Buch bestimmt sehr gut.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Das Klavier im Raum

Die Summe unserer Teile
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Lucy wohnt, mit Oliver in einer WG in Berlin. Sie wähnt sich weit weg vor ihrer besitzergreifenden Mutter, als diese ihr plötzlich einen Konzertflügel liefern lässt. Der riesige Flügel nimmt nicht nur ...

Lucy wohnt, mit Oliver in einer WG in Berlin. Sie wähnt sich weit weg vor ihrer besitzergreifenden Mutter, als diese ihr plötzlich einen Konzertflügel liefern lässt. Der riesige Flügel nimmt nicht nur Raum in Lucys Zimmer ein, sondern auch in ihren Gedanken. Sie flieht nach Polen. An den Ort aus dem ihre Großmutter einst stammte. Die selbst aber im Zweiten Weltkrieg in den Libanon geflohen ist. Mit ihrer Mutter hat Lucy seit drei Jahren nicht mehr gesprochen. Um aber mehr über ihre Großmutter zu erfahren, wagt sie eine Kontaktaufnahme. Das Cover und auch der Titel des Buches haben mich sehr angesprochen. Umso enttäuschter war ich vom Inhalt. Die drei Protagonistinnen sind sich leider extrem ähnlich und bleiben eher farblos. Ihre Probleme blieben mir fremd. Für mich lief das alles unter: Jammern auf hohem Niveau. Da ist die Tochter traumatisiert, weil sie als Kind gezwungen wurde Klavier zu üben. Mittlerweile erwachsen, schafft sie es dann nicht mit ihrer Mutter zu sprechen und dieser Grenzen aufzuzeigen. Stattdessen bricht sie den Kontakt ab, lässt sich ihr Leben aber weiter von den Eltern finanzieren. Der Vater wird gleich mit bestraft, als würde er gar nicht existieren. Ist jedoch ein berühmter Psychologe, der es aber scheinbar auch nicht schafft, eine normale Beziehung zu Frau und Tochter zu führen. Mich hat dieses Buch nur aufgeregt. Wie sich gesunde junge Menschen aus falschem Stolz ihr Leben so versauen können, ist für mich unbegreiflich. Dieses ständig Ungesagte, dieses wegrennen vor Problemen, dieses mimosenhafte Gehabe hat mich einfach nur wütend gemacht.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Langweilig

Das Institut
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Irgendwo an einem geheimen Ort in Main/USA steht das Institut. Hier werden Kinder gefangen gehalten. Kinder mit paranormalen Fähigkeiten. Das Institut ist schon ziemlich in die Jahre gekommen, aber das ...

Irgendwo an einem geheimen Ort in Main/USA steht das Institut. Hier werden Kinder gefangen gehalten. Kinder mit paranormalen Fähigkeiten. Das Institut ist schon ziemlich in die Jahre gekommen, aber das Konzept scheint zu funktionieren. Wozu sie hier eingesperrt sind, erschließt sich den Kindern erst nach und nach. Zudem werden Tests an ihnen durchgeführt, sie bekommen Spritzen und werden in einem Wassertank bis zur Bewusstlosigkeit untergetaucht. Die Pfleger und Ärzte in diesem Institut sind grausam und unbarmherzig. Und doch ist da dieser Junge, der sich nicht fügen will.
Puh, an diesem Buch habe ich jetzt bestimmt zwei bis drei Jahre gelesen. Immer wieder habe ich es monatelang weggelegt, um es dann doch irgendwann wieder hervorzuholen. Ich habe schon viel von Stephen King gelesen und mochte es fast immer. Aber das hier war einfach episch. Die Geschichte war überladen mit ewig langen Dialogen und Beschreibungen, die nichts mit der Handlung zu tun hatten. Von den gut 750 Seiten dümpelten 600 gemächlich vor sich hin. Der Showdown brachte dann endlich Spannung und Action, zog sich aber auch noch einmal 150 Seiten weiter hin. Wahrscheinlich hätte ich es einfach abbrechen sollen, aber dass liegt irgendwie nicht in meiner Natur und nun kann ich wenigstens sagen: Es hat mir nicht gefallen.

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