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Veröffentlicht am 01.12.2025

Wertvolles Buch zum Begleiten von Wut

QUID+ Ich will aber!
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„Ich will aber! - Vorlesegeschichten zum Thema Wut“ aus der neuen Quid+ Reihe von Barbara Franco ist bei Klett Lerntraining erschienen. Es enthält vierzehn Vorlesegeschichten, meist jeweils um die zehn ...

„Ich will aber! - Vorlesegeschichten zum Thema Wut“ aus der neuen Quid+ Reihe von Barbara Franco ist bei Klett Lerntraining erschienen. Es enthält vierzehn Vorlesegeschichten, meist jeweils um die zehn Seiten lang, mit wiederkehrenden Protagonisten und vielen bunten Illustrationen. Unterschiedliche Aspekte von Wut werden spielerisch beleuchtet. Die Kinder in den Geschichten werden jeweils liebevoll und bedürfnisorientiert begleitet, was mir sehr gut gefällt. Das Buch wird von 3-6 Jahren empfohlen und wird uns sicher noch länger begleiten. Mein Kind liest die Geschichten sehr gerne. Wir nehmen es jeweils als Impuls, über vergangene Situationen zu sprechen.
Am Schluss gibt es noch einen knapp 40 Seiten langen Teil für Eltern. Leider wurde ich selbst sehr autoritär erzogen und durfte meine Gefühle nicht fühlen, weshalb es für mich manchmal herausfordernd ist, starke Gefühle meines Kindes zu begleiten (ich arbeite daran), da ist dieser Teil für mich doppelt wichtig. Es gibt auch ein paar Spiel-Impulse, um zB Wut abzubauen.
Ich finde das Buch sehr wertvoll und bin gespannt, was die Quid+ Reihe noch so zu bieten hat.

Veröffentlicht am 20.09.2025

Durch und durch gelungen

Ja, nein, vielleicht
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Wiedermal hat Doris Knecht mit ihrem Roman direkt abgeholt. Vor kurzen hab ich, ich glaube von Mareice Kaiser, über die "Fuck you Jahre" bei Frauen ab einem gewissen Alter erreicht. Wo man genug erlebt ...

Wiedermal hat Doris Knecht mit ihrem Roman direkt abgeholt. Vor kurzen hab ich, ich glaube von Mareice Kaiser, über die "Fuck you Jahre" bei Frauen ab einem gewissen Alter erreicht. Wo man genug erlebt hat, dass einem vieles auch egal ist. Die Protagonistin ist in diesem Alter. Sie lebt allein und kann das auch, dazu braucht sie niemanden, erst recht nicht einen Mann. Und doch trifft sie nach vielen Jahren auf Jugendliebe/-begegnung Friedrich, und sie erlaubt sich, ein wenig zu träumen...

Im typischen Knecht-Stil schreibt Doris Knecht wunderbar klug, scharfsinnig, nahbar und einfach österreichisch. Ich habe jeden Satz, jede Seite genossen, genauso wie bei "Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe". Ich weiss nicht, wie viel im Buch erfunden ist, es scheint auf jeden Fall sehr auf das Leben der Autorin basiert zu sein. Ein ganz besonderes Werk, das mich sehr anspricht und ich gerne empfehle.

Veröffentlicht am 20.09.2025

Ein durch und durch gelungenes Geschenkbuch für Eltern

Goldrichtig
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Nora Imlau ist es wieder einmal gelungen, mich total abzuholen. „Goldrichtig“ ist ein Bilder-/ Geschenkbuch für Eltern. Es hat 48 Seiten. Je eine Doppelseite enthält einen kurzen Text mit liebevollen Illustrationen. ...

Nora Imlau ist es wieder einmal gelungen, mich total abzuholen. „Goldrichtig“ ist ein Bilder-/ Geschenkbuch für Eltern. Es hat 48 Seiten. Je eine Doppelseite enthält einen kurzen Text mit liebevollen Illustrationen. Die Texte eignen sich auch für zwischendurch, wenn man nur kurz Zeit hat.

Nora schafft es wieder einmal, wunderbar verständnisvoll und wertschätzend die Probleme von heutigen Eltern einzuordnen und in Kontext zu setzen. Wieder einmal haben ihre Worte auf mich eine beruhigende Wirkung, dass schon alles richtig ist und es so kommt, wie es eben kommt. Ich höre regelmässig Noras Podcast und so hatte ich beim Lesen auch ihre Stimme im Ohr. Was für ein schönes Erlebnis. Das Buch ist ein tolles Geschenk für Eltern, ob ganz frisch oder im Kleinkind- oder Schulalter. Ich werde es auf jeden Fall zur Geburt verschenken.

Veröffentlicht am 20.09.2025

Was für ein Rausch!

Gym
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„Auf diesen Bildern sah man die Arbeit, die in allem steckte, die Disziplin, die es brauchte, den Willen, der sie von den meisten unterschied. Hier ging es nicht um Schönheit, nicht um Sex, nicht darum, ...

„Auf diesen Bildern sah man die Arbeit, die in allem steckte, die Disziplin, die es brauchte, den Willen, der sie von den meisten unterschied. Hier ging es nicht um Schönheit, nicht um Sex, nicht darum, was irgendjemand von ihr dachte oder wollte. Auf einmal war es mir vollkommen klar. Was Vick da machte, war, sich selbst zu erschaffen. Ein Selbst, das sich so sehr abhob, so sehr für sich stand, so unumstößlich da war in der Welt, dass jede Meinung dazu, jede Wertung, jedes Begehren einfach daran abprallen musste“

Die namenlose Protagonistin arbeitet nach einem kompletten Zusammenbruch im „Mega Gym“ am Empfang und erschafft sich neu. Um den Job zu bekommen behauptet sie, Alleinerziehende Mutter zu sein und nur Wochen zuvor entbunden zu haben. Im Gym fängt sie schliesslich auch an zu trainieren und gelangt langsam in eine Spirale, aus der sie nicht mehr hinausgelangt…

Dieses Buch ist ein Rausch! Ich konnte und wollte nicht mehr aufhören und habe es innerhalb kürzester Zeit durchgelesen. Geschickt webt die Autorin Gegenwart und Vergangenheit ineinander, nur langsam wird klar, wieso die Protagonistin jetzt überhaupt in einem Gym jobbt. Und der Strudel, in den sie gelangt, wird kraftvoll und spannend beschrieben. Ein sehr starkes Buch!

Veröffentlicht am 03.06.2025

Sehr bewegend

Radio Sarajevo
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Tijan Sila ist zehn, als im April 1992 der Krieg beginnt. In einem Plattenbau in Sarajevo gewöhnt sich die Familie nach und nach an tägliche Bombeneinschläge und Gewehrfeuer. Sie verbringen Tage im Keller, ...

Tijan Sila ist zehn, als im April 1992 der Krieg beginnt. In einem Plattenbau in Sarajevo gewöhnt sich die Familie nach und nach an tägliche Bombeneinschläge und Gewehrfeuer. Sie verbringen Tage im Keller, irgendwann wird alles "normal" und die Schule fängt wieder an. Das Essen ist knapp, genauso wie warme Kleidung oder Feuerholz. Die Familie schlägt sich irgendwie durch. Tijan wächst in der Kriegszeit auf, kommt in die Pubertät, streunt mit seinen beiden Freunden herum. Und schliesslich verlässt die Familie Sarajevo und flüchtet nach Deutschland. Hier hätte ich gerne noch mehr erfahren, der Autor deutet nur an, dass es dort für die Eltern sehr schwer war. Auch die Flucht wird nur kurz angerissen. Vielleicht gibt es irgendwann einen weiteren Teil? Jahre später kehrt der Autor zurück nach Sarajevo, wo er alte Kindheitsfreunde wiedertrifft. Dieses Treffen hat mich sehr berührt.

"Am Ende ist das Leben im Sumpf dem Tod in den Flammen vorzuziehen - es klingt so selbstverständlich, aber dennoch muss man auch das erst begreifen. Als der Krieg nämlich ausbrach, ging es allen wie mir. Wir hatten keine Ahnung."

Der Autor schafft es, die Kindheit im Krieg sehr anschaulich darzustellen. Das ist nichts, was man erleben möchte, aber ich finde es sinnvoll, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und kann dieses Buch jedem empfehlen. Die Erzählung hat mich nachhaltig berührt.

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