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Veröffentlicht am 16.06.2025

Schicksal einer Familie

Zypressensommer
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Mit Zypressensommer hat Brigitte Riebe, die dieses Buch unter ihrem Psydonym Tersa Simaon verfasst hat, einen aus meiner Sicht gelungenen vielschichtigen Roman vorgelegt.

Julia, eine junge Frau aus Hamburg, ...

Mit Zypressensommer hat Brigitte Riebe, die dieses Buch unter ihrem Psydonym Tersa Simaon verfasst hat, einen aus meiner Sicht gelungenen vielschichtigen Roman vorgelegt.

Julia, eine junge Frau aus Hamburg, reist in die Toskana um den letzten Wunsch ihres kürzlich verstorbenen "Nonnos" (Großvater) nachzugehen. Dieser hat ihr eine Liste mit Stichworten hinterlassen, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben. In Lucignano, dem Heimatort ihres Großvaters Gianni, begibt sie sich auf Spurensuche und versucht dem Ganzen einen Sinn zu geben. So soll sie beispielsweise den örtlichen Friedhof besuchen und das Grab einer gewissen Anna aufsuchen.

Julia ist begeistert von der sommlichen Landschaft der Toskana und dem malerischen Dorf. Schnell schließt sie Bekannschaftt mit dem attraktiven Matteo, der ihr bei ihren Nachforschungen hilft. Je mehr sie sich mit ihrem Großvater und seiner familiären Vergangenheit beschäftigt, desto tragischer erscheinen die Ereignisse der Vergangenheit. Ein schreckliches Ereignis aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges scheint auch noch in die Gegenwart auszustrahlen.

Zypressensommer vereint romantische Begegnungen, authentische Darstellung historischer Ereignisse und Landschaftsbeschreibungen auf beste Art und Weise. Das Buch unterhält und informiert zu gleichen Teilen und ist dabei nie langweilig. Ich habe es gerne gelesen und kann es mit gutem Gewissen empfehlen. Insbesondere, da das Ende mit zeitweilig schockierenden Ereignissen versöhnt.

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Der Kasuarinenbaum

Das Haus der Türen
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Der in Malaysia geborene Schriftsteller Tan Tang Eng hat mit seinem Roman Das Haus der Türen eine wunderbare, atmosphärisch bezaubernde Geschichte geschrieben. Man versinkt beim Lesen in die Welt des Kolonialismus ...

Der in Malaysia geborene Schriftsteller Tan Tang Eng hat mit seinem Roman Das Haus der Türen eine wunderbare, atmosphärisch bezaubernde Geschichte geschrieben. Man versinkt beim Lesen in die Welt des Kolonialismus in Südostasien zu Beginn des letzten Jahrhunderts.
Im Mittelpunkt des Geschehen stehen der berühmte Schriftsteller William Somerset Maugham und seine Freunde Lesley und Robert Hamlyn, bei denen er in Penang zu Gast ist. Lesley lebt das (vermeintlich) sorglose Leben einer Frau, der es an nichts fehlt. Robert, ihr Mann ist Anwalt. Allerdings ist er erkrankt, so dass ein Umzug nach Südafrika Thema ist.

"Willie" Maugham wird für Lesley zum Vertrauten. Immer mehr öffnet Sie sich ihm und offenbart ihre Geheimnisse. Zunehmend wird klar, dass die beiden unter den Normen ihrer Zeit leiden, denn auch Maugham hat etwa zu verbergen.
Das Haus der Türen hat mich ein wenig an Jenseits von Afrika erinnert, das Buch von Tania Blixen: auch hier entwickelt sich durch die Beschreibungen ein Sog, dem man sich schwer entziehen kann.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Fakten und Fiktion werden hier kunstvoll verwoben und man erfährt viel über die damalige Zeit.

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Veröffentlicht am 07.04.2025

Wie uns die Vorfahren prägen

Die Summe unserer Teile
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Lucy ist jung, alternativ und eigenwillig. Den Kontakt zu ihren Eltern hat sie abgebrochen. Mit ihrer Mutter verbindet sie nichts mehr. Bis eines Tages ein Klavier in ihrem Zimmer steht. Ihre Mutter hat ...

Lucy ist jung, alternativ und eigenwillig. Den Kontakt zu ihren Eltern hat sie abgebrochen. Mit ihrer Mutter verbindet sie nichts mehr. Bis eines Tages ein Klavier in ihrem Zimmer steht. Ihre Mutter hat es ihr geschickt und die Sendung mit dem Nachnamen von Lucys Großmutter unterschrieben. Für Lucy beginnt nun eine Reise in die Vergangenheit. Sie erkundet den Ort in Polen, den Ihre Großmutter Lyudmila vor langer Zeit verlassen hat. Ein langer Faden führt sie zurück in das Leben ihrer Mutter Daria und deren Mutter.

Paola Lopez hat mit ihrem Debüt-Roman "Die Summer unserer Teile" eine kluge Geschichte über drei Frauen geschrieben. Lyudmila, Daria, Lucy: jede von ihnen hat mit den Hürden der eigenen Zeit zu kämpfen. Sie sind erfolgreich, allerdings bleiben Beziehungen auf der Strecke. Das Schweigen zieht sich durch die Biografien der Frauen, bis Lucys Mutter die Initiative ergreift und den Versuch macht die Stille zu durchbrechen.

Das Ganze ist immer mehr als die Summe der Teile. Diesen philosophischen Satz hat Paola Lopez klug, nachvollziehbar und gut lesbar in eine Geschichte mit einem überraschenden Ende verwandelt.

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Veröffentlicht am 15.10.2023

Von Jägern und Wölfen

Ich träumte von einer Bestie
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Nina Blazon ist eine Autorin mit vielseitigem Repertoire. Kinder-, Jugend-, Fantasy-, aber auch Erwachsenenromane hat sie bisher geschrieben. Ihr neues Buch mit dem Titel "Ich träumte von einer Bestie" ...

Nina Blazon ist eine Autorin mit vielseitigem Repertoire. Kinder-, Jugend-, Fantasy-, aber auch Erwachsenenromane hat sie bisher geschrieben. Ihr neues Buch mit dem Titel "Ich träumte von einer Bestie" scheint nun ein Mix aus allen Genres zu sein. Und dieser ist ihr unfassbar gut geglückt.

Fleur lebt relativ zurückgezogen und arbeitet als sogenannte Datenforensikerin. Sie geht Spuren im Internet nach und taucht dabei oft ein in die Welt des Worldwide Web. Im richtigen Leben läuft es nicht so glatt für die junge Frau. Als Leser:in merkt man schnell, dass Fleur ein Geheimnis umgibt. Doch was es sein kann, bleibt lange verborgen. Erst als Fleur durch das Erbe ihrer gehassten französischen Großmutter auf die Spur einer jahrhundertealten ungelösten Familiengeschichte stößt, nimmt auch die Geschichte fahrt auf. Nina Blazon verwebt hier die Legende der Bestie des Gévaudan mit der Geschichte von Fleurs Familie. Blazon führt uns in die abgelegene Gegend der Auvergne in Frankreich. Auf sehr fesselnde Weise, die ab und an auch einen kleinen Schauer hervorruft, wird das Geheimnis am Ende gelüftet.
Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die gerne in märchenhafte Geschichten eintauchen. Perfekt wird das Ganze durch die Informationen zur Legende der Bestie. Sehr passend zur kommenden dunklen Jahreszeit.

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Veröffentlicht am 09.10.2023

Bezauberndes Buch

Der späte Ruhm der Mrs. Quinn
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Auch im Alter kann noch Erstaunliches passieren. Mrs. Quinn liefert dafür das beste Beispiel.

Seit fast sechs Jahrzehnten sind Jennifer und Bernhard Quinn ein Ehepaar und leben beschaulich in einer englischen ...

Auch im Alter kann noch Erstaunliches passieren. Mrs. Quinn liefert dafür das beste Beispiel.

Seit fast sechs Jahrzehnten sind Jennifer und Bernhard Quinn ein Ehepaar und leben beschaulich in einer englischen Kleinstadt. Jennifers großes Hobby ist das Backen. Schon früh hat sie gelernt, dass das Zubereiten von Backwerk eine Art von Liebesbeweis sein kann. In ihrer Familie hat das Anfertigen von Köstlichkeiten eine Tradition. Rezepte werden aufgeschrieben und so für die Nachwelt festgehalten. Seit frühester Jugend verwöhnt sie ihre Lieben mit ihren Kreationen und ist somit eine Meisterin im Backen geworden. Jennifer stellt sich einer neuen Herausforderung, als sie sich (ohne ihrem Mann Bernhardt davon etwas zu sagen) für einen Backwettbewerb im Fernsehen anmeldet. Woche für Woche wird nun das köstlichste Gebäck produziert, und tatsächlich ist mir beim Lesen das Wasser im Munde zusammengelaufen. Für Jennifer entwickelt sich der Wettbewerb zu einer großen Freude. Ein Geheimnis aus Jennifers Vergangenheit trübt allerdings ihre Freude über den Erfolg. Doch letztlich kommt es auch hier zu einem guten Ende.

Der späte Ruhm der Mrs Quinn liest sich so locker und leicht wie ein mit Liebe gebackenes Kuchenstück von Jennifer Quinn wohl schmecken mag. Es gibt wenig Überraschendes in diesem Buch, und Fans von liebenswerten Charakteren kommen hier voll auf ihre Kosten. So warmherzig und routiniert von der Autorin Olivia Ford geschrieben, dass man es kaum glauben kann, dass dies ihr Debütroman ist.
Ich bin nun gespannt, ob es demnächst ein Backbuch geben wird. Mich würde es auf jeden Fall freuen.

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