Profilbild von Eliza

Eliza

Lesejury Star
offline

Eliza ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Eliza über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.11.2025

Krimi mit viel Bella-Italia-Flair

Stumme Zypressen
0

Ein Krimi mit viel Bella-Italia-Flair und kulinarischen Noten, der mit einer Portion Liebe und Humor zur Kurzweil einlädt. Commissario Luca ist ein verständnisvoller und sympathischer Ermittler, der seine ...

Ein Krimi mit viel Bella-Italia-Flair und kulinarischen Noten, der mit einer Portion Liebe und Humor zur Kurzweil einlädt. Commissario Luca ist ein verständnisvoller und sympathischer Ermittler, der seine frühere Karriere gerne gegen das Leben als „lokaler Polizist von Montegiardino“ eingetauscht hat. Er liebt seine Tochter, seine drei Esel und seine Freundin Chiara über alles und genießt die Abgeschiedenheit auf seinem Hof oberhalb des Ortes. Dabei versucht er stets, die Bewohner von Montegiardino und ihre kleinen und großen Probleme zu verstehen.

Die einzelnen Charaktere überzeugen durch ihre teilweise drollige Art, und man bekommt als Lesende oder Lesender ein Gefühl von einer warmherzigen, wohlwollenden Atmosphäre. Die Spannung ist gut dosiert, steht jedoch nicht im Mittelpunkt der Geschichte. Vielmehr tragen die besondere Stimmung des Dorfes, die Bedrohung durch den „Fremden“ sowie die kulinarischen Randaspekte wesentlich zur Erzählung bei.

An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir einen stärkeren Wendepunkt in der Handlung gewünscht, das hat mir hier ein wenig gefehlt. Insgesamt ist die Geschichte jedoch in sich stimmig und als leichte Urlaubslektüre mit charmantem Italien-Flair sehr zu empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.09.2025

Kurzweiliges Krimierlebnis

Dünenkutter
0

Viel Humor und eine sehr tollpatschige Polizei sorgen für ein kurzweiliges Krimierlebnis. Die Story ist zwar eindimensional, aber klar konzipiert. Das Thema Gentrifizierung auf der Urlaubsinsel Borkum ...

Viel Humor und eine sehr tollpatschige Polizei sorgen für ein kurzweiliges Krimierlebnis. Die Story ist zwar eindimensional, aber klar konzipiert. Das Thema Gentrifizierung auf der Urlaubsinsel Borkum hat jedoch durchaus Relevanz und wird vom Autor gekonnt aufgegriffen. Besonders gut gefallen haben mir die vielen sympathischen, sehr eigenwilligen Charaktere.

Allen voran Opa Gnadderkopp, der mit seiner speziellen Art für reichlich Humor sorgt, auch wenn dieser nicht immer ganz ernst gemeint ist. Überhaupt ist die gesamte Szenerie etwas überzeichnet, was dem Krimi jedoch keinen Abbruch tut. Polizei und Obrigkeit in Form des Bürgermeisters sind sehr slapstickhaft dargestellt. Jonas, der Inselpolizist, wirkte auf mich dabei etwas zu tollpatschig. Auch wenn ich den Humor des Autors inzwischen sehr zu schätzen gelernt habe, wäre hier ein wenig weniger vielleicht mehr gewesen.

Die Grundidee, dass fast eine ganze Familie bei den Ermittlungen mithilft, fand ich dagegen sehr gelungen. Der Schreibstil des Autors ist angenehm lesbar, und man kann der Handlung gut folgen. Auch die verdächtigen Personen sind plausibel in die Geschichte eingebaut. Zwar hatte ich schon früh einen richtigen Riecher, was eine bestimmte Figur betrifft, doch man wird nicht zu offensichtlich darauf gestoßen.

Ein lokaler Krimi von Borkum mit interessanten, wenn auch nicht ganz ernst gemeinten Charakteren, der für ein kurzweiliges Lesevergnügen sorgt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.09.2025

Gute Verwebung von Fakten und Fiktion

Hotel Vier Jahreszeiten – Der Glanz des neuen Morgens
0

Luise in den Stürmen des Lebens vor einem historischen Hintergrund, der sich niemals mehr wiederholen darf. Aus der kleinen Wäscherin ist nun eine Hausdame geworden und Luise ist längst mehr als eine Angestellte ...

Luise in den Stürmen des Lebens vor einem historischen Hintergrund, der sich niemals mehr wiederholen darf. Aus der kleinen Wäscherin ist nun eine Hausdame geworden und Luise ist längst mehr als eine Angestellte im Vier Jahreszeiten in Hamburg.

Sie gehört zur Familie und wird in wichtige Entscheidungen mit einbezogen und ist eine Ansprechpartnerin für die Familie Haerlin. Doch allen machen die gesellschaftliche Entwicklung zu schaffen, gerade in den 30er Jahren und im 2. Weltkrieg ist das Hotel kein eigener Kosmos mehr, sondern muss sich der Realität stellen. Auch nach dem zweiten Weltkrieg, als die Besatzungsmächte das Sagen haben wird einmal mehr klar, Zusammenhalt ist wichtig.

Die Autorin erzählt eine packende Geschichte, die gut recherchiert ist und die mit vielen Details zum Hotel und zum Leben der Angestellten im Hotel aufwartet. Leider kam es mir manchmal ein wenig gehetzt vor, weil in den 400 Seiten 30 Jahre verpackt worden sind. Ich kann den nachvollziehen, warum die Autorin genau dort die Geschichte enden lassen wollte, dennoch war es mir manchmal etwas zu gestrafft und gerafft. Gleichzeitig sind dadurch viele Themen in den Roman verpackt worden: Nationalsozialismus, Antisemitismus, Bücherverbrennung, Homosexualität, Konzentrationslager, Spionagetätigkeiten und Entnazifizierung, um nur einige Themen zu nennen. Hinzu kommen alle Themen rund um den Betrieb eines Hotels und seiner Angestellten: Freundschaft, Liebe, Familie, Aufgaben im Hotel, Zuständigkeiten im Hotel etc.

Was der Autorin wieder sehr gut gelungen ist, ist die Verwebung von Fakten und Fiktion bei ihren handelnden Figuren. Es ist interessant zu sehen, wie historisch verbürgte Personen in einer teilweise fiktiven Geschichte agieren und wie sie mit fiktiven Personen in Korrespondenz treten.

Der Schreibstil der Autorin ist wieder einmal gut zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin. Ich mag die Art und Weise, wie sie erzählt und welche Eigenschaften sie ihren Figuren zu teil werden lässt, dies ist überaus authentisch und überzeugend. Insgesamt hat der Roman mir wieder gut gefallen, wobei ich sagen muss, dass mich Band eins mehr mitgenommen hat und ich noch mehr das Gefühl hatte Teil der Geschichte zu sein. Ich bin nun gespannt, ob es noch einen dritten Teil geben wird, denn durch das Ende hat die Autorin sich diese Tür offengehalten, was ich sehr gut finde. Es muss keinen dritten Teil geben, kann aber.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.06.2025

Bewegender Roman mit Abstrichen

Bis ans Meer
0

Peggy Patzschke hat einen bewegenden Roman geschrieben, der eine Hommage an ihre Familie ist. Leider konnte das Buch mich nicht vollends begeistern, was aber nicht die immens wichtige Botschaft schmälert. ...

Peggy Patzschke hat einen bewegenden Roman geschrieben, der eine Hommage an ihre Familie ist. Leider konnte das Buch mich nicht vollends begeistern, was aber nicht die immens wichtige Botschaft schmälert.

Der Roman beginnt 1945, befinden uns in den letzten Kriegstagen in Schlesien. Frieda ist allein mit ihrer kleinen Tochter Erika, ihr Mann Karl und der Sohn Horst sind an der Front. Die Rote Armee rückt von Tag zu Tag näher, bald müssen Mutter und Tochter fliehen., Eine wahre Odyssee beginnt, di den beiden Frauen alles abverlangt.

Der Erzählstrang der Gegenwart wird aus der Perspektive einer Ich-Erzählerin geschildert. Sie ist die Enkeltochter von Frieda. Sie hat Angst vor Nähe und kann sich nicht auf einen Partner einlassen, von ihrer On-Off-Beziehung ist sie nun schwanger und sie weiß nicht, was sie tun soll. Sie sucht in dem Nachlass ihrer Großmutter nach dem “Rezept für die Liebe”, was diese einst für ihre Tochter Erika verfasst hat. Doch ihrer Mutter Erika mauert und will ihrer Tochter nicht so richtig erzählen, was damals wirklich passiert ist.

Zeitweise kommt noch eine dritte Zeitebene hinzu und wir befinden uns in den 30er Jahren. Zudem finden die Zeitwechsel sehr oft, schnell und unvermittelt statt, was es mir schwer gemacht hat. Zwar werden die Zeitwechsel durch eine Datumangabe angekündigt, dennoch haben die Figuren auch viele Erinnerungen und Flashbacks sodass dies manchmal etwas verwirrend war.

Es geht um den zweiten Weltkrieg, die Vertreibung und die damit verbundenen Traumata. Diese Traumata wirken generationenübergreifend, denn es gibt immer das Ungesagte, das worüber niemand redet und doch jeder kennt die Lücke, zudem ist die Angst immer vorhanden.

Ein bewegender Roman über eine Familie, die lernen muss über das Ungesagte zu sprechen, um einen wirklichen Neuanfang zu ermöglichen. Eine Familiengeschichte, die beispielhaft für viele Vertriebene nach dem zweiten Weltkrieg steht, deren Wirkung viele Enkel und Urenkel heute noch spüren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2025

Humorvoll und leicht übertrieben

Horror-Date
0

Äußerst humorvoll, aber etwas zu konstruiert habe ich diese Geschichte wahrgenommen. Raphael ist schwer krank und deshalb auf einer Dating-Plattform angemeldet und eine Partnerin mit ähnlichem Schicksalsschlag ...

Äußerst humorvoll, aber etwas zu konstruiert habe ich diese Geschichte wahrgenommen. Raphael ist schwer krank und deshalb auf einer Dating-Plattform angemeldet und eine Partnerin mit ähnlichem Schicksalsschlag kennenzulernen. Er lernt die kranke Nala kennen kann aber aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht an dem vereinbarten persönlichen Treffen teilnehmen. So überredet er seinen Freund Julius zu diesem Treffen zu gehen. Julius willigt ein und weiß nicht, dass sich sein Leben brutal verändern wird.

Sehr humorvoll hat der Autor das ernste Thema Sterben hier in dem Roman verankert. Ich musste äußerst oft lachen und hatte meinen Spaß an den ganzen Absurditäten, die sehr gut dargestellt werden. Das große Aber an der Story ist, die sehr vielen Zufälle und Sonderbarkeiten, die für mich hier einfach zu viel waren. Mir ist klar, dass der Autor durch die Süffisanz und Absurdität versuchen wollte, ein sehr ernstes Thema sichtbarer zu machen, aber das war mir an manchen Stellen zu banal.

Der Schreibstil des Autors ist gut lesbar und als Lesende Person fliegt man förmlich durch die Seiten. Die Charakterzeichnung der Protagonist*innen war gut gewesen. Aber auch hier hätte ich mir an mancher Stelle etwas weniger Zufallsereignisse gewünscht. Ein lustiger Roman, der ein ernstes Thema etwas besser bekömmlich macht, bei der Story muss man allerdings beim Lesen Abstriche machen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere