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Veröffentlicht am 24.06.2025

Mehr Roman als Krimi

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Ein Luxusauto kommt von der Straße ab und fängt Feuer, der Fahrer verbrennt. Kurze Zeit später brennt ein Wohnhaus, ein weiterer Brandanschlag folgt. Oberkommissarin Alexa Jahn und ihr österreichischer ...

Ein Luxusauto kommt von der Straße ab und fängt Feuer, der Fahrer verbrennt. Kurze Zeit später brennt ein Wohnhaus, ein weiterer Brandanschlag folgt. Oberkommissarin Alexa Jahn und ihr österreichischer Kollege, Chefinspektor Bernhard Krammer, finden durch Zufall Parallelen, jedoch nichts konkretes, was auf einen Zusammenhang hindeuten würde. Die Zeit läuft ihnen davon, als ein anonymes Schreiben weitere Anschläge ankündigt.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den fünften Teil der Reihe mit Alexa Jahn und Bernhard Krammer, die grenzübergreifend ermitteln, woraus sich der Titel der Buchserie ergibt. Zumindest dieser Band kann nicht unabhängig von den vorherigen Büchern gelesen werden, denn die vielen Andeutungen und Hinweise besonders auf den vierten Teil nehmen viel Raum ein. Auch die Beziehung zwischen den Hauptpersonen, aber auch die zu den Nebenfiguren, erklärt sich erst, wenn man die Serie chronologisch liest.

Dem vielversprechenden Beginn des Buches folgte bei mir ganz schnell die Ernüchterung, denn so richtig losgehen wollte die Geschichte nicht. Seitenweise ging es um den vorherigen Fall und die damit zusammenhängenden Einzelheiten, erst nach über achtzig Seiten kehrten wir zu den aktuellen Geschehnissen zurück. Leider war meine Freude nur von kurzer Dauer, denn nun ging es um Beziehungen der Personen zueinander oder solchen zu Dritten; Gefühle, Befindlichkeiten und Mutmaßungen gaben sich die Hand und ich mir fast die Kugel. So hatte ich mir den Krimi nicht vorgestellt.

Im letzten Drittel kam doch noch Bewegung in die Sache und es wurde ermittelt. Meine Laune war da bedauerlicherweise bereits im Keller, so richtig wichtig war mir der Ausgang nun eher nicht. Ja, es wurde dramatisch, und nein, eine große Überraschung war die Auflösung nicht. Im nächsten Teil wünsche ich mir mehr Krimi und weniger Roman, und auch die viele Gefühlsduselei brauche ich persönlich nicht, zumindest nicht in diesem hohen Maße wie hier. Für Fans der Reihe ein Muss, für Neueinsteiger leider eher nichts.

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Veröffentlicht am 06.06.2025

Schwache Fortsetzung

Die gute Tat
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Die Leiche einer Frau wird aus der Elbe geborgen, es handelt sich nicht um einen natürlichen Todesfall. Die Ermittlungen zeigen, dass es weitere vermisste Personen gibt, die eines gemeinsam haben: sie ...

Die Leiche einer Frau wird aus der Elbe geborgen, es handelt sich nicht um einen natürlichen Todesfall. Die Ermittlungen zeigen, dass es weitere vermisste Personen gibt, die eines gemeinsam haben: sie engagieren sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Bald taucht eine weitere Tote auf, die Polizei ermittelt fieberhaft, da gesteht ein Mann im Beichtstuhl einer Kirche die Morde und kündigt weitere an.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich bereits um den vierten Teil der Reihe mit Franka Erdmann und Alpay Eloğlu. Der erste Band mit dem Titel »Das Profil« erschien im Oktober 2022 und seitdem versorgt uns Hubertus Borck regelmäßig mit weiteren Büchern rund um das nicht nur altersbedingt unterschiedliche Ermittlerduo. Alle Thriller können unabhängig voneinander gelesen werden, weil das Privatleben der Polizisten zwar durchaus eine Rolle spielt, allerdings eine eher untergeordnete. Die Fälle selbst sind in sich abgeschlossen.

Das Buch ließ sich sehr gut lesen, der Schreibstil war nicht fordernd, die Perspektivwechsel toll. Obwohl ich das Thema eigentlich interessant fand, bekam ich diesmal trotzdem kaum Zugang zum Buch, denn vielleicht habe ich über die Thematik, die sich irgendwann entfaltete, viel zu oft gelesen, um überrascht und gefesselt zu sein. Stellenweise empfand ich das Tempo zu langsam, um einem Thriller gerecht zu werden, das war dann eher ein Spannungsroman. Die Auflösung war schlüssig und das Ende lässt offen, ob es eine Fortsetzung geben wird. Freuen würde ich mich schon sehr, wenn es weitergeht, auch wenn ich hier eher zufrieden bin, als begeistert zu sein.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Tränen einer Mutter

American Mother
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Diane Foley bekommt 2021 die Möglichkeit, im Gefängnis dem Briten Alexanda Kotey gegenüber zu sitzen, um mit ihm zu sprechen. Kotey hat sich des Kidnappings, der Folter und der Ermordung ihres Sohnes, ...

Diane Foley bekommt 2021 die Möglichkeit, im Gefängnis dem Briten Alexanda Kotey gegenüber zu sitzen, um mit ihm zu sprechen. Kotey hat sich des Kidnappings, der Folter und der Ermordung ihres Sohnes, des durch den IS enthaupteten US-Journalisten James Foley, schuldig bekannt. Der Bestsellerautor Colum McCann schrieb dieses Buch zusammen mit Diane Foley und erinnert darin vordergründig an ihren Sohn, der sich der Wahrheit verschrieben hatte und bei der Ausübung seines Berufes getötet worden ist.

»Ihre Gefühle ihm gegenüber haben nichts mit Hass zu tun. Auch nicht mit Wut. Oder Mitleid. Sie hat noch keine Worte dafür gefunden.« (Seite 31)

Bedauerlicherweise fand ich keinen Zugang zum Buch, obwohl es stellenweise sehr bewegend und schwer zu ertragen war, besonders als die Umstände des Todes beschrieben wurden. Colum McCann gibt Diane Foley als Ich-Erzählerin freie Hand und lässt sie das Tempo bestimmen, was gerade zu Beginn dazu führte, dass ich fast ungeduldig darauf wartete, dass es endlich losgeht. Die Gefühle einer Mutter sind nach einer solch grausamen Tat kaum nachzuvollziehen und vor ihrem Mut, den Gefangenen zu treffen, ziehe ich meinen Hut, obgleich ich nicht finde, dass dieser Besuch, der mehrere Stunden an zwei Tagen umfasste, zufriedenstellend war. Aber beurteilen kann ich es nicht, dies steht mir auch nicht zu. Macht euch am besten selbst ein eigenes Bild.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Nachrichten aus dem Jenseits

Die Glückslieferanten
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Die Himmelsboten überbringen den Menschen Pakete, versandt von Personen, die zum Zeitpunkt der Lieferung bereits verstorben sind. Diese Sendungen enthalten Botschaften an die Hinterbliebenen, die ihnen ...

Die Himmelsboten überbringen den Menschen Pakete, versandt von Personen, die zum Zeitpunkt der Lieferung bereits verstorben sind. Diese Sendungen enthalten Botschaften an die Hinterbliebenen, die ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern sollen, sowie Hinweise, die ihnen verhelfen zum Weg ins Glück.

Letztes Jahr konnte mich der Roman der Autorin mit dem Titel »Die Erinnerungsfotografen« restlos begeistern, umso größer also meine Freude auf das vorliegende Buch mit dem wunderbaren Titel »Die Glückslieferanten“, das eine ebenso schöne Leseerfahrung versprach. Zuerst zu den positiven Punkten: Das Cover und der Farbschnitt sind wunderschön sowie unlimitiert, was ich großartig finde. Zusätzlich passt das Buch perfekt zum Vorgänger, zusammen ergeben diese ein perfektes Paar. Aber - und natürlich folgt nun das Aber - der Inhalt schaffte es leider nicht, mich auch nur annähernd so zu begeistern, wie es das vorherige Werk geschafft hat. Ich empfand die Geschichten seicht und flach, also ohne nennenswerte Tiefe; eher nah an den Sprüchen in Glückskeksen, was die Aussagen betraf. Die Charaktere blieben blass, dazu verwechselte ich permanent die Personen, weil die Namen, Nachnamen sowie die in Japan üblichen Zusätze mich ständig verwirrten. Bedauerlicherweise passte es diesmal nicht zwischen Buch und mir, was sich mit dem nächsten Werk der Autorin hoffentlich wieder ändert. Wer eine leichte Unterhaltung sucht, die mit Weisheiten garniert ist, der wird hier sicherlich fündig. Ich wünsche eine schöne Lesezeit.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Kommt leider nicht an „Das Leuchten der Rentiere“ dran

Die Zeit im Sommerlicht
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In den 1950er Jahren in Schweden muss die erst siebenjährige Sámi Else-Maj ihr Zuhause sowie Familie und Freunde verlassen und wird in ein Nomadeninternat geschickt. Dort wird sie mit anderen Kindern von ...

In den 1950er Jahren in Schweden muss die erst siebenjährige Sámi Else-Maj ihr Zuhause sowie Familie und Freunde verlassen und wird in ein Nomadeninternat geschickt. Dort wird sie mit anderen Kindern von Rentierhirten unterrichtet, bekommt einen schwedischen Vornamen und darf ihre Muttersprache nicht mehr sprechen. Die furchteinflössende Hausmutter Rita Olsson führt das Internat mit eisernen Hand, Verfehlungen oder andere Ungehorsamkeiten werden strengstens bestraft. Einzig die Erzieherin Anna versucht, die Kinder zu beschützen, verschwindet jedoch eines Tages spurlos. Dreißig Jahre später taucht Anna wieder auf, bringt die Leben ihrer früheren Schützlinge durcheinander, aber auch die Chance auf Heilung der Wunden mit.

Bereits im Jahr 1909 hatte Bischof Olof Bergkvist die Idee zu einer »Lappenschule«, die dazu gegründet wurde, um die samischen Rentierhalter an die schwedische Leitkultur anzupassen. Diese grausame Vorgehensweise wurde fast fünf Jahrzehnte lang praktiziert, Kinder im Alter von sieben Jahren ihren Eltern förmlich entrissen, ihrer Muttersprache beraubt und zur Umerziehung gezwungen. Lange Zeit haben die betroffenen Familien geschwiegen, sich oft geschämt, geschuldet dem Stolz, kein Opfer gewesen zu sein. Die Mutter der Autorin war selbst auf einer Nomadenschule gewesen, dies nahm Ann-Helén Laestadius zum Anlass, darüber ihr zweites Buch für Erwachsene zu schreiben. Vieles habe sie eigener Aussage nach jedoch ausgelassen, weil manche Vorkommnisse schlicht und ergreifend zu grausam gewesen seien, um diese aufzunehmen.

Mehrere Perspektiven bemüht die Autorin, springt zwischen den Zeiten zusätzlich hin und her. Dabei sind die Erlebnisse der Kinder gleich, das Ergebnis jedoch unterschiedlich. Da wäre Marge, die sich ein Kind wünscht, und als das adoptierte Kind endlich da ist, nicht in der Lage ist, sich vernünftig um das kleine Mädchen zu kümmern. Oder Jon-Ante, am liebsten Jonne genannt, der darauf förmlich beleidigt reagiert, wenn man ihn aus Spaß mit dem verächtlichen Begriff „Lappe“ betitelt, und der nicht in der Lage war und ist, eine Beziehung mit einer Frau einzugehen. Da ist aber auch Anne-Risten, die sich Anne nennt und einen Schweden geheiratet hat, die ihre Herkunft gänzlich verleugnet, um anerkannt zu werden und damit fast ihre Identität verliert. Sie, Else-Maj und weitere Erwachsene verbinden ihre Erlebnisse in der Kindheit, gleichzeitig aber geht jeder von ihnen unterschiedlich mit den erlittenen Traumata um.

Der zweite Roman von Ann-Helén Laestadius berührte mich, auch wenn er leider an den großartigen Vorgänger »Das Leuchten der Rentiere« nicht ganz heranreicht. Das Buch ist ruhig, stellenweise zu ruhig, im Leben der beteiligten Menschen passiert einfach nicht viel. Die zurückliegenden Geschehnisse sind grausam, aber auch diese Grausamkeit nutzt sich ein wenig ab, wenn sie sich wiederholt. Die samischen Wörter und Sätze hätte ich mir dabei sofort übersetzt gewünscht, das Glossar hinten zu platzieren, hat meinem Lesefluss eher geschadet als genutzt. Letztlich hielt mich der Umstand bei der Stange, dass es um wahre Schicksale geht und dies erschütterte mich wirklich sehr. Insgesamt ein guter Roman, der durch die nüchterne Sprache ein bisschen an Authentizität einbüßt.

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