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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2025

Informativ und interessant

Darm mit Charme
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Der Darm hat keinen allzu guten Ruf und es wird selten über ihn gesprochen, weil er vor allem mit Stuhlgang verbunden wird. Dabei ist er so unfassbar wichtig für unsere Gesundheit, und so vielschichtig ...

Der Darm hat keinen allzu guten Ruf und es wird selten über ihn gesprochen, weil er vor allem mit Stuhlgang verbunden wird. Dabei ist er so unfassbar wichtig für unsere Gesundheit, und so vielschichtig in dem was er tut! Zum Beispiel Übergewicht, Depressionen und Allergien hängen mit einer gestörten Balance der Darmflora zusammen. Es ist also sinnvoll, sich näher mit ihm zu beschäftigen. In diesem Buch erklärt die junge Wissenschaftlerin Giulia Enders viel rund um den Darm und eröffnet neue Perspektiven.

Ich fand das Buch sehr gut und angenehm zu lesen, mit einer guten Mischung aus medizinisch korrekten Erklärungen und umgangssprachlichen Ausdrücken. Vor allem mochte ich viele der Vergleiche und Metaphern, die die Autorin nutzt, um verständliche Bilder in unseren Köpfen zu erzeugen. Das Buch ist inhaltlich sinnvoll aufgebaut und mit angenehmen Kapitel- und Unterkapitellängen. Ich hab viel neues gelernt, mir viel markiert und Zusammenhänge verstanden. Selbst manches, was ich schon grob wusste, habe ich mit Hilfe des Buches nochmal genauer unter die Lupe nehmen können. Bei ein, zwei späteren Kapiteln hat mich die Autorin doch ein wenig verloren, denn da ging es so tief in Bakterienstämme, dass ich als Nicht-Biologin gemerkt habe, wie ich gedanklich abschalte und nicht mehr mitkomme. Aber das war nur ein kleiner Teil des Buches.

Insgesamt von mir auf jeden Fall eine Empfehlung. Es ist wirklich gut und wichtig, sich mehr mit dem Darm auseinanderzusetzen, egal ob gesunder Mensch oder vorerkrankt.

4 Sterne

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Berührende Sylt Suspense

Über uns das Tosen des Sturms
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Jette hat es eigentlich geschafft: Sie kann endlich in der Anwaltskanzlei ihres Vaters anfangen. Doch der traut ihr nur wenig zu. Und als ihr auch noch Joshua als erster Fall zugewiesen wird, steht plötzlich ...

Jette hat es eigentlich geschafft: Sie kann endlich in der Anwaltskanzlei ihres Vaters anfangen. Doch der traut ihr nur wenig zu. Und als ihr auch noch Joshua als erster Fall zugewiesen wird, steht plötzlich einiges auf dem Spiel. Joshua von früher. Joshua, der ein unschönes Detail ihrer Vergangenheit kennt. Und der nun selbst in Schwierigkeiten steckt. Doch anders als Jette vermutet, ist Joshua nicht das Unschuldslamm, das er vorgibt zu sein. Denn er kommt mit einer Mission. Und während Jette um die Kontrolle über den Fall und ihre Gefühle ringt, fängt Joshua an, an seinen Absichten zu zweifeln ...

Für mich war »Über uns das Tosen des Sturms« ein sehr schöner Abschluss der Sylt Suspense Reihe. Ich mag Janines Schreibstil einfach sehr gerne, sie schreibt sehr berührend, emotional, mit Poesie aber trotzdem auch umgangssprachlich-verständlich. Die Insel und das Feeling kommen auf jeden Fall gut rüber, auch wenn mir in diesem Band das raue Meer ein bisschen im Fokus gefehlt hat.

Jette ist eine starke Protagonistin, die sich durchsetzen kann, aber auch unter vielen Unsicherheiten leidet. Sie entwickelt sich weiter und gleichzeitig bleibt sie ihren Prinzipien treu. Sie ist vielschichtig und sympathisch. Vor allem mochte ich sie iin Kombination mit ihrem Zwillingsbruder Nick. Von den beiden hätte ich gern noch ein wenig mehr gehabt, denn ihr Umgang miteinander ist wirklich schön.

Joshua hatte es im Leben bisher nicht leicht, das merkt man auch, und trotzdem versucht er, ein guter Mensch zu sein. Das mochte ich an ihm und ich konnte ihn die meiste Zeit nachvollziehen. So richtigen Zugang hab ich aber irgendwie trotzdem nicht zu ihm bekommen, dabei kann ich gar nicht sagen, woran genau es lag. Mir hat so ein letzter Funke gefehlt, und das hat sich auch im Knistern/der Chemie zwischen den beiden gezeigt. Vielleicht war es aber auch weniger er selbst, als das Zusammenspiel, denn ich hätte mir manchmal mehr Vehemenz von Jette bzgl. Grenzen und mehr Akzeptanz dahingehend von Joshua gewünscht. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau, ich mochte sie immer noch sehr gerne.

Ein bisschen hab ich die Freundesclique vermisst. Max und Sophie kamen ein wenig vor, aber so dieses Zusammenspiel der Gruppe insgesamt hat gefehlt, vor allem durch die Abwesenheit von Erik und Hanna.

Der Suspense Anteil ist toll umgesetzt. Nicht zu gruselig oder düster, es ist immer noch Romance, aber mit ein wenig Gänsehaut und Gefahr, die die Liebesgeschichte abgerundet hat.

Es ist vielleicht nicht mein Lieblingsband (das ist Band 2), aber ich mochte ihn wieder sehr gerne und kann die ganze Reihe sehr empfehlen. Ich freue mich auf mehr Lesestoff von Janine.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Kein Highlight, aber guter Abschluss

House of Verity (Abschlussband der dystopischen Fantasysaga)
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Um den Aionen die Macht über die Zeit zu nehmen, müssen Averie und ihre Freunde auf Verity in die Vergangenheit reisen und das verschollene Weltenei finden. Doch nicht alle Verbündete der Gegenwart sind ...

Um den Aionen die Macht über die Zeit zu nehmen, müssen Averie und ihre Freunde auf Verity in die Vergangenheit reisen und das verschollene Weltenei finden. Doch nicht alle Verbündete der Gegenwart sind es auch in der Vergangenheit – und umgekehrt. Wem kann Averie trauen, wenn alle ein falsches Spiel spielen? Und wird sie am Ende den Mann, der sich für sie geopfert hat, retten können?

Ich liebe Marah Woolfs Bücher, und diese Reihe war einfach wieder eine richtig gute Idee. Ich finde das ganze Konzept mit der Zeitmagie super spannend und auch überzeugend umgesetzt. So auch hier. Lose Fäden werden verknüpft, weitere Geheimnisse aufgedeckt und Fragen beantwortet, neue und bekannte Charaktere bekommen mehrere Facetten. Außerdem mag ich ihren Schreibstil sehr, und wie sie die Weiterentwicklung von Averie über die Reihe hinweg ausgestaltet hat. Sie weiß einfach, wie mans gut macht.

Nur hat House of Verity mir lange nicht wirkliche Finalband-Vibes gegeben. Es hat sich wirklich langsam aufgebaut, man hat nach und nach mehr erfahren, und nur sehr spät hat das Tempo angezogen, wie ich es erwarten würde, wenn es auf das Finale zusteuert. Es hat sich eher wie ein Mittelband angefühlt. Im Nachhinein denke ich mir, hätte man vielleicht die Zeitenspiele in Band 2 weggelassen und die Reise in die Vergangenheit anders/früher aufgebaut, sodass das große Showdown hier mehr Platz bekommt.

Im letzten Drittel hat es aber deutlich zugelegt und dann hat es mich komplett gefesselt und ich hab am Buch geklebt. Das war die Spannung, wie ich sie hier erhofft hatte, und ich war doch noch glücklich! Allerdings ist mir der Romance Part – der seit Band 1 wichtig war und dementsprechend auch Raum verdient hat – hier zu kurz gekommen. Durch die Zeitreise gab es nur wenig Chance, die Liebesgeschichte weiter auszubauen bzw. kam das zu spät und dann zu plötzlich. Auch die Wiedervereinigung und das Verzeihen ging mir persönlich am Ende zu schnell. Trotzdem war ich glücklich, wie das Buch und die Reihe geendet ist.

Insgesamt nicht das epische Finale, das ich mir gewünscht hätte, und nicht mein Lieblingsband der Reihe. Aber immer noch gut, und die ganze Reihe ist einfach wegen des Magiekonzepts auf jeden Fall zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Freiheit und Rache

An Ember in the Ashes
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Laias Volk der Kundigen wird vom Imperium unterdrückt, lebt in ständiger Angst, verfolgt oder verhaftet zu werden. Als ihr Bruder den Kriegern in die Hände fällt, sucht Laia verzweifelt einen Weg, ihn ...

Laias Volk der Kundigen wird vom Imperium unterdrückt, lebt in ständiger Angst, verfolgt oder verhaftet zu werden. Als ihr Bruder den Kriegern in die Hände fällt, sucht Laia verzweifelt einen Weg, ihn zu retten. Ihre einzige Option scheint Spionage für den Widerstand. Sie soll als Sklavin der grausamen Kommandantin der Blackcliff-Militärakademie Informationen sammeln. Doch schon bald muss Laia sich fragen, wem sie eigentlich trauen kann ...

Elias ist Elite-Absolvent von Blackcliff, Sohn der Kommandantin und einer der Anwärter für den Posten des neuen Imperators. Nach außen hin ein Vorzeige-Soldat, spürt Elias tief drinnen immer mehr den Wunsch nach Freiheit, raus aus den brutalen Zwängen des Imperiums. Noch ahnen Laia und Elias nicht, dass sie sich gegenseitig bei ihrem Ziel nützlich sein könnten ...

Ich war super gespannt auf dieses Buch, weil die Reihe ja heiß ersehnt und hoch gelobt wurde, und mit dieser Neuauflage wieder hervorgeholt wird. Und ich kann die Faszination auf jeden Fall gut verstehen, auch wenn es mich noch(!) nicht vollständig begeistern konnte.

Der Schreibstil ist richtig schön, die Autorin kann gut mit Worten umgehen, schafft Atmosphäre, lässt mich die Welt bildlich vor mir sehen und dabei bleibt es locker-angenehm zu lesen. Die Welt, die hier gezeichnet wird, ist sehr düster und brutal, teilweise hoffnungslos. Wir haben das unterdrückte Volk, die "Herrschenden", die Akademie, den Widerstand. So viele spannende Komponenten, da steckt unglaublich viel drin, was ich noch wissen möchte, was die Geschichte ausbauen kann. Hier haben wir – zurecht, weil Auftaktband – erst einen Bruchteil bekommen, aber man merkt schon, dass da Potenzial ist. Ist die Handlung am Anfang noch mehr auf Laias Schicksal und auf Elias' Wanken fokussiert, wird sie am Ende immer größer und umfassender. Darum bin ich richtig neuigerig, wie sich das ganze in den Folgebänden entwickelt.

Lange Zeit war mir das allerdings leider etwas ZU düster und hoffnungslos. Alles ist schwer, alles ist grausam. Laia leidet unentwegt, Elias ebenfalls. Beide machen eine Menge schlimme Situationen durch, werden verraten, streiten sich mit anderen, haben Angst. Es ist so viel Negatives. Kaum fröhliche Interaktionen, Lichtblicke, leichtere Momente oder mal witzigere Dialoge oder dergleichen. Das hat mir sehr gefehlt und mich runtergezogen. Mir ein wenig den Spaß beim Lesen genommen. Zum Glück konnte das Buch mit dem letzten Drittel was rausreißen, denn da wurde es fesselnder und gewaltiger und es gab Hoffnungsschimmer.

Elias und Laia mag ich beide als Charaktere unglaublich gern. Sie sind stark und schwach zugleich, haben ihren Willen, aber müssen noch den Mut finden, ihn wirklich durchzusetzen. Müssen dazulernen. Und das tun sie auch bereits in diesem Band. Die Entwicklung ist zu spüren und ich freue mich, sie weiter zu verfolgen. Chemie hab ich zwischen den beiden leider noch nicht gespürt, sie haben sich lange Zeit des Buches kaum gesehen oder interagiert, und dann kam die tiefe Verbundenheit ganz plötzlich aus dem Nichts. Das war nicht so meins, ABER ich sehe auch da viel Potenzial für Band 2 und glaube, dass ich mich mehr drauf einlassen kann, wenn die beiden mehr Zeit zusammen bekommen.

Insgesamt ein Reihenauftakt, von dem ich mir dank des Hypes um die Neuauflage mehr versprochen habe, der mich aber trotzdem total neugierig gemacht hat. Ich will auf jeden Fall weiterlesen und habe große Hoffnung, dass mich die Reihe noch catcht.

Knappe 4 Sterne

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Wenn Musik verbindet (3,5-4)

Stay Here - New England School of Ballet
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Rayne Bellamy will keine Tänzerin werden. Eigentlich. Doch seit dem Tod ihrer Eltern fehlt ihr jeglicher Halt im Leben, und an der New England School of Ballet hofft sie, sich ihrer Mutter wieder näher ...

Rayne Bellamy will keine Tänzerin werden. Eigentlich. Doch seit dem Tod ihrer Eltern fehlt ihr jeglicher Halt im Leben, und an der New England School of Ballet hofft sie, sich ihrer Mutter wieder näher zu fühlen. Halt gibt ihr dort aber auch Easton, zu dem sie in der Vergangenheit eine besondere Verbindung aufgebaut hat. Aber Rayne hat Angst, mehr zuzulassen, da sie Easton verlieren könnte, wenn ihm und seiner Band der Durchbruch gelingt. Über ihre gemeinsame Liebe zu Musik entwickelt sich jedoch bald schon mehr und Raynes Welt gerät ins Wanken ...

Endlich lese ich diese Reihe mal weiter und ich war sehr gespannt auf Raynes und Eastons Geschichte. Ich mochte die beiden sehr. Ihre Verbindung zueinander, den Halt, den sie sich gegenseitig geben. Dass sie auf Augenhöhe sind, weil beide mit Zweifeln und Unsicherheiten zu kämpfen haben. Und wie sie übe sich hinauswachsen im Laufe des Buches. Beide waren mir dabei sehr sympathisch. Ebenso die anderen Charaktere, Raynes Freundinnen an der Ballettschule oder auch die Bandmitglieder von Easton. Die Dynamiken waren toll und haben Lockerheit in die ansonsten eher schwere Thematik reingebracht.

Auch der Schreibstil war sehr angenehm und die Art und Weise, wie die Vergangenheit von Rayne und Easton in Chat-Rückblicken aufgerollt wurde. Das hat die beiden greifbarer gemacht.

Gefehlt hat mir allerdings der Schwerpunkt Tanzen. Eigentlich ist das ja eine Ballettschul-Reihe. Und es kamen auch durchaus Ballettkurse vor. Aber insgesamt ging es doch wirklich größtenteils um Musik, um Eastons Band und Raynes Beziehung zur Musik, u.a. durch ihren Vater. Das war zwar auch schön, aber der Tanz selbst kam mir dadurch zu kurz.

Und ich hatte beim Lesen ein bisschen das Gefühl, dass die Art Buch (zumindest jetzt aktuell) nicht mehr so meins ist. Diese sehr schweren traurigen Romancebücher packen mich gerade nicht mehr so. Und mir hatte es neben Traumata und Selbstzweifel zu wenig Plot neben der Liebesgeschichte.

Aber das ist ja eine absolut subjektive Sache, und trotzdem war das Buch sehr schön zu lesen und ich mochte die beiden und ihren Weg!

3,5-4 Sterne

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