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Veröffentlicht am 14.07.2025

Wichtiges Thema, kommt (zu) langsam in Fahrt

Death. Life. Repeat.
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Das Buch behandelt eine sehr wichtige Thematik, die (leider) viele Jugendliche betrifft. Ich finde aber, dass es in der Geschichte zu lange dauert, bis man versteht, was das eigentliche Problem ist. Als ...

Das Buch behandelt eine sehr wichtige Thematik, die (leider) viele Jugendliche betrifft. Ich finde aber, dass es in der Geschichte zu lange dauert, bis man versteht, was das eigentliche Problem ist. Als "Lehre" kann man mitnehmen, dass man hinschauen und etwas sagen sollte, wenn Leute sich falsch verhalten und dass man Fehlverhalten anspricht und sich nicht von den vermeintlich Coolen einschüchtern lässt. Ohne zu viel zu spoilern geht es vor allem um toxische Männlichkeit, se*ualisterte Gewalt, Alkohol- und Drogenmissbrauch.

James Spencer, genannt Spence, erlebt immer wieder denselben Freitag, an dessen Ende seine Mitschülerin Clara nach einer Party bei Spences (bestem) Freund Anthony tödlich verünglückt. Jetzt versucht er natürlich, dies zu verhindern, den Lauf des Tages zu verändern und den "Schlüssel" zu finden, damit endlich der Samstag anbricht.

Dabei erfährt er an jedem neuen Freitag so einiges über seine Klassenkamerad:innen, insbesondere über Anthony. Mir persönlich hat es zu lange gedauert, bis man erfährt, was eigentlich Sache ist. Es wird zu lange drumherum geredet und am Ende geht es dafür dann sehr schnell und ist irgendwie unbefriedigend.

Gestört hat mich persönlich vor allem die Sprache. Gerade am Anfang ist diese sehr elliptisch und vor allem viele Verben werden gekürzt, was in Verbindung mit den kurzen Sätzen sehr abgehackt klingt. Auch fand ich die Sprache oft unauthentisch. Wahrscheinlich liegt es an der Übersetzung, aber so reden Jugendliche nicht. Auch die Dialoge wirken oft merkwürdig, teilweise ergeben sie auch irgendwie keinen Sinn, was es schwer macht, der Story zu folgen. Da müsste man ins Original schauen, ob einfach falsch übersetzt wurde, weil es zu oft sehr holprig klingt. Dazu kommen sehr viele Rechtschreibfehler.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Schön zu leseb

Charlotte & Ben
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Ein schönes Jugendbuch für zwischendurch, das von Charlotte und Ben handelt, die 2000 km voneinander entfernt leben aber zusammen Online-Scrabble spielen. Beide sind sehr intelligent und nicht gerade die ...

Ein schönes Jugendbuch für zwischendurch, das von Charlotte und Ben handelt, die 2000 km voneinander entfernt leben aber zusammen Online-Scrabble spielen. Beide sind sehr intelligent und nicht gerade die beliebtesten an ihrer Schule.

Ich habe ein bisschen etwas anderes erwartet, aber ich fand es schön, dass beide in ihrem eigenen Leben jeweils etwas Neues lernen/mitnehmen können.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Spannendes Thema mit einigen Längen

Ein Regenbogen für den Schah
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„Ein Regenbogen für den Schah“ entführt die Lesenden in die turbulente Zeit der 1968er-Studentenbewegungen und verwebt politische Unruhen geschickt mit der persönlichen Geschichte zweier junger Männer, ...

„Ein Regenbogen für den Schah“ entführt die Lesenden in die turbulente Zeit der 1968er-Studentenbewegungen und verwebt politische Unruhen geschickt mit der persönlichen Geschichte zweier junger Männer, Lukas und Max. Das Cover stellt sich beim Lesen als passender Begleiter zur erzählten Geschichte heraus. Der Roman fängt die Atmosphäre jener Jahre gut ein und zeigt, wie sich Jugendliche und junge Erwachsene gegen die Gesellschaft auflehnten, während gleichzeitig eine zarte Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten entsteht.

Der Autor schildert die historischen Hintergründe eindrücklich und verleiht den Unruhen der Zeit durch detaillierte Beschreibungen ein hohes Maß an Authentizität. Die aufkommenden politischen Spannungen und die Diskussionen um das Notstandsgesetz bieten einen spannenden Rahmen, in dem sich die Beziehung zwischen Lukas und Max entwickelt. Diese wird einfühlsam und sensibel beschrieben, was besonders die emotionalen Aspekte ihrer aufkeimenden Liebe in einer Zeit unterstreicht, in der gleichgeschlechtliche Beziehungen mit gesellschaftlichen und rechtlichen Sanktionen verbunden waren.

Die Erzählweise, die zwischen den Perspektiven der beiden Protagonisten wechselt, ermöglicht einen tiefen Einblick in deren Gefühlswelt. Dies sorgt für eine gute Bindung an die Charaktere, auch wenn es manchmal schwerfällt, den Zugang zu ihnen vollständig zu finden. Leider verliert die Geschichte durch langwierige philosophische Diskussionen und gelegentlich übertriebene Monologe an Dynamik, was den Lesefluss beeinträchtigt. Diese intellektuellen Gespräche, die oft als überzogen empfunden werden, könnten weniger dominant eingesetzt werden, um das Interesse durchgehend zu halten.

Ein weiteres Manko sind die abrupten Zeitsprünge, die wichtige Schlüsselszenen unvollständig erscheinen lassen und zu einem Bruch in der Erzählung führen. Die Geschichte hätte von einer stärkeren Fokussierung auf bestimmte Themen profitieren können, da die Vielzahl an angesprochenen Aspekten – von politischer Gewalt über persönliche Traumata bis hin zur sexuellen Selbstfindung – manchmal fragmentarisch und sprunghaft wirkt.

Dennoch bietet der Roman eine spannende und informative Darstellung der 1960er und 1970er Jahre, die durch die realitätsnahe Schilderung historischer Ereignisse überzeugt. Die Liebesgeschichte zwischen Lukas und Max ist berührend und zeigt eindrucksvoll, wie schwer es homosexuelle Paare vor fünfzig Jahren hatten. Trotz einiger inhaltlicher Schwächen und stilistischer Ungereimtheiten bleibt der Roman lesenswert, besonders für diejenigen, die sich für die politische und gesellschaftliche Geschichte dieser Zeit interessieren. Allerdings bleibt abzuwarten, ob die Fortsetzung die offenen Fragen und Schwächen des ersten Teils aufgreifen und weiterentwickeln kann.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Nettes Buch für Zwischendurch, konnte mich aber nicht überzeugen

17 Erkenntnisse über Leander Blum
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Leider kam das Buch für mich bei weitem nicht an "Am Ende der Welt traf ich Noah" heran.

Es ist eine Geschichte übers Erwachsenwerden, Freundschaft, erste Liebe - alles vor dem Hintergrund der Wiener ...

Leider kam das Buch für mich bei weitem nicht an "Am Ende der Welt traf ich Noah" heran.

Es ist eine Geschichte übers Erwachsenwerden, Freundschaft, erste Liebe - alles vor dem Hintergrund der Wiener Sprayer-Szene. Diesen Ansatz fand ich für einen unbebilderten Roman schwierig. Die Bilder/Graffitis werden zwar ausführlich beschrieben, so richtig vorstellen kann man es sich aber nicht - vor allem, weil die Kunstwerke als SO außergewöhnlich dargestellt werden.

Erzählt wird zum einen aus der Perspektive von Leander, der mit seinem besten Freund Jonas nachts in der Sprayerszene unterwegs ist, wovon aber niemand wissen darf (vor allem nicht sein Vater, der als Polizist natürlich ausgerechnet Sprayer jagt).

Zum anderen erzählt Lila, die aufgrund einer Erkrankung erst zwei Wochen nach den Sommerferien zurück in die Schule kommt und darum neben dem Neuen (Leander) sitzen muss, der sich ihr gegenüber sehr merkwürdig benimmt, sie trotzdem fasziniert (weshalb sie ihre 17 Erkenntnisse, die sie im Laufe der Zeit über ihn gewinnt, mit den Leser:innen teilt).

Ich habe etwas gebraucht, um zu verstehen, dass Leanders Abschnitte die Vergangenheit erzählen und Lila die "Jetzt"-Zeit, bis am Ende die Geschichte zusammenläuft. Es ist mir auch schwergefallen, die Gefühe der Figuren richtig zu greifen. Die Freundschaft zwischen Jonas und Leander fand ich gut beschrieben, aber bei allen anderen Figuren gelang es mir nicht wirklich, mich in sie hineinzuversetzen, vor allem Lila. Warum genau sie sich in Leander verliebt, war mir schleierhaft - denn er benimmt sich ihr gegenüber durchgehend komisch.

Auch fand ich es bis zum Ende schwer, Lilas Familienverhältnisse auseinenderzuhalten - die Eltern sind zwar getrennt, leben aber gemeinsam mit ihr, ihrem Bruder und den jeweils neuen Partner:innen in einer Wohnung - weil alle zu selten vorkommen, als dass man sich Namen + Rolle die ganze Zeit merkt.

Insgesamt ein netter Coming-of Age-Roman, der viele Themen anspricht, die in dem Alter wichtig sind, Freundschaften, Träume, aber auch Verlust, Trauer und Hoffnung. Es wirkte für mich aber oft zu "gewollt", was vor allem an der unauthentischen Jugendsprache und den Ausdrücken aus der Sprayerszene lag.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Mehr Thrill, bitte!

Die Villa
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Ich muss sagen, dass ich als erstes auf das Cover aufmerksam wurde (das ist wirklich gut gelungen, Motiv und Farben sind super gewählt). Und auch der Klappentext klang vielversprechend.

Hauptsächlich ...

Ich muss sagen, dass ich als erstes auf das Cover aufmerksam wurde (das ist wirklich gut gelungen, Motiv und Farben sind super gewählt). Und auch der Klappentext klang vielversprechend.

Hauptsächlich wird aus der Perspektive von Dani erzählt, deren beste Freundin Aiofe ihren Junggesellinnenabschied in Marbella gefeiert hat, an deren Ende sie leider gestorben ist (Bei "Aiofe" habe ich mich etwas schwergetan mit dem irischen Namen, für nicht-muttersprachliche Leser:innen hätte ich mir eine Fußnote oder so mit der Lautsprache gewünscht. Man spricht den Namen nämlich eher "Ii-va", also das englische "Eva" aus).

Dani kann sich aber nicht erinnern, was damals passiert ist, und möchte darum an Aiofes drittem Todestag nach Marbella zurückkehren, um sich zu erinnern. Mit dabei sind auch Tiff (Aiofes älteste Kindheitsfreundin), Beth und Celine (eine Arbeitskollegin, die vorher keine der anderen Frauen kannte), die auch vor drei Jahren dabei waren.

Erzählt wird abwechselnd aus der aktuellen Perspektive und der von vor 3 Jahren, sowie aus den Blickwinkeln der unterschiedlichen Frauen. So setzt sich langsam ein Bild zusammen, und man kann miträtseln, wer der/die Täter:in war. Involviert zu sein scheinen auch Aiofes damaliger kontrollsüchtiger Verlobter Nathan sowie zwei Männer, die beim Junggesellinnenabschied gewisse Rollen gespielt haben.

An sich fand ich die Geschichte interessant gemacht, der Wechsel der Perspektiven und das langsame Rekapitulieren der Ereignisse sowie die Zwiste unter den Frauen haben mir gut gefallen. Dabei hat mir aber irgendwie durchgehend Spannung gefehlt. Das Buch war zwar nie wirklich langweilig, es sind einige unerwartete Dinge passiert, aber Thrill kam auch nicht richtig auf. Irgendwie könnte zwar jede:r ein Motiv haben, so richtig wurde aber kein Strang verfolgt und am Ende zog es sich dann ein bisschen und ich wollte nur noch die Auflösung wissen.

Ich denke, hier hätte man noch mehr aus der Geschichte herausholen können, indem die Gründe, die jede:r hatte, noch mehr ausgearbeitet worden wären. Dazu kam auch noch, dass ich keine der Protagonistinnen sympathisch fand.

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