Profilbild von bookworm72

bookworm72

Lesejury Star
offline

bookworm72 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit bookworm72 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2025

Ein düsteres Familiengeheimnis

Die unsichtbare Hand
0

Olivia Dumont hat einen besonderen Beruf: Sie ist Ghostwriterin und dazu noch eine richtig begabte. Allerdings fiel sie durch ihre mutige Kritik an einem skrupellosen und frauenfeindlichen Kollegen in ...

Olivia Dumont hat einen besonderen Beruf: Sie ist Ghostwriterin und dazu noch eine richtig begabte. Allerdings fiel sie durch ihre mutige Kritik an einem skrupellosen und frauenfeindlichen Kollegen in Ungnade und bekommt schon länger keine Aufträge. Wie aus heiterem Himmel erhält sie eines Tages doch ein Angebot: Sie soll ein Buch für Vincent Taylor schreiben, der selber ein berühmter Bestsellerautor ist. Olivia ist hin- und hergerissen, denn es handelt sich um ihren Vater, zu dem sie aber seit vielen Jahren keinen Kontakt hat. Sie hat sich als junge Frau von ihm losgesagt, durch eine Heirat ihren Namen geändert und bis dato geheim gehalten, dass sie verwandt sind. Da sie aber in finanziellen Schwierigkeiten steckt, willigt Olivia notgedrungen ein und fährt nach Ojai, wo sie aufgewachsen ist und wo ihr Vater immer noch lebt. Es wird eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie sein, die im Sommer 1975 von einer furchtbaren Tragödie erschüttert wurde...

Ich habe die ersten zwei Bücher von Julie Clark regelrecht verschlungen, fand sie extrem spannend und großartig geschrieben und so war meine Erwartung an ihren neuen Roman sehr hoch. Ich gestehe, ich bin nach der Lektüre etwas enttäuscht. „Die unsichtbare Hand“ ist zweifelsohne ein gutes Buch mit einem originellen Plot und interessanten Charakteren, doch es war für mich kein Pageturner wie „Der Plan“ und „Der Tausch“. Ich vermisste die Raffinesse und auch die Spannung hielt sich in Grenzen. Stellenweise wurde es sogar etwas langatmig. Nichtsdestotrotz ist der Roman durchaus lesenswert und die sehr einfühlsam von der Autorin erzählte Geschichte (bzw. Geschichten, denn die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen und die Ereignisse werden aus verschiedenen Perspektiven geschildert) ging mir unter die Haut.

Sehr gelungen fand ich die graphische Gestaltung, besonders das Cover, das neugierig auf den Inhalt macht und Spannung aufkommen lässt.

Alles in allem wird es nicht mein Lieblingsbuch der Autorin werden, aber ich kann es allen empfehlen, die Bücher über düstere Familiengeheimnisse mögen – sie werden vermutlich auf ihre Kosten kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.12.2024

Spannend und temporeich

Schwesterherz
0

Von einem Tag auf den anderen gerät das Leben von dem Stockholmer Anwalt Martin Benner aus den Fugen. In seinem Büro taucht ein verzweifelter Mann auf, der ihn bittet, einen ganz besonderen Fall zu übernehmen. ...

Von einem Tag auf den anderen gerät das Leben von dem Stockholmer Anwalt Martin Benner aus den Fugen. In seinem Büro taucht ein verzweifelter Mann auf, der ihn bittet, einen ganz besonderen Fall zu übernehmen. Es geht um seine Schwester, bekannt als Sara Texas, die fünf Morde gestanden und sich danach das Leben genommen hat. Benner soll Saras Unschuld beweisen und ihren verschwundenen Sohn Mio ausfindig machen. Zuerst will Benner mit der ganzen Sache nichts zu tun haben, doch seine Neugier ist stärker. Er entdeckt tatsächlich Ungereimtheiten. Seine Nachforschungen haben aber schwerwiegende Konsequenzen: Benner gerät in einen Strudel aus Gewalt und Korruption und muss bald um das bangen, was ihm im Leben am wichtigsten ist...

Normalerweise sind schwedische Thriller nicht wirklich meins, aber dieser hat mich gepackt und das obwohl ich bei dem Hauptprotagonisten etwas zwiegespalten bin, ob ich ihn mag oder nicht. Kristina Ohlsson hat einen rasanten Thriller geschrieben, der durchgehend spannend ist und mit einigen Überraschungen aufwartet. Martin Benner als Ermittler ist eine interessante Figur mit Ecken und Kanten und hätte die Autorin nicht immer wieder seine Sexbesessenheit thematisiert hätte ich ihn recht sympathisch gefunden. Die Tatsache, dass er von den Ereignissen aus seiner Perspektive erzählt kommt dem Buch zugute: die Geschichte wird dadurch lebendiger und persönlicher und man nimmt als Leser mehr Anteil am Schicksal der Protagonisten. Mich hat Kristina Ohlsson schnell in ihren Bann gezogen und ich fieberte mit bis zum Schluss, den ich so tatsächlich nicht erwartet habe...

Fazit: Actionreiche Unterhaltung mit Kopfkino-Effekt, für Fans von etwas härteren Thrillern durchaus empfehlenswert.

Veröffentlicht am 18.10.2023

Schluss mit dem Perfektionismus, mehr Selbstakzeptanz!

Nie gut genug
0

Hand aufs Herz: Möchte nicht jeder von uns zumindest auf einem bestimmten Gebiet mehr als einfach nur gut sein? In unserer modernen, von Konkurrenzkampf und Leistungsdruck geprägten Gesellschaft reicht ...

Hand aufs Herz: Möchte nicht jeder von uns zumindest auf einem bestimmten Gebiet mehr als einfach nur gut sein? In unserer modernen, von Konkurrenzkampf und Leistungsdruck geprägten Gesellschaft reicht „gut“ einfach nicht mehr aus. Wir werden vielmehr stets dazu angehalten, „mehr aus uns zu machen“, indem wir uns auf Schritt und Tritt optimieren. Die Werbung und die sozialen Medien lassen uns jeden Tag wissen, wie man beruflich erfolgreicher, glücklicher, attraktiver, kurzum: perfekt werden kann. Viele von uns beugen sich dem Druck und machen mit. Doch was macht dieser Perfektionswahn mit uns? Und wie können wir ihm entgehen? Damit beschäftigt sich der britische Professor für Psychologie Thomas Curran in diesem Buch.

Spannend und verständlich erklärt der Autor das Phänomen Perfektionismus und zeigt auf, wie dieser entsteht. Curran präsentiert auch alarmierende Erkenntnisse, die er aus seinen umfangreichen Forschungen zum Perfektionismus gewonnen hat. So ist der Drang zum Perfektionismus in den letzten 30 Jahren rapide angestiegen. Doch unsere Welt ist dadurch nicht besser geworden und wir selbst nicht glücklicher. Ganz im Gegenteil: Wir strampeln uns ab und haben trotzdem das Gefühl, nie gut genug zu sein. Nicht schön genug, nicht effizient genug, nicht kreativ genug. Wir vergleichen uns mit unrealistischen Idealen und können gar nicht anders als scheitern. Die Folgen für die mentale Gesundheit sind verheerend. Immer mehr Menschen leiden unter chronischer Erschöpfung, Burnout, Ängsten und Depressionen. Eine höchst beunruhigende Entwicklung, die uns der Autor vor Augen führt und vor deren Folgen er dringend warnt. Eine positive Nachricht: Es ist durchaus möglich, der Perfektionismusfalle zu entkommen. Der Schlüssel dazu lautet mehr Selbstakzeptanz. In einem der Kapitel zeigt Thomas Curran auf, wie man diese Akzeptanz erreichen kann und gibt uns wertvolle Tipps, die angewendet zu einer positiven Veränderung auf persönlicher Ebene führen können. Er geht sogar noch weiter und präsentiert Vorschläge für eine nachhaltigere Wirtschaft, die auf den überflüssigen Konsum und unkontrolliertes Wachstum verzichtet. Seine Ideen leuchten mir persönlich ein und ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass unser Planet von deren Umsetzung profitieren würde.

Fazit: Es interessantes Buch, das zur Reflexion über uns selbst und unsere Gesellschaft anregt und hoffentlich dazu beiträgt, dass bei möglichst vielen Lesern ein Umdenken stattfindet. Eine wertvolle Lektüre für alle, denen ihr eigenes Schicksal und das Wohl ihrer Mitmenschen am Herzen liegen!

Veröffentlicht am 26.04.2023

Muskeln: ein Wunderwerk des menschlichen Körpers!

Muskeln – die Gesundmacher
0

Ich gehöre zu den Menschen, die durchaus an wissenschaftlichen Erkenntnissen in puncto Medizin und Gesundheit interessiert sind und diese auch gerne nutzen, um möglichst lange beschwerdefrei und – zumindest ...

Ich gehöre zu den Menschen, die durchaus an wissenschaftlichen Erkenntnissen in puncto Medizin und Gesundheit interessiert sind und diese auch gerne nutzen, um möglichst lange beschwerdefrei und – zumindest im Kopf – jung zu bleiben. Und doch musste ich neulich feststellen, dass ich einem der wichtigsten menschlichen Organsysteme und zwar den Muskeln bisher kaum Aufmerksamkeit schenkte. Sehr zu unrecht, wie ich durch die Lektüre des neuesten Buches von Prof. Dr. Ingo Froböse erfahren habe!

In „Muskeln – die Gesundmacher“ gewährt uns Deutschlands bekanntester Sportwissenschaftler, Professor an der Sportschule in Köln und Autor einen tiefen Einblick in die faszinierende Welt der menschlichen Muskulatur, erläutert ihre vielfältige Funktionen und zeigt auf, welch großen Einfluss sie sowohl auf unsere körperliche als auch die psychische Gesundheit hat. Dieser war mir tatsächlich nicht bewusst und ich vermute, ich bin in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Vermutlich könnten etliche unter uns eine kleine Aufklärung gebrauchen und so kommt das Buch genau richtig! Zwar ist die Lektüre mancher Abschnitte nicht einfach, weil sie sehr viele wissenschaftliche Informationen enthalten, die einen Laien verwirren und ermüden können, diese könnte man aber – wie es der Autor selbst vorschlägt – notfalls überfliegen und sich auf die Passagen konzentrieren, die für den jeweiligen Leser besonders relevant sind. Für mich waren es besonders die Kapitel über die präventive Bedeutung der Muskeln für die Gesundheit. Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes Typ 2, Arthrose, Übergewicht, Rückenschmerzen – ein gezieltes Muskeltraining macht es möglich, dass wir von diesen leider so häufigen Krankheiten bzw. Beschwerden verschont bleiben bzw. bereits auftretende Schmerzen lindern oder sogar heilen können. Sogar die Augenmuskeln kann man trainieren und dadurch offenbar die Sehkraft erhalten! Ich finde das alles total spannend und bin nach der Lektüre richtig motiviert, ab sofort mehr für meine Muskeln zu tun. Besser spät als nie – auch das verdeutlicht der Autor anhand verschiedener Untersuchungen mit älteren Probanden. Das macht mir Mut

Fazit: Ein interessantes und sehr informatives Buch, das uns Lesern klar macht, wie enorm wichtig eine gesunde Muskulatur ist; eine Lektüre, von der wir alle ganz sicher profitieren können!

Veröffentlicht am 18.12.2022

Unterhaltsame Lektüre für die ganze Familie

Gregs Tagebuch 17 - Voll aufgedreht!
1

Eigentlich wollte Greg eines Tages reich und berühmt werden. Inzwischen hat er aber erkannt, dass der Ruhm auch Nachteile mit sich bringt. Diese möchte Greg nicht in Kauf nehmen. Er fände es stattdessen ...

Eigentlich wollte Greg eines Tages reich und berühmt werden. Inzwischen hat er aber erkannt, dass der Ruhm auch Nachteile mit sich bringt. Diese möchte Greg nicht in Kauf nehmen. Er fände es stattdessen toll, mit einem berühmten Menschen verwandt zu sein und auf diese Weise doch noch die guten Seiten eines Promi-Lebens zu genießen. Das trifft sich gut, denn Gregs älterer Bruder Rodrick träumt von einer Karriere als Musiker und hat es vor, mit seiner Band Folle Vindl an dem Musikwettbewerb „Die Schlacht der Bands“ teilzunehmen. Ein Sieg könnte der Band zu einem Durchbruch verhelfen. Greg drückt seinem Bruder die Daumen und unterstützt ihn sogar. Doch der Weg zum Erfolg ist steinig und kaum etwas läuft so, wie sich das Rodrick und seine Jungs vorgestellt haben...

Meine Kinder und ich sind seit Jahren große Fans von Greg und seinen Abenteuern. Bisher haben uns alle Bücher dieser Reihe sehr gut gefallen und so waren wir schon sehr gespannt auf den neuesten Band. „Voll aufgedreht!“ hat uns aber leider nicht ganz überzeugen können. Die gewohnte Mischung aus witzigen Texten und lustigen Comic-Zeichnungen sorgte zwar für gute Laune und die Lektüre machte zweifelsohne Spaß, trotzdem fanden wir das Buch weniger gelungen als die früheren Bänder. Die rührenden Bemühungen der Band ließen mich häufig schmunzeln, es störte mich aber, dass sich alles nur darum drehte. Die Handlung kam mir dadurch etwas eintönig vor und ich vermisste eine stärkere Präsenz des Titelhelden, der hier völlig im Schatten seines großen Bruders und seiner Band stand. Meine Kinder empfanden dies ähnlich, ihr Kommentar war „zu wenig Greg!“. Wir haben alle festgestellt, dass „Voll aufgedreht!“ durchaus ein extra Rodrick-Band hätte werden können.

Fazit: Zwar kein Lieblingsband, trotzdem eine angenehme und unterhaltsame Lektüre. Wir bleiben treue Fans und hoffen, dass Jeff Kinney noch viele gute Ideen auf Lager hat und dass Greg in seinem nächsten Buch wieder die Hauptrolle spielen darf

  • Einzelne Kategorien
  • Thema "Gregs Tagebuch - Voll aufgedreht"
  • Cover "Gregs Tagebuch - Voll aufgedreht"
  • Bastelspaß