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Veröffentlicht am 04.06.2025

Freundschaft bis zum Tod

Very Bad Widows
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Vier Ehepaare, alle seit Jahrzehnten befreundet. Alle in den 60ern und durch eine fatale Fehlinvestition der Ehemänner, sowohl um ihre gesamten Ersparnisse, als auch ihren abgesicherten Ruhestand gebracht. ...

Vier Ehepaare, alle seit Jahrzehnten befreundet. Alle in den 60ern und durch eine fatale Fehlinvestition der Ehemänner, sowohl um ihre gesamten Ersparnisse, als auch ihren abgesicherten Ruhestand gebracht. Als schließlich einer der Männer, aufgrund eines tragischen Unfalls, stirbt und dessen Frau in den Genuss einer ausgezahlten Lebensversicherung in Höhe von 1 Mio. Dollar gelangt, kommt den restlichen drei Ehefrauen eine mörderische Idee: Wieso nicht gemeinsam Ballast - in Form ihrer unliebsam gewordenen Ehemänner, zugunsten deren Lebensversicherungen - loswerden und alle zusammen nach Florida ziehen, um den wohlverdienten Ruhestand genießen? Gesagt, getan, Auftragskiller engagiert… wären da nicht die eigenen Pläne der Ehemänner…

Zuerst fiel es mir nicht ganz so leicht in die Story hineinzufinden. Da waren die vielen Namen, das Ganze, für meinen Geschmack etwas überkandidelte, Gehabe und die vielen ausschweifenden Details, die mich ziemlich verwirrt haben. Zu Beginn des Buches musste ich tatsächlich einige Textpassagen mehrfach lesen, um überhaupt die Zusammenhänge zu verstehen und überhaupt zu verinnerlichen, wer mit wem verheiratet ist. Als ich das dann aber überwunden hatte und „drin“ war, wurde das Buch für mich schnell zu einem überaus amüsanten und schwarzhumorigen Lesevergnügen.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln der Protagonisten erzählt, sodass die vielen, immer wieder untereinander auftretenden Missverständnisse, nicht nur greifbar, sondern auch urkomisch sind. Jedenfalls haben sie mir, zusammen mit den unendlichen Verstrickungen, überaus vergnügliche Lesemomente und so manchen Schmunzler beschert. Dadurch, dass es in der Story immer wieder zu Wendungen kommt, wird sie auch nicht langweilig, was ich bei den knapp 500 Seiten zunächst befürchtet hatte. Davon abgesehen sind sowohl die Haupt-, als auch die Nebendarsteller absolut brillant ausgearbeitet und dargestellt… von den schneidigen Ehefrauen, einmal ganz abgesehen. Allerdings hat mir, dafür dass es eine Krimikomödie sein sollte, ein wenig die Spannung gefehlt - es ist definitiv mehr Komödie als Krimi vorhanden.

Fazit: Wenn es für meinen Geschmack auch manchmal etwas „to much“ und zu verwirrend war, so hat es doch Spaß gemacht diesem irren Katz-und-Maus-Spiel, aus Plänen, Missverständnissen und Fehlschlägen zu folgen. Kein nachhaltiges Lesehighlight, aber sicher eine prima Sommerlektüre!

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Emotionaler Wegbereiter für ein tabuisiertes Thema!

Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben
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Lou Bihl greift in ihrem Roman „Nicht Tod zu sein, ist noch kein Leben“ sehr wichtige, aber immer noch tabuisierte Themen auf - selbstbestimmtes Sterben und Suizidassistenz. Sie erzählt die sowohl emotionale, ...

Lou Bihl greift in ihrem Roman „Nicht Tod zu sein, ist noch kein Leben“ sehr wichtige, aber immer noch tabuisierte Themen auf - selbstbestimmtes Sterben und Suizidassistenz. Sie erzählt die sowohl emotionale, als auch konfliktbelade Geschichte zweier Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite Marlene, die lebenshungrige Journalistin und auf der anderen Seite Helene, sie solide und leidenschaftliche Ärztin. Als Marlene schließlich an Krebs erkrankt, begeben sich die beiden Frauen auf eine letzte gemeinsame Reise, „bis zum letzten Atemzug“.

In der letzten Zeit war ich, aufgrund aktueller Anlässe, leider sehr häufig gezwungen, über das Sterben, den Tod und auch Suizidassistenz nachzudenken. Wichtige Themen, die uns zwar alle irgendwo und irgendwann betreffen, aber dennoch weitestgehend totgeschwiegen werden. Um so überraschter war ich, erstmalig in einem Roman darauf zu stoßen. Zumal die Autorin die Thematik von zwei Seiten beleuchtet und beschreibt, was ich sehr interessant finde. Auf der einen Seite haben wir die Erkrankte(n), auf der anderen Seite haben wir die Freundin, Ärztin und auch die Angehörigen. Besonders bemerkenswert ist dabei, die zwar berührende und emotionale, aber dennoch sachliche und leichte Herangehensweise. Trotz der „Schwere“ des Themas, liest sich der Roman zu keiner Zeit „erdrückend“, sondern mit einer außergewöhnlichen Leichtigkeit, wie ich finde.

Die Story ist realistisch und hervorragend recherchiert, die Protagonisten wirklich sehr gut beschrieben und ebenso herausgearbeitet - auch wenn sie für mich nicht unbedingt alle Sympathieträger waren. In ihre Anliegen, Emotionen und auch in die Konflikte konnte ich mich jedenfalls mit Leichtigkeit hineinfühlen und -denken. In Sachen Denken und Verstehen hat mir das Glossar am Ende des Buches auch sehr gut gefallen. Dort ließen sich nicht nur, in alphabetischer Reihenfolge, nochmal alle medizinischen Fachbegriffe nachlesen, sondern auch Quellenangaben und weiterführende Literatur. Schade fand ich, dass in der zweiten Hälfte des Buches, das eigentliche Thema der Suizidassistenz, ziemlich verloren gegangen ist und auch den Schluss empfand ich ein wenig zu „idealisiert“, wenn man in dem Zusammenhang überhaupt davon sprechen kann.

Fazit: Zunächst einmal empfinde ich größte Hochachtung für Lou Bihl, dass sie sich diesem umstrittenen Thema angenommen hat - darüber wird viel zu wenig geredet und geschrieben!

Alles in allem hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen! Dass ich mit der zweiten Buchhälfte ein Problem habe, bzw. mir der Schluss nicht so gefallen hat, ist reine Geschmacksache. Das Buch ist schlichtweg wohldurchdacht, hat mich emotional berührt, zum nachdenken gebracht, mir eine andere Sichtweise vor Augen gehalten und mir viel Neues - gerade in Sachen Rechtsprechung - vermittelt. Gerade bei Romanen schätze ich es sehr, wenn ich nach einem Buch klüger bin als vor einem Buch. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Zu hohe Erwartungen

Dunkle Sühne
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Mit „Dunkle Sühne“ startet Karin Slaughter ihre neue Thriller-Reihe „North Falls“, die in gleichnamiger, amerikanischer Kleinstadt spielt. Eigentlich ein idyllischer Ort in dem noch jeder jeden kennt, ...

Mit „Dunkle Sühne“ startet Karin Slaughter ihre neue Thriller-Reihe „North Falls“, die in gleichnamiger, amerikanischer Kleinstadt spielt. Eigentlich ein idyllischer Ort in dem noch jeder jeden kennt, doch dann verschwinden plötzlich zwei Mädchen und Deputy Emmy Clifton wird sowohl beruflich, wie auch privat auf eine harte Probe gestellt.

Als großer Fan der Will Trent Reihe und nachdem das Buch so gehypt wurde, musste ich es mir natürlich auch zulegen und bin nun doch etwas enttäuscht. Oder doch nicht? Irgendwie bin ich da noch sehr unentschlossen. Ich hatte auf jeden Fall höhere Erwartungen was die Spannung angeht, die bei mir nicht so recht aufkommen wollte. Der Anfang hat sich, gefühlt, unendlich gezogen, so dass ich die ersten, gut 300 Seiten, sogar recht langweilig fand, was sich dann in der zweiten Hälfte jedoch geändert hat. Es mag allerdings auch daran liegen, dass ich zunächst das Hörbuch gehört habe, welches auf mich sehr einschläfernd gewirkt und Emmy als absolute Tranfunzel rübergebracht hat, die. Ihr nicht wirklich sympathisch war. Als ich dann selbst gelesen habe wurde es jedenfalls besser.

Gut gefallen haben mir die, von Frau Slaughter ausgelegten, falschen Fährten und die vielen überraschenden Wendungen, mit denen ich größtenteils wirklich nicht gerechnet habe. Im Nachhinein betrachtet, hat mir auch die ganze umfangreiche Familiengeschichte rund um Emmy sehr gut gefallen. Die hat mich zum Schluss wirklich gefesselt und neugierig darauf gemacht, wie es mit Emmy denn nun weitergehen mag.

Fazit: Vielleicht waren die Erwartungen zu hoch oder das anfängliche hören des Hörbuchs ist schuld - ich weiß es nicht. Jedenfalls konnte mich der erste Band in Sachen Spannung nicht wirklich überzeugen und abholen, obwohl ich ihn auch nicht richtig schlecht fand! Und weil mich Emmys Entwicklung und Geschichte nun wirklich interessiert, werde ich dem zweiten Band auch auf jeden Fall eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 28.06.2026

Spannende Geschichte, mäßige Umsetzung

Wir waren Artisten
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Durch die Adern der schwedischen Autorin Evelyn Scala Schreiber fließt das Blut einer alten Zirkusfamilie, deren Geschichte so einzigartig ist, dass sie Stoff für eine ganze Trilogie liefert. Mit ihrem ...

Durch die Adern der schwedischen Autorin Evelyn Scala Schreiber fließt das Blut einer alten Zirkusfamilie, deren Geschichte so einzigartig ist, dass sie Stoff für eine ganze Trilogie liefert. Mit ihrem Debütroman „Wir waren Artisten - Das Mädchen“ legt sie nun den Grundstein zur gleichnamige Trilogie. Sie erzählt von der Stockholmerin Bertha Lindberg, einer jungen Frau aus gutem Hause, die sich für eine Liebe jenseits aller Konventionen entscheidet. Sie erzählt von Mut, Freiheit und einem harten, schicksalhaften Zirkusleben.

Ich mag Romane die authentisch nah dran sind, weil sie von eigenen Familiengeschichten inspiriert sind und auf wahre Begebenheiten beruhen. Um so faszinierender, wenn es sich dabei um eine alte Zirkusfamilie handelt - schließlich hat Zirkus seit Kindertagen immer so etwas geheimnisvolles und magisches an sich. Daher fand ich die Geschichte an sich auch überaus spannend, insbesondere der Blick hinter die historischen Kulissen der Zirkuswelt, mit all den Schwierigkeiten und Vorurteilen, hat mir sehr gut gefallen. Leider hatte ich mit den, gefühlt sehr unkoordinierten, Zeitsprüngen so meine Problemchen, da mir diese sehr unregelmäßig und willkürlich erschienen. Zudem empfand ich einen Großteil der Dialoge als reichlich plump, was bei mir dazu geführt hat, dass ich zu sämtlichen Protagonisten keinen richtigen Zugang finden und mich nur mäßig mit ihnen identifizieren konnte, leider.

Fazit: Ich hatte gehofft, dass mich das Buch mehr in seinen Bann ziehen und fesseln würde. Im Gegensatz zu den angehängten, wirklich beeindruckenden Originalfotos hat es das bis zum Schluss jedoch leider nicht vollends geschafft, ich konnte es sogar getrost eine ganze Woche beiseite legen. Nichts desto Trotz ist die Geschichte dahinter einzigartig und lohnt sich erzählt und auch gelesen zu werden!

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Veröffentlicht am 11.06.2026

Perfektes Geschenk

So jung brechen wir nicht mehr zusammen
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Mit „So jung brechen wir nicht mehr zusammen“ begegnet Kabarettistin Dagmar Schönleber dem Älterwerden mit einem schelmischen Augenzwinkern. In humorvollen Kurzgeschichten und mit lockeren Anekdoten berichtet ...

Mit „So jung brechen wir nicht mehr zusammen“ begegnet Kabarettistin Dagmar Schönleber dem Älterwerden mit einem schelmischen Augenzwinkern. In humorvollen Kurzgeschichten und mit lockeren Anekdoten berichtet sie von Begegnungen mit dem alltäglichen Wahnsinn in der zweiten Lebenshälfte.

Ich habe nicht das Buch gelesen, sondern das Hörbuch gehört, welches von der Autorin äußertet engagiert, aussagekräftig und ebenso lebendig eingesprochen wurde. Wenn für mich auch die Themen nicht sonderlich neu waren, so hat mich Dagmar Schönlebers flotte Art diese vorzutragen doch sehr gut unterhalten und mir den ein oder anderen herzhaften Schmunzler entlockt, denn in den Geschichten erkennt sich wirklich jede Frau früher oder später irgendwo wieder. Da ich in erster Linie unterwegs gehört habe und oft unterbrechen musste, haben mir die kurzen und auf den Punkt gebrachten Kapitel besonders gut gefallen.

Fazit: Auch wenn meiner Meinung nach nicht viel dabei war, was man nicht irgendwo schon irgendwann einmal gehört hat, so fand ich das Buch für zwischendurch doch sehr nett und unterhaltsam. Darüber hinaus kann ich es mir richtig gut als heiteres kleines Geschenk zum Geburtstag vorstellen!

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