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Veröffentlicht am 06.09.2025

Hass, Liebe und Verrat

Das Lied des Raben
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Während ein Teil des Rudels in Green Creek verbleibt, sind Gordo, die Brüder Kelly und Carter, so wie ihr Alpha Joe im ganzen Land unterwegs und jagen Richard. Richard, den größten Feind, den das Rudel ...

Während ein Teil des Rudels in Green Creek verbleibt, sind Gordo, die Brüder Kelly und Carter, so wie ihr Alpha Joe im ganzen Land unterwegs und jagen Richard. Richard, den größten Feind, den das Rudel hat und der nur ein Ziel kennt: Die Auslöschung des Bennett-Rudel.
Drei Jahre sind die vier unterwegs und als sie zurückkehren, sehen sie sich einer Bedrohung gegenüber, die sie nicht haben kommen sehen. Jetzt droht nicht nur die Vernichtung in Form von Richard und seinen Omega, sondern es haben sich auf Jäger auf den Weg nach Green Creek gemacht.

Das Cover zeigt im Vordergrund einen Werwolf. Im Hintergrund sind Berge, Wälder und Felder zu erkennen und ein schwarzer Rabe, der die Szenerie zu bewachen scheint. Ich finde das Bild sehr gut zu Titel und Inhalt des Buches gewählt. Es passt hervorragend zum Gesamtbild der Serie und spiegelt den aktuellen Inhalt des Buches wieder.

Diesmal schildert T.J. Klune die Reise der Werwölfe aus der Sicht der Reisenden, speziell aus Gordos Sicht, der Sicht der Hexe des Rudels, und nicht aus der, der zurück gebliebenen. Ich finde die Sichtweise interessant und sie zeichnet ein komplett anderes Bild zu den Geschehnissen, die ich eigentlich schon aus Band eins kenne! Es ist eben nicht alles schwarz oder weiß, wie man gerne schnell denkt, sondern das Leben besteht aus unterschiedlichen Tönen!
Erschreckend fand ich, dass dieser Teil sehr düster, brutal und auch traurig ist. Die Gefühle sind eindeutig noch intensiver, als in Teil eins, womit ich nicht gerechnet habe. Die Liebesgeschichte zwischen Joe und Ox bewegte mich schon; das Leben von Gordo und wie seine Sicht auf das Rudel ist, war nochmal eine ganz andere Nummer. Denn Gordo ist eine Hexe und damit der Erde und dem Land noch viel verbundener, als Menschen normalerweise. Und nicht nur dem Land, sondern eben auch den Wölfen, da sie ein Teil der ursprünglichen Erdmagie sind und diese auch leben!

Aber es ist auch die Geschichte von Gordo und Mark - der Hexe und dem Werwolf. In jungen Jahren verloren sie ihr Herz an den jeweils anderen. Doch als Mark gezwungenermaßen Green Creek mit dem Rudel verlassen musste, bleibt Gordo allein zurück. Die Qual des Alleinseins, der Verlassenwerdens, der Schmerz eines gebrochenen Herzens und der langsam wachsende Hass, geboren aus purer Verzweiflung, gingen mir sehr nah. Und auch die immer wieder aufkeimende Hoffnung, die enttäuscht wurde, berührten mich tief.

Dieses Gefühlswirrwarr verpackt T.J. Klune in einem Aktion geladenen Umfeld voller Magie, Kampf und Intrigen, so dass das Buch mal wieder ein absoluter Hochgenuss für mich war. Rohe Gewalt und tiefe Gefühle, rasante Aktion, und viele, sehr viele magische Momente sorgen für einen dichte Handlung, die mich das Buch nur ungern aus der Hand legen ließen.

Mal wieder ganz großes Kino für die Sinne!

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Veröffentlicht am 10.08.2025

intensiv

Asa
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Nach dem Tod ihrer Tochter Kaja, eskaliert die Personenschützerin und Killerin Asa Kolbert völlig. Auf der Suche nach Gerechtigkeit rollt sie die Geschehnisse auf, die sie zu diesem Augenblick führte.

Das ...

Nach dem Tod ihrer Tochter Kaja, eskaliert die Personenschützerin und Killerin Asa Kolbert völlig. Auf der Suche nach Gerechtigkeit rollt sie die Geschehnisse auf, die sie zu diesem Augenblick führte.

Das Cover zeigt Asa Kolbert. Sie blickt unbeugsam, ungebrochen, eisern auf den Leser von oben herab. Die Haare wirr, der Blick wild, spiegelt sich auf ihrer Haut die unbezähmbare Wildnis. Ich finde dieses Bild sehr gut zu Titel und Inhalt des Buches gewählt, da es die Wildheit und Kraft der Natur, aber auch die von Asa widerspiegelt.

Zoran Drevenkar hat mit Asa einen atmosphärisch dichten, ungewohnt brutalen und von tiefer Rache und Wut geprägten Thriller-Roman geschaffen, der mich tief berührt hat. Auf der einen Seite berührte er mich, auf der anderen Seite ließ er mich vor Aufregung beben, vor Angst schlottern und vor Neugierde Platzen. Kurz, der Autor fesselte mich mit all seiner schriftstellerischen Macht an sein Buch!

Zoran Drevenkar erzählt die Geschichte von Asa, die ihre Tochter verloren hat. Allerdings wird diese Geschichte nicht geradlinig erzählt, sondern driftet nicht nur in der Zeit immer wieder ab, sondern auch von den Protagonisten. Mal aus der Perspektive, mal aus jener, aber stets von Gewalt und Angst geprägt. Die Gräueltaten des Ersten und des Zweiten Weltkrieges, die der Familie Kolbert angetan wurden, werden hier ebenso aufgearbeitet, wie aktuelle Geschehnisse und wie die Vergangenheit in die Zukunft spielt. Die Geschehnisse der Vergangenheit werfen ihre Schatten voraus und verbinden sich mit der Zukunft.

Ich finde den Erzählstil gewagt interessant und musste mich erst hineinfinden. Denn alles wird aus der Sicht von Jasper, Asas Ehemann berichtet. Und er scheint die Geschichte Asa zu erzählen, was mir persönlich manchmal das Folgen etwas schwer gemacht hat. Zudem wird die wörtliche Rede nicht mit Anführungszeichen begonnen, sondern stets mit einem Bindestrich, so dass mir hin und wieder entging, wenn einer redete, oder auch die Rede längst vorbei war.
Das Buch lebt eindeutig durch seine Charaktere. Stark, authentisch und unbeugsam ist jeder einzelne von ihnen. Obwohl zu Beginn stets Weichheit und Liebe stehen, werden die Menschen oft von ihren Leben geprägt; und das nicht immer zum Guten.

Asa ist ein wunderbar starkes und intensives Buch, das mich von der ersten Seite an begeistert hat!



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Veröffentlicht am 01.07.2025

Liebe oder Angst

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
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Sophie ist eine erfolgreiche Restaurantkritikerin, die überall gern gesehen ist. Schonungslos ehrlich, aber stets mit Achtung, berichtet sie über das Essen und die Restaurants, die sie besucht hat. Bis ...

Sophie ist eine erfolgreiche Restaurantkritikerin, die überall gern gesehen ist. Schonungslos ehrlich, aber stets mit Achtung, berichtet sie über das Essen und die Restaurants, die sie besucht hat. Bis auf einen Abend, an dem sie ihre Professionalität verliert und unverblümt ein neues Szenelokal verreißt. mit dem einsetzen Shitstorm hat keiner gerechnet. Sophie muss London Hals über Kopf verlassen und flieht in das beschauliche Fischerdörfchen Port Haven. Mit Tochter, Mutter und Kater im Gepäck.

Das Cover hat mich magisch angezogen! Es sprach mich mit seiner freundlichen, netten und lebenslustigen Art sofort an und zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht! Die Teekanne, in Form eines gemütlichen Zuhauses, vermittelte mir zusammen mit den darum herum schwirrenden Gebäckstücken, der Teetasse und dem Zweig einfach ein Gefühl von Geborgenheit. Ich bekam einfach Lust, dass Buch in die Hand zu nehmen, es aufzuschlagen und zwischen den Zeilen zu verschwinden. Allerdings finde ich es nicht ganz so gut zum Inhalt des Buch gewählt, da kein Tee getrunken wird und es eher deftig statt süß zugeht. Oder das Bild wurde extra für mich so gestaltet, damit ich dieses bezaubernde Buch mit einer Tasse Tee und einem Gebäckstück genieße.

Katharina Herzog hat mich von der ersten Seite an begeistert! Ihr Buch ist einfühlsam, lustig, voller Esprit, aber auch mit Bösartigkeit, düsterer Spannung und Herzschmerz gefüllt, so dass einfach für jeden Geschmack etwas dabei ist. Ich fühlte mich durchweg gut unterhalten und habe das Buch einfach nur verschlungen.
Die Restaurantkritikerin Sophie ist eine Frau, die man einfach mögen muss! Sie kümmert sich um ihre Mutter, die aus der Senioren Residenz wegen Dealen geflogen ist und um ihre pubertierende Tochter, die ihr die Schuld an allem gibt. Gleichzeitig versucht sie ihren Job zu erfüllen, sich einen Namen zu machen und nicht nur auf ihren berühmten Vater reduziert zu werden. Kurz, Sophie strampelt sich ab und ist mir dabei unglaublich sympathisch! Ich mag sie einfach!
Und ich mochte sie gleich noch mehr, als sie mit Sack und Pack aus London geht und sich in Port Haven eine neue Existenz aufbaut. Erst gezwungener Maßen, folgt sie schließlich ihrem Herzen, was einfach wunderschön zu lesen war! Ich verlor mich sehr gerne an der wunderschönen, rauen und einmaligen Küste Cornwalls. Bestaunte die Natur, den malerischen Ort und das Meer. Eine einmalig schöne Kulisse, für dieses Buch!

Die Charaktere hat Katharina Herzog genauso wild und einmalig gestaltet, wie die Landschaft Cornwalls. Jeder hat seine Eigenarten und ist doch im Inneren ein guter Mensch. Man muss sich nur die Mühe machen, hinter die raue Schale zu blicken. Ich kann gar nicht sagen, wer es mir am meisten angetan hat. Ob es die griesgrämigen Fischer sind, die in der Not als erste die helfende Hand ausstrecken, der übertrieben bärbeißige Redaktionschef Herry, der sich schützend vor seine Mitarbeiter stellt, auch wenn dies nicht auf den ersten Blicke ersichtlich ist, oder doch die mit lebenslustige Großmutter, die mit ihrer guten Laune einfach alle ansteckt. Für mich sind es am Ende doch Sophie und Lennox. Die geradeaus denkende Kritikerin und der schweigsame, kriminelle Koch. Beide vereint die Liebe, in der Küche zu stehen und Gerichte zu zaubern; andere glücklich zu machen.

Auch wenn das Buch stellenweise von Verrat und falschen Voraussetzungen, Lügen und Betrügen, Neid und Missgunst spricht, obsiegt schließlich doch die Liebe. Und das ist einfach nur wunderbar zu lesen!

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Spannung pur

The Devils
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Mehr schlecht als recht schlägt sich die junge Diebin Alex durch das Leben. Sie ergaunert mal hier etwas zu Essen, mal dort etwas halbwegs Wertvolles zum Verkaufen. Und wie das Leben auf der Straße nun ...

Mehr schlecht als recht schlägt sich die junge Diebin Alex durch das Leben. Sie ergaunert mal hier etwas zu Essen, mal dort etwas halbwegs Wertvolles zum Verkaufen. Und wie das Leben auf der Straße nun mal so ist, gerät sie an die falschen Leute, die ihr nach dem Leben trachten.
Doch wie aus dem nichts erscheint plötzlich ihr Retter in der Not. Ihr angeblicher Onkel, Herzog Michael steht vor der jungen Frau und verkündet, dass sie die lang verschollene Prinzessin Alexia Pyrogennetos ist, Erbin des Schlangenthrons von Troja! Alex lässt sich darauf ein und erhält einen mehr als ungewöhnlichen Geleitschutz nach Troja...

Das Cover ist schwarz. Ein glühender Totenkopf mit Hörnern aus Kerzen ziert die Mitte des Buches; Flammen scheinen aus ihm hervorzulodern. Ich finde es ansprechend, auch wenn es nicht auf den ersten Blick erkennbar mit dem Inhalt des Buches zu tun hat. Erst nach und nach werden die Kleinigkeiten offensichtlich und ich finde es grandios!

Joe Abercrombie hat einen magischen Thriller geschaffen, der mir schlaflose Nächte bereitet hat! Ich liebe seinen Schreibstil, der mal erklärend, mal bildgewaltig und immer extrem spannend ist. Dazu eine mehr als gute Priese bösartigen Spott, der mich oft zum Schmunzeln und gleichzeitig zum Schlucken brachte, bzw. mir blieb die Spucke im Halse stecken! Dank der guten Einteilung des Buches und der relativ kurzen Kapitel, konnte ich das Buch einfach nicht zur Seite legen: Nur noch ein Kapitel! Geisterte mir oft durch den Kopf und dann war die Nacht auch schon fast vorbei. Oder wahlweise der Tag! Besonders genoss ich, dass einfach nichts, absolut nichts, vorhersehbar war! Plante ich mal in die Zukunft, lehrte mich Joe Abercrombie eines besseren: Er ließ sich die Zügel nicht aus der Hand nehmen und ich folgte seine Führung mehr als willig.

Die Handlung kann nicht ohne die Protagonisten leben und umgekehrt ist es ebenso! Beides greift wie Zahnrädchen ineinander und kreiert einen mehr als packenden Fantasy-Horror-Action-Thriller, der mich einfach nicht los gelassen hat! Dabei ist die Geschichte eigentlich denkbar kurz: Eine Gruppe von verurteilten Teufeln soll die Prinzessin Alexia Pyrogennetos zu ihrem Thron bringen; und allen Gefahren auf der Reise trotzen. Und die Gefahren beginnen mit dem ersten Schritt ihrer Reise! Alle sind prädestiniert dafür, das Chaos schier magisch anzuziehen.
Die Helden der Geschichte sind einfach unnachahmlich! Trotz, dass es recht viele direkt zu Beginn der Geschichte sind, kam ich nie ins Stocken oder grübelte, wer wer ist. Das lag neben den interessanten Charakteren vor allem auch an den spritzigen und witzigen Dialogen.
Besonders hat mir das Zusammenspiel der Protagonisten gefallen. Anfangs alles Einzelkämpfer, die nur für sich und ihren Egoismus leben, wachsen sie nach und nach nicht nur in ihre Aufgabe hinein, sondern bilden eine Gruppe, deren Motto "Einer für alle, alle für einen!" ist.
Ich liebe es, die brutale und alles zerfleischende Werwölfin Vigga zu sehen, die ihr Herz entdeckt und sich plötzlich zügeln lernt! Die alles überschattende Gier nach Blut, Gewalt und Mord tritt in den Hintergrund und Liebe zieht in ihr Herz. Oder den überheblichen Vampir Baron Rikard, der entdeckt, dass neben ihm noch andere Menschen wichtig sein können. Ja, er nimmt sogar einzelne Mitglieder unter seine Fittiche und beobachtet mit Stolz geschwellter Brust, wenn seine Bemühungen Früchte tragen! Mein Herz erobert hat allerdings die sanfte und in sich gekehrte Elfe Sunny. Feindbild, seit Kindesbeinen an gequält, verschmäht, verspottet und gehänselt, sieht sie sich einer Situation gegenüber, mit der sie nie gerechnet hätte. Sunny wird gesehen und respektiert! Ihre Fähigkeiten und ihre Persönlichkeit geschätzt.

Aber nicht nur die Gruppe der Verbrecher, ja der Teufel ist interessant und macht das Buch lesenswert, sondern auch ihre Hüter sind einmalig. Ob das Bruder Diaz ist, dessen geheiligte Pflicht es ist, Prinzessin Alexia Pyrogennetos nach Troja zu bringen und die Teufel in Schach zu halten. Als anerkanntes Weichei, Drückeberger und Schleimer, gar nicht mal so einfach. Und doch wächst Bruder Diaz förmlich über sich hinaus.
Unter anderem Dank des unsterblichen Ritter Jakob von Thorn, der Dank eines Fluches nicht sterben kann. Seit einer schieren Ewigkeit lebt und kämpft er für das Gute und gibt Einblicke in ein Leben, das eigentlich die Hölle auf Erden ist.

Und im Mittelpunkt von allen steht Prinzessin Alexia Pyrogennetos Erbin des Schlangenthrons von Troja. Eine großartige Persönlichkeit. Oder eher eine Persönlichkeit, in die sie noch hineinwachsen muss. Denn Prinzessin Alexia ist eigentlich die Diebin Alex. Und diese Schuhe passen ihr viel besser. Im Gegensatz zu ihren Begleitern wirkt sie fast ein wenig unscheinbar. Aber eben nur fast.

Joe Abercrombie gelingt es einfach wunderbar, nicht nur der Handlung Spannung zu verleihen, sondern auch den Protagonisten Tiefgang. Beides wächst und gedeiht an und miteinander und entwickelt sich für mich als Leser wunderbar. Ich habe das Buch geliebt und jede Seite genossen! Ganz großes Kino!

Mein Fazit
Spritzige Dialoge, pure Spannung und brutale Aktion! Genau meins!

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Großartig

Das Lied des Wolfes
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Ox und seine Mutter werden schon in jungen Jahren von Vater und Mann verlassen. Sie leben ein beschauliches Leben in dem kleinen Städtchen Green Creek, dass sie beschützt und behütet.
Doch plötzlich zieht ...

Ox und seine Mutter werden schon in jungen Jahren von Vater und Mann verlassen. Sie leben ein beschauliches Leben in dem kleinen Städtchen Green Creek, dass sie beschützt und behütet.
Doch plötzlich zieht im Nachbarhaus die Familie Bennett ein. Sie sind nicht nur einfach die neuen Nachbarn, sondern Werwölfe, die Ox, seine Mutter und einen Teil der Ortschaft mit ihrer wilden und behütenden Art integrieren. Ox findet nicht nur seinen Platz zum Leben, sondern viel wichtiger, auch seinen Platz zum Lieben.

Bis eines Tages diese Harmonie von Eindringlingen bedroht und zerstört wird. Das Bennett-Rudel scheint an der Aufgabe zu zerbrechen. Aber wo Liebe ist, ist auch Hoffnung.

Das Cover zeigt einen den Mond anheulenden Wolf. Im Hintergrund ist ein Haus am Waldrand zu erkennen, aus dem sich eine Rauchsäule schlängelt. Der Wolf sitzt beschaulich in einer Blumenwiese. Ich mag das Bild, da es für mich den Inhalt des Buches widerspiegelt. Die Brutalität des Wolfes, die Heimeligkeit eines Zuhauses, die Schönheit einer Blumenwiese und das Geheimnisvolle eines Waldes. All dies und noch viel mehr offenbart sich nach und nach. Je länger man das Bild ansieht und das Buch liest. Ich mag solche Coverbilder, deren Inhalt nicht gleich offensichtlich ist.

Für mich ist Klune lesen, wie nach Hause kommen. Ich schließe die Wohnungstür und lasse die Realität draußen. Ich fühle mich sicher geborgen und aufgehoben. Ein Zauber, der nur ein Zuhause ausüben kann.
Bei den Romane von T.J. Klune geht es mir ebenso: Ich öffne das Buch, rieche die Seiten, lese die ersten Zeilen und bin angekommen. Behutsam deckt der Autor seine Worte über mich, zieht mich beinah zärtlich in die Geschehnisse und bindet mich mit ein.
Auch wenn seine Geschichten wie in diesem Fall alles andere als weich und geborgen sind, sondern eher von Angst und Herausforderungen sprechen, stimmt die Basis.
Hier ist die Basis Familie! Familie nicht nur aus Blut geschaffen, sondern auch durch Verstehen, Akzeptieren, Liebe und Freundschaft. Und dies bringt T.J. Klune mir auf seine unnachahmliche Art nah. Er berührt mein Herz ganz sanft und vorsichtig. Und doch nachdrücklich und einprägsam. Ich beobachte mich oft, wie ich bei seinen Worten mit fiebre, mit lache, empört schnaube oder auch ärgerlich das Buch zur Seite lege, wenn ich mal nicht einverstanden mit einer Entwicklung bin. Und genau das möchte der Autor vermutlich auch. Seine Leser sind keine Schafe, die seine Worte einfach hin nehmen, sondern eigenständige Wesen, denen auch mal etwas nicht gefallen darf!

Völlig verblüfft war ich von der in dem Buch vorkommenden Gewalt und Brutalität. So kannte ich T.J. Klune bisher nicht und er erwischt mich eiskalt mit dieser Wendung. Allerdings muss ich auch gestehen, dass es zu diesem Buch absolut passend ist! Werwölfe sind eben keine weichgespülten Kuschelpartner, auch wenn hin und wieder der Anschein erweckt wird. Durch die Vermenschlichung, ist auch mir dieser Fehler passiert, trotzdem wird immer wieder sehr klar, dass der Wolf ein Tier ist, dass nicht beherrscht oder gebrochen werden kann.
Besonders gut hat mir eindeutig der Ausflug in die magische Welt gefallen! Hexen und Werwölfe scheinen hier erst der erste Schritt gewesen zu sein, auf einer unfassbar tollen, spannenden und berührenden Reise.
Der Auftakt der Reihe spielt fast ausschließlich in dem kleinen Ort Green Creek. Und da auch nur in zwei Wohnhäusern und einer Werkstatt. Und trotzdem kamen mir die Schauplätze nicht einengend oder abgeschottet vor, sondern bedeuteten mir die Welt.

Im Mittelpunkt der Geschehnisse, steht Ox. Eine verlorene Seele auf der Suche nach sich selbst und dem Sinn in seinem Leben. Obwohl, ganz richtig ist das nicht, denn für ihn gibt es seit klein auf einzig den Wunsch, in der Werkstatt von Gordo zu arbeiten. Mit einem Hemd, auf dem sein Name steht. Es sind die kleinen Dinge, die mir ans Herz gingen und mich tief berührt haben. Denn unweigerlich dachte ich an meinen Kindheitstraum zurück. Und der war größer; viel größer. Aber so ist Ox nun mal. Ein Mann mit einem riesen Herzen und kleinen Wünschen. Und dies wird mehr als deutlich und prägt das gesamte Buch für mich. Seine Liebe zum Leben ist das Elexier und macht auch mich ein Stückchen dankbarer.
Und gleichzeitig schreibt T.J. Klune einen packenden Werwolf-Roman! Actiongeladen, spannend und magisch. Ich bin mehr als gespannt, wo die Reise hinführen wird!

Mein Fazit
Ich habe jede Zeile des Buches genossen und geliebt! Großartig!

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