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Veröffentlicht am 22.11.2025

tsja ...

Die Hummerfrauen
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Das schöne Cover hat mich verleitet. Lange bin ich um das Buch herumgeschlichen.

Und dann…

„Die Hummerfrauen“ von Beatrix Gerstberger erzählt von drei sehr unterschiedlichen Frauen – Ann, Julie und ...


Das schöne Cover hat mich verleitet. Lange bin ich um das Buch herumgeschlichen.

Und dann…

„Die Hummerfrauen“ von Beatrix Gerstberger erzählt von drei sehr unterschiedlichen Frauen – Ann, Julie und Mina – in einem abgelegenen Hummerfischerdorf in Maine. Jede von ihnen trägt ihre ganz eigenen Verletzungen: Julie ringt mit ihrem neuen Leben nach einem schweren Unfall, Mina kehrt nach dem Tod ihres Bruders auf die Insel ihrer Kindheitsurlaube zurück und Ann, die älteste, lebt mit ihrem blauen Hummer zusammen, nachdem sie von ihrer großen Liebe verlassen wurde.

In diesem rauen Alltag am Meer konfrontieren die drei sich mit ihrer Vergangenheit und erleben Freundschaft, Liebe und Zugehörigkeit, aber auch Verlust und Trauer.

Ich hatte mich echt auf das Buch gefreut, aber- ganz ehrlich – ich fand zu viel vorhersehbar, redundant und auch sprachlich irgendwie manchmal fast altbacken.
Klar, die Story ist heart-touching, aber irgendwie hatte ich dann doch schnell genug vom Ton, den Charakteren, den Dialogen und auch das Ende hat mich nicht versöhnt. Im Gegenteil, ich fand Minas Handlungsweise so gar nicht nachvollziehbar.

Für mich ist es hier so gar nicht gelungen, einen Wohlfühl-Roman in amerikanischem Ton zu schreiben. Schade, aber so ist es eben manchmal.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

viele gute Themen, wenig Tiefe

Bis zum Mond
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Na ja, vielleicht nicht ganz bis zum Mond…
„Bis zum Mond“ von Jang Ryujin habe ich im Rahmen einer Leserunde bei @lovelybooks gelesen. Danke für den netten Austausch und das kostenlose Leseexemplar (@kiwisphere)!
Die ...

Na ja, vielleicht nicht ganz bis zum Mond…
„Bis zum Mond“ von Jang Ryujin habe ich im Rahmen einer Leserunde bei @lovelybooks gelesen. Danke für den netten Austausch und das kostenlose Leseexemplar (@kiwisphere)!
Die drei Arbeitskolleginnen und Freundinnen Da-hae, Eun-sang und Ji-song arbeiten in unterschiedlichen Bereichen des Süßwarenfabrikanten Maron. Als eine von ihnen beginnt, in Kryptowährung zu investieren, kommt sie ihrem Traum, reich zu sein, einen großen Schritt näher.
Im gemeinsamen Urlaub im 7-Sterne-Hotel zeigt sich, dass der Luxus die Freundschaft (kurzfristig) belastet, doch als sie alle gemeinsam um das Wachstum der Währung bangen, ist alles wieder im Lot.
Die ersten zwei Teile habe ich ganz gerne gelesen, weil mich die Themen, die die Autorin anreißt, interessieren: Wohn- und Arbeitsbedingungen in Korea, Kryptowährung, die Frage nach finanzieller Sicherheit und dem Umgang miteinander in der Hierarchie der Firma. Doch schnell wurde mir bewusst, dass die Themen sich nicht weiterentwickeln. Stattdessen plätscherte die Geschichte auch sprachlich monoton vor sich hin.
Insgesamt reihen sich nach meinem Geschmack zu viele absehbare Ereignisse aneinander: Der Chef plant selbst seinen Ausstieg (#barista), eine Freundin lebt ihren Reichtum genau so wie man es erwartet. Dazu kommt noch ein Unfall an einem Fake-Steinhaufen, ein Besuch bei einer Wahrsagerin, der Auftrag, ein Firmensweatshirt zu designen und eine Zuckerwattenmetapher.
Zwischendurch dachte ich dann auch nochmal kurz, ich bin in einer Rimowa-Koffer-Verkaufsveranstaltung gelandet- das war echt ein bisschen strange.
Leider wirkte alles sehr konstruiert, obwohl die Fragen, die angedeutet werden, durchaus spannend sind: Was sind echte Bedürfnisse, was nur wachsende Ansprüche? Gibt Reichtum Freiheit und bringt Zufriedenheit? Was würde ich ändern, wenn ich plötzlich richtig viel Geld hätte?
Ich würde gerne wissen, wie die koreanischen Leser:innen die Geschichte lesen, denn dort ging der Debutroman der 39-Jährigen ja durch die Decke.
„Geld kommt zu den Leuten, die es mögen.“

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Veröffentlicht am 29.05.2025

unterschiedliche Lebenspläne

Wo wir uns treffen
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Nach dem Tod des dominanten Familienpatriarchen Philip Brooke kehren seine drei erwachsenen Kinder – Frannie, Milo und Isa – auf das ländliche Anwesen in Sussex zurück. Frannie lebt dort bereits mit ihrer ...

Nach dem Tod des dominanten Familienpatriarchen Philip Brooke kehren seine drei erwachsenen Kinder – Frannie, Milo und Isa – auf das ländliche Anwesen in Sussex zurück. Frannie lebt dort bereits mit ihrer Tochter und verfolgt ehrgeizige ökologische Pläne für das Land, während ihre Geschwister sich mit ganz anderen Themen beschäftigen. Nach und nach kommen tief verdrängte Wahrheiten ans Licht – darunter koloniale Vergangenheit der Brookes, die von Schuld, Verdrängung und Missbrauch geprägt ist. Auch die Frage, wie traumatisch diese Vergangenheit für einige Familienmitglieder war, spielt eine Rolle.

Ich hatte echt Lust auf die Story – altes Haus, England-Vibes, Familiengeheimnisse – klang genau nach meinem Ding. Aber beim Lesen hab ich schnell gemerkt: Der Stil ist einfach nicht meins. Die Sprache wirkte auf mich extrem überladen, fast so, als wollte die Autorin in jeden Absatz alles reinpacken, was irgendwie schön klingt oder was sie sich irgendwann mal als Gedankenblitz oder nette Formulierung notiert hatte.

Auch die Erzählweise war mir zu dicht – es wurde so viel im Voraus angedeutet und erzählt, dass kaum Raum zum Eintauchen blieb. Milos Idee einer „psychedelischen Revolution“ und die Planung einer entsprechenden Klinik hat mich gar nicht abgeholt und ich fand sie irgendwie unpassend schräg.

Ich kann aber trotzdem vorstellen, dass das Buch Zuspruch findet, für mich kann ich zusammenfassend aber leider nur sagen: honey, you're just not my cup of tea.

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