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Veröffentlicht am 06.06.2025

Unerfüllter Kinderwunsch

Hello Baby
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In einer südkoreanischen Kinderwunschklinik treffen mehrere Frauen aufeinander, alle zwischen Mitte 30 und Mitte 40. Ihre Hintergründe sind verschieden, aber sie verbindet der Wunsch nach einem Baby, für ...

In einer südkoreanischen Kinderwunschklinik treffen mehrere Frauen aufeinander, alle zwischen Mitte 30 und Mitte 40. Ihre Hintergründe sind verschieden, aber sie verbindet der Wunsch nach einem Baby, für den sie vieles bereits sind zu tun, sie nehmen Schmerzen und immer wiederkehrende Enttäuschung auf sich, und schöpfen immer wieder Hoffnung, zumindest, so lange es geht.

In Südkorea scheint dies ein alltägliches Phänomen zu sein, obwohl oder vielleicht auch weil es das Land mit der geringsten Geburtenrate weltweit ist. Die Gründe dafür werden hier nur angerissen. Die Autorin gehört selbst zu den Betroffenen, was sie letztlich zu diesem Roman inspiriert hat.

Die Gründe, warum die hier vertretenen Frauen ohne Nachhilfe nicht Mutter sein können, sind vielfältig, manchen war ihre Karriere zunächst wichtiger, andere hatten erst spät einen Kinderwunsch, eine möchte gar vorsorgen, und nicht bei allen ist die Frau an der Kinderlosigkeit schuld. Viele haben zusätzlich das Problem, dass die Familie drängt. Die körperliche Last haben ausschließlich die Frauen zu tragen, sie müssen sich schmerzhaften Behandlungen unterziehen, sie müssen hautnah erleben, ob es geklappt hat oder nicht, nicht wenige Männer ziehen sich eher zurück und unterstützen nicht. Dass diese gesellschaftskritischen Aspekte nicht nur typisch für Südkorea sind, sondern im Grunde global auftreten, dürfte klar sein.

Man lernt die Frauen trotz der Kürze des Romans gut kennen, sie bekommen alle ein Kapitel, in dem man ihren Werdegang erfährt, so dass man schließlich auch mit ihnen mitfühlen kann. Interessanterweise ist darunter auch eine Frau, die gar nicht zur Gruppe der kinderlosen Frauen gehört, sondern im Gegenteil innerhalb kurzer Zeit drei Kinder bekommen hat. Doch auch sie hat es ihre Probleme, ein Kind zu haben heißt nicht, dass man dann wunschlos glücklich ist.

Der Twist gegen Ende schockiert, zeigt er doch, wohin Verzweiflung führen kann. Insgesamt bringt der Roman Nachdenkenswertes mit, lässt sich aber auch gut lesen.

Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch haben es aus verschiedenen Gründen nicht leicht, und tun oft alles, um ihren Wunsch doch noch erfüllt zu bekommen. Die Autorin nimmt mit in eine Kinderwunschklinik und zu einigen der Patientinnen, und bringt zum Nachdenken.

Veröffentlicht am 09.05.2025

Interessante Sammlung

Kinder der Erde
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Die Sammlung besteht aus drei Geschichten und zwei Gedichten, man trifft hier auf Kinder der Erde, auf Legenden und Fabelwesen.

Ich gestehe, dass ich wenig mit Gedichten anfangen kann, und deshalb die ...

Die Sammlung besteht aus drei Geschichten und zwei Gedichten, man trifft hier auf Kinder der Erde, auf Legenden und Fabelwesen.

Ich gestehe, dass ich wenig mit Gedichten anfangen kann, und deshalb die beiden hier enthaltenen nur überflogen habe. Das erste, „Steinfrau“, ist relativ kurz, während das zweite, „Das Licht“, deutlich länger ist, und es sich eher um eine gereimte Geschichte zu handelt.

Die drei Kurzgeschichten sind sehr unterschiedlich, in „Iikitt“ fliegt ein überarbeiteter Journalist auf Urlaub in die Südsee und hat dort eine mysteriöse Begegnung. Danach geht es in „Engel der Frequenzen“ nach Bolivien, wo wir ein Mädchen, seinen Onkel und eine alte Mine kennenlernen. Der Onkel wurde in der Mine von Verbrechern in einen Käfig gefangen genommen, und das Mädchen ist nun unterwegs, Hilfe zu suchen. Auch sie erlebt eine schicksalhafte Begegnung. Zuletzt treffen wir in „Schrecken der Straße“ Malys, die irgendwohin unterwegs ist, dabei auf Fernfahrer setzt und ein Geheimnis in sich trägt. Alle drei Geschichten sind interessant zu lesen, besonders die zweite und die dritte tragen eine gewisse Düsternis in sich, und in allen begegnet man einem Mysterium.

Die Geschichten haben mich schnell gefangen genommen, und mir einiges zum Nachdenken geboten, vor allem auch über das Wesen und die Motivationen der Kinder der Erde, auf die man hier trifft. Interessant zu lesen ist auch Jay Kays Addendum, das unter anderem etwas über die einzelnen Stories erzählt.

Die Anthologie bietet fünf ganz unterschiedliche Stories, zwei davon in Gedichtform, aus dem Universum der Kinder der Erde. Alle bieten Mysteriöses, aber auch Nachdenkenswertes.

Veröffentlicht am 23.04.2025

Brisant, hochaktuell und spannend

Von Schafen und Wölfen
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Die Redaktion einer deutschen Zeitung erhält eine äußerst brisante Information über den erst kürzlich nicht erneut gewählten usamerikanischen Präsidenten. Doch soll man diese wirklich veröffentlichen? ...

Die Redaktion einer deutschen Zeitung erhält eine äußerst brisante Information über den erst kürzlich nicht erneut gewählten usamerikanischen Präsidenten. Doch soll man diese wirklich veröffentlichen? Immerhin steht man kurz vor einer Fusion mit einem usamerikanischen Konzern, die vielleicht daran scheitern könnte.

Dies ist bereits der dritte Roman um den Journalisten David Jakubowicz, für mich allerdings der erste, mir war vor dem Lesen gar nicht klar, dass es sich um eine Reihe handelt. Man kann diesen Roman gut ohne Vorkenntnisse lesen, doch die vereinzelten Erinnerungen an frühere Ereignisse machen mich neugierig auf die Vorgängerbände.

David gefällt mir gut, er ist sympathisch, und lässt sich nicht gerne manipulieren. Von den Ereignissen, die hier geschehen, ist er auch stark persönlich betroffen. Zunächst ist man bei der Redaktionskonferenz dabei, bei der die bereits erwähnte Entscheidung getroffen werden soll, dann erfährt man nach und nach, wie es überhaupt so weit kam. Im Laufe der Erzählung gibt es ein paar Wendungen, die ich nicht habe kommen sehen, anderes konnte ich dagegen ahnen.

Von der Vielzahl der Charaktere war ich zunächst ein bisschen erschlagen, doch nach und nach klärt sich das. Es gibt neben David ein paar andere wichtige Charaktere, teilweise wird aus deren Perspektiven erzählt wird. Nicht jede:r von ihnen ist mir sympathisch, aber interessant sind die meisten. Insgesamt verlangt der Roman schon eine gewisse Aufmerksamkeit, auch wegen der nach und nach aufgedeckten Erkenntnisse.

Das Thema des Romans ist hochaktuell und für sich schon sehr brisant. Tatsächlich stattgefundene Ereignisse spielen hier zudem eine wichtige Rolle, allen voran der Sturm auf das Kapitol am 06.01.2021. Ich finde die Verknüpfung der realen Ereignisse mit dem fiktiven Geschehen sehr interessant und spannend. Spannend ist auch der gesamte Roman, der für mich schnell zum Pageturner wurde. Hin und wieder gibt es für mich kleine Irritationen, am Ende habe ich ihn aber zufrieden zugeklappt.

Spannend, aktuell, brisant, der Roman war für mich ein Pageturner, der aber auch Aufmerksamkeit beim Lesen erfordert.

Veröffentlicht am 11.04.2025

Wieder spannend, aber nicht ganz so überzeugend wie andere Romane des Autors

Ein ungezähmtes Tier
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Sophie und Arpad Braun scheinen alles zu haben, was man sich wünschen kann, eine liebevolle Beziehung, zwei Kinder, ein schönes Haus, gutes Einkommen, Zufriedenheit. Aber manchmal trügt der Schein – ob ...

Sophie und Arpad Braun scheinen alles zu haben, was man sich wünschen kann, eine liebevolle Beziehung, zwei Kinder, ein schönes Haus, gutes Einkommen, Zufriedenheit. Aber manchmal trügt der Schein – ob das in hier auch der Fall ist, davon erzählt dieser Roman.

Joël Dickers Romane zeichnen sich dadurch aus, dass man nie wissen kann, was passieren wird oder in der Vergangenheit passiert ist, immer wieder wird man überrascht, man kann sich nie sicher sein, alles kann über den Haufen geworfen werden, erst am Ende weiß man die ganze Wahrheit. Ich mag es sehr und finde es spannend, erst nach und nach zu erfahren, was eigentlich ist. Auch in diesem Roman ist das wieder so, immer wieder springt die Erzählung in der Zeit, mal mehr oder weniger ausführlich erfahren wir, was vor Jahren oder manchmal auch nur vor Stunden passiert ist. Auch dieser Roman wurde für mich deshalb wieder zum Pageturner.

Aber dennoch hat mich dieser Roman nicht so gepackt wie die vorherigen Romane, die ich von Dicker gelesen habe. Zum einen liegt das wohl daran, dass mir dieses Mal keiner der Charaktere so richtig sympathisch war, manche sogar richtig unsympathisch, so konnte ich auch nicht ganz so mit ihnen mitfühlen, wie ich das gerne getan hätte. Zum anderen liegt das aber auch an der Geschichte, die zwar ihre Überraschungen zu bieten hatte, aber manchmal auch etwas vorhersehbar war, und zudem finde ich, dass es ist nicht ganz so raffiniert verwoben ist, wie man es von Dicker kennt.

Die Protagonist:innen sind zwar nicht gerade sympathisch, aber gut charakterisiert, neben Sophie und Arpad gibt es ein zweites Ehepaar, weniger gut gestellt, die sich mit den Brauns anfreunden, wobei das teilweise ein wenig ausartet. Alle haben natürlich ihre Geheimnisse, die nach und nach aufgedeckt werden.

Erzählt wird, wie schon erwähnt, mit einigen Zeitsprüngen. Der Roman ist in drei Abschnitte aufgeteilt, die jeweils einen Countdown haben. So darf man zusätzlich gespannt sein, was am Ende des jeweiligen Countdowns geschehen wird. Schließlich ist alles aufgelöst, wenn auch manches ein wenig überzogen, wie ich finde. Dennoch kann man es auf gewisse Weise nachvollziehen. Gut gefallen hat mir, dass man noch etwas vom Danach erfährt.

Joël Dicker hat mir wieder spannende Lesestunden beschert. Doch ganz so gut wie die Vorgängerbände hat mir dieser nicht gefallen. Wer Dicker mag, kann aber auch hier zugreifen. Wem Zeitsprünge und Aufmerksamkeit beim Lesen nicht stören und überraschende Wendungen zusagen, ist bei Dicker ebenfalls richtig.

Veröffentlicht am 22.03.2025

Spannend

Seven Ways to Tell a Lie
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Stell dir vor, du würdest ein Video sehen, in dem du stirbst. Das passiert Jonah, dem Ich-Erzähler dieses Romans, und nicht nur ihm, sondern allen Mitgliedern seiner ehemaligen Clique, denn auf dem Video ...

Stell dir vor, du würdest ein Video sehen, in dem du stirbst. Das passiert Jonah, dem Ich-Erzähler dieses Romans, und nicht nur ihm, sondern allen Mitgliedern seiner ehemaligen Clique, denn auf dem Video rasen sie gemeinsam in einem Bus in den Tod. Natürlich lässt Josh das nicht auf sich sitzen und macht sich auf die Suche nach dem Urheber des Videos.

Ich selbst will mir gar nicht vorstellen, wie das sein muss. Für einen Roman ist das aber natürlich ein prima Ausgangsmaterial, und ich konnte mir gut vorstellen, wie spannend dieser sein müsste. War er übrigens tatsächlich, und ich konnte die ganze Zeit prima mitraten, hatte mehr als eine Idee, manche davon ziemlich absurd, aber gerade das hat Spaß gemacht. Mir gefällt gut, dass Jonah selbst erzählt, wir wissen dadurch nie mehr als er selbst, was hier gut passt.

Warum die Clique ehemalig ist, erfahren wir natürlich auch, genauso wie manches andere, das man nicht immer so erwartet hat. Auch die Cliquenmitglieder lernt man nach und nach besser kennen, immer aus Jonahs Sicht natürlich, aber man hat größtenteils schon das Gefühl, dass man ihm vertrauen kann, obwohl auch er ein Geheimnis zu haben scheint. Jonah und die anderen sind Jugendliche, um die 17 Jahre alt, und auch der Autor ist noch recht jung, dennoch konnte ich mich gut in die Charaktere hineinversetzen. Erwachsene spielen hier eine eher untergeordnete, wenn auch nicht immer unwichtige Rolle. Auch das passt für einen Jugendthriller gut.

Nicht nur die Auflösung, auch der Weg dahin, bietet einige Überraschungen. Für mich waren sie alle okay, ich konnte sie jeweils nachvollziehen. Inwieweit die hier auftretende Art von Video auf dem aktuellen Stand der Technik ist, kann ich nicht sagen, aber immerhin könnte der Roman auch in der nahen Zukunft spielen, in dem die Technik schon weiter ist. Daher habe ich das nicht angezweifelt.

Der Roman ist ein spannender Jugendthriller, der überraschen kann, aber auch die Möglichkeit bietet, mitzuraten. Ich selbst bin schon lange keine Jugendliche mehr, fühlte mich aber trotzdem gut unterhalten.

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