Echte Gefühle und mitreißende Sportbegeisterung sorgen für eine tolle Leseerfahrung
My Idea of No. 14Leah als junges, aufstrebendes Coachingtalent möchte in ihrem Lieblingsverein, den L.A. Vipers, Fuß fassen und ihrer Liebe zum Football als Trainee im Coaching nachgehen. Sie verbindet durch ihren Vater ...
Leah als junges, aufstrebendes Coachingtalent möchte in ihrem Lieblingsverein, den L.A. Vipers, Fuß fassen und ihrer Liebe zum Football als Trainee im Coaching nachgehen. Sie verbindet durch ihren Vater sehr viel mit den L.A. Vipers. Die Beziehung zu ihrem Vater gestaltet sich jedoch eher kompliziert und die gewünschte Förderung fällt aus. Sam als „Mr Irrelevant“ darf sich zum ersten Mal bei den L.A. Vipers unter Beweis stellen, er wurde ganz knapp als letzter Spieler gedraftet. Leah sieht in ihm ein sehr großes Footballtalent und sieht es schnell als ihre Pflicht an, ihn zu fördern. Die Spannung zischen Leah und Sam beläuft sich jedoch schnell nicht nur auf sportliche Ebene, sondern auch die Gefühle kommen nicht zu kurz. Die Anziehungskraft der beiden ist stark, jedoch können Spieler und Trainerin keine Beziehung eingehen. Sie lernen sich immer besser kennen und sie merken schnell, dass ihre Vergangenheit sie sehr stark geprägt hat und es Teil der Geschichte sein wird, diese Vergangenheit aufzuarbeiten. Die Autorin Alicia Sommer schafft es hervorragend nicht nur die Beziehung zwischen Leah und Sam in den Hauptfokus zu setzen, sondern der Sport kommt auch mit tollen und spannenden Szenen nicht zu kurz.
Mich hat das Cover des Buches direkt auf den ersten Blick angezogen, ich MUSSTE es also lesen. Ich finde den Farbverlauf des Covers persönlich total ansprechend. Der innige und tiefe Blick der Hauptcharaktere Leah und Sam macht Lust auf mehr. Das Footballfeld im Hintergrund des Covers rückt zum Glück innerhalb des Romans von der Thematik her jedoch nicht in den Hintergrund.
Leah lernt man anfangs als eine sehr leidenschaftliche, ehrgeizige und hartnäckige Frau kennen. Sie kämpft für ihren Traum als erster weibliche NFL Coach Karriere zu machen. Ihr werden viele Steine in den Weg gelegt und das auch noch vor allem von der eigenen Familie – ihrem Vater. Sie lässt sich jedoch nicht unterkriegen und versucht zu kämpfen und ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen, denn sie weiß, dass sie alle Voraussetzungen dafür hat. Man merkt sehr schnell, dass die Beziehung zwischen Leah und ihrem Vater sehr angespannt ist und etwas Gravierendes in der Vergangenheit passiert sein muss. Die Spannung dieser Vater-Tochter-Thematik wird erst gegen kurz vor Ende aufgeklärt und lässt die Spannungskurve innerhalb des Romans immer stückchenweise ansteigen. Leah nutzt ihren Humor, um über negative Dinge hinwegzusehen bzw. um Gefühle zu verstecken und teilweise zu verdrängen. Sam lernt an als eher verschlossenen underdog kennen, der stark durch seine Vergangenheit geprägt ist. Sam ist in schwierigen Familienverhältnissen aufgewachsen und ist emotional sehr stark mit seinem Bruder Chase verbunden aber auch emotional abhängig. Sam möchte sich durch sein Footballtalent von ganz unten bis nach ganz oben kämpfen und verliert dieses Ziel nicht aus den Augen. Die ersten Begegnungen zwischen Leah und Sam außerhalb des Footballplatzes lassen schnell die gegenseitige Anziehung spüren und den gemeinsamen Wunsch der Flucht aus der Realität. Leah erhält sehr schnell den Spitznamen „Cinderella“ von Sam, Sam jedoch macht schnell klar, dass er nicht der Prinz ist, den Leah suchen könnte. Die erotische Spannung und Anziehungskraft zwischen den beiden spürt man als Leser sehr schnell. Sam schafft es jedoch auch sich im Beisein von Leah verletzlich zu zeigen, was ihn als männlichen Charakter stärkt. Leah kann ebenfalls ihre verletzliche Seite Sam anvertrauen und Sam nutzt dies sogar um Leah zu bestärken. Er bestärkt Leah darin, in dem er ihr klar macht, dass sie sich selbst retten kann und nicht gerettet werden muss. Leahs Wunsch der Anerkennung und Unterstützung ihres Vaters hat sie stark geprägt und lässt sie derzeit klein wirken. Sam möchte sie unterstützen, sich groß zu fühlen. Sam vermisst seinen Bruder Chase, seine persönliche Anwesenheit. Er fühlt sich klein, wenn er von er ihn nicht sieht oder hört. Die Spannung, warum Sam und Chase sich nicht sehen können, wird erst gegen Ende gelöst und man bleibt die ganze Zeit über sehr neugierig. Die jeweiligen Familiendramen lassen Sam und Leah sehr schnell auch emotional zusammenwachsen. Sie kämpfen lange gegen die erotische Anziehung an, jedoch können sie dieser nicht allzu lange entkommen. Ich empfinde die erotischen Szenen sehr anziehend, zunächst vorsichtig und nicht zu viel, die Lust der beiden hat sich gesteigert. Jedoch je mehr sich Sams sportliche Karriere steigert und Leah ihn dabei mit Tipps und Tricks unterstützt, desto mehr wird den beiden bewusst, wie stark sie eigentlich für ihren sportlichen Traum kämpfen wollen und diese Karriere nicht durch eine Liebelei riskieren wollen. Somit steigt die Spannungskurve bezüglich der Anziehung zwischen Leah und Sam immer weiter an, hat kurze „Entladungen“, jedoch wird das Feuer zunächst immer wieder gelöscht. Die Glut ist jedoch permanent da. Leahs Charakter schwächelt für mich persönlich etwas, als sie sich ihrem früheren Ich annimmt und sich mit Leuten aus ihrer Vergangenheit in einem Club trifft. Sie tut es, obwohl sie es nicht möchte und eigentlich nicht muss. Sie hätte fast einen sehr großen Fehler begangen und aus alten Fehlern und Dummheiten nicht gelernt. Zum Glück kann Sam sie davon abhalten und verhält sich als sehr starker und rücksichtsvoller Mann. Als Sam und Leah sich letztendlich doch ihrer körperlichen Gefühle hingeben, hätte die Spannungskurve hier für mich persönlich doch länger anhalten können. Ich empfand die Situation, wo sie doch eigentlich nichts mehr in der Öffentlichkeit preisgeben wollten, zu öffentlich und offensichtlich. Sie haben sich ihre Probleme dadurch nicht minimiert, sondern eher maximiert.
Die sportliche Thematik des Buches kam für mich als jemand, der sich im Footballsport so gar nicht auskennt, nicht zu kurz und ich fand es super interessant. Die Spannung, ob Sam als dritter Quarterback in die Saison starten darf, wurde über mehrere Kapitel sehr gut hochgehalten und man hat echt richtig mitgefiebert. Die Spiele, welche ausführlich beschrieben wurden, haben richtige Sportbegeisterung ausgedrückt. Fundierte Fakten, Fachbegriffe und Spielzüge wurden im richtigen Maße integriert und auch für einen Laien dieser Sportart sehr verständlich und interessant nahe gebracht. Die Sportbegeisterung schwappt hier gut zum Leser rüber.
Leahs Dad wird als eher kalter und reservierter Charakter dargestellt und man fragt sich von Anfang an, warum er nicht einfach seine Tochter unterstützen kann, egal was in der Vergangenheit vorgefallen sein muss. Auch gegen Ende, als aufgeklärt war, warum er so agierte, wird er für mich tatsächlich nicht sympathischer.
Jax (Jachson) wird anfangs noch nur in kleinen Bruchstücken erwähnt, jedoch erscheint er bald ebenfalls als Spieler der L.A. Vipers auf der Bildfläche. Die gemeinsame Vergangenheit mit Leah wird dann jedoch recht schnell aufgeklärt und er ist uns bleibt ein sehr ekliger Charakter. Die Rolle spielt er gut.
Chase als Bruder von Sam hingegen kommt sehr sympathisch und authentisch rüber und das obwohl bis zum Ende ein Geheimnis in Verbindung mit ihm besteht. Er unterstützt Sam mit reinem Herzen und man spürt die enge Geschwisterbeziehung von Anfang an. Durch seine Aussagen und die Kommunikation zwischen Sam und Chase lassen immer wieder durchblicken, wie stark Sam mit Leistungsdruck zu kämpfen hat. Er wurde in der Vergangenheit oft unterschätzt, damit kann er umgehen. Der Druck und die Erwartungen der Footballfans und der Welt drum herum setzen Sam sehr zu. Diese Thematik bringt Tiefe in die Geschichte.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass mir die Geschichte gut gefallen hat. Mir hat der Wechsel der jeweiligen Perspektive, sowohl von Sam als auch von Leah, gut gefallen. Man hat beide Charaktere nicht nur oberflächlich kennen gelernt. Ich empfand es sehr positiv, dass auch der sportliche Charakter nicht zu kurz kam, auch wenn gegen Ende nicht mehr so viele Spiele ausführlich beschrieben wurden. Die jeweiligen Vergangenheiten von Sam und Leah getrennt im Verlauf des Romans kennen zu lernen war sehr aufschlussreich für das aktuelle Verhalten der beiden. Warum man so ist, wie man ist, hat einfach so viel mit der Vergangenheit zu tun. Leahs Charakter hat jedoch meiner Meinung nach mit der Clubszene im speakeasys ziemlich geschwächelt, ich war enttäuscht von ihr. Die Enttäuschung ist ein kleines bisschen bis zum Ende geblieben. Ich hätte mir hier etwas mehr Selbststärke von ihr gewünscht, sie besitzt sie nämlich. Sam blieb für mich ein starker, rücksichtvoller und einfühlsamer Charakter. Er trat von Anfang an Leah mit Respekt gegenüber auf, sowas schätze ich sehr. Der Schreibstil war sehr flüssig, ich habe das Buch sehr schnell lesen können. Auch der Part der getrennten Zeit von Leah und Sam kurz vor Ende hielt die Spannung aufrecht, vor allem durch die Wendung des Treffens von Chase und Leah. Viele Kapitelübergänge haben es geschafft die Spannung aufrecht zu erhalten oder aber zu steigern, was sehr gut für die Leselust war. Meiner persönlichen Meinung nach waren es teilweise zu viele Kraftausdrücke von Sam und Chase. Ich finde diese braucht es nicht, um deutlich zu machen, dass sie vielleicht nicht so eine privilegierte Kindheit hatten, wie sie vielleicht Leah hatte. Als Fazit kann ich dieses Buch jedoch sehr empfehlen. Mir gefiel die Mischung aus Romantik, Sport und Familienbeziehungen und ließen die Geschichte einfach leicht und tiefgründig zugleich wirken. Vielen Dank für diese Leseerfahrung.