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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2026

Geschichtlich gut, aber ohne roten Faden

Berchtesgaden
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Berchtesgaden im Mai 1945.

Die Lieblingsstadt des Führers kapituliert, die US-Amerikaner übernehmen die Regierung, unter ihnen ist der jüdische Emigrant Frank Rosenzweig, der auf Nachricht überlebender ...

Berchtesgaden im Mai 1945.

Die Lieblingsstadt des Führers kapituliert, die US-Amerikaner übernehmen die Regierung, unter ihnen ist der jüdische Emigrant Frank Rosenzweig, der auf Nachricht überlebender Verwandter hofft, und seine Freundin, die glamouröse Kriegsreporterin Meg.

Die 19-jährige Sophie deren Heimat Berchtesgaden ist, tritt eine Stelle beim Military Government an und wird hier mit der Wahrheit über die deutschen Verbrechen konfrontiert und verliebt sich in den schwarze GI Sam .

Sophies Bruder ist derweil ein ehemaliger Soldat der Waffen-SS und versteckt sich vor den Amerikanern.

Der einst zum Tode verurteilte Bürgermeister Rudolf Kriss versucht die Stadt wieder aufzubauen.

Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Es lässt sich meist gut und flott lesen und der Schreibstil ist angenehm, es sind aber auch immer wieder Passagen dabei die sich ziehen.

Geschichtlich hat mir das Buch gut gefallen, weil die Autorin hier sehr viele wahre historische Begebenheiten vereint, diese aber auch in großen Teilen nur anreißt und nicht in die Tiefe geht. Mir gefällt es besser wenn man nicht so viele Themen behandelt und diese dafür dann mehr in die Tiefe gehen. Dennoch habe ich wieder einiges über die Nachkriegszeit lernen können.

An die Personen bin ich leider nicht so richtig rangekommen, da sie zu viel gewechselt haben und immer nur Situatonen beschrieben wurden, die Gefühle und Gedanken der Figuren wurden meistens eher hinten angestellt.

Ein interessantes Buch durchaus, aber für mich eher ein spannendes Geschichtsbuch als ein Roman, denn dafür fehlte etwas der rote Faden in der Geschichte.

Dennoch lesenswert, wenn man mehr über die Hintergründe der Nachkriegszeit lesen möchte, dann kann ich es weiterempfehlen.


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  • Thema
Veröffentlicht am 07.06.2025

Was macht introvertierte Menschen glücklich?

Der Garten der kleinen Wunder
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Cover: Das Cover ist schön sommerlich und bunt und zeigt den blühenden und gemütlichen Garten von Toja und Bär. Das Cover passt sehr gut zur Geschichte und hat mich neugierig auf das Buch gemacht.

Inhalt: ...

Cover: Das Cover ist schön sommerlich und bunt und zeigt den blühenden und gemütlichen Garten von Toja und Bär. Das Cover passt sehr gut zur Geschichte und hat mich neugierig auf das Buch gemacht.

Inhalt: Toja lebt seit einer Lebenskrise in einem Haus am Stadtrand, wo sie zwischen blühenden Beeten wieder zu sich gefunden hat. Eines Tages taucht am Gartenzaun die vierzehnjährige Vica auf und Toja erkennt sich in dem introvertierten Mädchen wieder. Sie fühlt sich an ihre eigene Vergangenheit erinnert und an das beklemmende Gefühl, nicht richtig zu sein. Toja möchte für Vica einen friedlichen Ort schaffen, an dem diese auch in dunklen Momenten Hoffnung finden kann.

Meine Meinung: In die Geschichte habe ich recht gut hineingefunden. Der Schreibstil ist locker und leicht und lässt sich deshalb gut lesen und ich hatte das Buch in zwei Tagen auch schon ausgelesen. Der Autorin gelingt es sehr gut den blühenden und besonderen Garten von Toja und ihrem Freund Bär bildhaft zu beschreiben und ich hatte alles schön vor meinen Augen. Der Schreibstil ist aber auch sehr besonders und "blumig" und kann deshalb manchmal auch stellenweise etwas langatmig erscheinen. Ganz besonders gut gefallen hat mir an diesem Buch, dass es um introvertierte Menschen geht und das die Autorin es ganz wunderbar geschafft hat die Gefühle von Introvertierten in den verschiedenen Momenten zu beschreiben, sei es in der Schule bei Referaten, bei einer Gartenparty oder auch einfach das diese Menschen keine Langeweile kennen. Erzählt wird die Geschichte im Wechsel von der Vergangenheit in dieser lernt Toja die Frau "Wille" kennen die wegweisend für sie ist, und der Gegenwart inder Toja Vica begegnet. Dabei hat mir die Vergangenheit anfangs erzählerisch etwas besser gefallen, die Gegenwart hat sich in der ersten Hälfte des Buches zäher angefühlt. Ab der Hälfte konnte mich das Buch aber von der Handlung richtig packen und mitnehmen und ich habe das lesen dann sehr genossen, gerade weil man sich als Introvertierter Mensch oft wiedererkannt hat. Das Buch ist auch stellenweise sehr klug geschrieben und macht immer wieder nachdenklich. Warum maßen sich Menschen zum Beispiel immer wieder an introvertierte Menschen ändern zu wollen, bei extrovertierten würde das aber keiner machen? Dieser Roman war zum einen lehrreich und macht teilweise auch nachdenklich, es gab die ein oder andere Länge, aber ich wurde trotzdem gut unterhalten und das Buch wird noch einige Zeit in meinen Gedanken nachhallen. Ich vergebe dafür 3,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Das DDR- Experiment

Maulberg
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Cover: Das Cover ist sehr schlicht gehalten und erinnert an ein Ortsschild, der kleine Sticker "I love DDR" zeigt schon ein wenig den Inhalt des Buches und worum es gehen könnte. Im Original als Hardcover ...

Cover: Das Cover ist sehr schlicht gehalten und erinnert an ein Ortsschild, der kleine Sticker "I love DDR" zeigt schon ein wenig den Inhalt des Buches und worum es gehen könnte. Im Original als Hardcover kommt das Cover noch besser zur Geltung.

Inhalt: Deutschland im Jahr 2016. Das Dortmunder Ehepaar Beate und Peter Sendler, beide Mitte fünfzig (sie: frustrierte Erzieherin, er: erfolgloser Dokumentarfilmer), zieht ins sächsische Dorf Maulberg und erlebt dort nicht nur eine friedliche Idylle des Miteinanders, sondern auch die Sehnsucht vieler Bewohner nach der »guten alten« DDR.
Dass ausgerechnet der Zugezogene die Idee hat, ist für die Maulberger schwer zu akzeptieren, doch der Gedanke ist zu verlockend: Zum 400-jährigen Dorfjubiläum beschließt der Ort ein Experiment: vier Wochen lang zurück in die DDR – mit allen Drum und Dran: altem TV-Programm, Ostprodukten im Supermarkt, der natürlich wieder »Kaufhalle« heißt, mit Pioniertüchern und Republikgeburtstag. Doch das Experiment läuft aus dem Ruder, denn die Maulberger in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!

Meine Meinung: Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, war ich gleich Feuer und Flamme dieses Buch zu lesen. Ich kannte die DDR nicht und wollte in diesem Buch ein wenig in die Vergangenheit eintauchen und erfahren wie es für die Menschen damals gewesen sein muss dort gelebt zu haben. Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen und man konnte sich deshalb direkt auf den Inhalt des Buches konzentrieren. Das Buch wird vorallem aus Sicht von Peter und Beate geschrieben aber auch andere Dorfbewohner von Maulberg kommen zu Wort. Ein Personenregister am Anfang des Buches hilft ausserdem alle Personen auseinander zu halten. Vorallem der Anfang der Geschichte ist witzig geschrieben und hat bei mir für viele Lacher und Schmunzler gesorgt und hatte eine Leichtigkeit. Als das Experiment jedoch angefangen hat, hat sich schnell gezeigt, dass sich etwas Bedrohliches in die Geschichte schleicht und der Humor, bis auf ein paar Szenen nicht mehr so vorhanden ist. Das Experiment hat mich etwas an den gleichnamigen Film erinnert und zeigt gut auf, wie aus einem "Spiel" bitterer Ernst werden kann. Die Personen haben weitestgehend authentisch reagiert, aber nicht immer konnte ich die Entscheidungen der Einzelnen ganz nachvollziehen. Schlussendlich habe ich eine interessante Geschichte erhalten, die ich gerne gelesen habe und die gleichzeitig auch eine spannende Sozialstudie ist. Was ich etwas vermisst habe ist die positive Seite der DDR, die immer nur am Rand erwähnt wurde. Ausserdem war mir doch einiges im Buch zu klischeehaft und rechts und links hat sich immer wieder zu sehr vermischt in meinen Augen. Dennoch ein sehr kurzweiliges Buch, das zum Nachdenken anregt und dem ich 3,5 von 5 Sternen gebe.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Mehr Krimi als Thriller

Home Before Dark
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Im November 1967 möchte sich die vierzehnjährige Marsibil mit ihrem heimlichen Brieffreund treffen, doch am verabredeten Abend schafft sie es nicht zum Treffen zu gehen.

Dafür verschwindet ihre Schwester ...

Im November 1967 möchte sich die vierzehnjährige Marsibil mit ihrem heimlichen Brieffreund treffen, doch am verabredeten Abend schafft sie es nicht zum Treffen zu gehen.

Dafür verschwindet ihre Schwester Stina in dieser Nacht, nur der blutbefleckte Anorak wird an dem Ort gefunden, an dem Marsi sich mit ihrem Brieffreund verabredet hatte.

Zehn Jahre vergehen und Stinas Verschwinden bleibt weiterhin ungelöst. Doch dann erhält Marsi einen Brief von ihrem ehemaligen Brieffreund.

Jetzt muss sie die Wahrheit ans Licht bringen, auch wenn sie sich dabei nicht auf ihre eigenen Erinnerungen verlassen kann.

Der Klappentext des Buches ist total spannend und hat mich wirklich neugierig gemacht, jedoch verspricht dieser viel mehr Spannung und Gänsehaut, als man dann in der Geschichte bekommt.

Ich hatte schon so meine Probleme ins Buch reinzufinden, es tauchen gleich viele verschiedene isländische Namen auf und man muss sehr aufpassen das man die Personen nicht verwechselt. Das Buch wird einmal in der Vergangenheit aus Sicht von Stina geschrieben und in der Gegenwart aus Sicht von Marsibil. Kapitelweise wechseln sich die Zeiten ab und dies macht das Lesen eigentlich recht abwechslungsreich.

Trotz der spannenden Grundstory liest sich das Buch leider über viele Strecken sehr zäh, ohne das viel Spannung aufkommt. Marsi befragt allerhand Personen im Dorf und es liest sich mehr wie ein Krimi ohne viele Gänsehautmomente. Die Autorin macht eigentlich jede Person im Dorf verdächtig, jeder hat irgendein Motiv. Statt Spannung hat dies für mich eher ein Gefühl von Frust geschaffen, es waren einfach viel zu viele Fährten.

Schwierigkeiten hatte ich auch mit den Charakteren, alle waren etwas seltsam, Sympathieträger gab es gar keine und manche Handlungen waren nicht so ganz nachvollziehbar.

Erst nach ungefährt 3/4 des Buches kam richtig Spannung und Nervenkitzel auf und dann hat das Lesen auch wirklich Spaß gemacht, es gab unerwartete Wendungen, aber auch Lösungen mit denen ich schon gerechnet hatte. Leider hatte das Ende für mich einige Logikfehler, weshalb ich dann von 3,5 Sternen auf 3 Sterne bei der Bewertung gekommen bin.

Für Fans von isländischen Krimis sicher ein passendes, interessantes Buch mit vielen falschen Fährten, wer einen Psychothriller sucht, ist hier eher falsch.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Mal ein ganz anderer Krimi

Geisterreich Berlin
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Bernd aus der E-Bike-Staffel fliegt durch ein seltsames Ereignis vom Fahrrad und wird krank geschrieben.

Durch den Unfall kann er mit einem Mal Geister sehen, unter anderem den von Ernst Gennat, Berliner ...

Bernd aus der E-Bike-Staffel fliegt durch ein seltsames Ereignis vom Fahrrad und wird krank geschrieben.

Durch den Unfall kann er mit einem Mal Geister sehen, unter anderem den von Ernst Gennat, Berliner Kriminallegende und seit 1939 tot.

Da Bernie sonst nichts zu tun hat, widmet er sich in der Zeit seiner Krankschreibung gleich zwei Kriminafällen, einer führt zurück ins Jahr 1920, der andere ist gerade in einem Berliner Nobelbordell passiert.

Bernie stellt sich der Frage was der Tod eines hochbetagten Bankiers in der Jetztzeit mit dem Tod eines Barons vor über hundert Jahren zu tun hat.

Der Schreibstil ist locker-leicht und man fliegt deshalb nur so durch die Seiten. Es gibt in der Geschichte auch einiges an Humor, deshalb würde ich den Fall als Übersinnlichen-Cosy-Crime einstufen.

Ich fande das Buch wirklich toll zu lesen, da die beiden Kriminalfälle schon speziell waren, wobei mir der Krimi in der Vergangenheit noch besser gefallen hat. Schade das dieser eher im Hintergrund behandelt wurde.

Leider fand ich das Ende des Buches und die Auflösung des Falles in der Gegenwart etwas wirr und konnte dies nicht ganz nachvollziehen. Die Auflösung des Falles der Vergangenheit war aber schlüssig.

Ich hätte allerdings gedacht das die Mordfälle noch mehr miteinander zu tun haben und man auch mehr in die Vergangenheit ermittelt hätte.

Die Charaktere sind sympathisch und originell, besonders gefällt mir, dass hier mal ein etwas naiver und chaotischer Mann von einer Powerfrau beschützt wird.

Wer übersinnliche Kriminalfälle mag, der kommt hier bestimmt auf seine Kosten.

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