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Veröffentlicht am 30.05.2025

An der See

Frau Appeldorn und der tote Kapitän
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Durch einen Zusammenstoß lernt Mareike Appeldorn, die ehemalige Sekretärin, den smarten Arne Carlsen kennen. Bei einem gemeinsamen Essen vertiefen sie ihre neue Bekanntschaft. Doch dann muss Arne plötzlich ...

Durch einen Zusammenstoß lernt Mareike Appeldorn, die ehemalige Sekretärin, den smarten Arne Carlsen kennen. Bei einem gemeinsamen Essen vertiefen sie ihre neue Bekanntschaft. Doch dann muss Arne plötzlich an seine heimatliche Ostsee, weil es Probleme mit seinem Sohn gibt. Und das nächste, was Frau Appeldorn erfährt, der pensionierte Kapitän Arne Carlsen wurde in seinem Heimatort tot aufgefunden. Frau Appeldorn ist doch sehr aufgewühlt. Auch wenn sie sich nur so kurz kannten, hatte Arne Carlsen doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mareike, die von dem Zusammenstoß noch ein wenig gehandicapt ist, überredet ihren Nachbarn mit ihr an die See zu fahren.

Zum dritten Mal macht sich Mareike Appeldorn, deren Markenzeichen ein roter Hut ist, auf, um einen unnatürlichen Todesfall aufzuklären. Mit ihrem freundlichen Nachbarn Herrn Büyüktürk reist sie nach Niendorf an der Ostsee. Sie ist sehr betroffen und wahrscheinlich hilft es nicht nur ihr, sondern auch den Hinterbliebenen, wenn sie herausfindet, wie Arne Carlsen zu Tode gekommen ist. Dass Arnes geschiedene Frau Ferienwohnungen vermietet, bietet eine gute Gelegenheit zu einem guten Kontakt. So ganz mitteilsam ist die Geschiedene zunächst mal nicht, was einer Fremden gegenüber jedoch verständlich sein dürfte. Auch der Sohn erweist sich als eher verschwiegen.

Mit Frau Appeldorn lernt man eine sympathische, hartnäckige und auch etwas neugierige ehemalige Sekretärin kennen. Zum Verständnis der Handlung ist die Kenntnis der weiteren Bände nicht notwendig. In manchen Momenten wirkt dieser Cozy-Crime doch ein wenig allzu lieblich. Doch überwiegen die Momente, in denen man der Handlung gerne folgt. Frau Appeldorn lernt noch neue Seiten an ihrem Nachbarn kennen und die Konflikte mit der Polizei sind durchaus vorprogrammiert. Die mögen es einfach nicht, wenn sie Außenstehende einmischen. Aber gerade das macht Frau Appeldorn sehr gut. Wenn man sich vorstellt, wie sie mit ihrem roten Hut hinter den möglichen Tätern her ist, bekommt man fast schon automatisch gute Laune.

Veröffentlicht am 30.05.2025

Hacker

Todesrache
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Der Anruf, das kann eigentlich nur seine Sabine sein, sein Eichkätzchen. Eine Woche nach den schrecklichen Ereignissen hat BKA-Ermittler Maarten S. Sneijder nicht mehr zu hoffen gewagt, dass Sabine Nemez ...

Der Anruf, das kann eigentlich nur seine Sabine sein, sein Eichkätzchen. Eine Woche nach den schrecklichen Ereignissen hat BKA-Ermittler Maarten S. Sneijder nicht mehr zu hoffen gewagt, dass Sabine Nemez noch am Leben sein könnte. Nun muss er sie schnellstens finden, denn der Anruf wurde abgebrochen und Sabine scheint in größter Gefahr zu sein. Jedoch hat er kein Team mehr und keine Ahnung, von wo sie angerufen haben könnte. Sneijder braucht neue Mitarbeiter. Mit Walter Pulaski hat er allerdings nicht gerechnet. Dieser ist bei der Polizei in Leipzig und hat ein besonderes Interesse an dem Fall, von dem noch nicht klar ist, um was für einen Fall es sich handelt.

In ihrem siebten Fall sind Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez gezwungen, sich neu aufzustellen. Wobei Sabine erstmal gefunden werden muss. Das hat oberste Priorität. Eher zufällig stößt Sneijder im Rahmen der Suche noch auf eine andere Sache, durch die Walter Pulaski vom Kriminaldauerdienst Leipzig mit ins Spiel kommt. Die beiden altgedienten Recken, die gerne das Sagen haben, verstehen es sich beginn, sich nicht zu verstehen. Nachdem sie ihre Ziele koordiniert und in eine gewisse Reihenfolge gebracht haben, ergänzen sich ihre Fähigkeiten gut. Und Marc für die IT kennt Sneijder schon.

Nachdem man beim letzten Teil ja echt sauer war, dass der Autor sein halbes Ermittlerteam umgebracht hat, schwor man eigentlich, nie wieder von Maarten S. Sneijder lesen zu wollen. Nun ergab sich aber die Gelegenheit und nach dem Zeitabstand auch eine gewisse Neugier, tja, und hier sind wir nun. Das Crossover mit Walter Pulaski gibt diesem Teil einen tollen Schub. Sowohl Pulaski als auch Sneijder sind persönlich betroffen. Und Sneijder braucht dringend Hilfe, wenn es für Sabine noch eine Rettung geben soll. Ob oder wie das gelingen kann, ist sehr spannend nachzulesen. Es entwickeln sich zwei packende Fälle, die einen Zusammenhang haben und einen fesselnden Bezug zur Vergangenheit. Ein Start von etwas Neuen ist doch viel leichter zu verdauen als ein Abschluss, der doch recht herbe geraten ist. So kann die Reihe gerne mindestens über die drei angekündigten Teile weitergehen.

Veröffentlicht am 26.05.2025

Rom 1969

Teddy
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In den 1960er Jahren war es für junge Frauen noch ein unbedingtes Ziel zu heiraten, von ihrem Mann versorgt zu werden und Kinder zu bekommen. Teddy Carlyle ist schon über dreißig Jahre als sie den Botschaftsmitarbeiter ...

In den 1960er Jahren war es für junge Frauen noch ein unbedingtes Ziel zu heiraten, von ihrem Mann versorgt zu werden und Kinder zu bekommen. Teddy Carlyle ist schon über dreißig Jahre als sie den Botschaftsmitarbeiter David kennenlernt und der sie heiratet. Davids Einsatz an der Botschaft in Rom beginnt auch vielversprechend. Es soll Teddys neues Leben sein. Sie beginnt sogar mit einem kleinen Job als Botschaftsangestellte. Doch bald schleichen sich alte Gewohnheiten ein. Teddy gibt sich selbst die Schuld, dass sie nicht die vorbildliche Ehefrau ist. Sie befürchtet auch, dass ihre Vergangenheit sie einholen wird.

Eine junge Frau versucht den gesellschaftlichen Konventionen zu entsprechen. In den 60ern sind die Möglichkeiten für Frauen noch viel begrenzter als heutzutage. Es gibt jede Menge Regeln, an die sie sich halten sollen. Ein Bild der Gesellschaft, dem sie entsprechen sollen. Sind sie anders, offener, lebenslustiger, folgt die Strafe der gesellschaftlichen Ächtung oder Schlimmeres schnell. Doch Teddy will sich an die Regeln halten, sie will eine gute Frau werden, endlich. Aber das Leben und auch ihre Trägheit machen es ihr schwer, alle Erwartungen zu erfüllen. Und dann geschieht etwas, wodurch alles kaputt gehen könnte.

In einer besonderen Situation erzählt Teddy von ihrem Leben, sie erzählt aus ihrer Kindheit und Jugend, wie sie in manche Situation herein gerutscht ist und schließlich wieso sie hier sitzt und erzählt. Das eignet sich natürlich sehr gut für ein Hörbuch und dieses hier wird wunderbar in Szene gesetzt von Cathleen Gawlich. Das, was Teddy zu erzählen hat, ist nicht immer sehr schön. So war es eben damals. In der Vergangenheit war eben nicht alles besser. Die Frauen hatten keine Stimme. Mit ihnen konnte gemacht werden, was jemand wollte. Und doch will Teddy dazugehören. Ihre scheiternden Bemühungen nerven sie allerdings selbst. Sie denkt, sie muss sich den Konventionen beugen. Mehr und mehr empfindet Teddy Widerwillen, sie sieht allerdings kaum eine Möglichkeit etwas an der Lage zu ändern. Es ist spannend, Teddys Entwicklung von einer Art Lebedame zu einer selbstständigen Frau mitzuerleben.

Veröffentlicht am 24.05.2025

Die Schöne

Der Feind
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Die Telefone klingeln fast gleichzeitig. Die Journalistin Milla Nova wird einen Hauch früher vom gemeinsamen Essen aufgeschreckt. Doch auch Sandro Bandini, der Chef der Abteilung Leib und Leben der Polizei ...

Die Telefone klingeln fast gleichzeitig. Die Journalistin Milla Nova wird einen Hauch früher vom gemeinsamen Essen aufgeschreckt. Doch auch Sandro Bandini, der Chef der Abteilung Leib und Leben der Polizei Bern muss zum Ort des Geschehens. Es ist nicht zu glauben. Während einer Discoveranstaltung für Frauen hat jemand begonnen um sich zu schießen. Etliche der Besucherinnen der Feier sind verletzt, etliche brutal ermordet. Noch im Verlauf der ersten Ermittlungen erfährt die Polizei von einem weiteren Todesfall, der zu klären ist. Ein unauffälliger Bürger wurde tot aufgefunden. Er war gefesselt und trug rote Damenschuhe an den Füßen.

Bereits zum fünften Mal kreuzen sich die Wege des blinden Nathaniel Brenner, der Journalistin Milla Nova und des Polizisten Sandro Bandini. Endlich ist Nathaniels Leben organisiert und verläuft in ruhigen Bahnen. Wäre da nicht dieser grauenvolle Anschlag auf die Frauendisco, der alles zum Einsturz bringt. Die Beziehung von Sandro und Milla ist eigentlich gesettelt. Doch ihre Berufe bringen sie immer wieder in Schwierigkeiten, weil sie sich nicht so einfach austauschen können. Doch manchmal ist es einfach besser, die Diskretion zu brechen. In diesen beiden Fällen geht es viel um Gewalt gegen Frauen und Frauenhass. Verbrechen, die ihnen beinahe alles abfordern.

Mit jedem Fall schafft es die Autorin ein aufwühlendes Thema aufzugreifen. Dazu bedient sie sich ihres wohlbekannten und sympathischen Personals. Dass es die Szene der Frauenhasser gibt, war durchaus schon in Presseberichten zu lesen. Wie schlimm es dort zugeht, wird in diesem Roman sehr deutlich. Beinahe empfindet man es beim Lesen als ausgleichende Gerechtigkeit, dass beim zweiten Fall die Männer zu Opfern werden. Doch auch hier finden die Ermittler nach und nach heraus, dass diese Opfer eigentlich Täter sind. Sehr spannend werden Informationen und Krimi kombiniert, so dass man einfach wissen muss, wie alles zusammenhängt, wie es ausgeht. Nicht alles kann zur Gänze nach dem eigenen Geschmack sein. Man wünscht diesem Schweizer Team dennoch weitere ähnlich spannende Ermittlungen. In menschliche Abgründe zu blicken, ist nicht immer angenehm, aber lehrreich und die Verbreitung des Wissens schadet nie.

Veröffentlicht am 19.05.2025

Besetzte Stadt

Der schwärzeste Winter
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Im Dezember 1944 versucht Commissario De Luca in Bologna zu ermitteln. Einfach ist das nicht, denn es gibt zwei Polizeibehörden, die sich nicht grün sind. Es gibt die deutschen Besetzer ,it ihren unterschiedlichen ...

Im Dezember 1944 versucht Commissario De Luca in Bologna zu ermitteln. Einfach ist das nicht, denn es gibt zwei Polizeibehörden, die sich nicht grün sind. Es gibt die deutschen Besetzer ,it ihren unterschiedlichen Organisationen, die sich nicht grün sind und die den Italienern erst recht nicht grün sind. Mussolinis Schwarze Brigaden nicht zu vergessen. Und es gibt die Partisanen, die mehr als vorsichtig sein müssen, die Kontakte manchmal nicht vermeiden können. De Luca war mal einfacher Polizist, der seine Fälle lösen wollte. Und nun muss er mit ungeliebten Herren gemeinsame Sache machen, manchmal falsche Spuren legen. Und nun wurde eine Leiche gefunden und verschiedene Organisationen wollen wissen, wer es war.

Die härteste Zeit während des Krieges, eigentlich ahnt beziehungsweise weiß man schon, dass der Krieg nicht so ausgehen wird, wie die geplant hatten, die ihn angefangen haben. Aber man darf es sich nicht anmerken lassen. Man muss versuchen allen Herren zu dienen, damit man selbst am Leben bleibt. Und es gibt die Momente, in denen De Luca doch wieder Polizist ist. Jedem verspricht er die Lösung und sich selbst verspricht er die Wahrheit. Eine fast unmögliche Situation.

Es hätte doch verwundert, wenn es bei einem Commissario keine Reihe gäbe. Eine kleine Recherche hat ergeben, dass es wohl sechs Romane um De Luca gibt, die allerdings nicht alle übersetzt wurden. Zudem wurden sie wohl nicht in chronologischer Reihenfolge geschrieben bzw. veröffentlicht. Für den normal spießigen Krimileser erscheint das etwas kompliziert. Nun denn, man kann diesen Band auch ohne Vorkenntnisse lesen. Das Innenleben des Kommissars wird eingehend geschildert. Seine inneren und äußeren Zwänge treten klar zutage. Auch sein Bemühen um die Wahrheit wird deutlich. Dabei ist es alles andere als einfach, die Hintergründe zu dem Mord zu erhellen. Viele Personen haben Gründe etwas zu verbergen. Das Ringen von De Luca um seine Integrität in einer schlimmen Zeit ist sehr lesenswert.