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Veröffentlicht am 01.07.2025

Liebe oder Angst

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
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Sophie ist eine erfolgreiche Restaurantkritikerin, die überall gern gesehen ist. Schonungslos ehrlich, aber stets mit Achtung, berichtet sie über das Essen und die Restaurants, die sie besucht hat. Bis ...

Sophie ist eine erfolgreiche Restaurantkritikerin, die überall gern gesehen ist. Schonungslos ehrlich, aber stets mit Achtung, berichtet sie über das Essen und die Restaurants, die sie besucht hat. Bis auf einen Abend, an dem sie ihre Professionalität verliert und unverblümt ein neues Szenelokal verreißt. mit dem einsetzen Shitstorm hat keiner gerechnet. Sophie muss London Hals über Kopf verlassen und flieht in das beschauliche Fischerdörfchen Port Haven. Mit Tochter, Mutter und Kater im Gepäck.

Das Cover hat mich magisch angezogen! Es sprach mich mit seiner freundlichen, netten und lebenslustigen Art sofort an und zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht! Die Teekanne, in Form eines gemütlichen Zuhauses, vermittelte mir zusammen mit den darum herum schwirrenden Gebäckstücken, der Teetasse und dem Zweig einfach ein Gefühl von Geborgenheit. Ich bekam einfach Lust, dass Buch in die Hand zu nehmen, es aufzuschlagen und zwischen den Zeilen zu verschwinden. Allerdings finde ich es nicht ganz so gut zum Inhalt des Buch gewählt, da kein Tee getrunken wird und es eher deftig statt süß zugeht. Oder das Bild wurde extra für mich so gestaltet, damit ich dieses bezaubernde Buch mit einer Tasse Tee und einem Gebäckstück genieße.

Katharina Herzog hat mich von der ersten Seite an begeistert! Ihr Buch ist einfühlsam, lustig, voller Esprit, aber auch mit Bösartigkeit, düsterer Spannung und Herzschmerz gefüllt, so dass einfach für jeden Geschmack etwas dabei ist. Ich fühlte mich durchweg gut unterhalten und habe das Buch einfach nur verschlungen.
Die Restaurantkritikerin Sophie ist eine Frau, die man einfach mögen muss! Sie kümmert sich um ihre Mutter, die aus der Senioren Residenz wegen Dealen geflogen ist und um ihre pubertierende Tochter, die ihr die Schuld an allem gibt. Gleichzeitig versucht sie ihren Job zu erfüllen, sich einen Namen zu machen und nicht nur auf ihren berühmten Vater reduziert zu werden. Kurz, Sophie strampelt sich ab und ist mir dabei unglaublich sympathisch! Ich mag sie einfach!
Und ich mochte sie gleich noch mehr, als sie mit Sack und Pack aus London geht und sich in Port Haven eine neue Existenz aufbaut. Erst gezwungener Maßen, folgt sie schließlich ihrem Herzen, was einfach wunderschön zu lesen war! Ich verlor mich sehr gerne an der wunderschönen, rauen und einmaligen Küste Cornwalls. Bestaunte die Natur, den malerischen Ort und das Meer. Eine einmalig schöne Kulisse, für dieses Buch!

Die Charaktere hat Katharina Herzog genauso wild und einmalig gestaltet, wie die Landschaft Cornwalls. Jeder hat seine Eigenarten und ist doch im Inneren ein guter Mensch. Man muss sich nur die Mühe machen, hinter die raue Schale zu blicken. Ich kann gar nicht sagen, wer es mir am meisten angetan hat. Ob es die griesgrämigen Fischer sind, die in der Not als erste die helfende Hand ausstrecken, der übertrieben bärbeißige Redaktionschef Herry, der sich schützend vor seine Mitarbeiter stellt, auch wenn dies nicht auf den ersten Blicke ersichtlich ist, oder doch die mit lebenslustige Großmutter, die mit ihrer guten Laune einfach alle ansteckt. Für mich sind es am Ende doch Sophie und Lennox. Die geradeaus denkende Kritikerin und der schweigsame, kriminelle Koch. Beide vereint die Liebe, in der Küche zu stehen und Gerichte zu zaubern; andere glücklich zu machen.

Auch wenn das Buch stellenweise von Verrat und falschen Voraussetzungen, Lügen und Betrügen, Neid und Missgunst spricht, obsiegt schließlich doch die Liebe. Und das ist einfach nur wunderbar zu lesen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.06.2025

Spannung pur

The Devils
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Mehr schlecht als recht schlägt sich die junge Diebin Alex durch das Leben. Sie ergaunert mal hier etwas zu Essen, mal dort etwas halbwegs Wertvolles zum Verkaufen. Und wie das Leben auf der Straße nun ...

Mehr schlecht als recht schlägt sich die junge Diebin Alex durch das Leben. Sie ergaunert mal hier etwas zu Essen, mal dort etwas halbwegs Wertvolles zum Verkaufen. Und wie das Leben auf der Straße nun mal so ist, gerät sie an die falschen Leute, die ihr nach dem Leben trachten.
Doch wie aus dem nichts erscheint plötzlich ihr Retter in der Not. Ihr angeblicher Onkel, Herzog Michael steht vor der jungen Frau und verkündet, dass sie die lang verschollene Prinzessin Alexia Pyrogennetos ist, Erbin des Schlangenthrons von Troja! Alex lässt sich darauf ein und erhält einen mehr als ungewöhnlichen Geleitschutz nach Troja...

Das Cover ist schwarz. Ein glühender Totenkopf mit Hörnern aus Kerzen ziert die Mitte des Buches; Flammen scheinen aus ihm hervorzulodern. Ich finde es ansprechend, auch wenn es nicht auf den ersten Blick erkennbar mit dem Inhalt des Buches zu tun hat. Erst nach und nach werden die Kleinigkeiten offensichtlich und ich finde es grandios!

Joe Abercrombie hat einen magischen Thriller geschaffen, der mir schlaflose Nächte bereitet hat! Ich liebe seinen Schreibstil, der mal erklärend, mal bildgewaltig und immer extrem spannend ist. Dazu eine mehr als gute Priese bösartigen Spott, der mich oft zum Schmunzeln und gleichzeitig zum Schlucken brachte, bzw. mir blieb die Spucke im Halse stecken! Dank der guten Einteilung des Buches und der relativ kurzen Kapitel, konnte ich das Buch einfach nicht zur Seite legen: Nur noch ein Kapitel! Geisterte mir oft durch den Kopf und dann war die Nacht auch schon fast vorbei. Oder wahlweise der Tag! Besonders genoss ich, dass einfach nichts, absolut nichts, vorhersehbar war! Plante ich mal in die Zukunft, lehrte mich Joe Abercrombie eines besseren: Er ließ sich die Zügel nicht aus der Hand nehmen und ich folgte seine Führung mehr als willig.

Die Handlung kann nicht ohne die Protagonisten leben und umgekehrt ist es ebenso! Beides greift wie Zahnrädchen ineinander und kreiert einen mehr als packenden Fantasy-Horror-Action-Thriller, der mich einfach nicht los gelassen hat! Dabei ist die Geschichte eigentlich denkbar kurz: Eine Gruppe von verurteilten Teufeln soll die Prinzessin Alexia Pyrogennetos zu ihrem Thron bringen; und allen Gefahren auf der Reise trotzen. Und die Gefahren beginnen mit dem ersten Schritt ihrer Reise! Alle sind prädestiniert dafür, das Chaos schier magisch anzuziehen.
Die Helden der Geschichte sind einfach unnachahmlich! Trotz, dass es recht viele direkt zu Beginn der Geschichte sind, kam ich nie ins Stocken oder grübelte, wer wer ist. Das lag neben den interessanten Charakteren vor allem auch an den spritzigen und witzigen Dialogen.
Besonders hat mir das Zusammenspiel der Protagonisten gefallen. Anfangs alles Einzelkämpfer, die nur für sich und ihren Egoismus leben, wachsen sie nach und nach nicht nur in ihre Aufgabe hinein, sondern bilden eine Gruppe, deren Motto "Einer für alle, alle für einen!" ist.
Ich liebe es, die brutale und alles zerfleischende Werwölfin Vigga zu sehen, die ihr Herz entdeckt und sich plötzlich zügeln lernt! Die alles überschattende Gier nach Blut, Gewalt und Mord tritt in den Hintergrund und Liebe zieht in ihr Herz. Oder den überheblichen Vampir Baron Rikard, der entdeckt, dass neben ihm noch andere Menschen wichtig sein können. Ja, er nimmt sogar einzelne Mitglieder unter seine Fittiche und beobachtet mit Stolz geschwellter Brust, wenn seine Bemühungen Früchte tragen! Mein Herz erobert hat allerdings die sanfte und in sich gekehrte Elfe Sunny. Feindbild, seit Kindesbeinen an gequält, verschmäht, verspottet und gehänselt, sieht sie sich einer Situation gegenüber, mit der sie nie gerechnet hätte. Sunny wird gesehen und respektiert! Ihre Fähigkeiten und ihre Persönlichkeit geschätzt.

Aber nicht nur die Gruppe der Verbrecher, ja der Teufel ist interessant und macht das Buch lesenswert, sondern auch ihre Hüter sind einmalig. Ob das Bruder Diaz ist, dessen geheiligte Pflicht es ist, Prinzessin Alexia Pyrogennetos nach Troja zu bringen und die Teufel in Schach zu halten. Als anerkanntes Weichei, Drückeberger und Schleimer, gar nicht mal so einfach. Und doch wächst Bruder Diaz förmlich über sich hinaus.
Unter anderem Dank des unsterblichen Ritter Jakob von Thorn, der Dank eines Fluches nicht sterben kann. Seit einer schieren Ewigkeit lebt und kämpft er für das Gute und gibt Einblicke in ein Leben, das eigentlich die Hölle auf Erden ist.

Und im Mittelpunkt von allen steht Prinzessin Alexia Pyrogennetos Erbin des Schlangenthrons von Troja. Eine großartige Persönlichkeit. Oder eher eine Persönlichkeit, in die sie noch hineinwachsen muss. Denn Prinzessin Alexia ist eigentlich die Diebin Alex. Und diese Schuhe passen ihr viel besser. Im Gegensatz zu ihren Begleitern wirkt sie fast ein wenig unscheinbar. Aber eben nur fast.

Joe Abercrombie gelingt es einfach wunderbar, nicht nur der Handlung Spannung zu verleihen, sondern auch den Protagonisten Tiefgang. Beides wächst und gedeiht an und miteinander und entwickelt sich für mich als Leser wunderbar. Ich habe das Buch geliebt und jede Seite genossen! Ganz großes Kino!

Mein Fazit
Spritzige Dialoge, pure Spannung und brutale Aktion! Genau meins!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2025

Großartig

Das Lied des Wolfes
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Ox und seine Mutter werden schon in jungen Jahren von Vater und Mann verlassen. Sie leben ein beschauliches Leben in dem kleinen Städtchen Green Creek, dass sie beschützt und behütet.
Doch plötzlich zieht ...

Ox und seine Mutter werden schon in jungen Jahren von Vater und Mann verlassen. Sie leben ein beschauliches Leben in dem kleinen Städtchen Green Creek, dass sie beschützt und behütet.
Doch plötzlich zieht im Nachbarhaus die Familie Bennett ein. Sie sind nicht nur einfach die neuen Nachbarn, sondern Werwölfe, die Ox, seine Mutter und einen Teil der Ortschaft mit ihrer wilden und behütenden Art integrieren. Ox findet nicht nur seinen Platz zum Leben, sondern viel wichtiger, auch seinen Platz zum Lieben.

Bis eines Tages diese Harmonie von Eindringlingen bedroht und zerstört wird. Das Bennett-Rudel scheint an der Aufgabe zu zerbrechen. Aber wo Liebe ist, ist auch Hoffnung.

Das Cover zeigt einen den Mond anheulenden Wolf. Im Hintergrund ist ein Haus am Waldrand zu erkennen, aus dem sich eine Rauchsäule schlängelt. Der Wolf sitzt beschaulich in einer Blumenwiese. Ich mag das Bild, da es für mich den Inhalt des Buches widerspiegelt. Die Brutalität des Wolfes, die Heimeligkeit eines Zuhauses, die Schönheit einer Blumenwiese und das Geheimnisvolle eines Waldes. All dies und noch viel mehr offenbart sich nach und nach. Je länger man das Bild ansieht und das Buch liest. Ich mag solche Coverbilder, deren Inhalt nicht gleich offensichtlich ist.

Für mich ist Klune lesen, wie nach Hause kommen. Ich schließe die Wohnungstür und lasse die Realität draußen. Ich fühle mich sicher geborgen und aufgehoben. Ein Zauber, der nur ein Zuhause ausüben kann.
Bei den Romane von T.J. Klune geht es mir ebenso: Ich öffne das Buch, rieche die Seiten, lese die ersten Zeilen und bin angekommen. Behutsam deckt der Autor seine Worte über mich, zieht mich beinah zärtlich in die Geschehnisse und bindet mich mit ein.
Auch wenn seine Geschichten wie in diesem Fall alles andere als weich und geborgen sind, sondern eher von Angst und Herausforderungen sprechen, stimmt die Basis.
Hier ist die Basis Familie! Familie nicht nur aus Blut geschaffen, sondern auch durch Verstehen, Akzeptieren, Liebe und Freundschaft. Und dies bringt T.J. Klune mir auf seine unnachahmliche Art nah. Er berührt mein Herz ganz sanft und vorsichtig. Und doch nachdrücklich und einprägsam. Ich beobachte mich oft, wie ich bei seinen Worten mit fiebre, mit lache, empört schnaube oder auch ärgerlich das Buch zur Seite lege, wenn ich mal nicht einverstanden mit einer Entwicklung bin. Und genau das möchte der Autor vermutlich auch. Seine Leser sind keine Schafe, die seine Worte einfach hin nehmen, sondern eigenständige Wesen, denen auch mal etwas nicht gefallen darf!

Völlig verblüfft war ich von der in dem Buch vorkommenden Gewalt und Brutalität. So kannte ich T.J. Klune bisher nicht und er erwischt mich eiskalt mit dieser Wendung. Allerdings muss ich auch gestehen, dass es zu diesem Buch absolut passend ist! Werwölfe sind eben keine weichgespülten Kuschelpartner, auch wenn hin und wieder der Anschein erweckt wird. Durch die Vermenschlichung, ist auch mir dieser Fehler passiert, trotzdem wird immer wieder sehr klar, dass der Wolf ein Tier ist, dass nicht beherrscht oder gebrochen werden kann.
Besonders gut hat mir eindeutig der Ausflug in die magische Welt gefallen! Hexen und Werwölfe scheinen hier erst der erste Schritt gewesen zu sein, auf einer unfassbar tollen, spannenden und berührenden Reise.
Der Auftakt der Reihe spielt fast ausschließlich in dem kleinen Ort Green Creek. Und da auch nur in zwei Wohnhäusern und einer Werkstatt. Und trotzdem kamen mir die Schauplätze nicht einengend oder abgeschottet vor, sondern bedeuteten mir die Welt.

Im Mittelpunkt der Geschehnisse, steht Ox. Eine verlorene Seele auf der Suche nach sich selbst und dem Sinn in seinem Leben. Obwohl, ganz richtig ist das nicht, denn für ihn gibt es seit klein auf einzig den Wunsch, in der Werkstatt von Gordo zu arbeiten. Mit einem Hemd, auf dem sein Name steht. Es sind die kleinen Dinge, die mir ans Herz gingen und mich tief berührt haben. Denn unweigerlich dachte ich an meinen Kindheitstraum zurück. Und der war größer; viel größer. Aber so ist Ox nun mal. Ein Mann mit einem riesen Herzen und kleinen Wünschen. Und dies wird mehr als deutlich und prägt das gesamte Buch für mich. Seine Liebe zum Leben ist das Elexier und macht auch mich ein Stückchen dankbarer.
Und gleichzeitig schreibt T.J. Klune einen packenden Werwolf-Roman! Actiongeladen, spannend und magisch. Ich bin mehr als gespannt, wo die Reise hinführen wird!

Mein Fazit
Ich habe jede Zeile des Buches genossen und geliebt! Großartig!

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Veröffentlicht am 04.05.2025

berührte mich tief

Die geheime Sehnsucht der Bücher
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Pauline arbeitet hart an ihrer Ausbildung zur Bibliothekarin. Sie hat das gewisse etwas, eine Gabe, Menschen und Bücher zusammen zu bringen und ihre geheimen Sehnsüchte zu verstehen. Sie tritt damit in ...

Pauline arbeitet hart an ihrer Ausbildung zur Bibliothekarin. Sie hat das gewisse etwas, eine Gabe, Menschen und Bücher zusammen zu bringen und ihre geheimen Sehnsüchte zu verstehen. Sie tritt damit in Jean Perdus Fußstapfen. Nicht auf seine Art und Weise, sondern auf ihre. Auch sie kann in die Seele der Leser blicken. Und Dank ihrer Jugend spricht sie jüngere Menschen an und findet einen Zugang zu ihnen.
Nur der Zugang zu sich selber, den scheint sie gerade zu verlieren. Sehnsucht ist ein großes Wort, dass es zu ergründen gilt.

Das Cover zeigt Pauline auf ihrem Roller. Bepackt mit eiligen Buchlieferung der Literarischen Apotheke, auf dem Weg durch Paris. Sie fährt am Ufer der Seine, umsäumt von Häuserschluchten, das Bücherschiff im Hintergrund, den Eifelturm in Sichtweite. Mir gefällt das Bild sehr gut, da es lebendig wirkt, gute Laune verspricht und gleichzeitig Sehnsucht in mir weckt.

Völlig überraschend für mich, steht diesmal Pauline im Mittelpunkt der Geschehnisse. Anfangs fühlte ich mich irritiert und verunsichert, weil mir Jean Perdu fehlte; seine ruhige Art, seine unnachahmliche Weise auf die Welt und die Menschen zu blicken, seine Liebe. Und doch gelang es Nina George, mich nach und nach in ihr neues Werk zu ziehen, an es zu fesseln und mir eine völlig neue Seite der Literarischen Apotheke zu zeigen. Eine Seite, die ich mag, die mich mitriss und eine völlig neue Seite zeigte. Bücher sind lebendig und die Autoren eben auch.
Jedes Mal, wenn ich ein Buch mit dem Bücherschiff aufschlage, ist mir klar, dass ich kein weiteres aus der Reihe lesen werde! Auf keinen Fall! Denn so schön, wie das gerade beendete Buch, kann ein weiteres einfach nicht sein! Und doch: Kommt ein neuer Band, halte ich ihn hoffnungsvoll und zugleich skeptisch in meinen Händen. Und so war es auch hier. Die geheime Sehnsucht der Bücher hat mich bewegt. Ich habe das Buch nicht gelesen, ich habe es gelebt! Ich bin Nina George dankbar, für dieses wunderschöne Kleinod, dass mich gedanklich noch lange begleiten wird.

Für mich ist Sehnsucht in Nina Georges Buch das zentrale Thema. Jeder sehnt sich nach etwas und wird die Sehnsucht nicht gestillt, ihr nicht auf den Grund gegangen, leidet die Seele. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Ich habe mich in vielen Situationen wieder gesehen. Konnte mit den Protagonisten lachen, weinen und mitfühlen. Selten gelingt es einem Autor, mich so an seine Charaktere zu binden und in ihr Leben eintauchen zu lassen.
Vielleicht steht Pauline in diesem Band im Mittelpunkt, weil Jean Perdu angekommen ist. Im Hier, im Jetzt, im Leben. Pauline hingegen sucht noch. Sie findet Halt und Unterstützung in ihren Freunden und in ihrer Arbeit, aber auch aus einer völlig neuen Richtung! Denn wie aus dem Nichts stolpert plötzlich Francoise mit ihrer Mutter in das Leben der ungewöhnlichen Literarischen Apotheke. Gemeinsam gehen sie auf eine Sehnsuchts-Reise, die mir unter die Haut ging.

Ich liebe dieses Buch mit jeder Faser: Die Kraft der Worte voller Zärtlichkeit!

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Freundschaft

Die Wahrsagerin kleiner Schicksale
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Nur begleitet von ihrem Maulesel Laohu, streift die junge Wahrsagerin Tao durch das Land. Sie sagt kleine Schicksale voraus, nichts Großes, nur Kleinigkeiten eben, die das Leben nicht weiter beeinflussen. ...

Nur begleitet von ihrem Maulesel Laohu, streift die junge Wahrsagerin Tao durch das Land. Sie sagt kleine Schicksale voraus, nichts Großes, nur Kleinigkeiten eben, die das Leben nicht weiter beeinflussen. Lange verweilt sie nicht an einem Ort, denn wenn sich die Vorhersagen bewahrheiten, wollen die Menschen mehr und mehr und mehr. Außerdem muss sie der Gilde ausweichen, die Tao als Seherin in ihre Reihen pressen wollen.
Auf der Flucht vor der Vergangenheit und auch der Zukunft streift Tao durch Eshtera. Bis sie durch Zufall - oder doch Schicksal - Gefährten findet, die ihren Weg begleiten. Und plötzlich lernt Tao, was Freundschaft, Familie und Beständigkeit bedeutet.

Das Cover zeigt Tao. Sie sitzt mit Fidelitus zu ihren Füßen auf den Stufen ihres Wagens, blickt ins Feuer und scheint gedanklich den Tag Revue passieren zu lassen. In weiter Entfernung sieht man ein in der Abenddämmerung erleuchtetes Dorf, beschienen von einem Sternenhimmel. Auf mich macht die Szene einen friedlichen und entspannten Eindruck. Ich finde das Bild sehr gut zum Inhalt gewählt, da es mich in eine ruhige Stimmung versetzt und gleichzeitig bereit macht, von Abenteuern zu träumen.

Julie Leong hat ein magisches Kleinod geschaffen. Mit ihrem ruhigen und bewegenden Schreibstil, hat sie schnell mein Herz und auch meine Phantasie erobert. Die Autorin schreibt nicht bildgewaltig, gewaltig ist für so einen zarten Roman einfach das falsche Wort, vielmehr schreibt sie magisch, so dass die Landschaft, die Orte und vor allem Tao mit ihrem Gefährt vor meinem inneren Auge zum Leben erwachten. Ich konnte sie nicht nur sehen, sondern auch begleiten. Ob das in den dunklen Dornenwäldern, im steinigen Gebirge oder einfach in einer Gaststätte war; stets nahm Tao mich mit. Ich genoss die Reise sehr und ließ mich gerne auf die Geschichte der Wahrsagerin und ihrer Gefährten ein.

Denn noch schöner und intensiver als die örtliche Umgebung und die Beschreibung Eshteras waren die Beschreibungen der Freundschaft der Menschen unter sich. Julie Leong schildert das Wachsen der Gefühle, der inneren Zugewandtheit und das Reifen der Charaktere sehr anschaulich, liebevoll und zärtlich. Aus jeder Zeile sprach die innige Verbundenheit der Gruppe, aber auch der Verbundenheit zwischen Autorin und ihren Protagonisten.
Besonders begeistert hat mich, dass ich bei der inneren Reifung der Personen dabei sein durfte. Als Bindeglied schien mir ursprünglich die Shinn-Wahrsagerin Tao. Doch nach und nach kristallisierte sich heraus, dass einer nicht ohne den anderen kann. Jeder ist bedeutend für den anderen und die Gruppendynamik scheint ein Selbstläufer; Da sie wie Magnete zueinander sind.
Tao sah als Kind den Tod ihres Vaters vorher und leidet seit dem unter den Folgen, die diese Vorhersage für sie bedeutet haben. Als Einzelgängerin, misstrauisch und ängstlich der Welt gegenüber, sucht sie einen Weg, mit dem Verlust und dem Schmerz umzugehen.
Mash, der Krieger. Mutig, selbstsicher und bärenstark steht er in allen Situationen wie ein Fels in der Brandung. Nichts kann ihn erschüttern; kein Kampf ist zu brutal, kein Gegner zu stark, keine Situation ausweglos. Und doch scheint er an dem Verlust seiner kleinen Tochter schier zu zerbrechen. Die Suche nach ihr ist sein einziger Lebensinhalt.
Silt, der Dieb mit der weichen Seite. Er begleitet seinen besten Freund. Nicht nur im Kampf, sondern auch auf der Suche nach dem Kind, das Mash die Welt bedeutet. Doch Silt möchte kein Dieb mehr sein, kann aus seiner Natur nur schwer ausbrechen.
Und schließlich die Bäckerin Kina. Ohne Selbstvertrauen, stets im Schatten, scheint es gerade für sie unheimlich wichtig, einen Schritt nach vorne zu gehen. Raus aus den Schatten, hin zum Leben.
Eine Truppe, die mein Herz im Sturm erobert hat! Denn Julie Leong hat ihnen Leben eingehaucht und lässt die vier Personen das Buch tragen. Ich hätte noch viel mehr von ihnen lesen können und ja, es würde mich nicht überraschen, falls die Autorin irgendwann die Reise der Gruppe erneut aufleben lassen würde.

Ein Buch über Freundschaft und alle Facetten, die dieses Wort und vor allem das Gefühl, mit sich bringt.

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