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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2025

Schmerz und Selbstbestimmung

Girls
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Das Cover von Girls hat mich sofort angesprochen. Es wirkt gleichzeitig zart und kraftvoll und gibt subtil die Stimmung des Romans wieder – verletzlich, aber nicht ohne Hoffnung. Es passt hervorragend ...

Das Cover von Girls hat mich sofort angesprochen. Es wirkt gleichzeitig zart und kraftvoll und gibt subtil die Stimmung des Romans wieder – verletzlich, aber nicht ohne Hoffnung. Es passt hervorragend zum Inhalt, ohne zu viel vorwegzunehmen, und spiegelt die emotionale Tiefe der Geschichte wider.

In Girls geht es um komplexe Familienbeziehungen, Identitätsfragen und die Auswirkungen emotionaler Vernachlässigung. Kirsty Capes greift Themen wie psychische Gesundheit, Selbstbestimmung, soziale Herkunft und weibliche Selbstermächtigung auf – alles eingebettet in eine feinfühlige, aber direkte Erzählweise. Besonders gelungen finde ich, wie Capes gesellschaftliche Tabus anspricht, ohne belehrend zu sein.

Der Schreibstil ist klar, eindringlich und oft von einer scharfen Selbstironie geprägt. Capes gelingt es, mit wenigen Worten eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Ihre Sprache ist modern, aber nicht überstilisiert – sie lässt Raum für Emotionen und gibt den Figuren genug Tiefe, um sie lebendig wirken zu lassen.

Die Hauptfigur, Clara, ist keine einfache Protagonistin – und genau das macht sie so glaubwürdig. Ihre Widersprüche, ihr innerer Kampf und ihre Suche nach einem Platz in der Welt sind nachvollziehbar und berührend. Auch die Nebenfiguren – von Pflegeeltern über Freundinnen bis zu Lehrerinnen – sind nicht bloß Statisten, sondern tragen zur emotionalen Wucht der Geschichte bei.

Was das Buch für mich besonders macht, ist die Verbindung von persönlichem Schicksal und gesellschaftlicher Relevanz. Kirsty Capes, selbst in Pflegefamilien aufgewachsen, schreibt mit spürbarer Authentizität. Das verleiht der Geschichte eine besondere Intensität und Ehrlichkeit.

Fazit: Girls ist kein Wohlfühlroman – aber ein wichtiges, berührendes Buch über das Erwachsenwerden unter schwierigen Umständen. Ich empfehle es allen, die literarisch tiefgründige, mutige Geschichten über Familie, Verletzlichkeit und Hoffnung suchen.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Subtiles Machtspiel mit Gänsehaut-Effekt

Gesellschaftsspiel
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Schon das Cover von Gesellschaftsspiel hat mich neugierig gemacht: Es ist schlicht, fast kühl, mit subtilen Details, die beim genaueren Hinsehen viel über die Atmosphäre verraten. Diese Zurückhaltung passt ...

Schon das Cover von Gesellschaftsspiel hat mich neugierig gemacht: Es ist schlicht, fast kühl, mit subtilen Details, die beim genaueren Hinsehen viel über die Atmosphäre verraten. Diese Zurückhaltung passt perfekt zum Inhalt, denn Dora Zwickau erzählt hier keine laute Geschichte, sondern eine, die sich leise, fast schleichend entfaltet.

Die Handlung dreht sich um eine Gruppe von Menschen, die in einem scheinbar harmlosen Spiel soziale Rollen und Machtgefüge ausloten. Viel mehr möchte ich nicht verraten, denn gerade das Ungewisse macht den Reiz aus. Zwickau schafft es, das Thema Gruppendynamik und subtile Manipulation spannend umzusetzen, ohne ins Klischee abzurutschen. Die Geschichte wirkt realistisch und gleichzeitig leicht surreal – ein Balanceakt, der ihr gut gelingt.

Der Schreibstil ist präzise und dicht. Zwickau hat eine klare Sprache, die aber immer wieder poetische Momente zulässt. Besonders gefallen hat mir, wie sie Stimmungen zeichnet: Mit wenigen Worten schafft sie es, ein Unbehagen zu erzeugen, das lange nachhallt.

Die Figuren sind meiner Meinung nach die größte Stärke des Romans. Sie wirken alle greifbar, haben Widersprüche und Abgründe, die nicht plakativ erklärt werden. Ich konnte mich in viele ihrer Gedanken hineinversetzen, auch wenn ich ihre Entscheidungen nicht immer gutheißen mochte. Genau das macht sie so authentisch.

Für mich war das Buch vor allem deshalb interessant, weil es unsere alltäglichen „Spiele“ in sozialen Gefügen so treffend beschreibt. Dora Zwickau kannte ich vorher nicht, werde mir aber sicher auch ihre anderen Werke anschauen, wenn sie stilistisch ähnlich sind.

Fazit: Gesellschaftsspiel ist ein kluges, atmosphärisches Buch für alle, die psychologische Spannung mögen, ohne blutige Effekte zu brauchen. Wer feine Beobachtungen und vielschichtige Figuren schätzt, sollte Dora Zwickau unbedingt eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Echt. Lustig. Überfordert.

Peace, Moms
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"Peace, Moms" ist ein ehrliches, unterhaltsames und gleichzeitig berührendes Buch über das Muttersein, Selbstfindung und den alltäglichen Wahnsinn dazwischen. Das Cover ist freundlich, modern und passt ...

"Peace, Moms" ist ein ehrliches, unterhaltsames und gleichzeitig berührendes Buch über das Muttersein, Selbstfindung und den alltäglichen Wahnsinn dazwischen. Das Cover ist freundlich, modern und passt gut zum Inhalt: persönlich, bunt und mit einem spirituellen Touch, ohne es zu übertreiben.

Evelyn Weigert schreibt so, wie man sie kennt – direkt, witzig und mit viel Herz. Sie erzählt von ihren eigenen Erfahrungen als Mutter, aber auch von Zweifeln, Erwartungen und dem Wunsch, bei sich selbst anzukommen. Dabei bleibt sie immer nahbar. Vieles fühlt sich vertraut an, man lacht, denkt nach – und fühlt sich verstanden.

Der Schreibstil ist locker, aber nicht belanglos. Besonders gut gelingt ihr die Balance zwischen Humor und Tiefe. Es geht weniger um große Erkenntnisse als um ehrliche Einblicke und kleine, aber wichtige Denkanstöße. Die Anekdoten aus ihrem Alltag machen das Buch lebendig, ohne sich aufzudrängen.

Spannend ist "Peace, Moms" vor allem für Mütter oder Menschen, die sich mit Persönlichkeitsentwicklung und Mental Load beschäftigen. Evelyn Weigert schreibt nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit echtem Interesse am Menschsein – und genau das macht das Buch sympathisch.

Fazit: Ein ehrliches und sehr persönliches Buch, das Mut macht, die eigenen Gefühle ernst zu nehmen – und dabei auch mal über sich selbst zu lachen. Lesenswert für alle, die sich zwischen Alltag und Selbstfindung wiedererkennen.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Bewegend, intelligent und unvergesslich

Morgen, morgen und wieder morgen
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Der Roman von Gabrielle Zevin erzählt die Geschichte von Sam und Sadie, zwei Freunden, die sich seit ihrer Kindheit kennen und eine gemeinsame Leidenschaft für Videospiele teilen. Als junge Erwachsene ...

Der Roman von Gabrielle Zevin erzählt die Geschichte von Sam und Sadie, zwei Freunden, die sich seit ihrer Kindheit kennen und eine gemeinsame Leidenschaft für Videospiele teilen. Als junge Erwachsene gründen sie ein erfolgreiches Entwicklerstudio und erschaffen gemeinsam faszinierende virtuelle Welten. Doch während ihre Karriere aufblüht, werden ihre Freundschaft und ihr persönliches Leben auf die Probe gestellt.

"Morgen, morgen und wieder morgen" ist ein bewegender Roman über Kreativität, Liebe und die Komplexität menschlicher Beziehungen. Die Charaktere sind tiefgründig und vielschichtig, ihre Beziehungen berührend echt. Besonders beeindruckend ist, wie Zevin die Welt der Videospielentwicklung mit existenziellen Fragen verknüpft. Der Roman ist emotional, fesselnd und voller Herz – eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 20.12.2020

Eine New Adult - Liebeserklärung an die Musik!

One Last Song
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Riley Maddock möchte ihrem Vater unter allen Umständen beweisen, dass sie es schaffen kann, in New York ganz allein ein selbstständiges Leben auf die Beine zu stellen. Bei diesem Vorhaben läuft sie ganz ...

Riley Maddock möchte ihrem Vater unter allen Umständen beweisen, dass sie es schaffen kann, in New York ganz allein ein selbstständiges Leben auf die Beine zu stellen. Bei diesem Vorhaben läuft sie ganz zufällig Julian Sloan, dem erfolgreichen Gitarristen der Newcomer Band 'Beyond Sanity', in die Arme. Gemeinsam mit Julian und Riley lernen wir als LeserInnen die aufregende und zugleich unglaublich anstrengende Welt der Reichen und Berühmten kennen. Die Beziehung der beiden wird dabei mehr als nur einmal auf eine harte Probe gestellt, denn in Julians Vergangenheit scheint es einige dunkle Geheimnisse zu geben.

"One Last Song" ist der Auftaktband der neuen New Adult Trilogie von Nicole Böhm. Das Buch hat mich insgesamt wirklich gut unterhalten, aber ich liebe ja generell die Thematik 'Musik' in Büchern sehr! Die Perspektive wechselt von Kapitel zu Kapitel von zu Riley und Julian, sodass durchgängig eine gute Abwechselung bestand. Riley ist eine sehr kämpferische Protagonistin, die mich mit ihrer Energie ansteckte und als Leserin gleichzeitig motivierte, an meinen Träumen festzuhalten. Bei Julian merkt man, dass er einfach ein Vollblutmusiker ist, aber auch einfach ein absoluter Herzensmensch, den man einfach nur gern haben kann. Also ein riesiges Lob für die beiden Protagonisten! Mein einziger Kritikpunkt ist, dass mir ein wenig die Individualität der Storyline fehlte. Stellenweise war diese nämlich doch relativ vorhersehbar... Alles in allem ist "One Last Song" meiner Meinung nach jedoch ein sehr gelungener New Adult Roman, mit dem man sich einige gemütliche und entspannte Lesestunden machen kann.

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