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Veröffentlicht am 11.06.2025

Nachtleben in Soho

Nacht über Soho
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Die Autorin Kate Atkinson schreibt eine spannende und sehr interessante Geschichte, die sich in London beinahe so abgespielt hat. Es gibt reale Vorlagen, aber es sind auch erfundene Figuren im Spiel.

Nellie ...

Die Autorin Kate Atkinson schreibt eine spannende und sehr interessante Geschichte, die sich in London beinahe so abgespielt hat. Es gibt reale Vorlagen, aber es sind auch erfundene Figuren im Spiel.

Nellie Coker ist die Herrscherin über einige Nachtclubs in Soho. Sie und ihre 6 Kinder, die je ein Etablissement führen, haben natürlich auch Neider und Feinde. Von Königen abwärts vergnügt sich dort jeder, der es sich leisten kann.

Das ist ist die eine Seite.

Auf der anderen Seite steht die Polizei - zumindest der Teil, der nicht korrupt ist und für Nellie arbeitet.

Die Autorin lässt es langsam angehen und das ist gut so, denn man muss sich vorstellen, wie ihre Kinder, die erwachsen und selbständig sind, über das Geschäft denken und was sie fühlen. Da kommt schon allerhand zu Tage.

Zwei Mädchen aus York, die unbedingt berühmt werden wollen und von zu Hause verschwinden, streifen am Rand die Geschichte, gesucht von der Freundin der Schwester eines der Mädchen. Die geht zur Polizei und trifft dort auf Chief Inspector Frobisher, der von Scotland Yard geschickt worden war, um korrupte Polizisten aus dem Verkehr zu ziehen.

Mit großem Einfühlungsvermögen und sehr guter Beobachtungsgabe lässt Atkinson ihre Leserschaft am Geschehen teilhaben. Ihre Beschreibung sämtlicher Charaktere gibt einem das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Man leidet und lacht einfach mit und findet sich plötzlich im London 1926..

Das Cover mit den Säulen des Einganges einer der Clubs ist ein echter Hingucker.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Die Anwälte

Aus Angst
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Jörg Kirchner, der Autor dieses Buches, weiß ganz genau, worüber er schreibt, denn er war selbst in dieser Branche tätig.

Und zum Glück hatte er keine Angst davor, solche Romane ( dies ist Nr.2 ) zu schreiben.

Ich ...

Jörg Kirchner, der Autor dieses Buches, weiß ganz genau, worüber er schreibt, denn er war selbst in dieser Branche tätig.

Und zum Glück hatte er keine Angst davor, solche Romane ( dies ist Nr.2 ) zu schreiben.

Ich nehme nicht an und hoffe sehr, dass es nicht immer so zugeht, wie im Roman, aber das Leben ist auch nicht immer ein Krimi.

Kirchner beschreibt, wie in einer fiktiven Kanzlei mit Kunden und Personal umgegangen wird, wie gnadenlos der Kampf um ein Mandat ist, besonders, wenn der Anwalt nicht mehr jung ist. Ebenso erfährt man beim Lesen dieses Wirtschaftskrimis, wie Firmen ihre Gelder anlegen, was privat so nebenbei passiert und was man mit neugierigen Anwälten macht.

Man schürt die Angst.

Wenn man erst einmal weiß, wovor der oder die Betreffende Angst hat, ist es ein Kinderspiel, diese Angst ins Unermessliche zu steigern, indem man in kleinen Dosen dem Betroffenen seine Angst real werden lässt.

Ein total perfides Spiel, dem sich schon so mancher durch Aufgabe ( im besten Fall) oder durch Selbstmord ( im schlimmsten Fall ) entzogen hat.

Und dann stehen alle am Grab und sind traurig.....

Dass Angst ein starker Motivator ist, kann man in einschlägigen Medien nachlesen, was man daraus machen kann, dazu braucht es eine Dosis kriminelle Energie, eine Prise Unverantwortlichkeit, eine Portion Gier ( nach allem Möglichen) und vor allem die Bereitschaft, Menschen zu manipulieren.

Davon und noch von vielem mehr hat Kirchner in seinem Krimi geschrieben und eine eigentlich ist es traurige Geschichte, in der die Angst immer wieder um die Ecke lugt, von Firmen, die es eigentlich nicht nötig hätten, die aber trotzdem zu kriminellen Handlunge neigen, von Firmenkonstrukten, die kein normaler Mensch durchschauen und entwirren kann, und besonders von den Menschen, die von der Angst vor Verlust ihres Images, von Verlust ihrer Reputation, vor Verlust von Hab und Gut und besonders vom Verlust ihrer Familie zu Handlungen getrieben werden, die kaum nachvollziehbar sind.

Das alles kann man im Krimi, den man kaum aus der Hand legen will, lesen. Und dann darüber nachdenken......

Auch das Cover ist gut gewählt, ein Manager, Anwalt, Banker samt Koffer zwischen den Prachtbauten der Kunden, Mandanten, Anlegern..

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Der elfte Fall für Pierre Durant

Provenzalisches Licht
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In ihrem elften Buch, in dem natürlich Pierre Durant wieder im Einsatz ist, hat die Autorin Sophie Bonnet alles eingepackt, was so einen Krimi für die Leser zum Leckerbissen macht.

Die malerische, wunderschöne ...

In ihrem elften Buch, in dem natürlich Pierre Durant wieder im Einsatz ist, hat die Autorin Sophie Bonnet alles eingepackt, was so einen Krimi für die Leser zum Leckerbissen macht.

Die malerische, wunderschöne Landschaft der Provence, pittoreske Dörfchen ( die es zwar nicht gibt, aber geben könnte), Farben, von denen man träumen kann, eine Küche, der man kaum widerstehen kann, Mode, die Frankreich gepachtet zu haben scheint, Düfte, die man sich gut vorstellen kann, und einen Fall, der das alles umfasst.

Der Modedesigner Cyril Fontanel wird bedroht, eine Modenschau muß in ein anderes Dorf verlegt werden, es gibt eine Tote und ein Blogger macht sich verdächtig. Das ist aber noch nicht alles, vor vielen Jahren ist genau in dem Ort, wo nun die Show geplant ist, die Mäzenin und Inhaberin einer Stoffdruckerei, Zaza, die die sogenannten Indiennes herstellte, durch den Sturz über eine Treppe zu Tode gekommen.

Nachdem nun in der mittlerweile stillgelegten Fabrikshalle wieder eine Frau tot aufgefunden wird, die ebenfalls in einem Arbeitsverhältnis zu Zaza stand, wird der Fall wieder aufgerollt und da kommt einiges zu Tage, das man zuvor nicht beachtet hatte.

Pierre hat ausserdem das Problem, dass sein Vater aus Paris nach Sainte Valerie übersiedeln möchte, was ihm so gar nicht in den Kram passt, plant er doch, mit seiner Frau Charlotte ein Kind zu haben.

Und so hat Pierre alle Hände voll zu tun, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist doch Eile angesagt, denn die Modenschau rückt näher und näher.....

Ein wie gemalt wirkendes Bild ziert das Cover und macht Lust auf Bonnets neuen Krimi aus der Provence.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Die Suche nach der Liebe

Eine Welt nur für uns
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Die Autorin Claire Deya hat in ihrem Roman eine zum Glück vergangene Zeit aufgeblättert.

Die Zeit zum Ende des zweiten Weltkrieges.
Der Roman hat mehrere Protagonisten, der erste ist für mich ...

Die Autorin Claire Deya hat in ihrem Roman eine zum Glück vergangene Zeit aufgeblättert.

Die Zeit zum Ende des zweiten Weltkrieges.
Der Roman hat mehrere Protagonisten, der erste ist für mich Vincent, er lebt nach seiner Flucht aus einem deutschen Kriegsgefangenenlager unter falschem Namen und meldet sich bei einem Minenräumkommando im Süden Frankreichs.
Eigentlich ist er auf der Suche nach seiner großen Liebe Ariane, aber er weiß weder, wo sie sich aufhält, noch, ob sie überhaupt noch lebt.
Er fragt bei ihren Eltern, bei ehemaligen Freunden, aber niemand weiß etwas Konkretes.

Es gibt auch den Minenentschärfer und Chef der Truppe, Fabien, dem er sich aber nicht anvertraut, weil er Angst hat. Auch Fabien trägt Geister seiner Vergangenheit mit sich herum, auch er schweigt.

Weiters sind da einige deutsche Kriegsgefangene, die aus dem Lager abgestellt sind, um ebenfalls so schnell wie möglich die Minen aufzuspüren.
Lukas, der aus dem Lager fliehen will, es aber alleine nicht schafft, also sucht er nach Verbündeten.

Nach einer fürchterlichen Explosion entsteht zwischen den beiden Gruppen so etwas wie eine Gemeinschaft und sie beginnen, miteinander zu reden.
Vincent erhofft sich Neues über Ariane davon, aber es geht nur langsam.

Und da ist auch noch Saskia, die als einzige ihrer Familie das Lager überlebt hat und nun das Haus ihrer Eltern wieder beziehen will, aber da sind Fremde, die sie wegschicken. Auch sie hat es sehr schwer.

Die Autorin hat es geschafft, die Lebenswege aller dieser Personen auf die eine oder andere Weise miteinander zu verknüpfen und das ist sehr spannend zu lesen, da natürlich alles ganz anders kommt, als man es als Leser erwartet.

Ein schönes Cover rundet das Leseerlebnis ab.


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Veröffentlicht am 01.06.2025

Win - Win

Hope
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Als ich das Buch gesehen habe, dachte ich, ich würde die Geschichte eines Hundes kennenlernen. Nachdem ich das Buch dann in Händen hatte, wurde ich eines Besseren belehrt. Aber auch wieder völlig anders, ...

Als ich das Buch gesehen habe, dachte ich, ich würde die Geschichte eines Hundes kennenlernen. Nachdem ich das Buch dann in Händen hatte, wurde ich eines Besseren belehrt. Aber auch wieder völlig anders, als angenommen.

Das Buch beschreibt eindringlich und keinesfalls übertrieben, was eine Sucht an einem Menschen anrichten kann.

Was dann aber kommt, ist wirklich faszinierend. Der Autor des Buches, Niall Harbison schreibt ohne Beschönigung, wie er sich beinahe zu Tode soff, beziehungsweise wie er auch Drogennahm, aber seine Hauptsucht war der Alkohol. Und, er beschreibt auch, wie er mit Hilfe einer Entzugstherapie und ganz viel eigener Kraft da herauskam.

Besonders haben ihm aber Hunde geholfen, denn er hat sich nach dem Entzug entschlossen, den Streunerhunden auf der Insel Koh Samui zu helfen. Zuerst nur mit Futter, dann kamen auch Helfer dazu und schließlich auch Spenden über seinen Internet-Auftritt.

So wurden Hunderte von Hunden kastriert und Hündinnen sterilisiert und Welpen an Familien und Freunde vermittelt.

Eine Win-Win-Situation wie aus dem Bilderbuch.

Der Hund Hope hat es auf die Titelseite geschafft, seine Geschichte ist äußerst berührend und wird keinen kalt lassen.

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