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Veröffentlicht am 25.06.2025

Zwei Weihnachtskrimis

Elsässer Bescherung
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„Elsässer Bescherung“ ist der 8. Teil mit Major Jules Gabin und beinhaltet zwei Geschichten.
Major Jules Gabin freut sich auf das Adventtreffen mit seinen alten Schulfreunden des Abschlussjahrgangs. Nach ...

„Elsässer Bescherung“ ist der 8. Teil mit Major Jules Gabin und beinhaltet zwei Geschichten.
Major Jules Gabin freut sich auf das Adventtreffen mit seinen alten Schulfreunden des Abschlussjahrgangs. Nach und nach treffen alle ein. Doch noch vor dem Hauptgang stirbt einer der Freunde an einem vergifteten Plätzchen. Da Jules in dem Fall befangen ist, übernimmt die Untersuchungsrichterin Joanna Laffarque, gleichzeitig Jules Frau, die Befragungen. Denn der Mörder muss unter den Anwesenden sein. Danach ist die Stimmung unter den Freunden angespannt, bis hin zu aggressiv. Jeder verdächtigt Jeden des Mordes. Der Tote war ein eher mittelmäßiger Autor. Nun plante er, einen True Crime zu schreiben, der ihn erfolgreich und bekannt machen sollte. Wollte er ein altes Geheimnis seiner Freunde aufdecken? Musste er deshalb sterben? Bei den Befragungen vor Ort stellt sich heraus, dass jeder ein Geheimnis hat und auch, wie gut die ehemaligen Schulfreunde wirklich noch befreundet waren. Dann geschieht ein weiterer Mord.
Gleich nach Lösung dieses Falls folgt der nächste. Jules bekommt Drohbriefe. Im neuesten wird sogar ein Mord an einer ihm nahestehenden Person angedroht. Durch die beruflichen Beziehungen von Jules und Joanne gelingt es recht schnell, den Briefeschreiber zu identifizieren, doch die Suche nach ihm gestaltet sich dann doch schwierig. Das Ende war enttäuschend, es kam zu abrupt und war unbefriedigend.
Da ich die vorherigen Teile nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, ob dieses Buch besser oder schlechter ist. Mir hat es jedenfalls gut gefallen, auch wenn es, jedenfalls bei der ersten Geschichte, eher ruhig zuging. Die zweite dagegen war schon etwas aufregender. Auf das Leben von Jules und Joanne wird nicht näher eingegangen, was wohl daran liegt, dass es bereits der 8. Teil mit den beiden ist. Charakterlich mag ich sie. Jules scheint eher ein etwas ruhiger Mensch zu sein und stellt sich nicht in den Vordergrund. Joanne dagegen handelt sehr entschieden, professionell und wirkt auch mal einschüchternd.
In dem Buch wird in beiden Geschichten bildhaft auf kulinarische Spezialitäten der Gegend eingegangen, sodass ich gleich Appetit bekam. Auf den letzten Seiten des Buches findet man noch einige Rezepte der Region.
Der Schreibstil ist gut und ich konnte zügig lesen. Das Cover finde ich sehr schön.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Ein Dorf dreht durch

Mörderisches Halleluja
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Beim Pilze sammeln im Wald begegnet die tiefgläubige Monika dem Jesus, der sich mitten auf der Pilzwiese sonnt. Nach und nach erscheint Jesus auch anderen Bewohner von Fackenreuth. Und nicht nur das, ein ...

Beim Pilze sammeln im Wald begegnet die tiefgläubige Monika dem Jesus, der sich mitten auf der Pilzwiese sonnt. Nach und nach erscheint Jesus auch anderen Bewohner von Fackenreuth. Und nicht nur das, ein Dieb geht um im Ort und sogar ein Mörder, ein Bauer verschwindet und nicht nur die Esel drehen durch. Das alles ruft den Bischof, die Medien, Jesusjünger, Satanisten und viele Schaulustige herbei. Dorfpolizist Xaver lässt sich vom Jesus nicht beeindrucken, hat nur aber eine Menge zu tun.
Für dieses Buch braucht man eine hohe Humor-Toleranzgrenze, was ich anfangs bei mir bezweifelt habe. Man bekommt den Eindruck, dass das halbe Dorf, einschließlich Esel und Schweine, durchgeknallt ist. Aber die Geschichte entwickelte sich nicht nur spaßig, sondern auch mörderisch.
Neben den vielen skurrilen Personen gibt es noch Xaver, den anscheinend einzigen Menschen, der sich nicht veräppeln lässt. Er ist ziemlich intelligent und kommt nach und nach dem eigenartigen Verhalten der Menschen auf die Spur und löst auch die Mordfälle. Er und sein Freund und Kollegen Lucki sind ein sehr gutes Team.
Der Schreibstil ist einfach und mit einigen bayrischen Dialekten verfeinert, was aber zu verstehen ist. Die Handlung geht rasant voran, es wird langweilig, was auch an den vielen verschiedenen Themen liegt, die hier aufgegriffen werden und nicht nur Jesus betreffen.
Das Cover gefällt mir sehr und lässt schon eine amüsante Geschichte vermuten. Es ist ein gelungener Auftakt der Fackenreuth-Reihe.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Amüsant

Ludwigshöh & Elwetritsch
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„Ludwigshöh & Elwetritsch“ ist der 3 Teil der Reihe um Kommissar Bleibier.
Nach der Restaurierung der Villa Ludwigshöhe lädt die Landesregierung zu einem Kostümball, wie er zu Zeiten König Ludwigs I. ...

„Ludwigshöh & Elwetritsch“ ist der 3 Teil der Reihe um Kommissar Bleibier.
Nach der Restaurierung der Villa Ludwigshöhe lädt die Landesregierung zu einem Kostümball, wie er zu Zeiten König Ludwigs I. üblich war, ein. Auch der Ministerpräsident wird erwartet. Doch dann kommt es zu einem Zwischenfall, an dem Kommissar Bleibier nicht ganz unschuldig ist. Damit liefert er seinem Vorgesetzten Futter für die angedrohte Schließung der Polizeiwache in Grumberg. Obwohl er suspendiert wurde und Hausverbot für die Villa hat, zieht es ihn wie magisch dorthin. Irgendetwas geht da vor, und er will herausfinden, was es ist. Dank der vielen und besonderen Fähigkeiten seiner Elwetritsch gelingt es Bleibier, das Geheimnis zu lüften und damit groß gefeiert zu werden.
Die Geschichte verbindet lokale Legenden, humorvolle Anekdoten und eine Prise Mystik. Die Charaktere sind doch sehr speziell. Bleibier bangt um seine Polizeistation und tut alles, um sie zu erhalten, auch mit sehr unkonventionellen Mitteln. Sein einziger Kollege Manfred Blümlein ist etwas behäbig und begriffsstutzig. Er glaubt alles, was Bleibier ihm erzählt. Am lustigsten dabei ist die „Andacawwa“- Mission.
Es gab ziemlich viel Dialekt, wovon ich nicht alles verstanden habe.
Zunächst hat mich das sehr schöne Cover zum Lesen animiert. Man muss sich jedoch auf die Geschichte einlassen, da man ansonsten an der Handlung zweifelt. Mir ist das anfangs etwas schwergefallen, als ich von einem unersättlichen Sagenwesen gelesen habe, das nur für Bleibier sichtbar ist und ihm am Hacken hängt. Nach und nach fand ich die Tritsch aber ganz niedlich – jedenfalls, wenn sie genug Alkohol und Essen hatte.
Insgesamt war es ein amüsantes und unterhaltsames Buch.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Biene in Aktion

Tote Bosse singen nicht
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„Tote Bosse singen nicht“ ist der 4. Fall für Biene Hagen.
Biene Hagen muss ihre Detektei am Laufen halten. Dafür zwängt sie sich sogar in schicke Klamotten, um an einem Event teilzunehmen, wo sie eventuell ...

„Tote Bosse singen nicht“ ist der 4. Fall für Biene Hagen.
Biene Hagen muss ihre Detektei am Laufen halten. Dafür zwängt sie sich sogar in schicke Klamotten, um an einem Event teilzunehmen, wo sie eventuell neue Klienten akquirieren kann. Dabei erhält sie Informationen, die mit dem Unfalltod ihrer Eltern vor vielen Jahren zusammenhängen könnten. Als sie den Hinweisen nachgeht, werden die Zeugen ermordet und auch ihr Leben scheint bedroht zu sein. Ausgerechnet jetzt hat sie Streit mit ihrem Freund Jochen, ihr Partner Jargo soll zu seiner Familie nach Argentinien zurück und sogar ihre Oma will verreisen. Aber in ihrer eigenen chaotischen Art und Weise kriegt sie am Ende alles in den Griff.
Für mich war es das erste Biene-Buch und ich musste mich erst an sie gewöhnen. Sie geht schon eigenartige und eigensinnige Wege, um an ihr Ziel zu kommen, teilweise auch ohne Rücksicht auf Verluste. Einige Szenen sind schon arg überzogen dargestellt, sorgten aber trotzdem für ein Schmunzeln bei mir. Man kann Biene einfach nicht böse sein. Auch die anderen Charaktere sind authentisch beschrieben. Ihr Partner Jargo ist ebenso sympathisch dargestellt wie ihr Freund Jochen, der Polizist ist und Probleme mit Bienes Beruf bzw. Berufung als Privatdetektivin hat, da er auch von seinen Kollegen damit aufgezogen wird. Trotzdem ist er immer für sie da. Aber auch ihre Oma finde ich toll. Sie hat gerne Leute um sich, die sie geschmackvoll bewirtet. Und was Oma und ihr Freund Karl so treiben, erfährt Biene auch recht ausführlich.
Insgesamt war es eine rasante, spannende und amüsante Geschichte, die mir gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Mehr Schein als Sein

Arrivederci Jesolo
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Im Hüpfburgparadies in Jesolo Pineta wird ein Toter gefunden. Dabei handelt es sich um Gustaf Görlitz, einem bekannten Künstler und Star der diesjährigen Kunstbiennale in Venedig. Commissario Viallo nimmt ...

Im Hüpfburgparadies in Jesolo Pineta wird ein Toter gefunden. Dabei handelt es sich um Gustaf Görlitz, einem bekannten Künstler und Star der diesjährigen Kunstbiennale in Venedig. Commissario Viallo nimmt die Ermittlungen auf. An seiner Seite die ehemalige Miss Jesolo Ambra Santoro, die jetzt als Reporterin beim Lokalsender arbeitet. Schnell wird klar, dass der Tote einige Geheimnisse hatte, die bisher noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen sind. Doch dank Ambra wird sich das schnell ändern. Sie steht mächtig unter Druck, um eine gute Story abzuliefern. Damit will sie beweisen, dass sie außer schön zu sein auch eine gute Reporterin ist. Hilfreich dabei ist auch, dass sie den zweiten Toten selbst findet. Dieser bewegte sich ebenfalls sehr aktiv in der Kunstszene. Ambra sucht und findet Kontaktpersonen, befragt sie und kommt nach und nach den vielen Geheimnissen der beiden Toten auf die Spur.
Arrivederci Jesolo ist ein guter und interessanter Krimi, der die Leser in die lebendige und charmante Welt des italienischen Küstenortes Jesolo und in die falsche Welt der Kunstszene entführt.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und vielschichtig. Ambra war mir sehr sympathisch. Obwohl sie unter Zeitdruck steht, war sie nicht extrem aufdringlich bei ihren Befragungen, die oft einfache und angenehme Gespräche waren. Mit Commissario Viallo verbindet sie nicht nur berufliches Interesse, sie sind auch privat sehr eng befreundet – oder auch mehr, was ein großer Vorteil für Ambra ist.
Auch Lokalkolorit fehlt nicht. Die Autorin schafft es, die Atmosphäre von Jesolo und Venedig eindrucksvoll einzufangen, von den sonnendurchfluteten Stränden bis hin zu den geschäftigen Cafés und dem pulsierenden Nachtleben. Die Beschreibungen lassen die italienische Lebensfreude förmlich spüren. Das Urlaubsgefühl schlägt sich auch in dem sehr schönen Cover wider, was nicht an Mord und Totschlag denken lässt.

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