Berührend und wichtige Messages mit Längen
Nothing Left for Us (deutsche Ausgabe von Radio Silence)Frances Janvier ist eine ehrgeizige Schülerin, die immer das Gefühl hat, für gute Noten und ihren Lebenslauf zu leben, aber nicht für sich selbst. Als sie den geheimnisvollen Aled Last kennenlernt, den ...
Frances Janvier ist eine ehrgeizige Schülerin, die immer das Gefühl hat, für gute Noten und ihren Lebenslauf zu leben, aber nicht für sich selbst. Als sie den geheimnisvollen Aled Last kennenlernt, den Schöpfer des Podcasts Universe City, entdeckt sie eine neue, kreative Seite an sich. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die sie beide herausfordert, über Erwartungen, Selbstfindung und die Bedeutung von Erfolg nachzudenken. Doch als Aleds Identität bekannt wird, droht alles auseinanderzufallen – und Frances muss sich fragen, wer sie wirklich ist und was sie will.
Ich fand Radio Silence insgesamt sehr berührend, vor allem, wie sensibel die Themen Identität, mentale Gesundheit, Freundschaft und Leistungsdruck behandelt werden. Alice Oseman hat auch hier wieder ein unglaubliches Fingerspitzengefühl bewiesen. Sowohl in der Sprache als auch im Umgang mit ihren Figuren. Besonders die Charaktere sind, wie in all ihren Büchern, sehr liebevoll und authentisch ausgearbeitet.
Trotzdem muss ich sagen, dass mich das Buch nicht ganz so fesseln konnte, wie ich gehofft hatte. An manchen Stellen fand ich es etwas langatmig, und es hat sich zwischendurch ein bisschen gezogen. Vielleicht war das Buch einfach etwas zu umfangreich für die Geschichte, die es erzählt. Oder es lag daran, dass ich inzwischen älter bin als die Figuren und mich deshalb nicht mehr ganz so stark mit ihnen identifizieren konnte.
Am Ende würde ich aber sagen: Radio Silence ist ein sehr typisches Alice Oseman Buch, feinfühlig, ehrlich und voller Herz. Wer ihre anderen Werke mochte, wird auch dieses Buch wahrscheinlich lieben. Für mich persönlich war es nicht ihr stärkstes, aber dennoch ein schönes und wichtiges Jugendbuch über das Erwachsenwerden, Freundschaft und den Mut, man selbst zu sein.