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Veröffentlicht am 05.06.2025

Trauma anstatt Erholung

Am Meer ist es schön
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In ihrem neuen Roman “Am Meer ist es schön” erzählt die Autorin Barbara Leciejewskis die berührende Geschichte von Susanne, die als Kind zur Kur in ein Kinderkurheim nach St. Peter-Ording verschickt wird ...

In ihrem neuen Roman “Am Meer ist es schön” erzählt die Autorin Barbara Leciejewskis die berührende Geschichte von Susanne, die als Kind zur Kur in ein Kinderkurheim nach St. Peter-Ording verschickt wird – ein Aufenthalt, der ihr Leben nachhaltig prägt.

Kurz vor der Einschulung wird Susanne vom Amtsarzt untersucht, der sie zu schmächtig findet und sie nach zwei Jahren noch einmal ansehen will. Die lispelnde und immer noch schmächtige Susanne, wird kurz entschlossen vom Amtsarzt zur Kur geschickt, denn schließlich übernimmt die Krankenkasse ja die Kosten. Sechs Wochen an der Nordsee zur Kinderkur, soll für Susanne zur schönsten Zeit ihres Lebens werden, das erhoffen und versprechen ihre Eltern. Die achtjährige Susanne landet im Jahr 1969 schließlich im Haus "Morgentau" in Sankt Peter-Ording an der Nordsee und der Alptraum ihres Lebens nimmt seinen Lauf.

Im Haus „Morgentau“ werden als erstes die Koffer der Kinder verwahrt und als Susanne selbst noch ihre Puppe abgeben muss, ahnt sie langsam, dass sie alle den „Tanten“ ausgeliefert sind. Wer den Teller nicht leer isst, die Regeln bricht oder sich anderweitig aufsässig zeigt, wird von den „Tanten“ hart bestraft. Kein Hilferuf dringt zu den Eltern durch, denn die Briefe der Kinder werden kontrolliert und müssen so lange nachgebessert werden, bis die „Tanten“ zufrieden sind. Es galt die Devise, den Willen der Kinder zu brechen und sich gehorsam unterzuordnen. Nur allein der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung unter den Kindern, hilft ihnen diese schrecklichen Grausamkeiten zu ertragen.

Als im Jahr 2018 Susannes dementkranke Mutter Luise im Sterben liegt und sich in einem wachen Moment bei ihr entschuldigt, ist ihr sorfort klar, dass ihre Mutter ihr endlich glaubt, was damals in „Morgentau“ passiert ist. Susanne beschließt, sich endlich dem Trauma ihrer Kindheit zu stellen, denn da gab es noch diesen einen Vorfall, der sie die ganzen vergangenen Jahrzehnte in ihren Alpträumen verfolgt hat …

Geschickt erzählt die Autorin auf zwei Zeitebenen Susannes Geschichte und verknüpft zum Ende, welche Ereignisse Jahrzehntelang hinter dem Trauma gelauert haben.

Fazit:
Ein wunderschönes Cover und ein toller Titel, hinter denen aber letztendlich traurige Kinderschicksale stecken, die die Autorin berührend erzählt hat. Für mich war dieses Thema „Leid der Verschickungskinder“ bisher weitgehend unbekannt und konnte mich mit dieser Geschichte, zur eigenen Recherche, aufrütteln.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Sehnsuchtsort Wien

Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
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Die Autorin Beate Maly erzählt in ihrem ersten Band einer Dilogie „Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung“, die Geschichte einer mutigen jungen Frau, angelehnt an die Lebensgeschichte der realen Stella ...

Die Autorin Beate Maly erzählt in ihrem ersten Band einer Dilogie „Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung“, die Geschichte einer mutigen jungen Frau, angelehnt an die Lebensgeschichte der realen Stella Klein-Löw (1904-1986), die im Wien der Nachkriegszeit für ein besseres Morgen kämpft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hält die jüdische Lehrerin Stella nichts mehr auf, in ihre zerstörte Heimat Wien zurückzukehren. In London versuchen ihre Freunde sie noch zu überreden zu bleiben, doch wie soll Stella ihnen ihre Sehnsucht nach ihrem geliebten Wien, erklären! Sie hat einfach nur Heimweh …

Wien 1946: Stella ist erschüttert, nach ihrer 8jährigen Flucht aus London, in ihre zerstörte Heimat Wien, zu kommen und zu sehen. Der einzige Lichtblick zwischen den Trümmern, ist ihre Freundin Feli, die sie vom Bahnhof abholt und bei der Stella wohnen wird. Zum Glück findet Stella schnell eine Anstellung am Lindengymnasium, doch mit ihrer fortschrittlichen Art zu unterrichten eckt sie bei ihren Kollegen und den Eltern der Kinder, an. So manche Hürde gilt es für Stella zu bewältigen. Besonders das Wohl der Kinder liegt ihr am Herzen, denn es fehlt an allem was Kinder so brauchen, Essen, Kleidung, Zuwendung und Liebe. Schnell schließen ihre Schüler sie in ihr Herz, denn Stella versteht es auch, die Kinder vor den strengen Maßregelungen ihrer Kollegen zu verteidigen und oft zu schützen.

Zwischendurch wird Stella immer wieder von ihren eigenen Erinnerungen eingeholt und vergießt so manche Tränen, doch als ihr ein Mann begegnet, der neue Hoffnung in ihr weckt, muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen. Wird sie den Mut für eine neue Liebe finden …

Wie wird es in der Fortsetzung für Stella, weitergehen?

Fazit:
Von der Autorin habe ich schon einige Bücher gelesen und finde ihr Talent, historische Fakten mit fiktiven oder realen Handlungen auf eine leichte Art zu vermitteln, ausgesprochen angenehm aber in dieser Geschichte fehlte mir auf beiden Seiten etwas mehr Tiefe. Ansonsten ist die Geschichte flüssig erzählt und lässt die Seiten nur so dahinfliegen.
Von mir 4 Sterne

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Zurück ins Leben

Von hier aus weiter
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Als ich den Titel „Von hier aus weiter" von Susann Pastor und die Inhaltsangabe gelesen hatte, habe ich mich auf eine traurige Geschichte eingestellt, doch trotz des ernsten Themas lauert zwischen den ...

Als ich den Titel „Von hier aus weiter" von Susann Pastor und die Inhaltsangabe gelesen hatte, habe ich mich auf eine traurige Geschichte eingestellt, doch trotz des ernsten Themas lauert zwischen den Zeilen immer wieder ein skurriler Humor, der einem zum Schmunzeln oder Lachen bringt.

Nach dreißig Jahren Ehe ist Marlene plötzlich Witwe, doch statt zu trauern, ist sie vor allem wütend. Die Mitglieder ihrer angeheirateten Großfamilie wundern sich über ihr Verhalten, aber Marlene lässt niemanden an sich heran. Ihr schwer krebskranker Mann Rolf hat Suizid begangen, denn er wollte in Würde sterben, sich nicht der Pflegebedürftigkeit und der Schmerzen unterwerfen. Für Marlene war das soweit in Ordnung, nur nicht, dass Rolf sie hintergangen hat, denn gemeinsam wollten sie aus dem Leben scheiden.

Wütend auf sich und die ganze Welt sitzt Marlene in ihrem Haus, lässt sich gehen und überlegt, auf welchem Weg sie Rolf folgen soll. Die resolute junge Ärztin Ida Polanski, die Rolfs Arztpraxis übernommen hatte, versucht Marlene aus der Reserve zu locken, doch vergebens. Selbst Rolfs Söhne, die ihr immer wieder Unterstützung und Kontakte anbieten, lehnt sie ab. Erst der schwache Wasserstrahl beim Duschen bringt sie dazu, endlich einen Klemptner anzurufen und dann öffnet sich die Tür …

Hereinspaziert kommt Jack, ein ehemaliger Schüler von ihr aus der Grundschule und schon hat Marlene, ein vertrautes Gesicht vor Augen. Jack, der selbst mit Problemen zu kämpfen hat, wird von Marlene kurzerhand im Gästezimmer untergebracht. Schnell stellt sich heraus, dass Jack nicht nur ein begnadeter Koch ist sondern er es hervorragend versteht, Marlene auch die richtigen Fragen zu stellen. Zwischen Marlene und Jack entsteht bald eine ungewöhnliche und fürsorgliche Freundschaft.

Marlene reist nach Wien um bei ihrer ehemaligen Freundin Wally, einen hinterlegten Brief von Rolf, abzuholen. Sie erwartet in den Zeilen eine Erklärung von Rolf zu finden, warum sie überlebt hat, doch es kommt anders als erwartet …

Marlenes Geschichte endet mit einer veränderten Lebenseinstellung, das macht Hoffnung und zeigt, dass Trauerbewältigung immer seine Zeit braucht, sowie Menschen, die einem hilfreich zur Seite stehen.

Fazit:
„Von hier aus weiter“ ist keine Geschichte, die auf die Tränendrüse drückt, ganz im Gegenteil. Es gibt viele humorvolle und skurrile Situationen, die mich zum Schmunzeln und Lachen gebracht haben aber durchaus zum Nachdenken anregen.
Auch wenn ich eine etwas andere Vorstellung von der Geschichte hatte, hat sie mir sehr gut gefallen.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 11.05.2025

Das Wahrzeichen von London

Die Brücke von London
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Während eines Englandbesuchs stieß der Autor (Pseudonym) Julius Arth auf ein Bild der alten London Bridge und war fasziniert von der dargestellten Stadt auf der Brücke. Seine Liebe für die englische Literatur ...

Während eines Englandbesuchs stieß der Autor (Pseudonym) Julius Arth auf ein Bild der alten London Bridge und war fasziniert von der dargestellten Stadt auf der Brücke. Seine Liebe für die englische Literatur des 18. Jahrhunderts inspiriten ihn zusätzlich zu seinem neuen Roman „Die Brücke von London".

London 1749: Die London Bridge ist die längste bewohnte Brücke auf der die besten Händler der Stadt ihre Waren anbieten. Die frisch verwitwete Tuchhändlerin Juliana Hamley muss mit allen Mitteln um ihren Tuchladen mitten auf der London Bridge kämpfen. Die Geschäfte gehen schlecht, sie ist hoch verschuldet, und der Bau einer zweiten Brücke über die Themse bedroht die Existenz aller eingesessenen Geschäfte. In ihrer Not steigt sie ins Schmuggelgeschäft ein, tatkräftig unterstützt von dem gewieften Straßenjungen Alder und dem neuen Gehilfen des Brückenmeisters. Oliver Morris zieht es immer mehr in Julianas Nähe und sie kann ihn sich gut an ihrer Seite vorstellen, wären da nicht die Gefahren, die überall auf sie lauern!

London 1202: Im zweiten Handlungsstrang dreht es sich um den Bau der Brücke und wird aus der Perspektive von Estrid erzählt, deren Schwester Sibilla als Kräuterkundige in einer Hütte im Wald leben muss, weil sie dem alten Glauben anhängt. Bei einem Besuch in der Hütte, warnt Sibilla ihre Schwester Estrid vor einem Unglück am nächsten Tag und bittet sie inständig, ihren Mann Stephen, nicht aus dem Haus gehen zu lassen. Und dann passiert am nächsten Tag ein Unglück! Schnell wird klar wer Stephan, von seiner Arbeit und weshalb, abgehalten hat. Der verantwortliche Geistliche Peter de Colechurch und dem Baumeister Gilbert sind Sibillas Prophezeiungen ein Dorn im Auge, und als Stephen sich auch noch gegen sie stellt, gerät sie in Gefahr, als Hexe angeklagt zu werden. Kann Estrid ihre Schwester retten?

Der Zusammenhang zwischen den beiden Zeitebenen sind auf überraschender Weise erst zum Ende deutlich und lassen keine Fragen offen..

Fazit:
Die Geschichte hat mich tief in die historischen Epochen eintauchen lassen. Besonders interessant fand ich die historischen Fakten, die bildhaft dargestellt sind, während die fiktiven Charaktere und deren Handlungen, mich nicht ganz so überzeugen konnten.
Von mir 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Der Vergangenheit ins Auge sehen

Die Schanze
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„Ein nächtliches Dorf, nur die beleuchtete Skischanze ragt empor. Mit einem elektrischen Viehtreiber wird ein Mann zur Schanze getrieben. Am höchsten Punkt stößt ihn sein Peiniger hinab – ein Seil um den ...

„Ein nächtliches Dorf, nur die beleuchtete Skischanze ragt empor. Mit einem elektrischen Viehtreiber wird ein Mann zur Schanze getrieben. Am höchsten Punkt stößt ihn sein Peiniger hinab – ein Seil um den Hals.“

Nach der Trennung von Christoph bricht die junge Ärztin Ellen Roth ihre Zelte in Hamburg ab und kehrt zurück in ihre alte Heimat am Rande der Alpen, die sie vor Jahren verlassen hat. Ihre Schwester hat sie dazu überredet um die alte Arztpraxis von Dr. Schwarz zu übernehmen. Bei ihrer Ankunft ist Ellen sofort klar, wie heruntergekommen die Arztpraxis und das ganze Haus, samt Inventar sind. Hat sich Dr. Schwarz deshalb vor einer Übergabe wie geplant und abgesprochen, entzogen? Um einen klaren Gedanken zu finden, muss Ellen erst mal eine Runde joggen gehen und trifft auf zwei Männer, die ihr wie selbstverständlich, ein Fernglas reichen. Als Ellen den Toten an der Schanze hängen sieht, erstarrt sie in Panik. Sie kennt das Opfer. Der grausame Fund reißt ihre alten Wunden aus der Vergangenheit wieder auf. Ist es Zufall, dass der Mord ausgerechnet jetzt geschieht?

Aus unterschiedlichen Perspektiven kommen immer mehr Details und Wahrheiten über die verschwiegene Dorfgemeinschaft ans Tageslicht, denn irgendwie scheint jeder eine Verbindung zu dem zu haben, was Ellen vor vielen Jahren hier passiert ist. Hier vor Ort scheint die Vergangenheit für Ellen gegenwärtig zu sein und legt ihre alten Wunden offen. Dann passiert ein zweiter Mord und wieder könnte der Verdacht auf Ellen fallen, doch wer steckt dahinter? Ellen beschließt zu kämpfen, denn noch einmal, lässt sie sich nicht vertreiben!

Der Autor zeichnet seine Charaktere vielschichtig und undurchsichtig, so dass gleichzeitig mehrere Dorfbewohner, verdächtig sein könnten.
Wie ein Puzzle wird die Vergangenheit, Stück für Stück aufgerollt und erst zum Ende, wird Ellen tief in ihren Erinnerung die bittere Wahrheit erkennen ...

Fazit:
Der Autor hat in einer klaren Sprache, einen leicht angehauchten Thriller mit einigen überraschenden Wendungen erzählt, der durch seinen ständigen Perspektivwechsel sehr angenehm zu lesen ist.
Von mir 4 von 5 Sternen!

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