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Veröffentlicht am 23.08.2021

Doras steiniger Weg

Die Heimkehr der Störche (Die Gutsherrin-Saga 2)
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1952, sieben Jahre sind vergangen seit der Vertreibung der Familie Twardy von ihrem Gut in Ostpreußen. Sie wurden auf einem Bauernhof in der Lüneburger Heide einquartiert. Weder die verwitwete Bäuerin, ...

1952, sieben Jahre sind vergangen seit der Vertreibung der Familie Twardy von ihrem Gut in Ostpreußen. Sie wurden auf einem Bauernhof in der Lüneburger Heide einquartiert. Weder die verwitwete Bäuerin, noch Dora, können sich damit abfinden.

Wie bereits im ersten Band wird die Handlung aus der Perspektive von Dora erzählt. Der Schreibstil ist sehr plastisch und wunderbar lesbar. Obwohl ein wenig Zeit verging, war ich gleich wieder von der Handlung angetan.

Dora ist eine starke junge Frau, die schon früh Verantwortung übernehmen musste. Sie wollte ihren Hof in Ostpreußen erhalten aber der verlorene Krieg nahm ihr die Heimat.
Nach der schrecklichen Fahrt im Güterwaggon und der entwürdigen Behandlung im Flüchtlingslager bei Berlin wurde ihre Familie in der Lüneburger Heide einquartiert. Dort gibt es ständig Streit mit der Bäuerin. Die Vertriebenen werden wie Fremde behandelt. Aber Dora hat ein neues Ziel, sie will Tierärztin werden. Da sie eine Frau von bald 30 Jahren ist, kein einfaches Unterfangen. Doch sie geht es an und erhält in Ostberlin, dank ihrer Beharrlichkeit und ihrer Kenntnisse aus der Pferdezucht, einen Studienplatz.
In Westdeutschland sollten die Frauen ihren Mann und die gemeinsamen Kinder bedienen. Als Studenten sind sie nicht gern gesehen.
Gemeinsam mit Clara, der Tochter ihrer großen Liebe Curt von Torau zieht sie nach Ostberlin. Claras Mutter starb bei einem Bombenangriff und Dora versprach ihr, sich um das Kind zu kümmern. Curt ist verschollen.

Das Leben in der DDR ist so ganz anders. Es gibt die Staatssicherheit, die viele Spitzel hat. Das muss auch Dora erfahren. Vorsicht ist angesagt.
Dora beginnt ihr Studium und ihre Suche nach Curt.
Das Buch ist sehr gut zu lesen. Dora lässt sich nicht unterkriegen. Als sie Curt in einem Gefängnis der Stasi ausfindig macht, kämpft sie für seine Freilassung. Aber vergeblich.

Sehr anschaulich begleiten wir Dora auf ihrem steinigen Weg. Im Juni 1953, beim Aufstand der Arbeiter gegen die Normerhöhung, für die Wiedervereinigung und für die Freilassung politischer Gefangener gerät sie zwischen die Fronten. Es bleibt ihr nichts anderes übrig als wieder zu fliehen. In der DDR will sie nicht bleiben.Einige Zeit lebt sie im Westteil von Berlin. Als sie erfährt, dass ihre Eltern jetzt in München leben, ist dies auch ihr Ziel.

Wunderbar anschaulich erzählt Theresia Graw Dora`s Erlebnisse. Es ist bis zum Schluss eine Spannung enthalten, der ich mich nicht entziehen konnte. So ganz nebenbei erfahren wir viel geschichtliches aus beiden deutschen Staaten.
Eindrucksvoll hat die Autorin das Schicksal der Vertriebenen aus Ostpreußen geschildert. Es hat mich stark berührt. Sehr gern empfehle ich dieses fabelhafte Buch weiter.

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Veröffentlicht am 27.05.2022

Eine berührende Geschichte

Das Herz des weißen Ahorns
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Eineinhalb Jahre sind vergangen seit der dritte Band der Breitenbach Saga erschien. So ist es sicher für viele Leser recht hilfreich, das am Anfang des vierten Buches, die wichtigsten handelnden Personen ...

Eineinhalb Jahre sind vergangen seit der dritte Band der Breitenbach Saga erschien. So ist es sicher für viele Leser recht hilfreich, das am Anfang des vierten Buches, die wichtigsten handelnden Personen vorgestellt werden.
Allerdings sollte man die Saga von den Breitenbachs von Anfang an kennen, damit man weis, was es mit dem Ahorn auf sich hat und mit welchen Einschnitten die Familie schon zu kämpfen hatte.

Der erste Weltkrieg, der das dritte Jahr das Leben der Menschen beherrscht, fordert täglich unzählige Opfer. Nun hat es auch Felix, der mittlerweile Geschäftsleiter der Fabrik ist, getroffen. Schwer verletzt kommt er aus Frankreich zurück. Wie so viele, die das Grauen des Krieges erlebten, ist er traumatisiert.
Die Schuherzeugung Breitenbach wird gezwungen für das Militär arbeiten. Es gibt keine Möglichkeit sich der Munitionsherstellung zu entziehen.
Als Arbeitgeber sind sie sehr mit ihren Beschäftigten verbunden. Schon früh erkannte die Familie, das ihr Wohl von den Menschen, die für sie tätig sind, abhängig ist. So versuchen sie mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, diese Leute zu unterstützen, damit auch sie, in dieser kargen Zeit, immer etwas zu essen bekommen.
Wunderbar beschreibt Mina Baites die Bemühungen der Breitenbachs für alle Sorge zu tragen.

Auch in Amerika läuft nicht stets alles glatt. Julia, die mit ihrem indianischen Ehemann auf einem separaten Grundstück der Weeminuche Indianer lebt, stößt immer wieder auf Unverständnis. Besonders schwer hat es ihr ältester Sohn, der sich sehr zu seinem Großvater, einem stolzen Indianer hingezogen fühlt. Aber ihre größte Sorge gilt dem Familienunternehmen im Deutschen Reich. Wie soll es in diesen Kriegszeiten fortbestehen und können sie ihren Schwur auf den weißen Ahorn, im fernen Colorado, einhalten?
Rosa indessen, hat sich wunderbar in Cortez eingelebt und ist sehr zufrieden mit dem, was sie sich in den 30 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann aufgebaut hat. Doch langsam merkt sie, dass sie und vor allem ihr Mann, kürzer treten müssen.

Sehr spannend, lässt uns Mina Baites das Schicksal der Indianer erleben, die von ihrem Land, wo sie seit Generationen .leben, vertrieben werden.
Aber auch die Breitenbachs in Berlin haben mit den Auswirkungen des Krieges zu kämpfen. Hinzu kommt der Ausbruch der spanischen Grippe, die die ausgehungerten und ausgezehrten Menschen trifft.
Erschreckend, wie sich das Szenario mit dem Corona Virus gleicht. Hygieneregeln wie schon vor 100 Jahren. Abstand halten, Maske tragen, oft die Hände waschen.

Felix hat eine folgenschwere Entscheidung gemeinsam mit der Familie getroffen. Ich bin gespannt, wie die Entwicklung der Schuherzeugung Breitenbach weiter geht.
Gern empfehle ich diese Saga weiter und freue mich auf Teil 5, der leider erst im März 2023 erscheinen soll.

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Veröffentlicht am 27.11.2025

Ein Weihnachtswunder

Das Weihnachtsherz
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Weihnachten steht vor der Tür und nun habe ich das erste Weihnachtsbuch beendet.
Schon das wunderbare Cuver macht neugierig. Eine junge Frau geht ihren Weg. Das beschreibt auch gleich den Inhalt.
Katja, ...

Weihnachten steht vor der Tür und nun habe ich das erste Weihnachtsbuch beendet.
Schon das wunderbare Cuver macht neugierig. Eine junge Frau geht ihren Weg. Das beschreibt auch gleich den Inhalt.
Katja, die junge Goldschmiedin musste schon einige Schicksalsschläge verkraften. Sie macht in Brasilien eine weitere Ausbildung zur Edelsteinschleiferin, da wird sie dringend nach Hause gerufen. Ihr Vater hatte einen Herzinfarkt und überlebt ihn nicht. Katja soll das Familiengeschäft weiterführen. Kein einfaches Unterfangen. Sie muss sich mit ihrer Stiefmutter arrangieren aber beide mögen sich nicht. Ella, ihre kleine neunjährige Halbschwester versucht viel, um Katja für sich zu gewinnen. Familie ist wichtig aber es ist nicht immer einfach. Nur ihre Oma ist noch ihr nahestehend. Sonst hat sie nur noch ihre beste Freundin.
In diesem Buch gehen wir mit der kleinen Familie durch Höhen und Tiefen. Aber unerwartet gibt es große Veränderungen. Ein sehr altes Schmuckstück aus der Goldschmiede ihrer Familie wird gefunden. Eine wirkliche Weihnachtsüberraschung, die alle sprachlos macht.
Ein Buch, sehr warmherzig und emotional. Gut zu lesen, um in weihnachtliche Stimmung zu kommen.
Es endet mit ein paar Rezepten, die in der Handlung vorkommen.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Renate schafft das schon

Ihr habt es gut, ihr habt ja mich
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Renate Bergmann ist in diesem Buch wieder in ihrem Element. Sie muss sich überall einmischen und mittun. Einige Personen sind schon aus anderen Büchern lieb gewonnene Begleiter. So auch Kurt, Ilse und ...

Renate Bergmann ist in diesem Buch wieder in ihrem Element. Sie muss sich überall einmischen und mittun. Einige Personen sind schon aus anderen Büchern lieb gewonnene Begleiter. So auch Kurt, Ilse und Renate auf dem bunten Cover am Wahlkampfstand. Es ist wieder passend ausgesucht.
Als ihr Neffe Stefan in Spreeweide, einem Dorf in Brandenburg, Unterstützung mit den Kindern braucht, ist sie zur Stelle. Sie zieht in ihre Einliegerwohnung. Mit offenen Augen geht sie durchs Dorf. Missstände fallen ihr auf. Der Friedhof ist ungepflegt und Papierkörbe laufen über. In der Kommunalpolitik läuft scheinbar viel schief. Natürlich muss sie sich wieder einmischen. Da sie ständig am meckern ist, wird sie vom Bürgermeister aufgefordert für den Gemeinderat zu kandidieren. Das schreckt die quirlige Renate nicht ab. Man soll ja ein Leben lang lernen. Sie wird Kandidatin und macht Wahlkampf. Horst, Gertrud und Ilse unterstützen sie.
Einfach herrlich. Ich liebe diese Bücher über Renate Bergmann. Lachen und Kurzweil sind garantiert.
In diesem Buch begegnen wir Dorfschwester Agnes. Sie ist mit einem Elektrorollstuhl unterwegs. Das hat mich sehr stark an Agnes Kraus, einer Berliner Schauspielerin mit Herz und Schnauze erinnert. Als Schwester Agnes war sie mit ihrem Moped Schwalbe unterwegs.

Amüsante Geschichten, die so passiert sein könnten, werden in die Handlung eingeflochten.
Die Bücher von Torsten Rohde über die Online-Omi sorgen für erfrischende Unterhaltung. Ich werde diesen Roman gerne weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Lebensträume brauchen Mut und Leidenschaft

Montmartre - Licht und Schatten
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Ein Buch mit einem wunderschönen Cover. Man muss es in die Hand nehmen. Es ist perfekt auf Titel und Zeit abgestimmt.

Der Roman "Montmartre" erzählt die Geschichte zweier junger Frauen, Elise und Valérie, ...


Ein Buch mit einem wunderschönen Cover. Man muss es in die Hand nehmen. Es ist perfekt auf Titel und Zeit abgestimmt.

Der Roman "Montmartre" erzählt die Geschichte zweier junger Frauen, Elise und Valérie, die im Paris des 19. Jahrhunderts versuchen, ihren eigenen Weg zu gehen. Einen Weg, der zur damaligen Zeit für Frauen nicht selbstverständlich war. Sie haben besondere Talente und lieben die schönen Künste. Elise möchte eine erfolgreiche Showtänzerin werden und Valérie möchte an der Kunstakademie lernen. Sie ist eine begnadete Malerin. Ihr Traum ist es, berühmt zu werden und ihre Bilder auf Ausstellungen zu zeigen. Wird es den beiden jungen Frauen gelingen, ihre Träume zu verwirklichen?
In einem angenehmen flüssigen Schreibstil begleiten wir die beiden Protagonistinnen durch die Jahre 1878 bis 1889. Eine Zeit der Veränderungen im künstlerischen Schaffen.

Im Juni 1866 kamen beide Mädchen am gleichen Tag zur Welt. Die alte Hebamme Marianne verhalf ihnen ins Leben. Elise, Tochter einer hart arbeitenden Wäscherin und Valerie, Tochter des reichen Alphonse Dumas, dem eine Kunstgalerie gehört.
Beide Protagonistinnen sind sehr glaubwürdig beschrieben. Es ist für sie in der damaligen Zeit nicht einfach, zumal als Frau, ihre eigenen Wünsche in den Vordergrund zu stellen.

Wie auch bereits in den anderen Werken der Autorin, finden wir eine detailgetreue Abhandlung der damaligen Zeit. Die ärmlichen Verhältnisse in Montmartre im Gegensatz zum vornehmen Paris, sind in der Handlung immer wieder spürbar. Licht und Schatten, der Titel bringt es auf den Punkt.
Viele uns heute bekannte Namen, wie Henri de Toulouse-Lautrec oder auch Auguste Renoir und Vincent van Gogh, aus der Kunstmalerszene, werden im Buch erwähnt und zum Teil exakt beschrieben.
Das Buch selber ist, wie bereits auch ihre anderen Romane, klar gegliedert. Beginnend mit einen Stadtplan vom damaligen Dorf Montmartre über die Auflistung der historischen und fiktiven Personen, die im Roman eine Rolle spielten. Aber auch Zeitgenossen. die keine aktive Rolle spielen, werden benannt. Was Wahrheit und was Fiktion ist, wird von der Autorin, wie von ihr gewohnt, am Buchende erläutert. Auch die Stilrichtungen und die vorkommenden malerischen Kunstwerke werden nicht vergessen. Ohne eine intensive Recherche, die die Sorgfalt von Marie Lacrosse widerspiegelt, wäre dieses an Informationen reiche Gesamtwerk nicht möglich gewesen.
Ein sehr umfangreicher erster Teil einer Dilogie die mich in eine Künstlerwelt entführte, die mich sofort gefangen nahm. Manches Mal wäre ich gern dabei gewesen.

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