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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2026

Anders als erwartet

Firewatch
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Robin, Haley und Aaron sind beste Freunde und teilen alles miteinander. Als Robin während eines von den Eltern verordneten Sommerjobs spurlos verschwindet, gerät das Leben von Robin und Haley ...

Robin, Haley und Aaron sind beste Freunde und teilen alles miteinander. Als Robin während eines von den Eltern verordneten Sommerjobs spurlos verschwindet, gerät das Leben von Robin und Haley aus den Fugen. Der völlig naive, unbedarfte Robin setzt sich in den Kopf aus dem vermeintlichen Täter die Wahrheit über Aarons Verschwinden herauszubekommen.

Der Schreibstil ist eher schlicht und lässt sich flüssig lesen. Trotzdem hatte ich mit dem Buch meine liebe Mühe, es hat mich nicht richtig abgeholt. Möglicherweise liegt das daran, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre, die meiner Meinung nach New Adult ist. Ein Thriller ist es jedenfalls nicht, eher ein Gay-Liebesgeschichte mit Spannungselementen. Zudem entführen mich einige sehr ausführlich geschilderte Sexszenen in die Abgründe der Pornographie, wo ich überhaupt nicht hin wollte. Der Spannungsbogen leidet darunter empfindlich.
Gestört hat mich auch die Naivität, mit der Robin die selbst gestellte Aufgabe angeht. Völlig blauäugig rennt er drauflos, seinen Gedanken kann man nicht folgen. Auch Kian, sein vermeintlicher Gegner, ist für mich als Leser nicht greifbar. Hätte ich das Buch nicht im Rahmen einer Vorablesen-Aktion bekommen, hätte ich es halb gelesen zur Seite gelegt. Dann hätte ich aber den wirklich gelungenen Twist zum spannenden Showdown verpasst, der das einzige Element ist, das an einen Thriller erinnert. Allein wegen dieses Endes vergebe ich wohlwollende drei Sterne.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Kälter? Eiskalt!

Kälter
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Luzy arbeitet seit einigen Jahren als „Dorfpolizistin“ auf Amrum. Als ein Killerkommando die Insel heimsucht, wird klar, dass sie vorher ein ganz anderes Polizeileben geführt hat. Sie ist eine ...

Luzy arbeitet seit einigen Jahren als „Dorfpolizistin“ auf Amrum. Als ein Killerkommando die Insel heimsucht, wird klar, dass sie vorher ein ganz anderes Polizeileben geführt hat. Sie ist eine Waffe auf zwei Beinen. Um den Hintermännern des Killerkommandos auf die Spur zu kommen, muss sie die Insel verlassen und in ihr altes Leben zurück.

Andreas Pflüger erzählt Luzys Geschichte in einem eiskalten, emotionslosen Schreibstil. Ebenso eiskalt und emotionslos erscheint Luzy. Ich mag sie nicht, Leichen pflastern ihren Weg. Was mich vor Allem abstößt, ist die Tatsache, dass Luzy ihre Gegner als „Tango“ bezeichnet und damit entmenschlicht, bevor sie sie tötet. Das ist sicher Geheimdienst-Sprech, aber scheußlich finde ich es trotzdem. Der kalte Krieg liegt in den letzten Zügen, wir erleben mit Luzy den Mauerfall, den der Autor ebenso sachlich und emotionslos schildert wie den Rest der Geschichte. In den Wirren nach diesem historischen Ereignis sucht Luzy nach dem Kopf einer Terrorgruppe, die für die Morde auf Amrum ebenso verantwortlich ist wie für viele andere Ereignisse, die Luzys Berufsleben geprägt haben. Im Verlauf der Geschichte erfahren wir einiges über Terrorzellen aus dieser Zeit wie z.B. die RAF und deren Bekämpfung. Dieser geschichtliche Aspekt ist sehr interessant, trotzdem konnte ich in diesen Thriller nicht so richtig eintauchen, denn der eiskalte Schreibstil schafft eine gewisse Distanz, die ich nicht überwinden konnte.
Mein Fazit: Tja, ich weiß nicht so recht. Andreas Pflüger hat hier einen hochspannenden, perfekt recherchierten und anspruchsvollen Thriller abgeliefert. Spaß gemacht hat mir das Lesen aber nicht, denn es war von vielem ein bisschen zu viel. Vor Allem zu viele Leichen und zu viel Blut, aber auch Lüge und Verrat und vom Geheimdienst-Jargon, der für mich sehr schwer zu durchblicken war.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Nicht wirklich überzeugend

Wir sehen uns wieder am Meer
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Die Geschichte spielt im besetzten Norwegen der letzten Kriegsjahre und im Europa des kalten Krieges. Birgit arbeitet als Krankenschwester in Oslo. Nach dem Verlust eines guten Freundes braucht ...

Die Geschichte spielt im besetzten Norwegen der letzten Kriegsjahre und im Europa des kalten Krieges. Birgit arbeitet als Krankenschwester in Oslo. Nach dem Verlust eines guten Freundes braucht sie einen Tapetenwechsel und wechselt an ein Krankenhaus im fast völlig zerstörten Bodö in Nordnorwegen. Dort schließt sie sich dem Widerstand an lernt dadurch nicht nur die ukrainische Kriegsgefangene Nadia, sondern auch ihre große Liebe, den russischen Kriegsgefangenen Sascha, kennen. Beide beeinflussen Birgits weiteres Leben nachhaltig.

Ich habe die ersten beiden Bände nicht gelesen. Vielleicht liegt es daran, dass ich bis zum Ende nicht wirklich in die Geschichte hinein gekommen bin. Oder es liegt am Schreibstil, der mir sehr distanziert vorkommt. Birgit als Hauptperson ist mir fremd geblieben, ich konnte keine ihrer Entscheidungen wirklich nachvollziehen. Sie setzt nicht nur sich selbst blauäugig und naiv größten Gefahren aus, bedenkt überhaupt nicht die Folgen ihres Handelns. Das kommt mir sehr unrealistisch vor in solch gefährlicher Zeit.
Die Erzählung ist nicht wirklich flüssig, sondern eine Aneinanderreihung von Ereignissen die auch keinen wirklichen Spannungsbogen erzeugt. So war es für mich schwierig, dranzubleiben. Trotz des wirklich interessanten historischen Themas bleibt die Geschichte blass und hat mich leider nicht überzeugt.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Tolle Idee, mangelhafte Umsetzung

Sieben letzte Tage
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Alice und ihre Schwester Fiona kümmern sich gemeinsam um die Mutter, die nach einem Schlaganfall auf Hilfe angewiesen ist. Der Vater hat die Familie verlassen und sich auch vorher nicht durch allzu viel ...

Alice und ihre Schwester Fiona kümmern sich gemeinsam um die Mutter, die nach einem Schlaganfall auf Hilfe angewiesen ist. Der Vater hat die Familie verlassen und sich auch vorher nicht durch allzu viel Fürsorglichkeit hervorgetan. Besonders Alice ist deswegen gar nicht gut auf ihn zu sprechen. Nun erreicht sie die Nachricht, dass der Vater zum Tode verurteilt ist und in sieben Tagen hingerichtet wird. Fiona setzt Alice, die Juristin ist, unter Druck, den Fall des Vaters aufzurollen. Nur widerstrebend begibt sich Alice auf eine gefährliche Reise.

Der Schreibstil ist durchaus packend und die Idee zur Story ist sehr gut. Dennoch konnte mich die Geschichte nicht abholen, denn ich bekam bis zum Schluss keinen Zugang zu den Personen. Besonders Alice als Hauptperson ist mir mit ihren Gedanken und Entscheidungen sehr fremd geblieben. Sie begibt sich teilweise blind in offensichtliche Gefahrensituationen und ist oft geleitet von Vorbehalten und vorschnellen Urteilen. Noch dazu scheint sie Superwoman zu sein, was sie alles in einen Tag packt ist übermenschlich. Ich bin ja sehr für dichterische Freiheit, aber ein wenig sollte man sich doch an der Realität orientieren. So konnte ich mich des Öfteren eines Kopfschüttelns beim Lesen nicht erwehren. Das gilt auch für das extrem harmonische, fast schon kitschige Ende, das zum Verlauf der Geschichte nicht so recht passen will.

Mein Fazit: Eine gute Idee, die in der Umsetzung ausbaufähig ist. So kann ich das Buch leider nur bedingt empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Eigentlich eine gute Story

Ein Mord im November - Ein Fall für DI Wilkins
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Im Haus des Provosts in einem College in Oxford wird eine weibliche Leiche gefunden. Durch einen Irrtum wird DI Ryan Wilkins auf den Fall angesetzt und muss dann gemeinsam mit seinem Namensvetter ...

Im Haus des Provosts in einem College in Oxford wird eine weibliche Leiche gefunden. Durch einen Irrtum wird DI Ryan Wilkins auf den Fall angesetzt und muss dann gemeinsam mit seinem Namensvetter DI Ray Wilkins ermitteln. Die beiden könnten gegensätzlicher nicht sein. Ryan, ein Kind der Arbeiterklasse, ist der ewige Jugendliche, schlampig, unerzogen, rüpelhaft, ungebildet und ohne jede Empathie. Seine Qualifikation besteht einzig darin, dass er Dinge sieht, die andere nicht sehen. Sein Kollege Ray ist das krasse Gegenteil. Er hat in Oxford studiert und hat förmlich einen Stock im Kreuz.
Die eigentliche Story gefällt mir gut, sie ist spannend von Anfang an und der Schreibstil ist packend und sehr gut zu lesen. Leider steht aber sehr das Verhalten und die Lebensumstände von Ryan im Vordergrund, der mich mit seinem extrem schlechten Benehmen sehr nervt. Seine Dysfunktionalität steht mir zu sehr im Vordergrund, wird mit zahlreichen Wiederholungen immer wieder thematisiert. Der eigentliche Fall wird dabei fast zur Nebensache. Das hat mir den Spaß an diesem Kriminalroman sehr verdorben. Eine Fortsetzung werde ich definitiv nicht lesen. Schade.

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