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Veröffentlicht am 02.07.2025

Liebe und Spannung im Gaming-Setting

Novel Haven - Levels of Love
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Anabelle Stehl ist mit einer neuen Reihe zurück und „Novel Haven“ ist im Gaming-Bereich angesiedelt. Ich habe damals die Ankündigung von Lyx mitbekommen und während ich sofort dachte, das passt auf die ...

Anabelle Stehl ist mit einer neuen Reihe zurück und „Novel Haven“ ist im Gaming-Bereich angesiedelt. Ich habe damals die Ankündigung von Lyx mitbekommen und während ich sofort dachte, das passt auf die Autorin wirklich genial, war ich doch etwas skeptisch, wie es mir wohl gefallen wird. Ich bin keine klassische Gamerin, aber da unsere Protagonistin Lara Cozy Games (genau meins!) macht, hat es dann doch wieder gepasst.

Mit dem Auftakt zu „Novel Haven“, das in London und Umgebung spielt, haben wir den Bogen zur „Worlds“-Reihe geschlagen und tatsächlich gibt es auch Easter Eggs, was ich sehr gut fand. Ansonsten sind wir aber in einer völlig neuen Welt und mit Lara und Luca haben wir gleich zwei Figuren, die jeweils für ein Spielestudio arbeiten und für ihr entwickeltes Spiel auf den großen Durchbruch hoffen. Auch wenn die beiden an sehr unterschiedlichen Games arbeiten, so war doch bei beiden sofort zu merken, dass sie den Job aus sehr ähnlichen Gründen lieben. Ich habe diese Verarbeitung mit Spielen tatsächlich weniger, aber Bücher und Serien sind für mich genau aus den Gründen wichtig und würde ich selbst schreiben, wäre das auch meine Motivation. Dementsprechend konnte ich mich mit beiden früh identifizieren. Ich empfinde sie aber auch ansonsten als sehr feine Menschen, die jeweils auch schon ein schlimmes Erlebnis hinter sich haben, sodass sie anders auf die Welt blicken, das aber gleichzeitig auch als Motivation nehmen, wie man mit anderen umgeht. Auch wenn es ganz klar Antagonisten gibt, die auch wichtig für die Handlung sind, aber alles in allem habe ich bei dem Figurenrepertoire ein tolles Gefühl bekommen. Ob es nun Maleek ist oder bei Lara ihre Freundinnen Aria und Nataly, dazu ihr ganzes restliches Team, das war nicht nur cozy game, sondern cozy Grundstimmung.

Der Handlungsverlauf ist auch geschickt gewählt. Der Wettbewerb für die Finanzspritze, der über mehrere Runden geht und damit die Figuren über einen größeren Zeitraum wiederholt zusammenbringt, der war eine gute Idee. Hier konnte Stehl sich als Gamerin auch wahnsinnig gut ausleben. Auch wenn ich mir nicht immer alles so genau vorstellen konnte, aber man hat die Liebe zum Detail gemerkt. Man hat auch gesellschaftliche Themen aus der Szene gut aufgearbeitet bekommen. Der Wettbewerb, der Sexismus und vieles mehr. Hier wurde ein Themenfeld bedient und auch konsequent bedient. Das ist nicht so selbstverständlich, wie man jetzt meinen könnte, von daher bin ich da dankbar. Ich fand es auch spannend, dass wir zwischen den Studios von Lara und Luca den Disput haben. Da Sophia im Gegensatz zu Hank direkt viel sympathischer ist, habe ich mich früh positioniert gesehen und dennoch war es geschickt gemacht, dass wir Hank eigentlich fast nur als Lucas Perspektive erleben, sodass es schwierig ist, ihn vollends einzuschätzen. Somit war die finale Lösung auch keinesfalls zu erwarten und war ein kleiner Wendungs-Bonus.

Ich bleibe insgesamt dabei, dass Stehl für mich nicht unbedingt die leidenschaftlichsten Liebesgeschichten schreibt. Das Verlieben ist bei ihr immer einfach, was es oft genug auch sein kann, aber ich lese es lieber etwas anders. Dennoch bin ich eine treue Leserin von ihr, weil sie drum herum immer noch wesentlich mehr anbietet. Das sind so wichtige Themen, das ist hier die Themenwelt, in der ich mich trotz Skepsis eingefunden haben und es ist gute Charakterarbeit. Denn die Schicksale von beiden sind speziell, sie werden aber nicht nur genutzt, um Lara und Luca interessant zu machen. Nein, es wird auch aktiv mit gearbeitet. Auch das sorgt für noch einige spannende Aspekte im Handlungsverlauf. Zudem macht der erste Band auch schon sehr Lust auf Natalys Geschichte. Sie ist zu Lara so anders und dementsprechend wird der Kontrast herrlich sein.

Fazit: Ich war mir im Vorfeld nicht ganz sicher, wie mir „Novel Haven“ gefallen wird, aber es hat sich gelohnt. Die Gaming-Welt hat sich als tolles Setting entpuppt, ich mochte die Figuren, die man auch mögen sollte, sehr. Es gab was zum Mitfiebern und Miträtseln und damit war ich schon sehr zufrieden und bin leicht durchgeflogen.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Romantik in Schottland

Words Like Feathers
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Tada und wieder habe ich eine neue deutsche Autorin für mich entdeckt, wobei Marie Weis mit „Words like Feathers“ schon ihren zweiten Roman veröffentlicht, aber für mich war sie begrifflich völlig neu. ...

Tada und wieder habe ich eine neue deutsche Autorin für mich entdeckt, wobei Marie Weis mit „Words like Feathers“ schon ihren zweiten Roman veröffentlicht, aber für mich war sie begrifflich völlig neu. Aber ich habe einen echten Lauf, mehr und mehr erzählerisch kennenzulernen. Hier hat mich der Titel tatsächlich sehr angezogen. Er erinnert sehr an den Songtitel von Billie Eilish und tatsächlich, er ist auf der Playlist auch drauf. Dazu wird im Buch aber auch eine Verbindung zu Emily Dickinson hergestellt, was dann auch einen Kreis schließt, zumal der Buchtitel auch in Wortspielen Bedeutung für die Handlung hat. Aber das habe ich erst später rausgefunden, also jetzt zum Buch.

Ich hatte zwei große Assoziationen bei „Words Like Feathers“. Im Vorfeld hätte ich gedacht, dass Weis mich möglicherweise in ihrem Stil an Merit Niemeitz erinnern wird. Das fand ich jetzt eigentlich nicht, dafür musste ich eigentlich sofort an die US-amerikanische Autorin Sarah Dessen denken, die meine Jugend extrem geprägt hat. Ich kann auch gar nicht konkret beschreiben, warum das bei mir aufkam, weil Dessen schreibt gerne Geschichten an einer Kleinstadt am Strand, hier sind wir im rauen Schottland und mitten in einem Retreat und die Figuren sind auch älter als im Jugendalter, aber es war einfach eine Gefühlssache und das ist ein großes Kompliment. Vielleicht ist ein Hauptgrund auch, dass wir nur die Perspektive von Olivia haben und extrem gut in ihr Leben einsteigen. Es war wirklich rasant, wie schnell ich ein Gefühl für sie und ihre Lebensumstände hatte. All diese liebevollen Figuren um sie herum, die sie mit prägen, das hat Vertrauen aufgebaut.

Ich mochte auch sehr die Idee des Retreats. Da es in der Autorinnenbiografie hieß, dass Weis immer sehnsüchtig auf die Weihnachtszeit warte (Me too!), bin ich einfach mal davon ausgegangen, dass auch die entsprechenden Filme nicht fehlen dürfen. Aber auch die anderen Liebesfilme dieser Art arbeiten gerne mit Retreats und ähnlichem, wenn eine bestimmte Figurenanzahl auf engem Raum beieinander ist. Ich mochte die Liebe für Filme, die überall zu spüren war, die Ausflüge, mit denen man sich in Schottland verlieben kann, aber auch einfach das menschliche Miteinander. Es gab ein bisschen Unruhestifter, aber weitestgehend sind sich Menschen auf Augenhöhe begegnet und es war da auch schön, dass kein Traum zu klein war, was ich tatsächlich auch sehr vertrete. Jedem seins und jeder soll glücklich sein, nichts anderes zählt.

Weiterhin gut gelungen fand ich die Verbindung von Gegenwart und Vergangenheit. Es gibt genug Bücher, wo mir die Rückblenden nicht das geben, was ich brauche und eher die Handlung aufhalten. Das ist hier nicht der Fall. Die Szenen füllen Lücken, sie halten die Figuren im Gedächtnis, die wir vor dem Retreat kennengelernt haben und es ist die Basis der Geschichte von Olivia und Tristan. Ich fand sie aber vor allem für ein wichtiges Thema entscheidend, weil sie an einer Zwangsstörung leidet. Diese wird in der Gegenwart schon früh verraten, weswegen ich sie auch nicht als Spoiler sehe. Aber es wurde echt sehr, sehr gut eingearbeitet. Ich habe gelesen, dass sich Weis‘ erstes Buch auch mit mentaler Gesundheit beschäftigt, vielleicht also auch ein sehr persönliches Thema. Aber egal, was die Beweggründe sind, es wirkte sehr echt und authentisch. Gerade die hässlichen Gedanken, sehr gut ausgearbeitet, auch weil ich sie als Overthinker in Nuancen auch wiedererkannt habe.

Was ich jetzt als Kritikpunkte stehen lassen möchte, das ist die Gestaltung von Tristan, was mich selbst etwas verwundert, weil er eigentlich eine echte Green Flag ist, aber vielleicht zu green? Da wir seine Perspektive nicht haben, sind die Vergangenheitskapitel sehr wichtig, um ihn kennenzulernen, weil in der Gegenwart zunächst alles sehr angespannt ist. Und Tristan hat viele extrem tolle Eigenschaften, aber ich fand ihn zu perfekt. Olivia hat so viele Ecken und Kanten bekommen und Tristan wirkte immer wieder Mister Saubermann und das passte einfach von der Gefühlsebene her nicht. Am Ende darf er zwar mal kurz der Buhmann sein, aber das fand ich etwas zu spät. Jetzt kommen wir auch zu meiner zweiten Assoziation. Da wäre Selina Mae mit „Lessons in Forgiving“ zu nennen. Die Autorin hatte sich beim Trope Second Chance selbst dazu geäußert, warum ein Ex besser ein Ex bleiben sollte und fand dann die Gestaltung ihres Paares etwas seltsam. Hier haben wir es auch mit Second Chance zu tun. Ich fand es zunächst gut, dass früh klar gemacht wurde, dass Olivia der Auslöser ist, damit es nicht immer der Mann ist. Aber ich finde dennoch nicht, dass es die Lösung ist, es dann einseitig zu verschieben. So entstand der Eindruck des perfekten Tristan. Auch wenn ich keine Zweifel an seinen ehrlichen Gefühlen bemerkt habe, aber ich bin eher am Haken, wenn die Ecken und Kanten beider aufeinandertreffen und es sich auf Augenhöhe anfühlt. Das ist hier mein Kritikpunkt. Er hat der Liebesgeschichte ein wenig Zauber genommen, aber unterm Strich war es nur marginal.

Fazit: Marie Weis hat mich mit „Words Like Feathers“ durchaus zu überzeugen gewusst. Es gab eine wohlige Stimmung, es gab fein ausgearbeitete Charaktere, es gab mit dem Retreat ein tolles Setting, die Schottland-Liebe kam durch, dazu die Kinoliebe und so viel mehr. Second Chance als Trope ist immer etwas schwierig. Hier fand ich es inhaltlich durch die mentale Gesundheit eigentlich genau richtig, aber leider war Tristan als Gegenpart leider zu lange zu perfekt gezeichnet. Aber eine bedingungslose Leseempfehlung gibt es auf jeden Fall.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Loverboy geschickt eingebunden

Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich
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2025 steht bei mir ganz im Zeichen von Autoren, die mir schon öfters namentlich begegnet sind und die ich dann endlich auch mal für mich entdecke (oder eben nicht). Bei Antonio Wesseling war es nun durch ...

2025 steht bei mir ganz im Zeichen von Autoren, die mir schon öfters namentlich begegnet sind und die ich dann endlich auch mal für mich entdecke (oder eben nicht). Bei Antonio Wesseling war es nun durch „Loverboy“ soweit und ich hatte im Vorfeld schon einiges gehört, dass es wohl in Richtung Romantic Suspense geht und irgendwie auch doch nicht, weswegen ich das unbedingt selbst einmal ergründen wollte.

Ich habe „Loverboy“ als Hörbuch gehabt und bin durch direkt vier Stimmen durch die Geschichte geleitet worden. Mir ist das tatsächlich doch echt wichtig, wenn ich so viele Perspektiven habe, dass ich auch mehrere Stimmen höre. Das macht es natürlich teurer, das ist klar, aber es ist für mich ein echtes Plus. In der Hauptsache sind Leonie Landa (für mich schon eine alte Häsin) und Flemming Stein zu hören. Sie haben für mich Lola und Elias sehr gut verkörpert, weil beide mit ihren Stimmen durch die emotionale und teilweise auch belastende Handlung sehr gut geleitet haben. Dagmar Bittner als Vivian und Sven Macht in sehr kleiner Sprechrolle will ich nicht vergessen, aber sie sind für die Bewertung eher rudimentär, aber ich bin trotzdem froh, sie auch gehört zu haben.

Tatsächlich fängt die Geschichte erstmal relativ harmlos an und das ist in diesem Sinne gemeint, dass es jegliches Genre sein könnte. Wir lernen will über Vivian und ihre neue Liebe Pascal. Wir lernen noch mehr über Lola, die Vivians Mitbewohnerin ist, und sie sich zunehmend Sorgen um sie macht, bis die Freundin/Mitbewohnerin dann verschwunden ist, was alles wesentlich komplexer macht. Als dann auch Elias‘ Perspektive hinzukommt, entsteht immer mehr Profil. Mir hat zunächst vor allem gefallen, dass die Figuren sehr gut ausgearbeitet sind, wobei ich da vor allem Lola und Elias meine. Sie wird sehr gut in ihr soziales Umfeld eingebunden, man versteht schnell, dass sie eine Kümmerin ist, die sich selbst gegenüber anderen zurückstellt. Lola war mir wirklich sehr sympathisch und sie ist auch ein guter Leitstern für eine solche Geschichte, auch weil sie aufgibt. Elias wiederum ist eine extrem ambivalente Figur und das hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn ich ihn nicht auf Anhieb total einnehmend und spannend fand, weil man sein Gepäck mit Geheimnissen merkt, so ist er aber im Verhältnis zur gesamten Geschichte sehr geschickt gestaltet.

Da die Geschichte sich irgendwann mit dem realen Phänomen der Loverboy-Methode beschäftigt, wird alles gesellschaftlich sehr relevant. Wir bekommen durch Lola und Elias auch eine Liebesgeschichte, aber ich fand die Grundidee für das Gelingen des Buchs wichtiger. So haben wir dann auch zwei wichtige Männerrollen. Neben Elias eben den Loverboy. Und beide würde in einer Welt von Menschen, die gerne nach schwarz und weiß sortieren, eher das Dunkle repräsentieren. Dann wiederum ist Elias aber so gar nicht wie der wichtigste Loverboy der Geschichte und das fand ich als Statement gut. Inhaltlich war es aber auch geschickt, weil so auch Zweifel gegenüber Elias entstehen. Ist er der, den wir durch seine Perspektive erleben oder werden wir selbst Opfer eines perfiden Loverboys? Erzählerisch war „Loverboy“ für mich sehr, sehr gut, auch weil es so viele Ebenen gab. Wir haben die Suche nach Vivian, wir haben die vielen Infos, um sensibler gegenüber der Loverboy-Methode zu werden, wir haben noch einen weiteren Vermisstenfall, der ebenfalls noch eine ganz eigene Bandbreite an Bewandtnis hat. Wir haben echt viel und dann noch die Liebesgeschichte. Das alles greift gut ineinander. Es ist so insgesamt vielschichtig und sehr spannend. Man kann durch die Seiten fliegen.

Ich würde es aber letztlich doch nicht als total überzeugtes Fünf-Sterne-Buch einschätzen. Auch wenn es fast unfair ist, so reich wie „Loverboy“ an Inhalt ist, aber ich habe mir tatsächlich doch mehr Raum für Vivian gewünscht. Wir haben ihre Kapitel durch ihre Einträge. Teilweise konnte ich die nicht richtig einschätzen und war eher mit der Einordnung als mit charakterlichen Erklärungen beschäftigt. Dabei hätte ich gerne viel mehr über Vivian erfahren. Wir brauchten Lola, aber um die ganze Loverboy-Methode zu verstehen, ist Vivian fast noch entscheidender und da hat einfach ein Stückchen gefehlt. Auch weil wir sie nur wenig aktiv mit Lola und Elias agieren sehen, dabei ist ihre Art, für sie einzustehen, sich dafür in Lebensgefahr zu begeben, schon ein Zeichen von Liebe und die will man gerne mehr verstehen. Zumindest ich.

Fazit: Antonia Wesseling hat mich mit „Loverboy“ sofort fasziniert, sodass ich sie von jetzt an mehr auf dem Schirm haben werde. Ich fand es toll, was die Grundidee mit der Loverboy-Methode war und wie sie drum herum eine sehr reichhaltige Geschichte gesponnen hat, die mit extrem viel überzeugt. Es war sehr spannend, aber ich hätte mir am Ende etwas mehr Vivian gewünscht. Aber das ist eine doch bescheidene Kritik, denn empfehlen würde ich es alleine für einen recht einzigartigen Charakter sofort.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Mutig, Mutig

Beyond Shattered Moons
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Als ich meine Rezension zum ersten Band, „Beneath Broken Skies“, von Anna Savas nochmal gelesen habe, musste ich doch sehr grinsen. Hätte ich nur mal in die Zukunft blicken können! Ein Kritikpunkt war ...

Als ich meine Rezension zum ersten Band, „Beneath Broken Skies“, von Anna Savas nochmal gelesen habe, musste ich doch sehr grinsen. Hätte ich nur mal in die Zukunft blicken können! Ein Kritikpunkt war dort nämlich gewesen, dass eine Dilogie mir nicht clever erschien, weil es die Handlung zu sehr gezogen hat und man alles in einem einzigen Buch hätte zusammenbringen können. Nein, da hat Savas uns echt reingelegt.

Diese Rezension ohne Spoiler zu verfassen, ist absolut unmöglich, aber ich vermute ohnehin, dass der große Twist von „Beyond Shattered Moons“ ohnehin überall schon die Runde gemacht hat. Ich muss da echt den Hut vor der Autorin ziehen, denn es ist extrem mutig, welche Entscheidung sie getroffen hat. Ich musste ein wenig an Emma Scott und die „All In“-Dilogie denken, die ähnlich, aber doch anders funktioniert hat. Natürlich war bei Savas nach dem ersten Band noch nichts vorbei, weil es gab ja noch die eigentliche Liebesgeschichte zu erzählen. Ich hatte mich im ersten Buch schon öfters gefragt, warum Adam so völlig abwesend ist, obwohl man merkt, welche Bedeutung er sowohl für Madelyn als auch Wes hat. Mit dem späten Auftritt und dem Cliffhanger habe ich mir schon gedacht, dass das im zweiten Band alles aufgeholt wird, aber dass Adam der eigentliche Held der Liebesgeschichte wird, das kam unerwartet, extrem unerwartet und das hatte definitiv einen gewissen Kick. Ich mag es, wenn ich so überrascht werden kann.

Aber wie fand ich es inhaltlich? Ich habe nichts gegen Liebesgeschichte, bei denen sich Gegensätze anziehen und da war bei Madelyn und Wes eindeutig der Fall. Dementsprechend habe ich diese Erzählung der beiden nicht als Handbremse empfunden, sondern Gefühle pur. Ich mochte sie als Paar. Nun völlig umdenken zu müssen, das war erstmal eine Herausforderung, aber es ist für mich schon gelungen. Zumal wir sehr unterschiedliche Geschichten erzählt bekommen, weil Wes und Adam unterschiedlich sind. Beide haben Madelyn in meinen Augen sehr gut getan, nur sehr verschieden. Und dann entscheidet irgendwann das Herz. Ich fand etwas schade, dass es für diesen Twist in die typische Trickkiste der Dramaunterhaltung gegriffen werden musste. Ich hätte die Geschichte gerne sich entfaltet gesehen, ohne dass Wes aus Gründen abgeschoben wird. Denn auch wenn New Adult die romantischen Geschichten erzählt, die Seelenverwandtschaft und ‚für immer‘ versprechen, aber das Leben kann jedem Menschen mehrere Liebesgeschichten gewähren, die auch beide ihre besonderen Momente haben. Siehe wieder Emma Scott, die uns etwas ganz Ähnliches verständlich gemacht hat. Dementsprechend würde ich die Geschichte niemals inhaltlich kritisieren. Denn so Geschichten schreibt das Leben und ich hatte bei Adam und Madelyn nie ein ungutes Gefühl. Natürlich darf jeder seine Liebespaarung haben, die ihm besser gefällt, aber ich finde es am Ende entscheidend, dass wir Madelyn ohne Frage in sehr guten Händen wissen können.

Es war für mich auch sehr spannend, Adam nun endlich kennenzulernen. Er hat es natürlich schwerer als Wes, weil er mehr in sich gekehrt ist, aber er hatte so viele Seiten, die ich schnell lieb gewonnen habe. Er ist der Grübler, der Zerdenker, aber was immer offensichtlich ist, das ist seine tiefe Liebe für Madelyn. Die beiden sind sich angemessen wieder nähergekommen. Es war genauso interessant herauszufinden, was die Familie einst hat zerfallen lassen. So haben sich viele Puzzleteile zusammengesetzt. Auch wenn in dieser Familie eindeutig gerne überreagiert wird, aber letztlich war auch die Annäherung von Adam an seine Eltern gut und mitreißend zu verfolgen. Umgekehrt haben wir Madelyn, deren Freundschaft zu Blair weiterwächst, während sie auch mit ihrem Großvater einiges zu durchstehen hat. Ich fand es immer wieder gut, dass es nicht nur um das Paar ging, sondern dass auch die Beziehungen drum herum entwickelt wurden.

Was ich noch als Kritikpunkt nennen würde, das wären zwei Sachen. Eins, das ist mir bei Savas schon öfters aufgefallen. Die expliziten Szenen kommen bei ihr öfters aus dem Nichts und auch an Punkten, wo ich es zu verfrüht empfinde und wo es offensichtlich nur dazu da ist, etwas aufzurühren und ich persönlich bin da einfach kein Fan von. Ich will mehr die emotionale Bedeutung als die Konsequenzen ins Zentrum zu stellen. Der zweite Punkt wäre, dass ich im ersten Band noch gelobt habe, wie viel der Verlag und die ganze Welt eine Rolle spielen. Nun haben wir mit Madelyn und Adam zwei Figuren, die in der Bücherwelt aufgehen und das Berufliche spielte aber eine deutlich kleinere Rolle. Das fand ich etwas schade. Gleichzeitig gab es mit dem Ball am Ende natürlich echt was zu feiern und das war auch ein gelungener, würdiger Abschluss. Band 3 wurde inzwischen angekündigt und ich muss sagen, ich bin sehr gespannt, auch weil es thematisch doch in der Welt verharren wird. Wie wohl alles ausgeht?

Fazit: „Beyond Shattered Moons“ ist ein sehr mutiger zweiter Band, für den ich Anna Savas zunächst alleine als Entscheidung applaudiere. Aber auch inhaltlich wurde ich abgeholt. Ja, ich habe Kritikpunkte, aber die Liebesgeschichte selbst hat funktioniert und die Botschaft dahinter kam an. Vielleicht mag es nach so eine Intention Fraktionen geben, aber ich denke, dass man Fan von beiden Büchern sein kann und das muss sich nicht ausschließen. Das ist auch ein Gewinn!

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Sommerlektüre mit New York-Liebe

Summer in the City
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Alex Aster habe ich mit der „Lightlark“-Reihe kennengelernt, aber was soll ich sagen, beendet habe ich sie nicht. Aber nicht, weil es mir nicht gefallen hätte, es sollte wohl bislang einfach nicht sein. ...

Alex Aster habe ich mit der „Lightlark“-Reihe kennengelernt, aber was soll ich sagen, beendet habe ich sie nicht. Aber nicht, weil es mir nicht gefallen hätte, es sollte wohl bislang einfach nicht sein. Als ich ihren Namen dann aber in Verbindung mit „Summer in the City“ sah, da war ich sofort neugierig. Denn es ist einfach eine Summer Romance, eine ganz andere Welt als Fantasy. Wie sie mir da wohl gefällt?

Ich habe „Summer in the City“ als Hörbuch konsumiert und wurde dadurch mit der Stimme von Johanna Zehendner begleitet. Da wir nur die Perspektive von Elle hatten, hat das gut gepasst, weil ihre Stimme schnell zu der der Protagonistin wurde. Wir beginnen mit einem Prolog, der die erste Begegnung von Elle und Parker erzählt. Im Grunde war das für mich fast schon die schlechteste Szene des Buchs, weil ich etwas zu schnell und erzwungen fand. Gerade weil ständig beschrieben wurde, wie unwohl sich Elle in dieser Welt fühlt und da fand ich es eher unpassend, wie schnell dann da etwas passierte. Ich finde tatsächlich auch, dass die Geschichte funktioniert hätte, ohne dass es diesen Prolog gegeben hätte. Denn diese Konflikte wären sicherlich so oder so aufgekommen. Letztlich geht dann aber die eigentliche Handlung los und es wurde immer interessanter in diese Welt einzutauchen.

Es gab viele Elemente, die mir gut gefallen haben. Ich bin zwar nicht so ein Fan davon, wenn einer von beiden reich ist und dann alles möglich ist, aber der Kontext wurde doch durchgehend genutzt, auch für Konflikte, sodass ich gut damit leben konnte. Es gab auch einige sehr absurde Momente, aber die konnte man wie von Aster wohl beabsichtigt, gut mit einem Augenzwinkern akzeptieren. Zudem muss ich auch sagen, dass man bei Parker gut verfolgen konnte, wie sich sein eigenes Verständnis zu Geld wandelt. Aus einer Selbstverständlichkeit wird etwas, worüber er bewusst nachdenkt und was ihn auch andere Entscheidungen treffen lässt. Gut war auch, dass das ganze Buch auch eine Liebesgeschichte an New York war. Ich weiß zwar, dass die Stadt für mich selbst nichts wäre, aber sie ist in so vielen Serien, Filmen, Büchern von Bewandtnis, dass ich schon viele faszinierende Aspekte erzählt bekommen haben, die ich durch deren Augen gut als mitreißend wahrnehmen kann. Aster hat eine Sommerromanze erschaffen, bei der man deutlich merkt, wie die beiden Figuren die Stadt zusammen neu entdecken. Es sind auch viele ruhige Momente, gerade, wenn Elle für ihr Drehbuch an Orten wie Central Park etc. sich Gedanken macht. Aber auch die lange Tour, da sind schon viele Aspekte, wo die Stadt und ihre Reize toll eingebunden wurden.

Ein weiterer Pluspunkt: He falls first wurde als Trope ausgegeben. Normalerweise meckere ich gerne, wenn mir die Männerperspektive fehlt, aber hier fand ich es eigentlich passend. Eben gerade weil das Ganze inszeniert, um ihr näherzukommen. Auch wenn man es sich irgendwo denken kann, aber gerade weil wir das nicht durch seine Perspektiven bestätigt bekommen, so sind wir mit Elle alleine und rätseln ebenfalls, was ist jetzt genau wie? Das macht auch den Reiz aus, auch wenn irgendwann Parkers Taten immer mehr unterstreichen, wie hoffnungsvoll er ihr verfallen ist. Ich finde auch, obwohl wir seine Perspektive nicht haben, dass man ihn als Mensch gut zu greifen bekommt. Da New York mehr seine Welt als ihre ist, helfen da seine Freunde, seine Projekte, aber die beiden reden auch einfach sehr ehrlich miteinander, sodass wir auch durch Elles Augen viel über ihn lernen. Elle ist aber das Zentrum von allem. Manchmal ist so nah an einer Figur zu sein, auch der schmale Grat, ob man jemanden mag oder nicht. Es gibt ein großes Geheimnis über Elle, was wir irgendwann erfahren, was ich auch clever fand, aber es hat mich wie der Anfang rätseln lassen, ob in ihr nicht zwei sehr gegensätzliche Persönlichkeiten leben. Denn sie weiß sich schon zu behaupten, aber gleichzeitig wird auch immer die unbeholfene Seite betont. Es passt nicht immer, aber es war eher ein kleines Ärgernis, denn die Handlung treibt ständig voran, dass man gar nicht so viel hinterfragen kann.

Die Chemie zwischen Elle und Parker hat für mich auch gestimmt. Ich fand es jetzt nicht übermäßig sexy, wie das Marketing es uns ein wenig verkaufen will, aber das ist auch einfach sehr subjektiv. Ich mochte, dass die Geschichte mehr in tiefen Gefühlen und Gesprächen gründete und dass das Körperliche erst spät Raum eingenommen hat. Auf jeden Fall kann man danach sagen, dass Aster Liebesgeschichten, ob nun in Fantasy eingebettet, oder hier, gut erzählen kann.

Fazit: „Summer in the City“ ist echt eine perfekte Veröffentlichung für diese Jahreszeit. Denn es lässt tatsächlich in vielen Aspekten von den Freiheiten und Abenteuern des Sommers träumen, aber es hat dennoch viel Substanz, Tiefgang, spannende Konflikte. Es gab Streitpunkte, gerade der Anfang oder auch die Widersprüche von Elle als Charakter, aber es ließ sich sehr, sehr gut weghören.

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